Die Welt ist rund!
May 14th, 2009 | By mervi | Category: Yeo's zoo reports13.05.2009 – Photos von Viktor
Genau zwei Wochen, aber gefühlte zwei Jahre ist es her, dass ich das letzte Mal im Zoo war.
Wenn man länger nicht da ist, fällt einem richtig auf, wie sich die Natur in dieser Zeit verändert hat. Die schönen Kastanienbäume bei den Alpakas und bei den Zwergflusspferden sind nun verblüht und haben schon winzige Kastanien angesetzt. Dafür blühen die Rhododendren jetzt in wunderbaren Rosa- und Violett-Tönen.
Bei solch schönem Wetter, wie es heute war, waren die Elefanten natürlich schon draußen. Minirüsselchen Ko Raya hält sich zwar immer noch größtenteils in Mutters Nähe auf, guckt aber schon immer öfter, was die Tanten machen.
Als ich bei Knut ankamen, erzählten die Besucher begeistert, wie gut drauf er heute früh schon gewesen sei. Er hatte sich mit seinem Aussie-dog im Wasser vergnügt und eifrig das hereingebissene Loch vergrößert. Außerdem wurde ein Jutesack bespielt. Knut zog ihn sich über den Kopf und spielte Schlossgespenst. Überhaupt hatte er es heute mit dem Verstecken.
Er hielt sich viel im Wasser auf, da wo der Graben eine Kurve macht.
Knut drehte im Graben eine Ehrenrunde, den (oder das?) Aussie-dog im Maul. Dann kletterte er wieder an Land, aber diesmal von hinten. Warum auch nicht, die Welt ist rund.
Im Nachbargehege indessen lehnte Bhumipol auf einem Baumstamm, das faltige Haupt auf die Vorderpfoten gestützt, und sah zu, was der weiße Nachbar da so treibt.
Dann ging es zur Eisbärenfütterung, die heute Frau Weckert machte. Mittwochs ist oft Mäuse-Tag, das heißt, die Eisbären bekommen dann weiße Mäuse. So auch heute. Mit dem Unterschied, dass die weißen Mäuse heute schwarz waren.
Bei Lars ist nun wohl die Zeit der großen Liebe vorbei. Er ist wieder ganz Macho und Herr der Anlage und beansprucht als solcher seine Insel für sich. Die Frauen haben da nichts mehr verloren. Natürlich beansprucht er auch wieder das meiste Fleisch für sich.
Nach der Fütterung der Eisbären wollte ich mir Devi und Sutra anschauen.
Auf der Anlage der beiden sah ich zunächst gar nichts. Eine Besucherin meinte, der Schieber wäre unten. Da sah ich mir den „Schieber” mal genauer an und fand ihn ziemlich pelzig: Sutra hatte ihren Allerwertesten zur Höhle hinausgestreckt. Ich hoffte, dass sie bald ganz herauskäme und ihr Töchterchen mitbringen würde. Aber nein, Madame stand im Höhleneingang wie eine deutsche Eiche.
Also ging ich wieder zurück zu Knut. Der spielte immer noch im Wasser mit seinem Aussie-dog. Im Zoo kann man wirklich in Stress geraten: Knut auf der einen Seite, die anderen Tiere auf der anderen Seite. Ich versuchte es mit dem goldenen Mittelweg: Erst mal eine Zoo-Runde, dann zurück zu Knut.
Da war zum einen das kleine Grevy-Zebra. Das wollte ich natürlich sehen. Es ist sehr niedlich, eine richtige kleine Schönheit.
Heute waren zwei Spitzmaulnashörner auf der Anlage, die aber respektvollen Abstand voneinander hielten. Benita war nicht zu sehen.
Sowohl im Raubtier- als auch im Affenhaus wurde drinnen geputzt, was das Zeug hielt. Deshalb waren bis auf die Flachlandgorillas, die Bonobos und die Orang-Utans alle Affen draußen. Bei den Mantelpavianen saß das dominante Männchen in der Sonne und ließ sich von einem Weibchen das Fell pflegen. Die schien ganz begeistert zu sein von diesem Privileg.
Die Nutrias haben übrigens Junge. Sie sind total niedlich und nicht größer als Meerschweinchen.
Dann ging ich zu den Giraffen. Es gibt ja nun zwei Jungtiere, die wollte ich mir natürlich ansehen! Das ältere Giraffenkind war mit seiner Mutter draußen. Mutter Giraffe ist ein sehr imposantes Tier. Sie kam ganz nah an den Zaun und ließ wachsame Blicke über die Besucher schweifen. Schließlich kann man ja nie wissen!
Das zweite, jüngere Giraffenkind stand abgesondert mit seiner Mutter. Leider konnte ich es aus der Entfernung nicht so gut sehen. Schade. Aber ich konnte immerhin sehen, dass es ein niedliches Giraffenkind ist.
Auf dem Rückweg wollte ich mir die jungen Pekaris anschauen, denn ich hatte sie schon eine Weile nicht mehr gesehen. Auch heute sah ich sie nicht. Dafür sah ich Herrn Grahl, den Reviertierpfleger. Ich fragte ihn, wo denn die Pekaris seien, ich würde sie schon vermissen? Herr Grahl sagte, die Pekaris sind schon eine Weile fort. Sie sind jetzt in Tschechien, im Zoo von Brünn. Nun wissen wir also Bescheid.
Auf dem Weg zu Knut traf ich zwei Besucherinnen, die mir berichteten, dass Knut in meiner Abwesenheit sehr schön gespielt hätte. Er hätte weiterhin sein Aussie-dog bekämpft und mit den Besuchern Ball gespielt. Jetzt allerdings laufe er wieder hin und her.
Aber Knuts Lauferei hielt heute nicht lange an. Er war zwischendurch immer wieder im Wasser.
Nach einer längeren Pause ging ich zur Nasenbärenfütterung. Die machte heute wieder die junge Pflegerin, die zurzeit im Bärenrevier arbeitet. Sie machte die Nasenbärenfütterung sehr schön. Mir fiel heute auf, dass die Nasenbären die weißen Mäuse jetzt nicht sofort verspeisen, sondern erst mal verstecken und dann gucken, was noch so Interessantes in der Kiste ist.
Bei den Braunbären saß Berni heute auf seinem Allerwertesten, die Hinterbeine ausgestreckt, und wartete darauf, dass ihm die Pflegerin etwas in den Schoß warf. Was daneben fiel, wurde zunächst ignoriert. Nur nicht zuviel bewegen! Ruhe ist dem Bären heilig. Aber dem alten Herrn mit seiner Arthrose kann man das schon nachsehen.
Knut indessen jieperte nach seinem Futter, dass ihm dass Wasser im Mund zusammen und auch heraus lief. Er lebte heute auch wieder sehr gut, so wie immer. Fleisch, Fisch, Weintrauben, Birnen, Bananen und ein halbes Rosinenbrot. Zwischendurch wurde Frau Weckert immer noch das eine oder andere Brötchen oder Croissant gereicht, dass dann auch im Bärenmagen verschwand. Den Höhepunkt bildete ein großer Fisch, vielleicht von dem netten Herrn, der mittwochs immer einen Fisch mitbringt? Jedenfalls war der Fisch ein stattlicher Bursche, eben genau das Richtige für einen jungen Bären. Ein kleiner Kürbis rundete das Mahl ab.
Heute war der Zoo wieder sehr gut besucht, vor allem waren viele Schulklassen da. Dementsprechend laut war es auch. Es waren auch wieder sehr viele nette Knutianer da, sowohl Berliner als auch Auswärtige.
Schönes Wetter, nette Leute, viele interessante Tiere und ein aktiver Knut – es war ein rundum gelungener Zoo-Tag.
Liebe Grüsse, Yeo






































Thank you Yeo, I love your report. I wait you can visit the zoo more time this week.
Yeo, thank you for another wonderful report from Berlin! I love to walk with you in the zoo…
Liebe Grüsse von Mervi