Knut, Blumen und Blühenden Büsche

Apr 18th, 2009 | By | Category: What's up in Berlin 2009

17.04.2009 – Photos by Petra W

Heute war ich nach 14 Tagen endlich wieder mal im Zoo. Es wurde auch höchste Zeit.

Der Zoo ist zurzeit besonders schön. Der Frühling zeigt sich nun von seiner schönsten Seite und im Zoo fällt es ganz besonders auf. Überall sieht man Blumen und die verschiedensten blühenden Büsche. Auch die Kastanie auf der Anlage der Zwergflusspferde beginnt schon zu blühen.

Ich ging gleich zu Knut, denn den hatte ich ja auch schon zwei Wochen nicht mehr gesehen!

Vor Knuts Anlage erlebte ich zunächst eine Überraschung. Kein Mensch war dort und Knut sah ich auch nicht.

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Dann kamen einige Besucher herbei. Sie berichteten ganz begeistert, dass den ganzen Morgen bei den großen Eisbären schwer was los gewesen sei. Die Großen hätten mit all den Dingen gespielt, die die Pfleger hinein geworfen hätten, um sie von der ungebetenen Besucherin vom Karfreitag abzulenken. Besonders Nancy hätte sich beim Ballspielen hervor getan.

Das musste ich mir natürlich ansehen, zumal Knut immer noch schlief. Ich trennte mich also von der schlafenden Schönheit und ging zu den großen Eisbären. Dort standen schon jede Menge Besucher; ich sah viele bekannte Gesichter.

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Katjuscha

Die Eisbären indessen spielten nicht mehr, denn es war kurz vor der Fütterung. Frei nach Brecht „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ oder auf eisbärisch „erst kommt das Fressen und dann das Spielen“. Jedenfalls nahmen die Bären ihre Fütter-Positionen ein. Allerdings waren heute die Positionen vertauscht. Auf der Insel thronte eine der Damen, während Lars brav am Ufer hockte.

Die Fütterung machte heute Herr Röbke. Er machte den Eisbärinnen wieder tüchtig Beine. Die Besucher murmelten „Ooohh“ und „Aaahh“ als sie sahen, wie Herr Röbke das Fleisch quer über das Wasserbecken bis ans andere Ende der Anlage warf. Die Eisbärendamen hechteten auch hinterher und holten sich die leckeren Bissen.
Lars blieb zunächst noch am Ufer und saß dort auf seinem Allerwertesten, wie es sonst immer sein Sohn macht. Aber dann besann er sich, dass er ja der Chef der Anlage ist und als solcher auf die Insel gehört. Lars nahm seinen gewohnten Platz ein und wurde prompt von Herrn Röbke für seine Treue mit mehreren großen Fleischbrocken belohnt.

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Nach der Fütterung war Herr Röbke von Zoo-Besuchern sehr umlagert. Viele Leute interessierten natürlich für die Vorgänge vom Karfreitag und waren – höflich ausgedrückt – äußerst wissbegierig.

Ich war auch wissbegierig und zwar begehrte ich zu wissen, ob denn nun die kleine Devi draußen sei. Herr Röbke sagte, dass um 11.00 Uhr ein Pressetermin sei, bei dem Devi vorgestellt werde. Vorher werde aber noch die Anlage bestückt. Ich bedankte mich für die freundliche Auskunft und ging zu der Anlage, die vor kurzem noch die Wohnung der Familie Ernst war. Inzwischen trudelten mehrere Fotografen mit riesigen Teleobjektiven ein. Auch Herr Griesbach, der Zoofotograf, kam mit seiner Kamera. Alle waren sehr gespannt.

Nach wenigen Minuten des Wartens kam Frau Weckert auf die Anlage, verteilte Obst- und Gemüsestücke, übergoss die Baumstämme mit Honig und überschüttete alles großzügig mit Mehlwürmern.

Dann kamen Mama Lippenbär und ihr Tochter, wobei die Kleine halb auf dem Rücken der Mutter hing und halb hinterher geschleift wurde. Ist die kleine Devi niedlich! Während Mutter Lippenbär ein großes, dickes Fellknäuel auf vier Beinen ist, hat Devi noch kurzes, glattes Fell und sieht ihrem Vormieter Ernst damit sogar ein bisschen ähnlich. Allerdings hat sie ziemlich große Ohren mit Puscheln dran und ein helles Schnäuzchen.

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Devi stürzte sich gleich auf die Honigspur und begann eifrig zu schleckern. Ich glaube, auf dieser Anlage werden die Bärenkinder frech. Devi beanspruchte nicht nur den Honig für sich, sie machte auch Jagd auf jede Krähe, die ihr vor die hübsche Nase kam. Allerdings ist Mutter Lippenbär entschieden durchsetzungsfähiger als die gutmütige Maika. Sie passt gut auf, dass die Kirche im Dorf und Devi auf der Anlage bleibt.

Malaienbären Maika indessen setzte sich auf die Hinterbeine und machte einen langen Hals. Man muss doch sehen, was die neuen Mieter in ihrer alten Wohnung veranstalten! Bhumipol schlief. Das war das Einzige, was ich heute von ihm sagen kann.

Nachdem Mutter und Kind ausgiebig betrachtet und fotografiert wurden, gingen wir weiter. Heute waren Bärbel und ich verabredet gewesen, wir wollten uns wieder mal ein paar schöne Stunden im Zoo machen. Es hatte ja schon sehr schön angefangen, aber wir wollten natürlich noch mehr sehen. Zum Beispiel, wie es dem kleinen Dromedarmädchen geht. Die Kleine ist nun zusammen mit ihren Eltern auf der etwas größeren Anlage. War sie in ihren ersten Lebenstagen von rührender Hässlichkeit, ein staksiges Gerecke auf langen, dünnen Beinen, so ist sie inzwischen ein richtig süßes Mädchen geworden. Sie hat kurzes, karamellfarbenes, gelocktes Fell und ein hübsches Schnäuzchen.

Herr Barabasz, der Reviertierpfleger, reinigte gerade die Anlage, denn alles war voller schwarzer Murmeln. Da kam das kleine Dromedarmädchen auf ihn zu und schmiegte ihren Kopf an seine Schulter. Herr Barabasz streichelte ihren Kopf und kraulte sie an der Nase. Dann wollte er seine Arbeit weiter machen. Aber die Kleine wollte weiter mit ihrem Pfleger schmusen und lief ihm ständig hinterher. Die Mutter war vergessen.

Ich war ein wenig neugierig und fragte Herrn Barabasz, wie die Kleine sich denn anfühlt. Herr Barabasz erzählte daraufhin, dass sie sich ganz plüschig anfühle, so wie ein Persianer. Ihr Näschen ist zart und weich wie Samt. Auch hätte das Kleine erfreulicherweise großes Vertrauen zu ihm, wie es schon die Mutter hätte. All das sei nicht selbstverständlich.

Auch der Kamelhengst Paule, der mit seiner Familie auf der Anlage ist, verhält sich friedlich. Allerdings möge er die andere Kamelstute, die Tante der Kleinen, nicht. Deshalb sei die auch allein auf der kleineren Anlage. Ich schmunzelte und sagte „Ja, ja, die Familie…“ Herr Barabasz lächelte und meinte: „Ja, die bucklige Verwandtschaft.“ Wobei die Bezeichnung „bucklig“ es bei der Dromedar-Verwandtschaft wörtlich trifft.

Dann schauten wir ins Flusspferdhaus hinein und waren völlig baff, als wir die beiden kleinen Flusspferde sahen. Meine Güte, haben die einen Schuss gemacht! Sie lagen beide am Ufer und dösten. Debby döste auch, ihr Speckröllchen lag neben ihr.

Dann gingen wir zurück zu Knut. Dabei durften wir ihn natürlich keineswegs stören. Wir gingen also zu den Spitzmaulnashörnern, um eventuell Kito und Ine zu sehen.

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Wir fragten eine junge Frau, was los gewesen wäre. „Ein Kampf“, meinte sie. „Es gab einen Kampf zwischen zwei Nashörnern. Die Pfleger haben eines eben in den Stall gelockt.“
Wir sahen, dass das Nashorn auf der Anlage noch andere Verletzungen hatte: einige lange Schrammen am Bauch und an den Seiten. Es dauerte lange, bis es sich einigermaßen beruhigt hatte. Dann lockten die Pfleger auch dieses Nashorn von der Anlage, wahrscheinlich um seine Wunden zu versorgen. Indessen kam eine junge Pflegerin und brachte zwei Heuballen heraus.

Dann wurde die zweite Tür geöffnet und Kito und Ine kamen friedlich herausgetrabt.
Kito ist inzwischen ein richtiger Halbstarker. Aber er sieht immer noch niedlich aus mit seinem kleinen Horn.

Etwas später kamen wir den gleichen Weg zurück. Da sahen wir eine Gruppe Besucher dichtgedrängt um eine junge Pflegerin stehen. Und wen trug die junge Frau auf dem Arm? Benita natürlich! Die Kleine ist nun schon ein ziemlich großes Mädchen.

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Dann ging die Pflegerin mit ihrem Schützling auf die Okapiwiese. Benita sollte laufen. Sie wollte aber nicht. Immerzu kletterte sie der Pflegerin auf den Arm. Als eine zweite Pflegerin erschien und sich auf die Wiese legte, kletterte Benita einfach auf deren Bauch und blieb da liegen.

Dann musste Bärbel nach Hause. Ich begleitete sie ein Stück. Natürlich schauten wir noch zu Knut. Der hatte endlich ausgeschlafen und tollte nun im Wasser herum. Vor seinem Gehege war es nun auch schon ziemlich voll.

Am Löwentor verabschiedete ich mich von Bärbel und ging dann zu den Elefanten. Bei diesem schönen Wetter waren sie natürlich alle draußen. Mir fiel auf, dass Pang Pha ihre ältere Tochter mit strenger Hand führt. Beziehungsweise mit strengem Rüssel. Als Shaina Pali der kleinen Ko Raya zu nahe kommen wollte, umklammerte Pang Pha energisch den Rüssel ihrer Tochter und zog sie zurück. Sie ist eine wirklich gewissenhafte Mutter und hütet die kleine Ko Raya wie ihren Augapfel.

Bevor ich nach Hause ging, wollte ich mir noch die Pekaris ansehen. Die Kleinen sind gut beieinander und auch das kleinere Jungtier hat tüchtig zugelegt. Aber man sieht immer noch einen Größenunterschied.

Langsam ging ich zurück, sah BaoBao beim Schlafen zu und genoss noch einige Minuten die wunderbare Atmosphäre im Zoo. Dann ging ich nach Hause.

Liebe Grüsse, Yeo

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2 comments
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  1. Hallo,

    schön mal wieder was von Knut zu hören, bzw. von Leute die es interessiert. Habe nämlich schon lage nichts mehr mitbekommen seit der Hype um ihm vorbei ist. Lediglich der Tod von seinem Pfleger ging hier in Süddeutschland durch die Presse.

    Hoffe unserem Lieblingsbären gehts gut.

    LG

    blumenkind-1980

  2. Hallo Blumenkind-1980!

    Herzlich willkommen im Knuti’s Weekly Magazine!

    Liebe Grüsse nach Syddeutschland von Mervi