Eingemummelt wie Michelin-Männchen

Jan 30th, 2010 | By | Category: Yeo's zoo reports

30.1.2010 – Photos von PetraW und Monika

In der vorigen Woche war ich leider aus Krankheitsgründen außer Gefecht gesetzt. Weil ich es aber ganz ohne Knut nicht lange aushalte, habe ich mir heute einen Kurz-Besuch im Zoo gegönnt.

Zwar war es heute in Berlin nicht kalt, nur so um den Gefrierpunkt. Aber durch den schneidenden Wind, der einem spitze Schneenadeln ins Gesicht trieb, waren es gefühlte – 10 °C.

Man muss schon sehr verrückt sein, wenn man samstags bei diesem Wetter in den Zoo geht. Oder verliebt. Dementsprechend leer war es  im Zoo. Vor Knuts und Giannas Anlage standen allerdings die üblichen Verdächtigen, eingemummelt wie Michelin-Männchen . So wie ich. Knut und Gianna balgten miteinander herum. Zwischendurch ging Gianna immer wieder mal nachschauen, ob ihre Höhle schon offen ist.

Mir blieb nicht mehr viel Zeit, den beiden zu zuschauen, denn es war bereits kurz vor halb elf. Ich ging also zur Eisbärenfütterung. Heute waren wieder alle vier Wölfe draußen. Sind die jungen Wolfsmädchen niedlich! Sie haben schöne Augen und eine hübsche Fellzeichnung.

Von den Nasenbären sah ich nichts, nur ihre Fußspuren. Sicher dürfen sie ´raus, wenn sie wollten. Aber sie wollen anscheinend nicht.

Die Eisbärenfütterung war sehr sparsam besucht. Man hätte die Besucher an einer Hand abzählen können und dann wären noch Finger übrig geblieben. Als Frau Weckert dann mit dem Futter kam, ging sie gleich zielstrebig zur Glasscheibe. Die Eisbären-Damen wussten schon Bescheid und nahmen diszipliniert hinter der Scheibe Platz. Dort regnete es dann Futter. Das Fleisch wurde natürlich in Sekundenschnelle verputzt. Unterdessen hatten sich gefiederte Gäste eingestellt, die auch ohne Einladung da waren: Spatzen und Krähen. Die machten sich an den Brötchen zu schaffen.

Es ist immer wieder sehr beeindruckend, die Eisbärinnen so dicht zu sehen. Sozusagen auf Armeslänge von ihnen getrennt und nur eine Glasscheibe dazwischen. Gern hätte ich ihnen den Pelz gekrault – allerdings wäre das wohl das Letzte, was ich jemals tun könnte.

Ich ging weiter zur Anlage von Devi und Sutra. Zwar waren sie nicht draußen, aber die Spuren im Schnee sahen frisch aus. Das war okay so. Auch Bären sollten sich zurückziehen dürfen, wenn sie wollen.

Dann ging ich zum Nashornhaus. Die Tapir-Familie lag einträchtig drinnen unter der Lampe. Tapir-Mädchen Maja hat ihr Kinderkleid nun völlig verloren. Nur in der Größe unterscheidet sie sich noch von ihren Eltern.

Im Flusspferdhaus war ich schon lange nicht mehr. Deshalb ging ich heute hin. Die beiden Kleinen, die nun gar nicht mehr zu klein sind, lagen friedlich auf der Insel. Die Großen hatten irgendwelche Zoff. Sie brüllten sich an, dass die Scheiben klirrten.

Zwergflusspferd-Mama Debby kuschelte mit ihrem Sohn. Sie hatten sich in der Nähe des Ausgangs verkrümelt.

Dann ging ich wieder zu Knut und Gianna zurück. Dort war inzwischen Ruhe angesagt. Gianna kontrollierte regelmäßig den Höhleneingang. Knut knabberte an seiner Tatze und beobachtete die Besucher. Viel gab es da heute nicht zu beobachten.

Ich weiß nicht, aus welchem Grund ich mir noch mal die Eisbärinnen ansehen wollte. Jedenfalls war das eine gute Entscheidung. Als ich am Eisbärengehege eintraf, warf Frau Weckert gerade einen Weihnachtsbaum hinein. Die clevere Tosca war sofort da und beanspruchte den Baum für sich. Sie zerrte ihn nach oben auf die Felsen. Immer, wenn eine der anderen Bärinnen ihr zu nahe kam, schleifte sie den Baum weiter. Schließlich schleppte sie ihn zum Höhleneingang. Dort wartete schon Katjuscha und wollte mit dem Baum spielen. Tosca gab ihr einen Klaps und brüllte sie an. Es klang gar nicht mal böse. Eher so: „Pfoten weg! Das ist mein Baum! Klar?” Aber Frauen sind meist kompromissbereit. Deshalb ließ Tosca nach einiger Zeit auch ihre Freundinnen mit dem Baum spielen. Sie selbst hatte ein vergessenes Stück Fleisch gefunden, ausgegraben und verspeiste es nun. Tosca setzt eben Prioritäten!

Dann wollte ich noch nach Knut und Gianna schauen. Knut hatte inzwischen seine passive Haltung aufgegeben und buhlte um Giannas Aufmerksamkeit. Immer wenn sie vorbei ging, wälzte er sich auf den Rücken und räkelte sich. So als wollte er sagen: „Hier bin ich, nimm mich!” Aber Gianna hatte kein Interesse an ihm. Da sprang Knut sie an und umarmte sie. Das gefiel Gianna. Endlich benahm sich Knut wie ein Kerl! Sie belohnte ihn mit einem innigen Eisbärenkuss.

Abschließend ging ich noch ins Elefantenhaus. Viktor war wie immer separiert, hatte aber eine seiner Damen zur Gesellschaft. Die wurde heftig umworben und ausgiebig mit dem Rüssel liebkost.

Dann bemerkte ich etwas Eigenartiges. So weit ich weiß, haben weibliche asiatische Elefanten keine Stoßzähne. Shaina Pali hat aber deutlich sichtbare, kleine Stoßzähne! Gibt es vielleicht Ausnahmen? Oder ist sie am Ende gar kein Mädchen? Weiß jemand mehr darüber? Jedenfalls fand ich das sehr bemerkenswert.

Inzwischen war es draußen recht schön geworden. Es schneite nicht mehr und sogar die Sonne kam heraus. Für mich wurde es aber Zeit zu gehen. Ich war nur zwei Stunden im Zoo und hauptsächlich im Bärenrevier gewesen, aber die hatten sich gelohnt.

Liebe Grüsse von Yeo

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2 comments
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  1. Dear Yeo,

    Thank you for your lovely report! I’m glad you were richly rewarded for going to the zoo in that cold weather. Isn’t seeing Knuti and Gianna a great reward?

    Hugs from Mervi

  2. Dear Yeo
    You are courageous being at the zoo with such low temperature, we profited with your courage, thank you.
    Bear hugs