Wir waren baff!
Nov 7th, 2009 | By mervi | Category: News and reports from Scandinavia6.11.2009 – Photos by Monika
Das Wetter heute früh sah zwar noch nicht so viel versprechend aus, aber ich hoffte das Beste und fuhr in den Zoo. Wegen des bunten Herbstlaubs ist es zurzeit dort wunderschön, manche Ecken sehen richtig verwunschen und märchenhaft aus. Ich liebe es, zuzusehen, wenn das Laub herunter fällt – vor allem, weil ich dort nicht harken muss.
Knut und Gianna hatten es sich auf der Anlage gemütlich gemacht und den Besuchern ignorant den Rücken zugedreht. Beide guckten Malaien-TV. Aus Nostalgie und alter Gewohnheit drehte ich die Bärenrunde, obwohl es da nicht mehr viel zu drehen gibt. Nicht mal Devi und Sutra waren zu sehen. Die Klappe war zu. Aber wenigstens hatte ich eines der Wolfsmädchen gesehen. Es sieht sehr niedlich aus und wird wohl von den beiden männlichen Wölfen akzeptiert. Die andere Wölfin ist immer noch in der Höhle.


Dafür war die Nyala-Familie komplett zu sehen. Die Dromedar-Dame ist noch immer schwanger.
Ich ging zum Raubtierhaus, um zu schauen, wie es den jungen Kätzchen geht. Das kleine Ozelot-Kind und seine Mutter waren noch in der Wurfhöhle. Man konnte das Kleine aber schon gut sehen.
Chiaras Kinder waren da schon mutiger. Als die Mutter den Käfig betrat, wollten die Kleinen ihr folgen. Nicht so ganz, aber halb. Das heißt, die Köpfe guckten zur Tür heraus. Den Hintern sah man auf dem Monitor. Aber geteilte Katzen sind in dem Fall trotzdem ganze Katzen und ich freute mich, dass es den beiden so gut geht und sie so munter und neugierig sind.
Dann ging ich zu den Affen. Die Orang-Utan-Youngster Satu und Djasinga tobten wie die Wilden an den Seilen herum und versuchten, den gutmütigen Enche zu ärgern. Der ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Eben so wenig ließ sich Bini mit ihrem Kind stören. Sie saß oben auf einem Brett, ihr Kind fest im Arm und den geliebten Jutesack modisch um den Kopf drapiert.
Bei den Bonobos hingegen war der Affe los. Der kleine Kivu wurde von seiner Mutter entgegen seinem erklärten Willen heftigst geknuddelt. Kivo schrie und wehrte sich mit Händen und Füßen gegen die Affenliebe seiner Mutter. Aber die schleuderte ihren schreienden Sohn an den Beinen herum und herzte ihn weiter. Da ging die andere, frischgebackene Bonobo-Mutter wesentlich liebevoller mit ihrem Kind um. Ganz still lag sie auf dem Rücken, ihr Baby zärtlich im Arm.
Kurz vor der Fütterung hatten sich schon wieder viele Leute vor Knuts und Giannas Gehege versammelt. Die beiden spielten heute wieder das gleiche Spiel wie so oft: Aufeinander zu gehen, dann das Ausweichen von Knut. Hinter Giannas Rücken dann ein Scheinangriff. Ich musste an die Redewendung vom gehorsamen Ehemann denken, der aber ganz schön frech unter der Teppichkante vorguckt.

Dann begann Knut wieder zu laufen. Seit Gianna da ist, läuft Knut ja nur noch kurze Zeit vor dem Essen. Gianna kontrollierte immer wieder, ob die Höhle endlich offen ist. Als dann der Schieber endlich hochgezogen wurde, drehte Knut sich blitzschnell um und rannte in die Höhle! Wir waren baff. Das war doch Giannas Part! Gianna fand das auch.
Immer wieder rannte sie zum Schieber und wummerte mit Schmackes dagegen.
Nichts geschah, die Höhle blieb zu und die irritierte Gianna draußen. Das kann ja wohl nicht wahr sein! Jetzt macht es sich der Typ es in ihrer Höhle gemütlich und futtert noch ihre Leckereien!
Aber wenigstens da konnte Gianna geholfen werden. Die Pfleger mit dem Futter waren nämlich inzwischen angekommen. Sie guckten zwar ein bisschen verblüfft, gaben Gianna aber Knuts Futter und auch einen wunderschönen Lachs, eben den, der sonst immer mittwochs kommt. Damit machte sie aber nicht viel Federlesens. Aber Äpfel lässt sie ebenso liegen wie Knut es macht. Und weil nun heute kein Knut draußen war, mit dem man sich um den Kürbis zanken konnte, wurde auch der zunächst ignoriert.
Mich interessierte die Frage, ob Knuts Verschwinden in der Höhle Zufall oder Absicht war? Es war Zufall, erklärte der junge Pfleger. Wer zuerst in der Höhle ist, der ist eben drin. Der andere bleibt draußen. Heute war das eben mal Gianna.

Wir warteten gespannt, was passieren würde, wenn Knut wieder ´rauskäme. Würde Gianna ihm eine knallen, weil er ihr Etablissement gestürmt hatte? Würde er sich das gefallen lassen? Dann ging wieder der Schieber hoch und Gianna rannte in die Höhle. Vergeblich wartete ich, dass Knut wieder herauskäme. Aber nichts geschah. Der Schieber blieb unten und die Höhle zu.
Wie es mit den beiden weiterging, kann ich leider nicht mehr sagen. Ich bin dann nämlich nach Hause gegangen. Aber sicher kann noch jemand weiter berichten.
Liebe Grüße
Yeo






























Dear Yeo,
What a great pleasure it was again to walk with you in the Bärlin Zoo! Our bears always manage to take us by surprise. It’s obvious that the pumpkin doesn’t taste so good when there’s not ‘battle’ of it
Hugs from Mervi