Knut bekam das Futter und ich eine Dusche
Apr 10th, 2010 | By mervi | Category: News and reports from Scandinavia10.4.2010 – Photos by Doris Webb
Als ich heute Vormittag in den Zoo kam, fragten mich zwei Besucherinnen, ob ich denn schon bei den Elefanten gewesen sei? Die hätten nämlich neue Sandhaufen bekommen und spielten darin so schön! Ich dankte für den Tipp, speicherte ihn für später und ging dann zu Knut und Gianna.
Die beiden machten heute Morgen nicht viel. Vielmehr schlichen sie um den Blechbaum und auch umeinander herum wie Falschgeld. Deshalb ging ich weiter zu den großen Eisbären. Heute war der Zoo vormittags schon ziemlich voll und auch beim Eisbärengehege drängelten sich die Besucher wie zu alten Zeiten. Natürlich wollten wieder viele Leute wissen, wer von den drei Eisbären denn Knut ist. Ich wollte schon um eine Anstellung im Zoo bitten, sozusagen als wandelnde Auskunft.


Die Fütterung machte heute Herr Röbke. Nancy und Katjuscha beanspruchten Lars´ ehemalige Insel für sich. Katjuscha blieb am Ufer stehen. Sie stellte sich oft auf die Hinterbeine, um das Fleisch zu fangen. Die knuffelige Katjuscha auf den Hinterbeinen ist ein süßer Anblick. Sie erinnert an einen übergroßen Schmuseteddy.
Heute war ich mit einer Bekannten verabredet, die nicht so häufig im Zoo ist. Zunächst gingen wir zu Knut und Gianna. Knut hatte sich in seine Sandkuhle gekuschelt und schlief. Gianna wanderte oben auf der Anlage herum. Nun, dann konnten wir auch eine Zoo-Runde drehen.
Eine Dame fragte, ob wir nun schon bei den Elefanten gewesen seien. Nein, natürlich nicht! Wir gingen also zu den Elefanten. Dort bot sich ein sehenswerter Anblick. Die Dickhäuter hatten mehrere Haufen schönen, hellen Sand bekommen und freuten sich darüber wie Bolle. Sie gruben mit dem Rüssel Löcher in den Sand, probierten, wie er schmeckt und puderten sich ausgiebig damit. Den größten Spaß hatten natürlich die beiden Kinder, besonders Ko Raya. Die hatte sich so im Sand gewälzt, dass sie wie ein gezuckerter Pfannkuchen aussah. Dann versuchte sie, ihrer Schwester Shaina Pali auf den Rücken zu klettern. Die ließ sich die Kletterversuche der frechen Göre großmütig gefallen.
Wir sahen der munteren Truppe eine ganze Weile beim Spielen zu. Dann gingen wir weiter in Richtung Raubtierhaus. Das Affenhaus ignorierten wir heute; bei diesem angenehmen Frühlingstag wollten wir so viel wie möglich draußen sein. Überhaupt ist der Zoo jetzt gerade wunderschön. Überall sieht man blühende Sträucher und Bäume.
Als wir bei BaoBao ankamen, hatte der seine Mahlzeit schon zur Hälfte aufgefuttert. Aber er hatte noch etliche Möhren vor sich und obendrein jede Menge Bambus. Das konnte dauern.
Heute waren alle vier Löwen drinnen. Aru und Aketi waren getrennt voneinander untergebracht. In dem Moment kam ein junger Pfleger mit einem Karren voller Fleisch angefahren. Sofort war alles andere uninteressant geworden. Der junge Pfleger, vielmehr der Inhalt seines Karrens, war nun Mittelpunkt des Interesses aller Raubtiere. Aber Pustekuchen! Es gab nichts! Vielmehr wurde der Karren in einer kleinen Kammer abgestellt. Der Tiger, der vor dem Panoramafenster stand, machte große Augen. Sonst war im Raubtierhaus Revierreinigen angesagt; alle Gehege wurden geputzt.
Als wir das Raubtierhaus verließen, klagte uns der Tiger draußen sein Leid. Sein Ruf war tief und kehlig und klang wie „Awoum! Awoum!” Wieder fiel mir heute auf, wie schön dieser Tiger ist, was für ein herrliches Fell er hat.
Wir waren gespannt, ob wir Kito noch vorfinden. Aber nichts da. Mutter Ine war allein auf ihrer Anlage und zeigte uns ihre imposanten Hörner. Also gingen wir weiter, zu den Seelöwen. Die hatten heute irgendwie einen Clown gefrühstückt. Eine Seelöwin ließ sich auf der Seite liegend, mit geschlossenen Augen, im Wasser treiben. Ab und zu hob sie eine Flosse zum Gruß. Zwei andere standen im Wasser Kopf und wackelten mit den Hinterflossen. Lediglich Enzo zeigte uns gelegentlich sein markantes Haupt, ehe er wieder abtauchte.
Obwohl es noch reichlich Zeit bis zur Fütterung war, lief Knut schon wieder hin und her. Das war eine gute Gelegenheit, den neuen Star des Zoos zu präsentieren – Nashörnchen Kigoma. Allerdings sahen wir weder ihn noch Mutter Maburi, weder drinnen noch draußen. Aber das kleine Dromedar-Mädchen ist auch sehr sehenswert. Nachdem wir die kleine Schönheit ausgiebig bestaunt hatten, gingen wir weiter, zum Streichelzoo.
Dort gibt es jetzt bezaubernden Nachwuchs, vor allem kleine Ziegenlämmchen. Sie bekommen schon winzige Hörnchen und erinnern somit an kleine Teufelchen. Wir streichelten gerade die Lämmchen, als ein kleines Mädchen rief: „Mama guck mal! Da hauen sich zwei Schwäne!” Zuerst musste ich grinsen, aber dann sah ich, dass die Kleine Recht hatte. Die Schwäne hatten sich einander in die Hälse verbissen und droschen mit den Flügeln aufeinander los. Das Wasser spritzte und die Federn flogen. Dann stürzte sich noch ein dritter Schwan in den Kampf und plötzlich war´s nur noch ein flatterndes, schreiendes und tobendes Knäuel.
Aber wenn zwei (oder in dem Fall drei) sich streiten, freut sich der Dritte. Das war in dem Fall ein kleiner Sperling, der sorgfältig die Federn der Schwäne zum Nestbau sammelte.
Heute zeigte sich, dass auch alte Zoo-Hasen immer noch etwas Neues entdecken können. Vom Streichelzoo aus führte ein Weg in eine unbekannte Richtung. Diesen Pfad wollten wir natürlich beschreiten. Mehr als zum Teufel jagen konnte man uns nicht. Der unbekannte Weg endete in der Voliere für Mövenvögel. Von dort aus kamen wir zu den Flamingos und gingen weiter auf dem Weg, der am Landwehrkanal vorbei führt und gegenüber vom Eisbärengehege endet.
Dann gingen wir zu Knut. Gianna war schon in der Höhle. Nach kurzer Zeit kam Herr Röbke mit dem Futter. Knut bekam heute ein große Portion Futter; ich dachte schon, der Eimer wird überhaupt nicht mehr leer. Vor allem gab es mehrere schöne, große Fische. Herr Röbke machte Knut wieder Bewegung, indem er die wirklich interessanten Dinge wie Fische und Fleisch ins Wasser warf. Knut ließ sich ins Wasser krachen. Er bekam das Futter und wir eine Dusche.

Weniger schön fand ich, dass wieder Kinder oben auf dem Felsen neben Knuts Gehege standen. Die Erwachsenen sagten nichts dazu. Im Gegenteil, sie reichten den Kindern noch Kameras hoch, damit sie tolle Bilder von den im Wasser spielenden Eisbären machen sollten.


Nach Knut waren die Braunbären dran. Siddy und Petzi sicherten sich sofort die Fische und verspeisten sie. Das für die Wölfe uninteressante Zeug wie Möhren, Salat und Äpfel ließen sie erst einmal links liegen.
Als alle Bären gespeist hatten, ging Herr Röbke zu den Nasenbären. Bei der Fütterung hatte er Unterstützung von einem netten, kleinen, blonden Jungen. Der Kleine hielt tapfer die Futterkiste fest und freute sich wie Bolle, als die Nasenbären hineinsprangen und in der Kiste herumfuhrwerkten. Der Junge hatte überhaupt keine Scheu vor den Tieren.
Dann waren die Wildhunde dran. Es sind zurzeit nur drei. Das Weibchen ist im Moment in Frankreich, um mit ihr zu züchten.
Nach all dem wollten wir nochmal versuchen, ob wir Kigoma zu Gesicht bekommen. Aber klappte wieder nichts. Maburi und Kigoma waren weder drinnen noch draußen! Nanu? Nashörner sind doch keine Stecknadeln, dass man sie übersehen könnte!
In dem Moment kam Herr Jahr bei den Tapiren vorbei und ich fragte ihn, wo die Vermissten denn sind. Herr Jahr klärte uns auf: Neben Maburis und Kigomas Box ist ein kleines Kämmerchen, in das die Beiden sich zurück ziehen können, wenn ihnen der Krach und die Besucher zu viel werden. Man könne es von außen nicht einsehen, was auch Sinn der Sache sei. Na, das ist doch ein Wort! Für Privatsphäre hat man immer Verständnis. Wir bedankten uns bei Herrn Jahr und gingen.
Schließlich wurde es auch für mich Zeit zu gehen. Wir gingen noch zusammen zum Löwentor, wo wir uns voneinander verabschiedeten. Ein wunderschöner Zoo-Tag war wieder zu Ende gegangen.

Liebe Grüsse von Yeo






























Dear Yeo,
Thank you once again for your very entertaining and informative zoo report!
I saw some incidents, too, with parents lifting up their children in a very risky way. How can people be so stupid? One of these days there’s going to be an accident. It’s no use to try to speak to them either, they only get angry….There should be some kind of guards patrolling the zoo all the time!
Hugs from Mervi
Hallo liebe Yeo, Du hast ja heute den Samstags-Turbo angeworfen. Ich fand es sehr nett, heute,an einem Tag der Woche, an dem sich üblicherweise nicht so viel in Blogs und Foren tut, einen veritablen Zoobericht vozufinden. Danke für Deine wie immer amüsant beschriebenen Erlebnisse und Eindrücke.
Hallo Yeo!
Ich liebe Deine ausführliche Berichte.
Liebe Grüsse
Dear Yeo
Your report always make me feel in zoo. Thank you.
Bear hugs
Dear Yeo, many thanks for your great report. As usual, it makes me feel like walking around there with you. And I dearly missed you last week. Hope we can meet in September. And meanwhile, of course, just like all others, I am looking forward to your coming reports.