… und plötzlich hatte Vilma Lust mit ihrem Sohn zu spielen und zu toben

Jul 19th, 2016 | By | Category: Fiete's diaries

19.7.2016 von Gisela H

Zurzeit bin ich sehr, sehr oft im Rostocker Zoo und da sind noch jede Menge Fotos auf meinem Computer, die gern zu Berichten oder Geschichten verarbeitet werden wollen. Ich mache es mir leicht, fange einfach am Ende an und möchte von meinem Besuch am letzten Samstag (9. Juli) erzählen.

Wie immer war ich ein früher Vogel und das zeitige Aufstehen hat sich wieder einmal gelohnt.

Als ich am Gehege ankam, lief Vilma auf der Anlage hin und her. Von Fiete war weit und breit nichts zu sehen. Das Einzige, was ich mir ins Auge fiel, war eine blaue Tonne, die im Wassergraben herumschipperte. Ich konnte fast das Kichern hören, mit dem Fiete ganz plötzlich und sehr zufrieden aus denTiefen des Grabens aufgetaucht ist.

Er schwamm um die Tonne herum, kam mir entgegen und in seinem Gesicht stand die Frage: Na, hast du mich schon vermisst? Du weißt doch bestimmt, dass der Samstag ein Putztag ist und ich bin gerade mit Ausmisten beschäftigt.

Hier schwimmt viel zu viel Spielzeug im Graben und manches davon ist echt nichts mehr für einen Bärenjungen wie mich.

Den großen Ball will Fiete auf jeden Fall behalten. Die Kanister sind auch cool. Aber sieht es mit diesem kleine Ding hier aus – behalten oder weg tun

OH, es ist von da oben nicht gut zu erkennen? Hm, ist es so besser? ´tschuldigung, das Ding ist ganz aus Versehen kaputt gegangen, großes Bärenehrenwort!

Ob man damit noch was anfangen kann? Wenn es fliegen kann, dann darf das blaue Ding bleiben.

Natürlich war Fiete wieder einmal schneller im Wasser, als ich auf den Auslöser drücken konnte. Aber das blaue “was auch immer” hat den Flugtest bestanden und deshalb wandert es nicht auf den Müll. Das Floß bleibt natürlich auch und die Tonnen braucht Fiete für den Kraftsport.

Mal sehen, wie dieser Kanister aussieht. Raus aus dem Wasser mit dem Teil.

Hm, er hat ´nen Knick. Was soll´s, für den Müll ist er einfach noch zu gut. Außerdem riecht es in seinem Inneren sehr verführerisch.

Vielleicht läßt sich der Kanister ja sogar ausbeulen. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert.

Ooops, weggerutscht .. und drüber geflogen. Wehe du lachst !! Das kann doch mal passieren, oder?

Es sah zu komisch aus, wie Fiete über den Kanister gepurzelt ist. Aber ich habe mir das Kichern verkniffen, denn der Bär hätte es mir bestimmt übel genommen.

Klar musste der Kanister ebenfalls den Flugtest bestehen und natürlich ist das Foto davon unscharf geworden. Die Lichtverhältnisse waren am Morgen wirklich nicht gut.

Bestandener Flugtest heißt, der Kanister bleibt im Bärengehege. Das ist völlig logisch, oder?

Von dem dicken Ast konnte Fiete sich auch nicht trennen. Der eignet sich super als Wanderstab oder Flaggenhalter. Man könnte aber auch einen Mast für das Floß daraus bauen und irgendwann auf die Ostsee segeln.

Am Ende konnte sich Fiete von keinem einzigen Stück seines Spielzeugs trennen. Aber egal, er hat zumindest all seine Schätze begutachtet und für brauchbar befunden.

Guck doch mal hier, ich brauche unbedingt einen neuen Ball, findest du nicht? Mit dem Fetzten kann man doch keinen Blumentopf mehr gewinnen.

Wie bitte – selber schuld? ICH kann doch nichts dafür, wenn das Spielzeug so schnell kaputt geht. Außerdem spielt es sich mit einem Ballfetzen auch gut. Willst du das mal sehen?

Jepp, hoch mit dem Ding und zwar auf die oberste Plattform. Hm, genau dort soll er landen, der rote Ball.

Zuerst wird Schwung geholt und dann fliegt derBall von links nach rechts um die Bärenohren.

Noch einmal kurz den Zielpunkt markieren und dabei die Mama übersehen, die plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht ist und ganz interessiert beobachtet, was ihr Sohn vorhat.

Der Ball segelt ins Wasser und dann fliegen da plötzlich nicht einer, sondern zwei Eisbären ziemlich synchron und sehr elegant hinterher und haben den roten Ballfetzen genau im Blick.

Wenn es drauf ankommt, dann zeigt Vilma ihrem Sohn immer noch ganz deutlich, wo der Frosch die Locken hat. Sie schnappt den Ball und schwimmt ihrem sportlichen Buben davon.

Allerliebste Mami, wenn du nun schon im Wasser bist, dann könnten wir doch …

Hurra, die Mama hat Lust, mit mir zu raufen – spricht der wilde Sohn und stürzt sich auf Vilma. Er packt sie am Ohr und es beginnt eine herrliche Bärenrauferei.

Vilma läßt sich gern auf das ungestüme Spiel ihres Sohnes ein. Man sieht ihr deutlich an, wieviel Spaß sie hat.

Vilma rettet sich für eine kurze Verschnaufpause an Land.

Mama, kommst du wieder ins Wasser? Ich verschone auch dein Ohr, versprochen.

Danke, du bist so lieb. Habe ich dir heute eigentlich schon gesagt, dass du die allerbeste Mama von der Welt … Ach so, das weißt du schon.

Komm zurück ins Wasser, Sohn oder hast du schon genug vom Raufen?

Waaas , ich und genug vom Toben. Das glaubst du doch selber nicht, Mama.

Gut, wenn du nicht rein kommst, dann komme ich raus und hole dich! 🙂

Fiete plumst ins Wasser zurück und zieht Vilma mit sich.

Mama, das macht soooo viel Spaß!!!

Die Bären tobten im Graben, sprangen wie die geölten Blitze aus dem Wasser, fegten über die Anlage, hechteten zurück in den Graben und das Spiel begann von Neuem. Für meine Kamera waren sie einfach zu schnell.

Mama, ich will an dein Ohr!!

Vergiß´ es, mein Sohn. Um das zu schaffen, musst du erst einmal an meinen scharfen Zähnen vorbei! 🙂

Irgendwann war es genug und Vilma schüttelte sich das Wasser aus dem Pelz.

Fiete wollte natürlich weiter toben und versuchte, seine Mutter davon zu überzeugen.

Die wies ihn liebevoll zurecht – Schluß jetzt und Ende.

Natürlich musste der Bube das letzte Wort haben. Dann beschloß er, allein weiter zu spielen.

Davon und vom Warten auf die Fütterung zu der es am Samstag bärengerechte Monstermelonen gab, erzähle ich ein anders Mal. Außerdem habe ich noch einige schöne Wohlfühlfotos von Vienna.

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8 comments
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  1. Vielen Dank liebe Gisela.
    Viele Gruesse an Vienna, Vilma und Fiete.

  2. Liebe Gisela,

    ich liebe deine herrlichen Zooberichte mit allen Details, die du so anschaulich und humorvoll beschreibst.
    Der Doppelsprung von Mutter und Sohn ist preisverdächtig. Ich habe etwas derartiges
    noch nicht gesehen – ganz großes Kino!

    Die Spiellaune von Fite ist großartig und auch mit kleinen Friemleleien kennt er sich bestens aus.
    Das Spielangebot ist auch vom Feinsten und selbst kleine Schätze finden ihre Beachtung.
    Das Toben und Jagen von Mutter und Sohn ist ein echtes Highlight und zeigt die immer noch sehr
    enge Bindung der Beiden.

    Es hat wieder viel Spaß gemacht, deinen Bericht zu sehen und zu lesen – vielen Dank!
    Herzliche Grüße
    Britta-Gudrun

  3. Liebe Gisela!
    Danke für Deine lebendigen Bilder und die anschaulichen und liebevollen Schilderungen!
    Das schien ja genau das richtige Eisbärenwetter zu sein, so munter und spielfreudig wie die beiden waren.
    Den Doppelsprung und wie es dazu kam hast Du super beschrieben und eingefangen.
    Auch die nachfolgende Toberei ist sehr vergnüglich anzuschauen.
    Vilma und Fiete sehen einfach toll aus.
    Liebe Grüße
    Anke

  4. Dear Gisela,

    First I want to tell you how happy and proud I am about Fiete’s diaries! Thanks to you we are all able to follow our sweet boy frequently – at least as long as he’s staying in Rostock. I sincerely hope he will not move very far away …

    Fiete and Vilma certainly have lots of toys but the blue barrel seems to be an all time favourite. 🙂 The float is also very nice – maybe Fiete will be sailing on it later on …. The balls are nice, too, but some of them have a very short ‘life time’. 🙂

    The photos of Vilma’s and Fiete’s synchronized diving are real HITS!! Simply marvellous to see!

    Vilma is a good mother who understands her son needs a play mate so she’s always – well, almost always – willing to fool around with Fiete. I love to see them together!

    It’s a pure pleasure to see all the photos and read your funny captions. Thank you so much!

    Hugs from Mervi

  5. Ich möchte LARSSON-FIETE sehr gerne mal zu mir zum Ausmisten einladen. Dann macht dieser für mich offensichtlich nicht zu überwindende AnforderungsBerg wenigstens Spaß abzubauen! Für mich ist auch so manches nichts mehr und liegt mir nur im Weg herum und verhagelt mir die Laune . . .

    Es ist grandios wie Du Deine Geschichten Aufbaust. Ein richtiges Erzähl-Talent. Derer haben wir ja ein paar, aber schön ist, dasss jeder so seinen eigenen Stil hat – und Deiner gefällt mir sehr gut! Die Fotos sind ohnehin immer eine Wucht – und so kann man sich immer schon darauf freuen, wenn man die Ankündigung durch MERVI für eines Deiner Werke in ‘Die Knuipe’ findet 🙂

    So viele schöne Bilder auch diesmal wieder. Da kann und möchte ich eigentlich nichts herausgreifen. Aber die Doppelsprünge mit Frau Mama haben natürlich schon was! 😉 Einfach super die anschließende Action.

    Vielen Dank, liebe GISELA H – das war wieder eine kurzweilige und amüsante Lese- und Guck-Runde!

  6. Liebe Gisela
    Ich sitze gerade im Bahnhof Doncaster und hab heute Nobby auch so mit einem Kanister spielen. Er ist zur Zeit von den anderen drei Herren getrennt weil er braucht etwas ruhe von sturmischem Pixel.
    Es war so schoen fuer mich in Rostock und deine Geschichte hier ist total suess.

  7. Liebe Gisela,
    Samstag und Fiete beim Aussortieren seiner Spielsachen.
    Am Ende bleibt alles wie es ist und bespielbar ist für ihn alles.
    Wenn dann auch noch Vilma beim Spielen mitmacht ist es für Fiete eisbärig perfekt.
    So einer wilden Spielstunde zu zusehen ist ein Erlebnis und ich schaue bei Vera und Lottchen
    einfach nur zu und geniese. Aber du hast zur richtigen Zeit auf den Auslöser gedrückt und den doppelten
    Sprung von Mutter und Sohn Klasse eingefangen.
    Vielen Dank hat wieder Spaß gemacht, Fietes Tagebuch zu lesen und anzuschauen und ich freue mich
    auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüße Moni K

  8. Dear Gisela,

    This is simply fabulous, divine, wonderful!! The photos and the conversation are both top-notch 🙂

    Thank you very much!
    Hugs, Sarsam