Ast- und Blätterschatten auf Knutis Fell
Jun 24th, 2009 | By mervi | Category: Featured articles24.6.2009 von Dumba, Photos von Monika, SpreewaldMarion und Gisela
Zoo Bericht von 8. Juni. Ich setze Euch mal meinen gestern Nacht bei Nurdug hinterlassenen Kommentar hier herein bzw. den Erzählteil davon, weil ich denke, dass der Inhalt vielleicht auch Euch interessieren könnte.
“….Heute Morgen (Mo, 08.06.09) war große Oper vor Knutis Gehege! Ein Kran, ein großer Bau-Gabelstapler, Seile, Ketten, Bretter, lange Baumstämme und vier schwer schuftende Männer. Grund?: Versetzen des “Knuti-Devotionalien-Häuschens”. Die beauftragte Firma hatte sich das alles einfacher vorgestellt: Häuschen oben an drei Seiten an den Haken und mit dem Kran -zack – versetzt. Pustekuchen! Das Häuschen war zu schwer. Zu allem Überfluss verbog sich eine als Hilfsmittel untergeschobene Metallstange so, dass das Häuschen erst einmal völlig fest saß. Die Vier ließen sich jedoch nicht beirren oder entmutigen, und schließlich wurde das Objekt ganz im Stil des Pyramidenbaus in Ägypten versetzt: längs Bretter ausgelegt, darüber quer die Baumstammrollen und der große Gabelstapler zog immer ein Stückchen am ums Häuschen geschlungenen Spezialseil, bis hinten ein bis zwei Baumstämme frei gelegt waren und vorne wieder angesetzt werden konnten. Zum Schluss musste es doch nochmals an den Kranhaken, damit es auf seinem Standplatz in die richtige Position gedreht werden konnte. Jetzt kam noch eine Riesenwasserwaage zum Einsatz, einige Keile wurden untergeschoben, immer unter Kurzeinsatz des Krans zum Anheben und wieder Absetzen. Diese ganze Prozedur dauerte ungefähr 1,5 Stunden.
Jetzt kommt’s: Knuti war erst unten am Wasser und wohl etwas irritiert, er kam aber schließlich hoch und arbeitete sich immer weiter nach vorne auf den Fels vor seinem Sandhaufen. Von dort betrachtete er alles ganz genau, und zwar völlig unerschrocken und entspannt. Er lief gelegentlich weiter nach links in Richtung Malaien, immer alles im Blick behaltend. Dann setzte er sich wieder vor dem Sandhaufen auf, machte Männchen, führte ab und zu eine Tatze zur Nase und zog die zweite nach, legte die Tatzen zusammen, was aussah, als ob er ein Gebet sprechen würde. Gelegentlich erhob er natürlich auch eine oder beide Tatzen über den Kopf und ‘winkte’. Das war alles für die vier Schuftenden gedacht, die aber leider diese voll niedliche Beachtung gar nicht mit bekamen, weil sie so konzentriert arbeiteten.
Das war ein ganz besonderer Morgen, interessant, was die Möglichkeiten bei solchen Tätigkeiten anging, und herzerwärmend, was den interessierten und kuschel-lieben Knuti anging. Er hatte wohl innerlich so sehr mit gewirkt, dass er danach eine ausgiebige Tiefschlafphase benötigte, in der er denn aber auch zum Fressen süß aussah. Er lag zusammengerollt hinter dem ummantelten Eichenbaum, so dass ihn viele Besucher gar nicht sahen, zusätzlich getarnt durch ihn streichelnde, auf ihm tanzende Ast- und Blätterschatten auf seinem Fell. Die üblichen Bemerkungen kamen, wie “faul”, “dreckig”, “langweilig”, “für den interessiert sich doch keiner mehr, der ist doch überhaupt nicht mehr niedlich”.
Aber zwei Männer machten auch richtig nette Bemerkungen. Der eine meinte ganz entspannt “sehr vernünftig bei diesem Wetter!”. Er meinte das Schlafen. Im Wind war es trotz Sonne sehr kalt. Nur wenn einmal sekundenlang Windstille herrschte, war es zwischendurch richtig schön warm. Ein Italiener meinte, nun ja, also kein “orso polare”, sondern ein “orso soliare”, kein Eisbär, sondern ein Sonnenbär – und er meinte dabei eindeutig nicht den nebenan in seiner Höhle schlafenden Bhumipol (Phumiphon?)! Das fand ich richtig nett.
Ach, und eine neue Lesart für den Grund, warum das Häuschen versetzt werden musste, habe ich auch noch serviert bekommen. Ich denke von durchaus seriöser Seite und glaube nicht, dass diese Person mich verkohlen wollte. Es zu glauben, fällt mir dennoch ‘etwas’ schwer. Das soll eine Anweisung vom “Grünflächenamt” gewesen sein, weil das Häuschen das dortige Baumwachstum behinderte!!!???????”
Liebe Grüße
Dumba

































Dear Dumba! i’m so glad to publish your zoo report again! I hope there will be many more!
Hugs from Mervi
Thank you Dumba and photo-aunties!
Hallo Dumba,
ja genau, dieser schöner Bericht gehört einfach auch noch hierher, er hatte mich schon beim ersten Lesen damals beeindruckt. Du weißt, ich liebe Deine “Schreibe”
Grüße von Goldammer