Der Ausdruck ‘Bärenhunger’ kommt nicht von ungefähr
Feb 21st, 2010 | By mervi | Category: Yeo's zoo reports19.2.2010 – Photos by Monika
Nachdem ich gestern nun partout nicht mehr zum schreiben gekommen bin, möchte ich das heute nachholen.
Gestern war ein schöner Tag in Berlin, trocken und mit Plusgraden. Sogar die Sonne kam zeitweise heraus; es lag schon etwas Frühling in der Luft. Aber überall lag noch eine dicke Schneedecke. Genau das Richtige für Knut und Gianna.
Als ich ankam, stand Knut auf den Hinterbeinen neben dem Baum und streckte sich. Meine Güte, so ein großer Bär! Diese Vorstellung wurde von den Besuchern gebührend bewundert. Dann machte Knut sich daran, den Baum zu bekratzen und zu befriemeln. Was es da wohl Interessantes gab? Wir bekamen es nicht heraus, aber das war auch nicht wichtig. Für Knut war der Baum jedenfalls sehr interessant.



Ich ging zur Fütterung der „Großen” so wie immer. Die machte gestern wieder der nette Pfleger aus dem Affenhaus. Er wurde von einem jungen Mann begleitet, vermutlich einem Azubi. Der Pfleger versuchte, den Eisbärendamen ein bisschen Bewegung zu verschaffen, indem er das Fleisch weit auf die Anlage warf. Die drei Schönheiten hatten auch recht guten Appetit.
Nach der Fütterung ging ich zum Nashornhaus, um mir das Mini-Hörnchen anzusehen. Mir fiel auf, dass es sich seit meinem letzten Besuch schon ziemlich verändert hatte. Zum einen standen die Rippen nicht mehr so hervor, der Kleine hat schon etwas Fleisch auf den Rippen bekommen. Zum anderen deuten sich schon die Hörnchen an. Zwar sind es noch kleine Knöpfchen, aber immerhin.
Als ich wieder bei Knut und Gianna eintraf, war vorm Gehege Partystimmung. Eine Besucherin hatte Geburtstag, der mit Sekt, Donuts und anderen Leckereien fröhlich begangen wurde. In dem Moment kam Herr Henkel mit dem Fahrrad vorbei. Er hielt an, vielleicht um zu sehen, was da los ist. Das Geburtstagskind fragte, ob er Knut und Gianna nicht vielleicht einen Donut geben könne? Sie hätten nämlich schon so begehrlich geschnuppert. Herr Henkel verneinte dies. Die beiden Bären würden sich dadurch das Betteln angewöhnen. Er ließ sich allerdings überreden, einige Donuts mitzunehmen, um sie den Bären später zu geben. Mäuschen im Bärenhof würde auch einen abbekommen.



Als Knut und Gianna merkten, dass es erstmal nichts gibt, zogen sie sich zurück und legten sich auf der Anlage zur Ruhe.
Ich drehte eine Runde durch den Zoo. Bei den Seelöwen war ein großes Theater. Enzo schrie laut und seine Damen schrieen zurück. Den kleinen Diego störte das nicht. Der lag am Ufer und wühlte mit seinem Näschen in einem Schneehaufen herum.
Im Raubtierhaus stand ich vor einem Problem. Ich hatte immer gehört, dass Löwe Paule die Löwin mit dem kurzen Schwanz nicht mag. Gestern aber teilte er sich mit ihr einen Käfig. Ich habe mehrmals hingesehen. Mag er sie jetzt doch? Weiß jemand mehr darüber?
Die beiden kleinen Jaguare sind richtige knuffige Kerlchen geworden, die keinen Moment Ruhe geben. Pausenlos jagen, raufen und prügeln sie sich. Ich konnte keinen Unterschied mehr zwischen den beiden ausmachen. Sie sind inzwischen einander durchaus ebenbürtig.
Die kleinen Erdmännchen konnte ich gestern nicht sehen. Vielleicht lagen sie in der Höhle.
Dann ging ich zum Affenhaus. Mücke und Djasingha hingen kopfüber von den Seilen herab und schaukelten, was das Zeug hielt. Nebenan hatte Bini alle Hände voll zu tun, ihren Sohn Bagus abzuwehren. Der wollte ständig mit seiner Mutter herumtoben und wahrscheinlich auch seinen kleinen Bruder stehlen. Bini ließ das natürlich nicht zu und so rollte ein wild gewordenes Affenknäuel im Käfig herum.
Auch bei den Steinböcken lag schon Frühling in der Luft. Die Steinbock-Männer versuchten „es” hartnäckig bei ihren Damen, vorerst allerdings noch ohne Erfolg.
Weil es noch Zeit war bis zu Knuts Fütterung, schaute ich nochmals nach dem Mini-Hörnchen. Der Kleine hatte sich ins Stroh gekuschelt und schlief. Mutter Maburi schlief auch.
Die Dromedar-Dame ist übrigens immer noch trächtig. Der Geburtstermin sollte angeblich schon im August sein.
Bei den Eisbärinnen kuschelten Tosca und Nancy miteinander. Katjuscha war – wie so oft – außen vor. Aber vielleicht ist sie gern mal allein. Die beiden jungen Wölfinnen wandern selbstbewusst auf ihrer Anlage herum und werden von den beiden männlichen Wölfen akzeptiert. Es sind ausgesprochen hübsche Wolfsmädchen. Die Nasenbären machen sich immer noch ausgesprochen rar. Vielleicht ist es ihnen einfach noch zu kalt draußen. Sie werden ja zurzeit auch drinnen gefüttert.
Bei Knuts und Giannas Gehege standen die Besucher inzwischen dicht an dicht. Ich sah viele bekannte Gesichter, aber auch eine Menge Touristen. Knut läuft nun nicht mehr so viel hin und her wie früher, als er noch allein war. Die Lauferei beginnt vielleicht fünf Minuten vor der Fütterung.
Die Fütterung machten wieder der nette Pfleger aus dem Affenhaus und sein junger Kollege. Knut bekam eine riesige Portion Futter. Neben all den Dingen, die es immer gibt, gab es sehr schöne Weintrauben und einen riesigen Lachs, von dem eine vierköpfige Familie satt geworden wäre. Außerdem gab es den von Herrn Henkel versprochenen Donut. Der verschwand in Sekundenschnelle im Bärenmagen.
Als Gianna dann herauskam, war nichts mehr für sie übrig. Knut hatte ganze Arbeit geleistet und sogar den sonst ungeliebten Salat verspeist. Gianna schnüffelte um Knut herum und guckte, als sei sie am Verhungern. Dabei hatte auch sie von der Münchener Knut-Freundin einen schönen Lachs bekommen. Aber man kann ja mal nachsehen, ob noch etwas da ist. Der Ausdruck ‘Bärenhunger’ kommt nicht von ungefähr.
Zum Abschluss des Zoo-Besuches ging ich noch zu den Elefanten. Die waren nun auf der Außenanlage. Es schien ihnen draußen zu gefallen. Besonders den beiden Kleinen. Sie rannten übermütig über die verschneite Anlage.
Dann war es wieder Zeit, den Zoo zu verlassen.
Liebe Grüsse von Yeo
































Dear Yeo,
What an entertaining zoo report again! Who could possibly resist Knuti’s begging eyes? Not Herr Henkel either
I’m sure the doughnuts were highly appreciated in the Bärenhof!
Hugs from Mervi
Dear Yeo, this was – as usual – a great report and finally I did not forget to thank you. Every morning, I am checking whether there is a new report from you. Reading your words means for me a virtual walk in the Zoo and just like all Knut and Zoo Berlin fans, the reading of it makes me wish to be there.
Hallo Yeo. Heute mache ich freudiges “Nachsitzen” in Sachen Blogs und Reports lesen und Bilder gucken. So hatte ich eben auch das Vergnügen, Deinen neuesten Zoobericht zu entdecken und zu genießen. Auch neulich habe ich schon einen entdeckt. Wie immer gefällt mir Deine kurz-Sätzige (könnt’ ich’s doch nur auch, mich nervt meine epische Breite total, aber ich kann’s nicht anders – leider!) und amüsante Schreibe und ihr Inhalt/Gehalt sehr gut. VIELEN DANK. Genieße den bald erwachenden Frühling und bleib’ gesund!
I can not understand the report, but the photos are wonderful.