Mittwochslachs und Kürbis

Sep 17th, 2009 | By | Category: News and reports from Scandinavia

16.9.2009 – Photos von SylviaMicky und Hartmuth

Heute war ich wieder im Zoo, zwar immer noch auf Umwegen, aber doch ziemlich zügig. Aber statt zu Knut ging ich erstmal in die Zoo-Verwaltung, meine Zoo-Card verlängern lassen. Weil die Dame in der Verwaltung so nett war, mich zum Hinterausgang hinaus zu lassen, schlug ich heute mal einen anderen Weg ein.

Statt vorn herum, ging ich hinten beim Elefantenbullen Victor vorbei. Heute früh war er aber allein, keine seiner Damen war bei ihm. Die standen vorn auf der Anlage und puderten sich mit Sand.

In der Nähe der Biber-Anlage wird gebaut. Also gab es dort nichts zu sehen. Aber bei den Affen gab es etwas zu sehen. Und noch mehr zu hören! Ivo und seine Damen hatten Futter bekommen und auch die Orang-Utans waren beim Frühstücken. Aber irgendjemand schrie trotzdem ganz fürchterlich in den höchsten Tönen. Sicher hat man es durch halb Berlin gehört. Ich ging dem Geschrei nach und entdeckte ein Schimpansenweibchen. Sie hockte oben in einem der Kletterbäume und hatte die Hände voller Möhren. Trotzdem schrie sie ohrenbetäubend. Die anderen Schimpansen waren in der Höhle und schrieen von dort aus zurück. Weil ich leider nicht verstand, worum es ging, setzte ich meinen Weg fort.

Im Raubtierhaus war es um diese Zeit noch angenehm ruhig und leer. Jazira war allein draußen. Aru und Aketi sowie auch Paule und Amira waren drinnen. Die vier Löwen betrachteten mich aufmerksam aus ihren schönen Augen betrachteten. Vielleicht fanden sie mich interessant. Vielleicht auch nur appetitlich. Heute betrachtete ich auch mal eingehend den Tiger und freute mich über sein schönes Fell. Er wiederum betrachtete mich nicht, sondern schlief.

Bei den Seehunden waren heute die beiden kleinen Mädchen Mandy und Hilde draußen. Leider kann ich sie nicht auseinander halten. Aber sie planschten lebhaft im Wasser herum. Der kleine Yak ist wohlauf und kuschelte mit seinen Halbgeschwistern.

Als ich zu Knuts Gehege kam, erschrak ich. Was machte der Braunbär auf Knuts Anlage? Dann erkannte ich, dass es Knut war. Aber ein fürchterlich schwarzer Knut. Ich staunte darüber, wie viel Dreck auf dem Bären Platz hat. Aber es schien noch nicht genug zu sein, denn er wälzte sich weiter in seiner Kuhle. Schließlich galt es ja, auch die letzten weißen Stellen an seinem Körper schwarz zu schminken.

Heute hatte ich einen kleinen Kürbis dabei, der mit der Zeit ein ziemliches Gewicht entwickelte und den ich gern bei der Eisbärenfütterung loswerden wollte. Die Fütterung machte heute Herr Röbke. Ich freute mich darüber, denn ich hatte ihn schon eine Weile nicht mehr gesehen. Die Fütterung war wieder schön, aber die Damen waren heute nicht sehr hungrig. So ging wieder viel an Lars. Es gab auch wieder Mäuse zum Dessert.

Mit dem Kürbis wurde ich auch einige Fragen an Herrn Röbke los. Mich interessierte natürlich, wie es Gianna gehe und wann sie mit Knut zusammen dürfe. Herr Röbke sagte, dass Gianna nun gut drauf sei und auch gut fresse. Man werde sie mit Knut zusammen lassen, wenn die Pfleger den Eindruck hätten, dass man es tun könne und dass Gianna sich eingewöhnt hätte. Einen genauen Termin könne man allerdings noch nicht nennen.

Weil heute auch wieder lauter Baulärm zu hören war, fragte ich, was dort gebaut wird. Herr Röbke erklärte, dass der Zaun vom Bärenhof neu gezogen wird. Aha. Das wird ja auch mal ein Ende haben. Ich bedankte mich und ging wieder zu Knut. Der hatte es sich hinter seinem Baumstamm bequem gemacht. Gelegentlich guckte irgendein rabenschwarzes Körperteil hervor.

Heute war ich mit einer Knutfreundin verabredet. Als sie eintraf, schlug ich nochmals die Bärenrunde vor. Von Devi sahen wir nichts, von Sutra nur den Allerwertesten, der aus der Höhle hervorschaute.
Bei den großen Eisbären hatten wir gerade eine Plauderei mit einer Besucherin begonnen, als etwas Besonders geschah. Zwischen dem Gebüsch links neben der Eisbärenanlage tauchte Herr Röbke mit einem riesigen Kürbis auf. Den warf er zu den Eisbären ins Wasser.

Die Bären kamen langsam herbei geschwommen. Sie waren neugierig, was da ins Wasser gefallen war. Lars war als Erster dabei und holte sich den Kürbis. Wenn ich sage, dass Lars eine große Klappe hat, ist das keine Beleidigung. Der Kürbis war wirklich ein Riesen-Apparat. Lars nahm ihn mühelos ins Maul und trug ihn an Land. Dort begann er, ihn zu bearbeiten und zu benagen.

Lars erwies sich wieder als echter Macho. Er beanspruchte den ganzen Kürbis für sich und ließ seine Frauen nicht heran. Lediglich die abgefallenen Brocken und die „Innereien” überließ er den Damen. Aber man muss ihm auch zugute halten, dass er nicht böse wurde. Er trug den Kürbis lediglich immer wieder in eine andere Ecke, wenn ihm eine der Bärinnen zu nahe kam. Sie waren in ihrem Bemühen um den Kürbis auch nur sehr halbherzig.
Lediglich Katjuscha traute sich heran und fing an, den Kürbis, der nur mehr noch eine Schale war, von der anderen Seite zu benagen. Lars honorierte das mit einem sanften Nasenstüber und trug den Kürbis wieder weiter. Als er dann endlich satt war, ließ er den Rest liegen. Plötzlich benahmen sich die Damen gar nicht mehr ladylike. Zwischen Tosca und Nancy gab es Zoff mit Brüllen und Beißen. Aber der Streit war schnell vorbei und Tosca trug den Sieg und das Kürbisstück davon. Lars indessen versuchte etwas bei Katjuscha. Er biß ihr zärtlich ins Ohr und wollte nicht loslassen. Katjuscha zeigte ihm, was sie davon hielt, nämlich gar nichts. Als Lars schließlich einsah, dass wirklich nichts ging, zog er resigniert von dannen.

Wir zogen auch von dannen und zwar zu den Dromedaren. Die Dromedar-Dame ist immer noch trächtig und inzwischen kugelrund. Das kleine Dromedar trank an seiner Mutter. Es sieht immer noch sehr niedlich aus, ist aber schon ziemlich groß.

Wenn man allein unterwegs ist, hat das den Vorteil, dass man mehr Tiere sieht und auch mehr beschreiben kann. Wenn man Gesellschaft hat, kommt man nicht so viel zum Herumlaufen, dafür aber mehr zum Sitzen und Plaudern. Das ist aber auch immer wieder sehr schön.

Ehe es wir uns versahen, war schon wieder die Zeit für die Fütterung von Knut gekommen. Heute war es wieder sehr voll. Neben vielen bekannten Berliner Knut-Freunden waren auch viele Touristen gekommen. Leider waren auch einige merkwürdige Leute da, wie so oft. Die Fütterung von Knut machte Herr Röbke. Er machte Knut wie immer tüchtig Bewegung und warf vieles an Obst und Gemüse weit auf die Anlage. Ich staunte wieder, wie genau Knut die verschiedenen Dinge, die er zu essen bekommt, unterscheiden kann. Salat wird ignoriert, auch wenn er ihm fast an den Kopf fliegt. Für Rosinenbrot, Weintrauben, Fleisch und den schönen Mittwochslachs, den es heute wieder gab, springt Knut sofort ins Wasser. Einen kleinen Kürbis gab es übrigens auch noch als Nachspeise. Allerdings nicht meinen, den bekommt er morgen.

Nach dem Bärenmahl ging ich nochmals die Bärenrunde. Diesmal in der Hoffnung, Devi und Sutra zu sehen. Meine Hoffnung wurde belohnt – beide waren draußen. Devi ist nun schon so groß, dass sie ihre Mutter fast erreicht hat. Sie hat auch schon fast so dichtes Fell, ist aber viel lebhafter und frecher. Ständig turnt sie auf den Bäumen herum, keiner ist ihr zu hoch.

Schließlich wurde es leider wieder Zeit, den Zoo zu verlassen. Aber es war ein sehr schöner Zoo-Besuch bei schönem Wetter und in netter Gesellschaft.

Liebe Grüsse von Yeo

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5 comments
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  1. Dear Yeo!

    Thank you once again for a wonderfu report – so entertaining and informative!

    Hugs from Mervi

  2. Dear Yeo, every time when I read your report, I suffer of “Sehnsucht” to Berlin. But neverhteless, many thanks for taking me with you through Zoo Berlin.
    Hugs,
    Patricia

  3. Yeo,

    Thank you for your faithful reports! Hallo to you, dear lady! xo k-j

  4. Liebe Yeo!

    Was wäre unseres Knutwelt ohne Dich. Deine Berichten sind immer so voll von Erlebnisse, Freude, Humor und Information. Fur uns Auswärtigen sind Deine berichten wie täglisches Brot.

    Danke, Danke, Danke

    Teddybärenmutti

  5. Dear Yeo thank you, your report also give me longings of Berlin.