Eine schöne winterliche Atmospäre
Jan 7th, 2010 | By mervi | Category: News and reports from Scandinavia6.1.2010 – Photos by Doris Webb
Vor dem heutigen Zoo-Besuch wurde ich von allen Seiten gewarnt. Eiseskälte, Schneestürme, ausfallende Züge und ewige Wartezeiten auf den Bahnhöfen würden mich erwarten. Zum Glück ließ ich mich davon nicht abschrecken. Denn nach einer fast reibungslosen Hinfahrt erwartete mich ein märchenhaft schöner Zoo. Zwar war es ziemlich kalt, aber warm eingepackt ließ es sich aushalten. Es schneite leicht. Gerade so viel für eine schöne winterliche Atmosphäre.

Ich ging heute mal einen anderen Weg. Nicht direkt zu Knut, sondern erstmal zum Bärentor, um dort diskret ein Weißbrot anzuhängen. Das war eine gute Idee. Denn von dort aus sah ich einige Leute, die sich über die Mauer des Eisbärengeheges lehnten und dort eifrig fotografierten. Ich fragte eine Dame, was es denn da Schönes zu knipsen gäbe? Sie meinte, in der Ecke säße ein Eisbär. Und da hinten seien noch zwei andere!
Nanu? Sollten denn die Eisbären-Damen schon draußen sein? Ein Mitarbeiter der Gärtner-Truppe meinte, die Bärinnen seien gestern schon raus gekommen.
Die Eisbärin in der Ecke war übrigens Nancy. Katjuscha lag platt im Höhleneingang. Tosca stand vorn auf den Felsen. Leider schaukelte sie wieder viel hin und her. Zoo-Besucher, die vor mir da waren, berichteten, dass die drei Bärinnen heute einander gar nicht leiden mochten. Sie fauchten einander ständig an. Sicher merken sie auch, dass etwas nicht stimmt und Lars nicht mehr da ist.
Wir warteten auf die Eisbärenfütterung und die Eisbärinnen warteten auch. Allerdings bekamen sie heute nichts. Zumindest nicht sichtbar. Wir erfuhren später, dass sie zunächst erstmal hinter den Kulissen gefüttert werden. Auffällig war auch, dass die drei heute viel sauberer waren als im letzten Jahr, besonders Tosca sah sehr schön aus.


Wir gingen dann wieder zu Knut und Gianna. Die beiden waren im Wasser und tobten dort wie die Wilden. Gianna fand Knuts lädiertes Surfbrett und wollte es unbedingt an Land bringen. Das war gar nicht so einfach auf den vereisten Steinen! Aber Gianna ist klug und geschickt. Sie nahm das Brett zwischen die Zähne und legte es oben auf die Felsen. Dann kletterte sie selbst hinauf. Als das Brett ins Rutschen kam, hielt sie es schnell mit der Tatze fest. Dann schleppte sie das Brett weg. Knut blickte ihr ungläubig hinterher. Dieses Mädel hat vor nichts Respekt! Nicht mal vor den Geschenken, die er von seinem geliebten Ziehpapa bekommen hat! Wo soll das noch hinführen?
Natürlich wurde auch wieder viel geschmust und gekuschelt und gemeinsam im Wasser getobt. Gianna ist im Wasser wesentlich lebhafter als Knut. Sie macht Sprünge und Bauchklatscher aus reinem Übermut. Es ist eine Freude, ihr zuzusehen.
So beförderte Gianna die „Drei-Kugel-Pflanze” ans Tageslicht und spielte damit im Wasser. Also Gianna auch das Nackthuhn beim Wickel hatte, wollte Knut es auch haben. Ein Tauziehen begann, bei dem Gianna als Sieger hervor ging. Knut fand indessen, dass ein Fichtennadelbad auch etwas Schönes ist und warf seinen Weihnachtsbaum ins Wasser.
Während die Bären Schnee und Kälte sichtlich genossen, froren wir Besucher fast am Boden fest. Deshalb drehten wir zwischendurch eine Zoo-Runde. Bei den Wölfen waren nur die beiden Männer draußen, die Mädels waren nicht zu sehen.
Ähnlich gut drauf wie Knut und Gianna waren auch die Seelöwen. Jeder Besucher wurde von der ganzen Herde neugierig begutachtet. Als Enzo merkte, dass er von uns nichts bekommt, warf er eingebildet den Kopf nach hinten, schrie laut und schwamm davon. Seine Damen taten es ihm nach. Mit Gästen, die nichts mitbringen, will man schließlich nichts zu tun haben.
Im Raubtierhaus erlebten wir eine Überraschung. Zwar waren heute alle Löwen drinnen. Aber Aketi war heute nicht wie sonst mit Aru zusammen, sondern mit Jazira! Sie schienen aber keinerlei Problem damit zu haben. Aketi lag friedlich in einer Ecke und döste. Jazira allerdings durchbohrte mich fast mit Blicken und leckte sich begehrlich das Maul. Übrigens nicht zum ersten Mal, das nehme ich langsam persönlich.
Chiara lag oben auf dem Brett, neben ihr ihre beiden süßen Jungen. Die Mutter leckte die zwei liebevoll ab und ließ sie nicht aus den Augen. Nebenan hielt Vater Roberto ein Nickerchen. Er ist ein wirklich hübscher Kerl und seine beiden Söhne werden bestimmt mal genau so schön.
BaoBao wurde heute drinnen gefüttert. Er saß auf einer Bank, mit dem Rücken zum Publikum, und aß sein Obst. Obwohl er wie verrückt fotografiert wurde, ließ er sich nicht stören, ganz Profi, der er ist.
Warum wird man bei Kälte immer so müde? Um später nicht vor Müdigkeit in Knuts Graben zu fallen, machten wir eine Pause im Zoo-Restaurant. Kraft sammeln für die Fütterung. Als wir um halb zwei wieder am Gehege eintrafen, war Gianna schon in der Höhle und Knut am Herumwandern. Zwischendurch setzte er sich mehrfach auf die Hinterbeine und machte einen langen Hals in Richtung Gang zum Bärenhof. Kam da vielleicht schon ein Pfleger? Ein wenig musste Knut sich noch gedulden.
Wir machten indessen nochmals einen Abstecher zu den großen Eisbärinnen. Dieses Mal lag Katjuscha auf dem Eis, kurz hinter der Mauer. Man musste schon einen langen Hals machen, um sie sehen zu können. Sie lag fast regungslos und schien das zu genießen. Es hatte ja die ganze Zeit über etwas geschneit. In dem frisch gefallenen Schnee konnte man die riesigen Tatzenabdrücke der Bärinnen sehen. Mir fiel prompt die respektlose Bezeichnung „Klodeckel-Tatzen” ein.

Dann gingen wir zu Knut zurück. Um 14.00 Uhr kam dann Pflegerin Franzi mit der Schubkarre und dem heiß begehrten Futter. Zuerst gab es ein halbes Weißbrot. Dann folgten allerlei andere leckere Sachen, vor allem Möhren. Es wurden auch viele auf die Anlage geworfen für Gianna. Knut muss heute ordentlichen Hunger gehabt haben. Er futterte sogar anstandslos die Äpfel, die er sonst nicht so prickelnd findet. Zum Schluss gab es wieder den obligatorischen Mittwochslachs.
Weil die Pflegerin noch einige Fragen der Besucher beantwortete, dachte Knut wahrscheinlich, er bekommt noch etwas. Jedenfalls machte er einen sehr langen Hals. Als er sah, dass nichts mehr kam, fischte er noch einige Krümel Irgendwas aus dem Wasser.

Dann wurde Gianna herausgelassen. Sie machte sich gleich über die herumliegenden Möhren her. Knut strich immer um sie herum. Wollte er Gianna eine Möhre oder einen Kuss stibitzen? Wir haben es leider nicht mehr erfahren. Vier Stunden im Zoo sind bei dem Wetter doch eine ganze Menge. Aber es hatte sich in jeder Beziehung wieder gelohnt.
Liebe Grüsse von Yeo






























Dear Yeo,
What a great pleasure it is for me to publish your zoo report on your birthday! I hope you have a joyful day with lots of happiness and of course, lots of presents
How I wish I could visit Knuti and Gianna now!
Hugs from Mervi
Yeo – I love the photos of Knuti and Gianna. The close-ups are breathtaking aren’t they? Gianna is a good looking girl by anybody’s standards but more so in the winter with snow flakes on her body. Knuti looks so content and very much in love. Aw…this is such a nice report showing our two Honeys enjoying their winter wonderland. Isn’t it great to see them so happy? Thanks Yeo!! Belated Happy Birthday and thanks for all your superb reports on Knuti over the months. This Caribbean fan appreciates each one very much.
Liebe Yeo,
ich möchte Dir auch hier noch herzliche Glückwünsche zum Geburtstag hinterlassen und Dir für Deinen anschaulichen Zoobericht danken.
Giovanna ist ein Experte für Wasserbretter, ich habe das in München oft und stundenlang beobachtet. Sie ist sehr geschickt und überlegt ständig, was sie so alles mit einem Brett anstellen kann. Knut wird gerne mit dieser charmanten Bärin das Spielzeug teilen.
LG von caren