Nickerchen und Nackthuhn

Apr 1st, 2009 | By | Category: What's up in Berlin

31.03.2009 – Photos von SpreewaldMarion, SylviaMicky

Heute hatte ich noch einen Urlaubstag, das Wetter war traumhaft – was konnte ich Besseres mit dem Tag anfangen als in den Zoo zu gehen? Ich kam auch schon ziemlich zeitig an, es war kurz nach halb zehn Und Ko Raya steckte ihr Minirüsselchen zutraulich und neugierig nach der großen Schwester aus. Aber Mutter Pang Pha hatte immer ein wachsames Auge auf ihre Töchter, damit das gute Verhältnis auch gut bleibt.

Zuerst besuchte ich natürlich den süßen Elefanten-Nachwuchs. Pang Pha und ihre Töchter waren um diese Zeit noch drinnen. Die drei boten ein bezauberndes Bild. Shaina Pali berüsselte zärtlich ihr kleines Schwesterchen, beschnüffelte Ko Rayas Kopf, Rücken, Bauch und schließlich ihren kleinen Rüssel.

Dann ging ich zu Knut. Als ich einige Besucher begrüßen wollte, bekam ich gleich die Mahnung, leise zu sein, denn der junge Herr schliefe. In der Tat hatte Knut es sich im hinteren Teil seiner Anlage gemütlich gemacht und hielt ein Nickerchen.

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Dann konnte ich auch gleich eine Runde drehen. Ich schaute im Flusspferdhaus vorbei. Das Zwergflusspferd war auf den ersten Blick nicht zu sehen. Erst beim zweiten Blick sah man es hinter seiner Mutter liegenZuerst waren auch die großen Flusspferde nicht zu sehen. Heute spielte sich alles im Wasser ab, beziehungsweise unter Wasser. Zudem hatten die Flusspferde einigen Wirbel gemacht, so dass man nicht mehr sehen konnte.

Dann ging ich zu den Malaienbären. Heute war ja nun Ernsts letzter Tag im Zoo.Auch aus diesem Grund war ich heute dort. Ich wollte mich noch von meinem Liebling verabschieden. Bhumipol sah ich um diese Zeit noch nicht. Maika befriemelte einen Stamm, Ernst kletterte darauf herum. Ich sah ihnen lange zu.

Kurz vor halb elf ging ich dann zur Fütterung der Eisbären. Heute gab es etwas Interessantes zu sehen. Alle drei Damen gingen freiwillig ins Wasser und das noch vor der Fütterung! Lars lag bäuchlings am Ufer und drehte uns seinen hübschen Allerwertesten zu. Die Fütterung machte heute Herr Röbke. Sie war sehr sehenswert. Denn heute waren bei den Eisbären die Rollen mal vertauscht! Der sonst ständig hungrige Lars legte heute vornehme Zurückhaltung an den Tag. Die Damen hingegen sprangen immer wieder ins Wasser, dass es eine wahre Freude war, und holten sich ein Stück Fleisch nach dem anderen.

Ich hatte ein kleines Geschenk für die Malaienbären dabei, nichts Besonderes, aber etwas Schwerwiegendes: Drei Kokosnüsse und eine Honigmelone. Die Länge trägt die Last. Deshalb war ich sehr froh, als Herr Röbke zurückkam und ich ihm meine Tüte übergeben konnte. Gleichzeitig fragte ich – ein letztes Mal – ob er heute wieder die Malaienbären füttert.

Die Frage wurde freundlich bejaht und also machte ich mich auf den Weg. Die Malaienbären bekamen heute wieder besonders viele und schöne Sachen zu essen. Es gab verschiedene süße Gebäckteile, Äpfel, Birnen, Bananen und eigens für Bhumipol einige Stücke Fleisch, es sah aus wie Rippchen. Es war eine schöne Abschiedsmahlzeit für Ernst.

Herr Röbke kam wieder heraus, sah der Malaienbären-Familie beim Futtern zu und sprach ein paar Minuten mit uns. Morgen früh um acht tritt Ernst seine Reise nach Tschechien an, is das kleine Lippenbärchen mit seiner Mama auf die Malaien-Anlage. Die Kleine heißt übrigens „Devi“. Das kommt von „Devil“ – Teufel – weil sie alles beißt, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Aber nun ist sie ein Mädchen und heißt deswegen abgewandelt „Devi“. Das klingt auch netter. Übrigens soll Ernst meine Honigmelone als Abschiedsgeschenk mitbekommen. Das ist ganz reizend und ich habe mich sehr gefreut, als ich das gehört habe.

Dann ging ich zum Raubtierhaus, um mir die Fütterung von BaoBao anzusehen. Drinnen im Raubtierhaus war ich nicht, die Zeit war zu knapp und das Wetter zu schön. Die Fütterung von BaoBao machte heute wieder Herr Liebschwager. Der Bär erhielt heute eine besonders große Portion Obst und Gemüse.

Dann ging ich zum Affenhaus. Den Affen stand heute nicht der Sinn nach ihren Außenanlagen. Sie waren alle drinnen. Lediglich eine Schimpansin versuchte draußen, ausgerüstet mit einem Jutesack und einem großen Knäuel Holzwolle, sich ein Lager zu errichten.Ich ging dann doch mal hinein, um mir anzusehen, was sie Affen wohl treiben. Am wildesten war heute der kleine Bonobo Kivu. Er schaukelte an einem Seil wie Tarzan an der Liane, ließ sich in einen Berg Holzwolle plumpsen und schoss Purzelbäume darin.Aber auch bei den Orang-Utans war einiges los. Satu und Djasinga schaukelten zusammen an einem Seil und knallten ständig gegen Enches Rücken. Er war aber auch beschäftigt. Enche hatte ein großes Bund Petersilie beim Wickel und knabberte genüsslich daran herum. Erst als Satu um ihn herumschlich und etwas von der Petersilie mopste, wurde es dem gutmütigen Enche zu bunt und er schob seine Tochter sanft mit dem Fuß beiseite.

 

 

Bei den Elefanten waren nun endlich alle draußen, aufmerksam beobachtet von Herrn Pankow und einem anderen Pfleger. Es sah aber alles sehr nett aus. Pang Pha behielt ihre beiden Töchter ständig im Auge. Unterstützt wurde sie dabei von einer ihrer Freundinnen, die sich immer eng an ihrer Seite hielt.

Dann ging ich in Richtung Spitzmaulnashörner, vielleicht hatte ich Glück und sie waren draußen. Ich hatte Glück. Kito wanderte immer neben seiner Mutter her und gab jene niedlichen, hohen Töne von sich, die er schon als ganz kleiner Kerl von sich gegeben hatte. Kito wollte trinken. Ine hatte keine Lust dazu. Bei dem stattlichen Horn auf Kitos Nase konnte ich das gut verstehen.

Dann ging ich wieder zu Knut. Der war gerade wieder dabei, sein Nackthuhn zu beißen, zu verprügeln – und auch Prügel einzustecken. Knut spielte lange damit und war wirklich unermüdlich. Dann war sein blau-weiß-roter Basket-Ball an der Reihe, wurde ausgepresst und hin und her geschleudert. Knut versuchte auch wieder, mit den Besuchern Ball zu spielen. Aber dieser Ball wollte nicht so richtig fliegen. Knut probierte es ein paar Mal, dann wurde ihm das langweilig. Schließlich begann er wieder zu marschieren.

Na gut, es war immerhin schon halb zwei und Knut hatte heute auch sehr viel gespielt.

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Dann ging ich wieder zu Knut. Der war gerade wieder dabei, sein Nackthuhn zu beißen, zu verprügeln – und auch Prügel einzustecken. Knut spielte lange damit und war wirklich unermüdlich. Dann war sein blau-weiß-roter Basket-Ball an der Reihe, wurde ausgepresst und hin und her geschleudert. Knut versuchte auch wieder, mit den Besuchern Ball zu spielen. Aber dieser Ball wollte nicht so richtig fliegen.

Kurz vor zwei ging ich dann zur Nasenbärenfütterung, die heute Herr Röbke machte. Auch heute waren die weißen Mäuse wieder schwarz, aber das störte die Nasenbären nicht im Geringsten. Sie sprangen wie die Wilden an Herrn Röbke hoch und in seine Futterkiste hinein und wühlten eifrig darin herum. Na, wenn man dabei noch so nett das Fell gekrault bekommt…

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Knut bekam heute wieder ordentlich zu essen. Er bekam wunderschöne große Weintrauben – wo bekommen die Leute wohl so etwas Schönes her? – ein halbes Rosinenbrot, Äpfel, Möhren und viele Fische. Als Herr Röbke einmal eine winzige Pause beim Essensnachschub machte, winkte Knut gleich mit beiden Tatzen.

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Nach der Fütterung von Knut ging ich noch ein letztes Mal zu Ernst. Endgültig Abschied nehmen. Ernst und Maika kuschelten liebevoll miteinander. Dann begannen sie ein wenig zu balgen. Alles sah aber sehr nett und lieb aus. Sie umklammerten einander und rollten sich oben auf den Steinen. Dann umhalste Ernst seine Mutter wieder und biss sie zärtlich ins Maul.

Mir tat der Gedanke unendlich weh, dass ich Ernst nun wahrscheinlich nie wieder sehen werde. Er hat uns so viel Freude in den letzten beiden Jahren gemacht und ich gönne ihm ein schönes Leben in einem tollen zu von Herzen. Aber jedes Mal führte mich mein Weg gleich nach Knut zu Ernst. Ich werde ihn unglaublich vermissen.

Außerdem war Ernst einer von Herrn Dörfleins Schützlingen. Morgen wird Ernst nicht mehr da sein. Wieder ist etwas fort, was mit Herrn Dörflein zu tun hatte.

Liebe Grüsse, Yeo

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One comment
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  1. How many ways can there be to love Knuti and the other polar bears? With every new set of photos, I fall in love again. Awww. These photos are soooooo inspiring. Thank you so much.