Bärenwald Müritz – Ja ist denn schon Frühling?

Mar 2nd, 2018 | By | Category: Bärenwald Müritz

2.3.2018 von Gisela H

Genau diese Frage habe ich mir am letzten Wochenende gestellt. Ich hatte ehrenamtlich im Bärenwald zu tun und bin rechtzeitig dorthin gefahren. So blieb genügend Zeit eine Runde durch den Park zu drehen. Zu meiner großen Überrraschung und natürlich auch Freude habe ich 8 Bären gesehen und das mitten im Februar.

Hier kommen ein paar Fotos vom Samstag.

Der erste Bär, der mir vor die Linse kam, war Hanna. Sie lebt in einem kleineren Gehege, das direkt am Empfangsgebäude liegt. Von ihrem Gehege aus hat die Bärin einen direkten Zugang in eine der Aufwach-Boxen des OP-Raumes.

Das ist sehr komfortabel für Hanna, denn so hat sie ohne größere Anstrengungen eine besonder schöne Winterhöhle zu Verfügung. Dort kuschelt sie sich in Sägespäne und kann, wenn sie mag, ziemlich unentdeckt alles beobachten, was vor ihrem Gehege passiert.

Irgendetwas am Boden hat das Interesse der kleinen Bärin geweckt.

Ich dachte schon, dass Hanna ihre Runden um den kleinen Pool drehen würde.

Aber es blieb glücklicherweise bei dieser einen Runde, denn der alte Stamm hatte ihr Interesse geweckt.

Dann hörte Hanna Geräusche auf dem Weg, schaute kurz auf und verschwand in ihre sichere Höhle.

Ich habe mich sehr gefreut, sie mal wieder gesehen zu haben. Nur wenige Meter weiter entdeckte ich den Otto mitten im Gehege. Auch ihn hatte ich schon eine Weile nicht mehr gesehen.

Er hatte es sich im trockenen Laub gemütlich gemacht und sah tiefenentspannt auf. Ein kurzer “bitte nicht stören” Blick in meine Richtung und dann waren wir schon wieder völlig unenteressant.

Plötzlich fiel dem Otto ein, dass er seine Yogaübungen vergessen hatte. Er beschloß, das ganz schnell nachzuholen.

Wie fast den ganzen WInter, ließen sich auch Michal und Tapsi sehen. Während Michal sehr gemütlich aus der großen Röhre herausschaute, die die beiden Bären in diesem Winter zu ihrer Höhle erkoren haben, drehte Tapsi eine kleine Runde durchs Gehege.

Darf ich reinkommen, Michal?

Der Herr des Hauses schien etwas dagegen zu haben. Morgens braucht ein Bärenmann seine seine Ruhe. 🙂

So, wie ich Tapsi kenne, wird er das bereuen. Sie ließ sich jedenfalls nicht ärgern und inspizierte das Gehege.

Ich wusste, dass Tapsi kurze Zeit später ihr Recht auf einen Platz in der Röhre durchsetzen würde und bin weitergeschlendert. In der Nähe des Tipis bewegte sich etwas im Gehege von Mary und Clara.

Es dauerte gar nicht lange und ich wusste, wer da unterwgs war. Es war Clara, die aber nur ganz kurz die Nase in den Wind hielt.

Balou habe ich erst am Sonntag gesehen. Aber ein Stück weiter konnte ich Susi entdecken.
Sie war im Gehege unterwegs und hielt sich sehr nah am Zaun auf.

Es ist wunderbar, sie so dicht vor sich zu haben. Für Fotos ist das allerdings eine Katastrophe.
Egal, ich habe trotzdem welche gemacht.

Als Versteck ist so ein kleiner unbelaubter Strauch nicht besonders gut geeignet. Susi hat es dennoch versucht. 🙂

Hier kommen einfach noch ein paar Nahaufnahmen von Susis lieben, alten Bärengesicht.

Die alte Dame ist schon 37 Jahre alt! Für eine Braunbärin ist das ziemlich alt.

Ich mag die Susi ungalublich gern und wünsche ihr noch viele schöne und lebenswerte Monate oder vielleicht auch Jahre.

In der Hoffnung, einen Blick auf Sylvia und Pavle zu erhaschen, bin ich nicht direkt zum Ausgang, sondern zurück in Richtung Bärenhöhle gegangen. Leider waren die beiden serbischen Bären nicht draußen.

Sylvia lag hinten in der Röhre. Aber Pavle schaute kurz nach, wer da so neugierig war.

Dafür war der Otto immer noch draußen und hielt vielleicht nach dem Frühling Ausschau. Mein kurzes Hallo wurde mit einem kritischen Blick aus den Augenwinkeln beantwortet.

Wenn du leise bist, dann darfst du bleiben.

Ich war leise und die Augen fielen wieder zu. Nach einer Weile waren Stimmen zu hören und sofort ging der Bärenkopf wieder nach oben.

Auf den Fotos kann man gut erkennen, dass nicht nur Ben sondern auch Otto einen kleinen Schlitz im Ohr hat.

Ich hatte das Gefühl, dass der Bär regelrecht Modell gesessen hat. Naja, er ist ja auch ein schöner Kerl!

Als ich kurz vor dem nach Hause gehen noch einmal den kurzen Weg zur Höhle gegangen bin, war Otto immer zu sehen. Allerdings war er mit Aufräumarbeiten in seiner Höhle beschäftigt.

Er schob immer wieder Laub zusammen und holte es nach innen. Man könnte glaube, er würde seine Kissen aufschütteln.

Auch dabe ientging dem Bären nichts, denn zwischendurch riskierte er immer wieder einen kurzen Blick in meine Richtung.

Ich habe ihn nach kurzer Zeit in Ruhe gelassen und bin zum Auto gegangen.

Am Sonntag würde ich ja wieder im Bärenwald sein und da sind dann ganz andere Bilder entstanden. Ich habe Clara und Mary beim Frühstücken und Sylvia und Pavle beim Raufen beobachten können. Das wird aber ein separater Bericht.

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7 comments
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  1. Liebe Gisela,
    es war für zu mild diesen Winter und die Bären scheine auch nicht so recht mit diesen Bedingungen zurecht
    zu kommen.
    Sehr schöne Aufnahmen und ich bin gespannt was du uns noch von deinen Lieblingen berichtest.
    Danke Dir und liebe Grüße Moni K

  2. Liebe Gisela,

    dein Bericht ist ein Gedicht und er ist mir heute ein echtes Highlight.
    Wie gut du die Bären mit ihren besonderen Gewohnheiten und
    Charaktereigenschaften kennst, beschreiben deine liebevollen
    Beobachtungen in jeder Zeile.

    Deine ausdrucksvollen Fotos passen wunderbar zu deinen Beschreibungen!
    Auch liebe ich deine humorvollen Äußerungen zu den einzelnen
    Szenen im Bärengehege, von denen ich nicht sagen, welche mir am besten gefällt,
    weil sie alle bezaubernd sind. Der vorsichtige Blick von Pavle um die Ecke und auch der direkte
    Augenkontakt mit Otto gehören auf jeden Fall dazu.

    Ich freue mich auf den zweiten Teil deines Berichtes, denn angesichts der
    Kälte in den letzten Tagen, werden sich die Bären wohl doch noch einmal
    zu einem längeren Schläfchen in ihre Höhlen zurückgezogen haben.

    Vielen Dank und liebe Grüße!
    Britta-Gudrun

  3. Dear Gisela,

    I know it’s been snowing even in Bärenwald but I wanted to show your fantastic February photos first in KWM.

    Hanna is a beautiful bear. She’s old enough to have experience from hibernation so maybe she’s sure it really is Spring already. 🙂 Herr Otto knows the importance of daily exercises and does his yoga with great brilliance. No wonder he was a bit tired afterwards. I love all the expressions on his face.

    I hope Michal and Tapsi are having a cosy time in their den. – Even Clara has take a break from napping and was curiously examining her surroundings.

    Susi is an old bear but still going strong and looking oh, so beautiful!

    Thank you so much for letting us meet ‘your bears’ again!

    Hugs from Mervi

  4. Liebe Gisela!
    Wieder bringst Du uns wunderbare Bilder und kundige, humorvolle Schilderungen von knuffigen und liebenswerten Bären im Bärenwald. Dankeschön!
    Es muss toll sein, diese Bären bei ihren “täglichen Verrichtungen” zu beobachten und ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten kennenzulernen, besonders wenn es eine Entwicklung vom geschundenen zum zufriedenen und glücklichen Bären gibt. Sag noch mal jemand, Bären hätten keine Mimik… Allein ihre Blicke sprechen Bände.

    Ich habe mich über alle Fotos gefreut, die Bären sehen super aus; auch die alte Dame Susi ist wunderschön und hat ein zauberhaftes Charaktergesicht.
    Ein bisschen mein Liebling ist diesmal der Otto.
    Er hat Deiner Kamera einiges geboten: Yoga- und Entspannungsübungen, gekonntes Posieren, Aufräumarbeiten und sogar Bettenmachen. Ein toller Bärenmann!
    Die Liebesgeschichte von Tapsi und Michal verfolge ich mit großem Interesse und viel belustigtem Veständnis…

    Liebe Grüße
    Anke

  5. Liebe Gisela
    Baerenwald kommt durch deinen Berichte sehr
    detailliert vor. Es ist so schoen die Baeren
    persoenlich kennenzulernen.

  6. Liebe Gisela!

    Ich freue mich immer über deine Berichte aus dem Baerenwald. Gut schauen sie aus, deine Lieblinge, besonders die alte Dame Susi und man merkt, dass sie sich über deine Besuche freuen.

    Liebe Grüße, Erika

  7. Danke liebe Gisela für deinen Bericht und die schönen Fotos von den Bären.

    Weekendgrüße aus Kopenhagen
    Inge