Eisbombe und Äste

Apr 28th, 2009 | By | Category: What's up in Berlin

25.04.2009 – Photos von SpreewaldMarion, SylviaMicky, Hartmuth, Jessie

Der heutige Zoo-Besuch war aber so was von ungeplant! Gestern Abend telefonierte ich noch mit SpreewaldMarion und erfuhr, dass sie heute in den Zoo wollte. Kurz entschlossen organisierte ich mein Wochenende um und schloss mich an.

Ich war kurz nach halb zehn im Zoo. Es war sehr schön. Die Sonne schien, es versprach ein warmer Tag zu werden. Außerdem waren um diese Zeit noch nicht so viele Leute da.

Heute waren Debby und ihr Sohn (wie heißt der überhaupt?) auf ihrer Außenanlage. Der Kleine ist ganz schön kess. Immer wieder schnappte er nach seiner Mutter und flitzte dann rasch davon. Aber Mutter Debby hatte gar nicht im Sinn, ihren Junior für die Beiss-Attacken zu bestrafen. Sie knabberte seelenruhig an einigen Grashalmen herum.

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Knut lag lang ausgestreckt auf seinem Sandhaufen und schlief. Der Sandhaufen war frisch aufgelockert worden; das musste Knut natürlich ausnutzen. Er so reizend aus, wie er da auf der Seite lag, alle vier Beine von sich gestreckt.

Nachdem ich den kleinen Schläfer eine Weile betrachtet hatte, wollte ich Devi und Sutra besuchen. In dem Moment kam auch schon SpreewaldMarion. Wir beschlossen, erstmal ins Flusspferdhaus schauen. Die beiden kleinen Flusspferde lieferten sich einen Kampf, wobei eines deutlich kesser und draufgängerischer ist als das andere. Es unterdrückte das andere buchstäblich, das heißt, es sprang auf seinen Kopf und drückte es unter Wasser.

Vor dem Flusspferdhaus sagte uns jemand, dass Devi und Sutra noch nicht draußen seien.Also gingen zurück zu Knut. Der hatte seine Lage verändert, das heißt, die Pfoten lagen anders. Der Bär an sich schlief nach wie vor.

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Wir gingen dann zu den großen Eisbären. Dort waren schon eine Menge Besucher und warteten auf die Fütterung. Die Bären warteten auch darauf und liefen schon unruhig hin und her. Die Fütterung machte auch heute wieder Herr Röbke. Er sorgte wie immer dafür, dass alle Bären ihren gerechten Anteil bekamen. Lars war, wie immer in der letzten Zeit, etwas zurückhaltend beim Essen. Als aber die Brötchen ins Spiel kamen, schwamm Lars zur Scheibe. Natürlich, seine Tosca war ja auch da.

Dann gingen wir zu den Lippenbären. Wir hatten Glück. Sutra und Devi waren draußen. Sutra lag auf dem Rücken, Devi lag auf ihrem Bauch. So konnten die beiden es gut aushalten. Maika und Bhumipol lagen auf ihren Steinen und dösten. Ich habe den Eindruck, dass sie sich jetzt von dem anstrengenden Kind erholen.

Dann gingen wir zu den Dromedaren. Ich hatte Marion von dem liebevollen Verhältnis zwischen Herrn Barabasz und dem kleinen Dromedarmädchen erzählt und wir wollten uns das jetzt ansehen. Aber Ihr kennt ja den Vorführeffekt: Herr Barabasz machte gerade eine Führung mit einer Gruppe Kinder auf der Heidschnucken-Insel. Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen, als jedes eine Rübe erhielt, die es den Schafen geben sollte. Trotzdem gingen wir zum kleinen Dromedar, das wirklich super-süß ist. Auch wenn ihm heute mehr nach Liegen zu Mute war.

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Als wir zu Knut zurückkamen, war der im Wasser. Sein schon arg zerbissenes Aussie-dog lag am Ufer. Es erfreut sich zurzeit anscheinend bei Knut großer Beliebtheit.

Nach einer Pause in der Waldschänke drehten wir eine Runde durch den Zoo. Bei den Löwen waren heute die beiden Schwestern draußen. Paule war drinnen, lag oben auf seinem Brett und schlief. Auch das junge Geschwisterpärchen war drinnen.

Dann wollten wir mal nach Benita schauen, die bei schönem Wetter immer auf der Okapi-Wiese bespielt wird. Als wir gerade vor dem großen Holztor ankamen, wurde es von innen geöffnet und heraus kam ein Pfleger mit Benita auf dem Arm.

Ich nutzte die Gunst der Stunde und fragte, wann Adolpho nun fort käme und wohin er denn käme? Wir erfuhren, dass Adolpho bereits am Mittwoch abgereist ist. Er ist jetzt in einem französischen Zoo, er heißt „Zoo de la Bourbonsais”. Der Zoo ist klein, aber sehr schön. Es gibt dort eine hübsche Ameisenbären-Anlage. Adolpho soll sich dort schon nach kurzer Zeit gut eingelebt haben. Er hat auch bereits eine Freundin dort: ein Ameisenbären-Mädchen aus Magdeburg.

Benita stand heute wieder eher der Sinn nach Kuscheln und Schmusen als nach Spielen. Es war ja auch so schön in der Sonne. Wenn man dann noch so liebevoll durchgeknuddelt wird, ist die Welt für so ein kleines Ameisenbären-Mädchen in Ordnung.

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Als wir wieder zu Knut zurückkamen, war der wieder am Laufen. Immer hin und her. Aber dann passierte auf dem Bärenhof etwas, dass Knut sehr interessierte. Ein junger Mann schaute über den Zaun und winkte Knut zu. Knut stellte sich auf die Hinterbeine und winkte zurück. Der junge Mann hockte sich hin, Knut kauerte sich ebenfalls zusammen.
Kurz, alles was der junge Mann auf dem Bärenhof vormachte, machte Knut ihm nach. Die Lauferei war vergessen.

Obwohl es heute bei Knut schon recht voll war, wollte ich erst zu den Nasenbären, denn ich hatte seit Wochen keine Nasenbärenfütterung mehr gesehen. Marion begleitete mich. Ich hatte Herrn Röbke bereits mit der Schubkarre den Bärenhof verlassen sehen. Deshalb legten wir einen Schritt zu, um nicht zu spät zu kommen.

Heute ist ja Samstag und also bekamen die Wölfe und die Wildhunde heute nichts. Herr Röbke hätte also schon bei den Nasenbären sein müssen. Aber von ihm war nichts zu sehen, weder die Schubkarre, noch er selbst. Nanu?

Marion fand des Rätsels Lösung. Herr Röbke war bei den großen Eisbären und warf  ihnen mehrere große, frisch belaubte Äste zum Fressen und Spielen hinein. Eine tolle Idee! Das sagte ich ihm auch. Wir erfuhren, dass für alle Bären heute Zweige vorgesehen waren, natürlich auch für Knut.

Die Nasenbärenfütterung sah ich mir deswegen nur halb an. Ich wollte doch einen guten Platz bei Knut haben, um zu sehen, wie er mit dem Ast spielt. Die geplante Zweig-Aktion hatte sich noch nicht herumgesprochen, deshalb bekam ich noch einen Platz direkt vor der Scheibe. Den behauptete ich heute eisern. Deshalb bekam ich auch nur aus den Augenwinkeln mit, wie Herr Röbke den Braunbären ihre Äste auf die Anlage warf.

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Gleich müsste Knut drankommen! Knut bekam heute wieder eine gut bemessene Portion. Herr Röbke machte Knut ordentlich Beine, indem er Fleisch, Fische und Äpfel kreuz und quer auf die Anlage warf. Jemand hatte etwas Besonderes spendiert: Eine Eistorte für Knut, die Fisch, Fleisch, Weintrauben und anderes Obst enthielt. Dies alles war in einer Napfkuchenform eingefroren worden, so dass es auch etwas für´s Auge war.

Knut holte sich die Eistorte blitzschnell aus dem Wasser und schleppte sie oben auf die Felsen unter seinen Blechbaum. Dort begann er sie zu zerlegen. Herr Röbke meinte, Knut solle erst einmal die Eisbombe aufessen, ehe er die Zweige zum Spielen bekommt. Ich war schon unheimlich gespannt auf Knuts Spiel mit den Zweigen. Als ich das das letzte Mal gesehen hatte, war es Herr Dörflein gewesen, der Knut die Zweige gegeben hatte…

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Meine Freude und meine Erwartungen fanden ein jähes Ende. Ich bekam einen Anruf von meiner Arbeitsstelle, dass ich mich heute zum Nachtdienst einfinden solle. ü Eigentlich hätte ich frei gehabt.

So verabschiedete ich mich von Marion, bat sie noch schöne Fotos zu machen. Dann verabschiedete ich mich noch von denen, die in meiner Nähe standen und ging schweren Herzens nach Hause.

Liebe Grüsse, Yeo

25april11

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3 comments
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  1. Oh, that picture of Marcus and the branch is such a reminder of Thomas….Good job, Marcus, taking care of and having fun with our boy…xo k-j

  2. I feel the same as Knuti-Judi. Thank you Marcus for the extra bit of Knuti love. One day I hope too see Sylvia whom I hear also spoils Knuti with extra attention and goodies. I know Thomas must be smiling as he looks on. Love is all around our Knuti baby.

  3. Marcus and Knuti are buddies. It’s nice to watch.