Immer wieder spannend und interessant!

Jun 6th, 2009 | By | Category: Yeo's zoo reports

Photos by Ina T, Doris Webb

5 Juni,

Nachdem ich gestern Abend schon am PC eingeschlafen bin, möchte ich heute mein Versprechen halten und den Zoo-Bericht von gestern nachliefern.

Gestern kam ich kurz nach halb zehn im Zoo an und ging sofort zu Knut. Zur Feier des Tages schlief er ausnahmsweise mal nicht. Knut hockte halb in seiner Höhle. Weil die Höhle zu war, guckte nur noch sein verlängerter Rücken hinten heraus.

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Wir hatten hier in Berlin recht gutes Wetter. Kühl, aber überwiegend trocken und immer wieder Sonne dazwischen. Wegen des Wetters wollte Knut sicher nicht in seine Höhle. Vielmehr schien sich im Bärenhof etwas Interessantes abzuspielen. Die Bären haben ja gestern wieder eine größere Menge leckerer Dinge geschenkt bekommen. Sicher roch Knut all die feinen Sachen.

Wir gingen dann zur Fütterung der großen Eisbären. Auf der Anlage der Großen fehlte gestern Katjuscha. Die lag allein auf der kleinen Anlage. Als dann Frau Weckert zum Füttern kam, hatte sie wieder zwei gut gefüllte Eimer dabei. Nancy und Tosca standen Lars beim Fressen in nichts nach. Alle wurden bekamen einen gerechten Anteil.

Gestern hatten wir ja nun nicht nur eins, sondern gleich zwei Geburtstagskinder. Das erste war natürlich Knut, der wurde bekanntlich zweieinhalb. Das andere war SpreewaldMarion.So ein Doppelgeburtstag musste natürlich in der Waldschänke entsprechend gefeiert werden. Wir machten eine ausgedehnte Pause, in der Marion für unser leibliches Wohl sorgte. Zu gern hätten wir das andere Geburtstagskind in unserem Kreis willkommen geheißen. Aber das ging leider irgendwie nicht.

Als wir dann die Waldschänke verließen, sahen wir Frau Weckert von Knuts Anlage her kommen. Wir erfuhren, dass sie Knut einen großen Ast gebracht und auch mit ihm gespielt hat. Als wir bei Knut eintrafen, kämpfte er immer noch mit dem Ast, hatte ihn aber schon kräftig benagt.

Jemand schlug vor, dass wir doch zum Streichelzoo gehen könnten. Dort gäbe es die beiden Alpakas, es wäre doch nett, die mal streicheln zu dürfen. Gesagt, getan. Leider waren die Alpakas aber nicht mehr dort, wie uns ein netter, junger Pfleger sagte. Sie waren vor kurzem in einen kleinen Privatzoo abgegeben worden. Das war natürlich schade.

Aber es gab viele kleine Ziegenlämmchen, das war auch toll. Zur Zeit sind im Streichelzoo mehrere kleine schwarze Ziegen, die gerade ihre Hörnchen bekommen. Sie sehen aus wie kleine Teufelchen. Wir wollten sie gern mit dem Automatenfutter füttern. Allerdings gab es dabei eine Schwierigkeit: Kaum hatte jemand ein 10-Cent-Stück in den Automaten gesteckt, kam auch schon ein großer Ziegenbock und steckte seine Nase in die Öffnung und schleckerte das Futter heraus. So war das aber nicht gedacht! Jedenfalls hatten wir buchstäblich alle Hände voll zu tun, um auch die Kleinen füttern zu können.

Dann gingen wir zu den Lippenbären. Unterwegs kamen wir bei den Volieren vorbei. Wir Berliner sind durch die vielen Zoo-Besuche wahrscheinlich schon etwas „betriebsblind”.Aber den auswärtigen Knutianern fiel auf, dass es wunderschöne Vögel im Zoo gibt. So gibt es zum Beispiel einen australischen Vogel mit Namen Jägerliest oder auch Lachender Hans. Diese Vögel haben ein sehr dichtes und plüschiges Gefieder. Man möchte sie knuddeln, was bei Vögeln ja nun überhaupt nicht geht. Dann gingen wir zu Devi und Sutra. Leider gab es da nicht sehr viel zu sehen. Nur zwei schwarze, puschelige Hinterteile. Die Köpfe steckten in der Höhle.

Dann gingen wir in Richtung Spitzmaulnashörner und Benita. Wir hatten Glück. Ine und ihr Sohn Kito waren heute draußen. Kito ist nun fast ein Großer. Auch sein Horn ist schon sehr respektabel, reicht aber noch lange nicht an die mächtigen Hörner seiner Mutter heran. Kito stand im Graben und kaute an einem Ast, der länger war als er selbst.

Die Berlin-Besucher wollten gern Benita sehen. Wir Berliner wollten sie auch sehen. Und weil fragen nichts kostet, fragten wir Herrn Messinger, ob wir Benita sehen dürften? Herr Messinger erklärte uns freundlich, dass Benita nun nicht mehr in ihrem „Kinderzimmer” sei. Sie sei zusammen mit ihrer Mutter auf der Ameisenbären-Anlage.
Na bitte! Aus Bärchen werden Bären. Wir gingen also hin. Leider sahen wir aber nur die Mutter. Benita hatte sich unsichtbar gemacht. Schade. Vielleicht beim nächsten Mal.

Dann ging es auf vielfachen Wunsch zum Raubtierhaus. Paule war gestern draußen. Seine Frauen und auch das junge Paar waren in ihren Käfigen. Wir besuchten das Nachttierhaus. Das Plumplori-Weibchen saß auf einem Zweig und kratzte sich langsam und genüsslich überall, wo sie hinkam. Unser Besuch beeindruckte sie nicht im Mindesten. Ihr Mann war da schon neugieriger. Er kam langsam aber sicher an die Scheibe und guckte uns mit seinen schönen, riesigen Augen an.

Das Fingertier Mario sahen wir nicht. Zwar war seine Anlage mit Futter bestückt. Aber Mario selbst sahen wir nicht. Sicher spielte er einfach Verstecken mit uns. Als wir wieder ans Tageslicht kamen, wurden die beiden Sandkatzen bestaunt und wegen ihrer Schönheit bewundert. Mutter Ringelschwanz-Mungo hatte ihr Junges beim Wickel und balgte mit ihm herum. Das Junge ist nun schon fast so groß wie die Mutter.

Die Erdmännchen waren wieder sehenswert. Fast die ganze Familie war draußen. Sogar das ganz Kleine. Allerdings nur kurz, dann verzog es sich wieder zu seiner Mutter, die in der Höhle unter einer Rotlichtlampe lag wie im Solarium.
Als wir dann draußen waren und BaoBao beim Schlafen auf der Bank bewundert hatten, bemerkten wir mit Erschrecken, dass es ja schon kurz vor zwei war! Wir machten uns also schnell auf dem Weg zu Knut, um noch einen guten Platz zu bekommen. Das war auch gut so, denn vor Knuts Anlage steppte heute der Bär. Immer mehr Leute kamen herbei. Es wurden so viele, dass ich sogar die Nasenbären-Fütterung schwänzte, um einen leidlich guten Platz bei Knut zu behalten. Vorher hatte ich einen wirklich guten Platz, trat den aber an einen auswärtigen Besucher ab.

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Knut bekam gestern wieder sehr viel Futter. Es hörte fast gar nicht mehr auf. Zu dem Futter vom Zoo gab es einige Croissants, ein Rosinenbrot, einen Lachs und als krönenden Abschluss einen kleinen Kürbis. Außerdem bekam er noch einen schönen, neuen Jutesack, dieses Mal in grün und wieder mit seinem Namen darauf. Knut nahm ihn gleich in Besitz und schleppte ihn nach oben auf seine Anlage.

Nach der Fütterung von Knut zerstreuten sich die Besucher allmählich und auch die Knutianer gingen in kleinen Gruppen durch den Zoo. Ich drehte zusammen mit Bärbel und Ingrid noch eine Bärenrunde, um uns Devi und Sutra nochmals anzuschauen. Devi rangelte und balgte sich mit ihrer Mutter herum, die ihr aber immer wieder mal die Zähne zeigte.

Die großen Eisbären waren vorn an der Scheibe und schnorpsten Wallnüsse. Nanu, waren die etwa noch vom Frühstück übrig geblieben? Aber nein. Es fand nur gerade eine Zoo-Führung für eine Kindergruppe statt. Eine Betreuerin hatte einen Eimer mit Nüssen dabei und die Kinder durften sie über die Glasscheibe zu den Eisbären werfen, was sie natürlich begeistert taten.

Ich dachte sofort wieder an Herrn Dörflein, der Kindern solche Dinge auch hin und wieder ermöglichte. Die Kinder waren jedes Mal sehr erfreut über diese Gelegenheit.

Schließlich wurde es Zeit, den Zoo zu verlassen, um zu Joes zu gehen und dort Knuts 30-Monats-Geburtstag und unsere Knut-Gemeinschaft zu feiern.

6 Juni

Heute hatte ich unverhofft noch mal ein kleines „Zeitfenster” für den Zoo. Ich kam gegen 13.45 Uhr im Zoo an. Vor Knuts Anlage standen schon wieder viele Besucher und warteten auf seine Fütterung. Knut machte einen aufgeregten Eindruck, er rannte gerade zu hin und her. Ich wollte mir allerdings heute wieder die Nasenbärenfütterung ansehen.

Als Frau Weckert mit dem Futter kam, sprangen die Nasenbären an ihr hoch und rissen ihr förmlich die Mäuse aus den Händen. Zur Futterschüssel allerdings kamen nur drei. Aber die tobten wie die Wilden darin herum und fauchten sich an. Die anderen drei waren nicht zu sehen. Frau Weckert meinte, die seien sicher noch in den Büschen mit ihren Mäusen beschäftigt.

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Bei Knut war es nun sehr voll. Ich versuchte gar nicht erst, einen Platz vorm Gitter zu finden, sondern stellte mich in die Nähe des Andenkenhäuschens. Komisch, nun habe ich Knuts Fütterung schon so oft gesehen, aber immer wieder ist es spannend und interessant.

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Nach der Fütterung von Knut wollte ich eigentlich gehen. Aber ich kam nicht weit. Herr Fritzmann war nämlich auf der Anlage der Zwergflusspferde und fütterte Debby und ihren „Zwerg-Zwerg”. Die Zwergflusspferde bekamen wieder Gras auf den Kopf, einige Stücke Brot ins Maul und ein paar freundliche Klapse auf ihre Allerwertesten. Weil man ja meist bei Knut ist, sieht man das viel zu selten. Jedenfalls freute ich mich, das heute auch noch mit zu erleben.

Liebe Grüsse, Yeo

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2 comments
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  1. Aw…Knuti is growing so big! He’s a hulking young bear and so handsome. Lars and Tosca must be proud of him. Not to mention his hundreds/thousands of mommas and aunties and uncles around the world. We are beaming with pride. Daddy Thomas must be smiling. Wish we could see you Thomas but we know you are here.

  2. Hi Yeo,

    Thank you Yeo, you always give such delightful, detailed zoo reports that I feel I am walking through the zoo with you. It seems that Mrs. Weckert and TD’s charges (nose bears and other bears, Knuti, wolves) are good friends now.

    Hugs,
    Sarsam