Bärenwald Müritz – Herzlich willkommen Sylvia und Pavel!

Dec 9th, 2017 | By | Category: Featured articles

8.12.2017 von Gisela H

Letzte Serbische Zirkusbären gerettet! Letzte Woche war es endlich so weit. Die letzten beiden serbischen Zirkusbären sollten im Bärenwald ankommen. Mitarbeiter vom Tanzbärenpark Belitsa und ein Tierarzt vom IZW Berlin hatten sich auf den Weg gemacht, die Bären aus Belgrad abzuholen.

Nach mehr als 19 Stunden Fahrt kam das Fahrzeug am Mittwochvormittag ziemlich genau um 9.30 Uhr im Bärenwald Müritz an. Die Menschen waren ziemlich müde, die Bären erstaunlich ruhig.

Wie immer, blieben die Bären noch kurze Zeit im Auto, denn so eine Reise ist eine aufregenden Sache. Natürlich haben wir einen Blick ins Fahrzeug geworfen. Bären und Menschen sahen sich neugierig an.

Den Menschen stand die Freude ins Gesicht geschrieben und bei den Bären war ein gehöriges Maß an Misstrauen dabei. Schließlich wussten sie nicht so recht, was los war und was man mit ihnen vorhatte. Außerdem hatten sie in ihrem bisherigen Leben viel zu viel schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.

Bevor die Bären ausgeladen und ins Gehege gebracht wurden, gab es eine kurze Verschnaufpause für die Kollegen aus Belitsa und für den Tierarzt. Beim Frühstück gab es viel zu besprechen. Man sieht allen die Freude über die erfolgreiche Bärenrettung an.

Dann ging es endlich los. Der Transport mit der kostbaren Fracht fuhr in den Bärenwald und kam an dem Gehege zu stehen, in dem die Bären sich einleben werden. Für die, die schon einmal im Bärenwald gewesen sind – es sind die beiden Vorgehege an der Bärenhöhle.

Das Fahrzeug wurde sorgfältig vorbereitet. Die Transportkisten sind schon ohne Bär im Inneren sehr, sehr schwer. Da darf nichts schief gehen.

Dann wurde zuerst die Bärin zur Schleuse getragen. Für die Tiere ist die Situation nicht einfach. Sie kennen weder Naturboden, noch den Platz um sie herum und natürlich auch nicht die Menschen, die ab jetzt für sie sorgen werden.

All das macht sie unsicher. Deshalb verbringen die Bären die ersten Stunden/ Tage in diesen Schleusen. Sie geben ihnen Sicherheit. Von dort können die Gerüche und Geräusche aufnehmen. Außerdem können sie in aller Ruhe die Anlage in Augenschein nehmen.

In der Regel werden die Schleusen dann zu einer Art Höhle für die Bären. Fühlen sie sich unsicher oder erschrecken sie sich vor etwas, dann bringen sie sich dort in Sicherheit. Die Transportiste muss exakt vor der Schleusenöffnung stehen, denn niemand weiß, wie der Bär regiert, wenn der Schieber ich öffnet.

Alles hat reibungslos geklappt. Die Bärin hat die Kiste sofort verlassen und schaut sich neugierig um.

Es sieht so aus, als nimmt sie hier eine ordentliche Nase voll von der guten Mecklenburger Luft. 🙂

Jetzt gab es keine Pause. Der Transporter musste nur wenige Meter fahren. Wieder packten starke Männerarme zu und schleppten die Transportkiste mit dem Bärenmann den Hang hinunter und zur Schleuse Nummer zwei.

Hier kann man gut erkennen, wie exakt die Männer arbeiten und wie sie auf jede Kleinigkeit achten. Die Kiste muss wirklich ganz exakt ausgerichtet sein.

Pavel schaut noch recht skeptisch in die Welt . Ich glaube, das kann jeder gut verstehen.

Nachdem die Bären gut und sicher untergebracht waren, gab es erst einmal ein leckeres Begrüßungsfrühstück.

Das ist Sylvia….

….. und hier futtert Pavel.

Wir ließen die Bären dann erst einmal in Ruhe. Auf dem Weg zurück sahen wir Luna, die natürlich mitbekommen hatte, das irgend etwas los war. Nicht nur Menschen sind neugierig. Bären sind es mindestens genauso!

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7 comments
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  1. Liebe Gisela
    Eine sehr schoene Geschichte. Sylvia und Pavel
    sind sicher angekommen in Mueritz.

  2. Liebe Gisela!
    Dein Bericht hat mich sehr berührt und begeistert – gerade heute…

    Die Arbeit von “Vier Pfoten” setzt einen Kontrapunkt und man kann diesen Tier- speziell Bärenfreunden gar nicht genug dafür danken, dass sie gequälten und geschundenen Bären nach Jahren des Missbrauchs ein schönes neues Leben ermöglichen. Zu wissen, dass es Menschen gibt, die alles tun, um dem Leid AUF DIESE WEISE ein Ende zu machen und etwas Positives dagegen zu setzen, tut der Seele gut.

    Ich wünsche Sylvia und Pavel, dass sie sich schnell und problemlos eingewöhnen und ein wunderbares Leben im Bärenwald haben werden! Sie und viele andere haben es “sowas von” verdient.

    Ich liebe Bären – ob weiß, braun, schwarz oder schwarz-weiß und weine um die beiden getöteten Bären in Aalborg.

    Liebe Grüße und einen zauberhaften 2. Advent
    Anke

  3. Liebe Gisela,

    danke für deinen ausführlichen Bericht.
    Im Bärenwald in Müritz machen die Pfleger einen tollen Job, und die neuen Bären sind dort
    bestens untergebracht für ein artgerechtes Leben, das sie nun bald ganz entspannt genießen können,
    wenn sie sich an das neue und weitläufige Gehege gewöhnt haben.
    Es ist immer wieder unfassbar, was Menschen dieser Tierart aus Profitgier antut.

    @ Anita, es ist sehr, sehr traurig, dass der Zoo Aarlborg mit dieser Bärentötung wieder Negativschlagzeilen macht.

    Beste Grüße
    Britta-Gudrun

  4. Dear Gisela,

    It’s again so heart warming to see Vier Pfoten in action rescuing bears from miserable living conditions.

    Sylvia and Pavel are two lovely bears that deserve a good home – and now they have on! It’s touching to see them arriving in Bärenwald where a bear paradise is waiting for them.

    I’m very impressed by Vier Pfoten’s efforts. Thank you so much for bringing Sylvia and Pavel to a safe and secure home!

    Thank you, too, for bringing us this touching and interesting report!

    Hugs from Mervi

  5. Liebe Gisela,

    einfach schön, dass wieder zwei Bären befreit wurden.
    GRATULATION!
    Alles gut gegangen und die Bären werden sich in Müritz sehr wohl fühlen. Da bin ich mir sicher!

    Vielen Dank für die schöne Nachricht zum 2. Advent.
    Liebe Grüße
    Anita

  6. Alle lieben und guten Wünsche für die Beiden im neuen Zuhause!

    Liebe Grüße von Brigitte.

  7. Liebe Gisela,
    eine gute Eingewöhnung für die Neuankömmlinge!
    Herzlichen Dank, war sehr interessant den Ablauf so mitzubekommen.
    Liebe Grüße Moni K

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