Trotz der mörderischen Hitze war der Zoo gut besucht…

Jul 25th, 2010 | By | Category: Yeo's zoo reports

22.7.2010 von Yeo – Photos von Doris & Jessie Webb, SylviaMicky

Heute war ich wieder mal im Zoo. Ich betrat den Zoo sozusagen durch die Hintertür, durchs Elefantentor und ging zu BaoBao. Der hatte sich in den Schatten zurückgezogen und knabberte an einem Bambusstängel. Auf der Löwenanlage sah ich niemand; wahrscheinlich hatten Aru und Aketi sich im Gras versteckt. Paule und Amira waren drinnen in ihren Käfigen. Sie schliefen. Paule lag auf dem Brett und ließ die Pfoten lässig baumeln.

Ich ging weiter zu den Seelöwen. Bei den Seelöwen drängten sich die Besucher, es war gerade Fütterung. Als die Fütterung vorbei war, löste sich die Menschenmasse langsam auf. Nun konnte ich auch den Grund des Gedränges sehen. Herr Dr. Blaszkiewitz, begleitet von Senator Nussbaum, beide dicht umlagert von Presseleuten. Mehr noch interessierten mich einige Knut-Freundinnen, die ich bei den Seehunden traf.

Zusammen gingen wir zunächst mal zu Knut. Der hatte sich wieder schön braun geschminkt und döste im Schatten des Bärenfelsens. Gianna, strahlend weiß wie immer, wanderte mit erhobenem Kopf über die Anlage.

Wenn ich sage, dass es heute in Berlin heiß war, so ist das die Untertreibung des Jahres. Es war unglaublich schwül und schweißtreibend. Allerdings waren überall im Zoo Rasensprenger in Betrieb, so dass es zumindest im Schatten erträglich war.

Ich war mit einer anderen Knutfreundin verabredet und zusammen gingen wir zunächst die Bärenrunde. Die erwachsenen Wölfe lagen im Schatten, die Kleinen sahen wir nicht. Auch die Nasenbären machten sich rar. Sicher hatten auch sie sich einen kühlen Platz im Gebüsch gesucht. Lediglich ein Nasenbär suchte die Anlage nach etwas zu Futtern ab.

Die Eisbärenfütterung war schon lange vorbei. Aber Tosca und Nancy spielten noch miteinander im Wasser, jedoch nicht ausgelassen, sondern eher gemächlich, der Hitze angemessen.

Die kleine Devi kauerte in einer schattigen Felsnische. Bei ihren Eltern ging es da schon turbulenter zu. Die prügelten sich und brüllten sich an, was das Zeug hielt. Es sah aus, als ob Jürgen in die Höhle wollte und Sutra den Eingang blockierte. Jedenfalls hatten sie eine ziemliche Meinungsverschiedenheit.

Auf der Anlage, auf der sonst die Kamele wohnen, befindet sich jetzt eine Eselfamilie. Sie haben ein süßes Fohlen, das ich am liebsten geklaut hätte. Aber ich ließ es bleiben.

Auch die Nashornmutter Maburi und ihr kleiner Sohn Kigoma dösten im Schatten des Nashornhauses. Kigoma zeigte uns zunächst den Allerwertesten. Dann siegte seine gute Erziehung. Er stand auf und kam neugierig näher, so dass wir ihn auch von vorn bewundern konnten.

Leider bin ich immer noch nicht gut zu Fuß, so dass es wieder nichts mit einer großen Zoo-Runde wurde. Aber zur Fütterung von Knut waren wir natürlich zur Stelle. Trotz der mörderischen Hitze war der Zoo gut besucht und bei Knut war es wieder sehr voll. Weil Frau Weckert zur Zeit Urlaub hat, machte heute wieder der Pfleger aus dem Affenhaus, der schon öfter ausgeholfen hat, die Fütterung von Knut. Er füttert immer sehr ruhig und bedächtig und lässt Knut sein Futter fangen. Der Nachteil ist allerdings, dass Gianna nichts mehr abbekommt. Aber Gianna sieht nicht so aus, als ob sie zu kurz kommt.

Nachdem Gianna wieder auf die Anlage gelassen wurde, sprang Knut ins Wasser. Er tauchte mit einem hübschen Algenschmuck auf dem Kopf wieder auf. Gianna sprang auch ins Wasser, fast auf Knuts Kopf. Knut sah reizend aus, wie er da im Wasser stand, mit gerecktem Hals, runden, abstehenden Öhrchen und Algen auf dem Kopf.

Nachdem wir den beiden eine Weile zugesehen hatten, wollten wir eigentlich nach Hause gehen, denn die Hitze machte einen fertig. Aber vorher wollten wir noch die Elefanten besuchen. Wir dachten, dass sie bei dieser Wärme baden gehen. Aber denkste! Wahrscheinlich genügte es den Elefanten, dass sie die Möglichkeiten zum Baden haben. Stattdessen puderten sie sich ausgiebig mit Sand. Shaina Pali scheint es wieder gut zu gehen, zumindest sahen wir nichts Auffälliges. Die kleine Ko Raya grub eifrig mit ihrem Rüssel ein Loch. Ich habe schon mehrmals beobachtet, dass sie das gern macht.

Dann gingen wir weiter zu Victor und Drumbo. Die beiden standen zunächst im Schatten des Elefantenhauses. Dann kam Victor auf uns zu und stellte sich vor uns in Positur. Wir sagten ihm, dass er ein schöner Kerl ist. Das muss ihm gefallen haben. Denn daraufhin begann er, sich lässig Sand auf den Rücken zu werfen.

Neben dem Elefantengehege sprengte ein Gärtner die Pflanzen. Ich wollte ihn schon um eine Dusche bitten. Genauer um zwei. Eine für Victor und eine für mich. Aber ich verzichtete darauf und verließ schweren Herzens den Zoo.

Liebe Grüsse von Yeo

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6 comments
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  1. Dear Yeo,

    What a great pleasure it was to walk with you in the zoo again – in spite of the heat :-)

    I hope your foot is getting better so you can make your famous, long zoo tours soon again.

    Hugs from Mervi

  2. Liebe Yeo,
    wieder so ein schöner und interessanter, ja spannender Zoobericht aus Berlin. Welch eine Sonntagsfreude, gerade vor dem Kaffeetrinken.
    Vielen Dank, dass Du uns auch bei unerträglicher Hitze und nicht Gut-Zu-Fuß-Sein an Deinen Zooerlebnissen teilhaben lässt.
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Sonntag!
    Hugs, caren

  3. Liebe Yeo

    Feiner Zoobricht, wie immer: bin in Gedanken mitgegangen – die meisten Tiere kennt man ja zumindest von unseren Fototanten. Aber ich muß auch mal wieder live nach Berlin, das Erweiterungsgelände erkunden.

    Herzliche Grüsse
    Crissi

  4. Liebe Yeo!
    Danke für den Interessanten Bericht. Freue mich, dass Du wieder die Zeit für den Zoo gefunden hast.
    Herzliche Grüsse

  5. Liebe Yeo

    Thank you for your report, nice walk in the zoo.To have a bath would have been interesting…hehe
    Bear hugs

  6. Liebe Yeo,

    Deine Zoo-Reports lese ich immer sehr gerne, man hat das Gefühl, unsichtbar neben Dir herzulaufen, so anschaulich beschreibst Du alles! Gerade für micht Nicht-Berliner sind Deine Berichte immer ein Genuss, weil man halt doch nicht so oft nach Berlin fahren kann, wie man gerne möchte!

    Herzlichen Dank dafür und auch Dank an die Fotogräfinnen für die hübschen Bilder! Der grün-geschmückte Knut könnte sich zu einem absoluten Highlight entwickeln; unserem Eisbär-Buben steht einfach alles: alte T-shirts, alte/neue Hosen, Algen, Baumstämme etc.etc .!

    Herzliche Grüsse aus Franken,
    Heidi aus Erlangen