Da fuhr Knut aber hoch und knurrte!
Nov 1st, 2009 | By mervi | Category: Yeo's zoo reports31.10.2009 – Photos by Doris Webb
Wenn man nach einer Woche Arbeit nur einen Tag frei hat, so hat man theoretisch genug im Haushalt zu tun. Andererseits hatte ich mir auch etwas Erholung verdient. Deshalb überredete ich meinen Mann, dass er dringend in Zoo-Nähe was zu erledigen hätte und mich dort bitte für zwei Stunden absetzen solle. Ihm fiel auch glatt was ein und so konnte ich um halb elf meinen Zoo-Besuch beginnen.
Heute hatten wir hier in Berlin das allerschönste Herbstwetter. Die Sonne schien und von den Bäumen im Zoo rieselten die Blätter und bildeten einen bunten Teppich. Das Laub, das noch auf den Bäumen ist, leuchtet in prächtigen Gelb- und Rottönen. Der Zoo ist eine wunderbare Oase zu Seele baumeln lassen.
Als ich bei Knut eintraf, bot sich das inzwischen gewohnte Bild: Gianna wanderte auf der Anlage herum. Knut lag auf seinem Sandhaufen und döste. Von Zeit zu Zeit blickte er auf, um zu schauen, was die Herzdame wohl macht. Die interessierte sich sehr für den Eingang der Höhle. Immer wieder ging sie schauen, ob sie vielleicht schon hinein könne. Dabei hatte Knut sich doch extra für Gianna schön gemacht! Er trug ein schickes Muster auf dem Hintern im Art-deco-Stil. Sicher habt Ihr das schon gesehen, es gibt ja bereits Fotos davon.

Aus Gewohnheit drehte ich die Bären-Runde, obwohl es da nicht mehr so viel zu sehen gibt. Zwar waren die Braunbären draußen und genossen sichtlich das schöne Wetter. Aber die Wölfe waren nicht zu sehen. Der Anblick der verlassenen Eisbärenanlage stimmte geradezu traurig. Bei meinem letzten Besuch in der vorigen Woche waren noch die drei Bärinnen draußen. Nun sind sie eingeschlossen und Lars ist fort…
Auch Devi und Sutra waren drinnen. Einzig Jürgen saß auf einem Baumstamm, das Gesicht zur Sonne und hing dort ab, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Nyala-Familie stand einträchtig beieinander, es sieht aus, als ob sie sich gut verstehen.
Dann schaute ich mal nach der Dromedar-Mama. Sie ist immer noch kugelrund. Das Junge sollte doch schon im August kommen. Aber weiß man schon, in welchem Jahr?
Die Tapir-Familie war heute draußen und auch sehr gut zu sehen. Maja ist schon ziemlich groß und hat ihre Mutter Ronja fast eingeholt. Aber durch das braune Fell und die feinen, weißen Streifen darauf ist sie immer noch als Jungtier zu erkennen.
Dann ging ich wieder zurück zu Knut. Der lag immer noch auf seinem Sandhaufen und war entschlossen, sich nicht stören zu lassen. Weder von Gianna noch von den Besuchern. Richtig so.

Eine Besucherin erzählte mir, dass es im Affenhaus ein neugeborenes Bonobo-Junges gäbe, dass einfach allerliebst sei. Das wollte ich mir natürlich ansehen. Außerdem hatte ich gehört, dass nun Chiaras Nachwuchs zu besichtigen sei.
Ich machte mich also auf den Weg, zuerst zum Raubtierhaus, denn Ordnung muss sein.Warum bei diesem schönen Wetter die Löwen drinnen waren, konnte ich mir auch nicht erklären. Aber wenigstens schliefen sie seelenruhig.
Im Raubtierhaus wurde schon für die Halloween-Party gerüstet. Gleich am Eingang, noch vor dem Fahrstuhl, waren drei lange Tische aufgestellt. Vielleicht sollten die Kinder irgendetwas modellieren, dass hinterher gebrannt werden sollte, denn es standen mehrere kleine elektrische Öfen herum. Jedenfalls wuselten schon jede Menge kleine Kinder, teils in Kostümen, um die Tische herum. Überhaupt begegneten mir heute im Zoo vielerlei Geister, Skelette, Zauberer und Teufelchen. Kleine, aber auch große.
Dann ging ich weiter zum Affenhaus. Bei den Schimpansen war der Affe los und das im wahrsten Sinne des Wortes. Pedro war über irgendetwas mächtig erbost. Er tobte durch die Innenanlage und schrie seine Frauen an. Die schrieen mit gefletschten Zähnen zurück. Dann ging´s los – hektisch übern Ecktisch. Pedro rannte vor Wut mit dem Kopf gegen die Glasscheibe. Er nahm die Holzwolle, mit der der Boden ausgelegt war, und fuhrwerkte wie ein Berserker damit herum. So schnell, wie es anfing, war es aber auch vorbei. Pedro setzte sich friedlich an die Scheibe, neben sich einen Berg Holzwolle.
Heute sah ich nun endlich Bini mit ihrem Kind. Sie saß friedlich auf dem Brett und hatte ihr Baby zärtlich im Arm. Sie hatte sich schön gemacht und sich einen Sack um den Kopf gehängt. Damit hatte sie etwas von einer Madonna. Allerdings einer von der affigen Sorte.
Bei den Gorillas zeigte Mpenzi, wie man elegant und easy abhängen kann, indem man sich mit einer Hand am Deckengitter festhält und mit der anderen eine Möhre hält. Dann kam Djambala und zog Mpenzi am Fuß herunter. Schnell brachte sie sich vor der fuchtsteufelswilden Mpenzi in Sicherheit.
Dann sah ich endlich den kleinen Bonobo. So etwas Winziges! Seine Mama lag auf dem Rücken und säugte ihn. Er war so klein, dass ihre Hand ihn fast ganz bedeckte. Oder ist es eine Sie? In der Zeitung stand ja wohl so etwas, aber sehen konnte ich noch nichts.Jedenfalls finde ich das kleine Äffchen total entzückend und die Zärtlichkeit zwischen Mutter und Kind einfach rührend.
Bevor ich wieder zu Knut zurückging, drehte ich noch eine Runde an der Elefantenanlage vorbei. Die kleine Ko-Raya war heute sehr niedlich. Sie wollte immerzu mit ihrer Mutter schmusen und betupfte sie mit ihrem kleinen Rüssel. Phang Pha begriff, worum es ging und ließ ihre Tochter trinken.

Dann war ich wieder bei Knut. Unser Liebling schlief tief und fest und zeigte uns seine sandigen Fußsohlen. Aber nicht lange. Gianna kam angewandert und stieß ihn mit der Nase an. Da fuhr Knut aber hoch und knurrte! Wie kann Gianna es auch wagen, ihn beim Schlafen zu stören! Bei seiner Lieblingsbeschäftigung! Jedenfalls lässt er sich nicht mehr alles gefallen.
Gern wäre ich noch länger im Zoo geblieben, es war dort heute besonders schön. So ein völlig ungeplanter Zoo-Besuch ist doch auch was wert, auch wenn er nur kurz war.
Liebe Grüsse von Yeo






























Dear Yeo,
You really deserved a visit in the zoo after working so hard! Thank you for sharing your autumn impressions with us!
Hugs from Mervi
Liebe Yeo,
Deine Zoobericht lassen nichts aus. Man hat immer das Gefühl, man geht mit Dir. Vielen Dank für den wieder so interessanten und detaillierten Bericht. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.
Hugs, caren
Hallo Yeo!
Schön wieder Deinen Bericht zu lesen. Ich habe einen virtuellen Rundgang mit Dir genossen.
Liebe Grüsse
Hallo, Yeo!
Thanks, as always, for your wonderful zoo report! xo k-j