Luna – ein Verliebebärchen, das langsam Vertrauen zu seinem neuen Leben fasst

Jun 23rd, 2017 | By | Category: Bärenwald Müritz

23.6.2017 von Gisela H

Eigentlich möchte ich ja noch einen Bericht über Lunas Ankunft im Bärenwald machen.Aber ich habe noch keine Antwort bekommen, ob ich die Fotos von diesem Tag öffentlich einstellen darf.

Deshalb steige ich nun etwas später ein und hole den Ankunftsbericht ggf. nach.

Wer sich ansehen will, was die junge Bärin, die fast noch ein Bärenkind ist, in ihrem kurzen Leben bereits durchgemacht hat, dem empfehle ich den kurzen Bericht in der Mediathek des NDR.

Hier ist der Link

(Bitte ins Feld “9 Beiträge” in dem blauen Feld klicken. Dann kann man den entsprechenden Bericht sofort anschauen.)

Die Lebensbedingungen des Bärchens auf dem Jahrmarkt waren schrecklich. Der Käfig im Zoo Tirana war eigentlich nicht besser. Es ist also kein Wunder, dass die Bärin sehr vorsichtig und extrem schreckhaft ist. Vieles macht ihr Angst.

Luna war ein Bärenbaby, als man sie ihrer Mutter entrissen und dann der Willkür der Menschen ausgesetzt hat. Da war niemand, von dem sie das lernen konnte, was ein Bär wissen muss. Da war niemald, bei dem sie Schutz und Geborgenheit erfahren konnte.

Auch im Bärenwald muss das Bärchen ganz allein Mut fassen und das neue Gehege erkunden und in Besitz nehmen. Hier hat sie alle Zeit der Welt dafür und niemald drängt sie zu irgend etwas. Die Pfleger machen ihr Mut, in dem sie eine Futterspur nach draußen legen. Außerdem bleibt die Schleuse offen, in der sie immer wieder Schutz sucht.

Ich beginne meinen Bericht am Sonntag, als sich das erste Mal der Schieber ins Gehege öffnete. Es dauerte etliche Minuten, bis die Nasenspitze der Bärin auftauchte und schwupps, war sie wieder weg. So ging das viele Male.

Wir waren nur zu Viert am Gehege. Niemand sprach und das Einzige, was zu hören war, war das Zwitschern der Vögel und ab und an ein vorbeifahrendes Auto.

Vorm Gehege lag Futter als Lockmittel. Natürlich wollte die Bärin dorthin, hat sie doch erst im Bärenwald erfahren, wie viel unterschiedliches und leckeres Futter es gibt.

Immer wieder sah sich das Bärchen um. Es muss fast ein Schock gewesen sein, so viel Wiese vor der Nase zu haben. Da waren keine Gitter mehr und kein Gegenüber. Ich möchte zu gern wissen, was in dem Moment in dem Bären vorgegangen ist. Ich finde, man kann der Körperhaltung gut erkennen, wie Neugierde und Vorsicht in dem Bärenkind gekämpft haben.

Die Vorsicht siegte immer wieder – das Bärchen drehte um und flitzte zurück in die Schleuse. Die Schleuse war ihr sicherer Rückzugsort und das war gut so.

Natürlich siegte kurze Zeit später die Neugierde und Luna tauchte wieder auf.

Zack und wieder zurück in die schützenden Schleusenhöhle

An diesem Tag hat Luna noch im Schutz der Schleuse gefressen. Sie schnappte sich Teil für Teil von ihrem Futter und flitzte nach drinnen. Aber Luna erkundete nicht nur die Umgebung der Schleuse, nein, sie buddelte das erste Mal in ihrem Leben im Sand und sie hat das ausgiebig getan.

Es dauerte etwa etwa 2,5 Stunden, dann war das Bärenkind endgültig verschwunden. Nach dem aufregenden Vormittag musste Luna erst einmal eine Runde schlafen.

Am Dienstag war ich wieder im Bärenwald und da hatte Luna bereits entschieden, ihr Futter draußen zu verspeisen. Natürlich blieb sie in der Nähe der Schleuse, aber immerhin.

Hier ein Foto davon

Heute (18 Juni) hat es mich wieder in den Bärenwald gezogen. Ich war gleich morgens da, denn dann ist es dort noch herrlich leer und ruhig. Als ich in Richtung des Geheges ging, in dem Luna lebt, sah ich die Bärin schon von Weitem auf der Anlage. Sie hatte die Hunde und mich aber auch gesehen.

Sicherheitshalber habe ich gleich ein paar Bilder gemacht, denn ich wusste nicht, ob Luna Lust auf Besuch hat.

Als ich um die Ecke bog, hatte mich das Bärchen immer noch oder schon wieder im Visier. Das war ein spannender Moment. Würde sie bleiben oder in der Schleuse in Deckung gehen?

Sie blieb und ich habe sie fast eine Stunde lang beobachtet. Die Bärin war viel entspannter, als ein paar Tage zuvor. Das war schön zu sehen. Ich finde, Luna ist bildhübsch

Auf Futtersuche

Immer wieder sah sie mich neugierig an und man konnte die Vorsicht in ihren Augen erkennen.

Das war der Moment, als ich anfing ihr zu erzählen, wie schön es im Bärenwald ist. Ich hatte befürchtet, dass sie nicht vollgequatscht werden will. Glücklicherweise wollte sie aber. Also habe ich ihr erzählt, wie schön ihr Badeteich sei und wie herrlich ist ist, im Wasser zu planschen. 🙂

Ich hatte Alex und Tina etwa 60 m entfernt am Zaun festgemacht. Leider hat Tina meine Stimme gehört und fing an zu bellen. Jetzt ist Luna weg, dachte ich. Aber weit gefehlt.

Die Bärin stellte sich auf die Hinterbeine, um nach den Hunden zu sehen. Ängstlich war sie dabei nicht. Hunde kennt sie also und sie machen ihr ganz offensichtlich keine Angst.

Lunas Neugierde war befriedigt und alles war gut.

Das ganze Futter, bis auf die Möhren, hatte sie schon verputzt. Auch heute legte sich Luna auf die Wiese und fraß ganz entspannt im Freien.

Ich glaube, jeder Tierfreund verfällt diesen Knopfaugen und der süßen Schnute

Noch ein letztes Möhrchen und dann verschwand die Bärin in die Schleuse. ich denke mal, dass ein Verdauungsschläfchen dran war.

Zur Zeit ist Luna vor allem an frühen Morgen und am späten Nachmittag draußen. Wenn viele Besucher da sind, dann hält sie sich meistens in der Schleuse auf (noch). Dieser Bereich ist auch noch abgesperrt, damit Luna alle Zeit der Welt hat, um richtig anzukommen.

Tags:
Share |

8 comments
Leave a comment »

  1. Liebe Gisela,

    die gute Luna ist entzückend und ich freu mich sehr für sie!
    Alles Liebe und Gute für dich,liebes Bärchen!

    Liebe grüße von Brigitte.

  2. Liebe Gisela!
    Was ist Luna für eine süße “Maus”!
    Danke für Deine anrührenden Fotos aus dem Bärenwald, bei denen ich einfach dahin geschmolzen bin.
    Zum Glück ist sie aus diesem “Vergnügungspark” befreit worden. Man kann Vier Pfoten dafür gar nicht genug danken!

    Ich frage mich, welcher Mensch ihre grausame Haltung dort verantwortet hat und mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Den sollte man mal für eine Woche in genau diesen Käfig sperren.

    Der Link zur NDR Mediathek funktioniert bei mir nicht. Vielleicht tut es der hier: http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Baerenrettung-Luna-bekommt-neues-Zuhause,nordmagazin43082.html

    Als Luna zum Ende des Films bereits mit dem großen Ball spielte, musste ich ordentlich schlucken…
    Ich hoffe, dass sie ihre traumatische Vergangenheit ganz schnell vergisst und ein glücklicher Bär wird!

    Liebe Grüße
    Anke

  3. Dear Gisela,

    Luna’s life had a miserable start but thanks to Vier Pfoten she can now live in a nice new home. She deserves it!

    It’s understandable it will take some time until Luna realizes that she’s safe and can trust the keepers. Even though she’s still very shy it’s obvious Luna is curious about her surroundings. Little by little she will learn to be a happy bear.

    What a beautiful face Luna has! I love the close-ups!

    Thank you so much for sharing this heart warming story of Luna with the readers of Knuti’s Weekly. I wish Luna and all the other bears in Bärenwald a happy Summer time – and the same to you, too!

    Hugs from Mervi

  4. Liebe Gisela!

    Danke fuer das bericht von Luna. Es machte mich weinen.

    Luna!

    Willkommen im Bärenwald.

    Lg

    TBM

  5. Liebe Gisela,
    Luna´s Ankunft konnte ich schon auf Facebook verfolgen und es ist so schön zu sehen wie sie sich langsam
    sicherer fühlt und eingewöhnt.
    Dein Bericht ist so spannend und man merkt mit wieviel Herz du bei den Bären bist.
    Herzlichen Dank für deinen schönen Bericht und Luna hat es geschafft in ein würdiges Bärenleben.
    Liebe Grüße Moni K

  6. Liebe Gisela,

    deine Bilder sind sehr berührend und erfreulich zugleich.
    Es ist schön zu sehen, wie Luna trotz ihrer Ängste kleine und positive
    Erfahrungen in ihrem neuen Zuhause macht. Hoffentlich vergisst
    die die schreckliche Zeit ganz schnell und kann ihre Freiheit in Müritz
    rundum genießen.
    Sie hat eine außergewöhnlich schöne Fellfarbe und wird den Besuchern
    sofort gefallen. Interessant ist, dass sie vor den Hunden keine Angst hatte.

    Liebe Grüße und vielen Dank für deinen schönen Bericht!
    Britta-Gudrun

  7. Liebe Gisela!

    Danke für Deinen Bericht, die kleine Luna ist so ein liebes Bärchen. Es ist toll zu sehen, wie Dank der Liebe und Geduld der Betreuer dieses arme Mäuschen Vertrauen fassen und endlich ein schönes Bärenleben führen kann.
    Ich wünsche der Kleinen alles Gute!

    Liebe Grüße, Erika

  8. Liebe GISELA H, darf ich Dir mal einen KNUTi-style hug schicken!?

    Vielen Dank für diesen Bericht über diese bildhübsche und wohl auch viel mutigere (als sie es sich selbst oder andere ihr aufgrund ihres bis Müritz schrecklichen Schicksals hätte/n zutrauen können) kleine blonde Bärin.
    Solche Schicksale können einen nicht unberührt lassen (sollte man meinen!!).

    Weiterhin VIEL GLÜCK und GUTE GESUNDHEIT und LEBENSFREUDE,
    Du kleine pelzige Kämpferin LUNA! . . . Wäre sie im Innersten keine Kämpferin,
    hätte das Martyrium zu Beginn ihres Lebens wohl kaum überlebt.

    Dir, liebe GISELA H viele weitere schöne und beglückende Begegnungen und Zwiesprachen mit LUNA!

    PS – an ANKE B:
    – – – – – – – – – – – – – –
    Vielen Dank, liebe ANKE, dass Du diesen Link gefunden hast, der tatsächlich noch funktioniert.
    Nach Ansehen dieser 2 Minuten kann ich nur zustimmen, dass man den /die Verantwortlichen,
    die Lebewesen derart behandeln mal selbst in eine so lebensfeindliche Umgebung sperren
    und zur Krönung noch von nächster Nähe von wohl kaum freundlich Gesinnten
    beglotzen und mit den unterschiedlichsten ‘Düften’ belästigen lassen sollte.

    Grausam das alles, aber umso mehr kann man sich nun für LUNA freuen und es ist auch schön,
    diese glücklichen Gesichter des offenbar für die Befreiungsaktion ‘VIER PFOTEN’-Verantwortlichen und der ‘BÄRENWALD MÜRITZ’-Verantwortlichen zu sehen!