Im Bärenwald wird es Frühling – Teil 1

May 8th, 2018 | By | Category: Bärenwald Müritz

8.5.2018 von Gisela H

Ich war in den letzten Wochen sehr oft im Bärenwald. aber irgendwie fehlt die Zeit zum Berichte schreiben. Mal sehen, wie schnell es mir gelingt, ein bisschen aufzuholen.

In diesem Bericht sind Fotos aus dem März diesen Jahres. Da war rein wettermäßig alles dabei. Wir hatten die ersten milden Frühlingstage, zwischendurch fielen ein paar Schneeflocken, es gab noch viel Nachtfrost und pünktlich zu Ostern ist die Gegend, in der ich leben, komplett im Schnee versunken.

An den wenigen sonnigen Märztagen konnte man bei seiner Runde durch den Bärenwald einige müde Bären entdecken.

Das hier ist Lothar, der gerade seine Winterhöhle verlassen hatte. Er war noch sehr träge. Aber er genoss die ersten Sonnenstrahlen auf seinem Winterfell.

Mary und ihre Tochter Clara waren schon eine ganze Weile wach. Das lag wahrscheinlich an den neuen Bären, die in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft eingezogen waren.

Wer nicht mehr ruht, der bekommt natürlich auch etwas zu fressen. Die Birnen werden zuerst geprüft und danach mit großem Appetit verspeist.

Oops – ein ungebetener Gast ist im Anmarsch. Mary hat ihre Tochter Clara entdeckt. Mutter und Tochter verstehen sich nicht immer gut und bekanntlich hört beim Fressen ja sowieso die Freudschaft auf. Ich finde, der Blick spricht Bände. 🙂

Auch Clara hat einen ganz eindeutigen Gesichtsausdruck. Sie möchte gern mitfuttern. Aber auf Streit mit der Mama kann sie heute gern verzichten.

Wenn ich schnell genug bin, dann kriege ich den Apfel, ohne dass Mama es mitbekommt.

Ha – es hat funktioniert! Oh weh, Mama hat es doch bemerkt!

Clara tut ganz unbeteiligt und Mary scheint ihre Ruhe haben zu wollen. Der Friede war nicht gefährdet und es sah so aus, als würden beiden Bärinnen nun in aller Ruhe ihr Futter suchen. Es war ja sowieso genug für Beide da.

Ganz plötzlich hatte Mary genug und brummte ihre Tochter an. Dann gab sie ihr einen Schubs und Clara saß ganz verdutzt auf ihrem Bärenpopo. Clara zog es dann vor, ein Stück entfernt von ihrer Mutter nach Futter zu suchen. Das klappte prima und der Firede war wieder hergestellt.

Ich bin dann dann weitergegangen. Michal und Tapsi waren nicht zu sehen. Aber Pavle lag gegenüber im Gehege und sonnte sich.

Ich habe dann noch eine zweite Runde gedreht. Lothar war nicht mehr zu sehen. Dafür lag seine Zwillingsschwester Sindi auf einem Hang. Sie hatte sich eine Kuhle gegraben und blickte zufrieden vor sich hin.

Sie schaute nach links und nach rechts und beobachtete sehr genau, was um sie herum passierte.

Wir haben uns ja lange nicht gesehen, schien dieser Blick zu sagen. An mir lag es nicht. Ich war nicht in Winterruhe.

Nur wenige Tage später fiel noch einmal etwas Schnee. Einige der Bären, die schon wach gewesen waren, verschwanden wieder in ihre Höhlen.

Sylvia und Pavle haben in diesem Winter noch keine Winterruhe gemacht. Sie sind ja erst im November in den Bärenwald gekommen und es dauert noch eine Weile, bis alle ihre natürlichen Instinkte wieder erwachen.

Die beiden Bären sind sehr verspielt. Hier beschäftigt sich Pavle mit einem der Äste, die in seinem Gehege liegen.

Schnell hatte er herausbekommen, dass sich so ein Ast hervorragend zum jonjlieren eignet.

So ein Ast ist ein nettes Spielzeug. Aber ein Stamm ist dann doch etwas anderes.
Das ist ein Spielgerät für einen echten Bärenmann, wie Pavle einer ist.

Hm, das Ding sitzt aber fest in der Erde.

Alles Ruckeln und Rühren ist vergebens. Der Baum will einfach nicht fallen.

Wehe du lachst! Ich werde das noch schaffen. Warte es nur ab.

Ach was, lach nur. Ich will den Baum doch gar nicht aus dem Boden ziehen.
Hab´ dich doch nur veräppelt. 🙂

Ähem, das mit der Rinde ist mir aus Versehen passiert. Die war einfach zu lose.

Ich glaube es war schon Ende März, als ich bei Balou gestanden habe. Er war schon ein paar Tage wach. Aber gesehen hatte ich ihn vorher nicht. Der Weg zu ihm führt am Gehege von Lothar und Sindi vorbei. Die beiden Bären waren an diesem Tag nicht zu sehen.

Balou hatte die Hunde und mich bereits bemerkt und begrüßte uns.

Auch er war noch sehr verschlafen. Er sah fast ein wenig verlegen aus.

Auch Bären können sehr verträumt gucken

Wir haben lange am Gehege gestanden. Balou war sehr entspannt. Plötzlich drehte der Bär den Kopf nach rechts. Von dort war eine Gruppe Besucher zu hören.

Man könnte denken, die Störung würde dem Bären ein ganz klein wenig auf die Nerven gehen. Viel Zeit hatte sich die Gruppe nicht genommen und das war ein GLück für mich und für den Bären.

Puh, endlich sind sie vorbei gegangen. Es war wieder Ruhe und der Kopf des Bären sank ins trockene Laub.

Diese Position war wohl nicht gemütlich genug. Balou drehte sich auf die Seite und dann fielen ihm wirklich die Augen zu.

Du hast dir aber viel Zeit bei meinem Nachbarn genommen, schien der Blick von Clara zu sagen.

Ok – sie guckt, als würde sie mir das letztendlich verzeihen. Diesem Blick kann meiner Meinung nach sowieso keiner widerstehen.

An dem Tag habe ich das erste Mal Katja gesehen und mich rieisg gefreut. Katja ist ist eine ehemalige Zirkusbärin und schon sehr betagt.

Pavle war in seinem Gehege unterwegs und hatte nur einen kurzen Blick für mich übrig.
Er war einfach schwer beschäftigt.

Baden oder nicht baden? Diese Frage stand Pavle ins Gesicht geschrieben. Er entschied sich dafür, noch ein paar Tage zu warten.

Michal und Tapsi pflegten ihren Schönheitsschlaf. Nach einer ganzen Weile guckte der Bärenmann in unsere Richtung.

Ach ihr seid es wieder einmal – hallo.

Dann hob auch Tapsi den Kopf. Aber es sah so aus, als wolle sie heute nicht gestört werden.

Na gut, sie war so lieb und setzte sich kurz hin.

Auch Lothar fand es für großere Aktivitäten immer noch viel zu früh im Jahr. Er lag sehr dekorativ im Gehege herum. Ich mag den Bären mit dem ausgesprochenen Charakterkopf.

In meinem nächsten Bericht gibt es Luna im Baum, Michal und Tapsi ganz verschmust und natürlich auch andere liebenswerte Bären.

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5 comments
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  1. Liebe Gisela
    Fruehling in Baerenwald ist sauberhaft. Ich werde deinen Bericht wie immer unterladen und sehr geniessen.
    So viel interessantes und buntes ist dabei.
    Ich bin naturlich wir Lothar..

  2. Liebe Gisela!
    Danke für diese wunderbaren Bärenbilder und Deine liebevollen Beschreibungen.
    Wahrscheinlich ist der Frühling im Bärenwald die schönste Jahreszeit, wenn die Bären aus der Winterruhe kommen und langsam wieder munter werden.

    Wer hat das noch mal mit der fehlenden Mimik bei Bären verbreitet?
    Deine Aufnahmen zeigen das Gegenteil! Diese ausdrucksvollen Blicke, verbunden mit ihrer Körpersprache lassen sehr wohl Schlüsse auf ihre Befindlichkeit zu…

    Bären gehörten, gehören und werden immer zu meinen Lieblingstieren gehören.
    Das begann mit meinem Kindheitsteddy und setzt sich bis heute fort .

    Mir ist durchaus bewusst, dass sie, abgesehen von Plüschbären, keine Kuscheltiere sind und man ihnen besser nicht unvorbereitet in freier Natur begegnet.

    Aber wenn man sich Deine Porträtaufnahmen der einzelnen Bären – die Gesichter und Blicke von Lothar, Sindi, Balou, Clara, Michal und Tapsi – und die herrlichen Bildergeschichten von Mary und Clara, von Pavel oder Balou anschaut, kann man sie einfach nur lieb haben.
    Jeder Bär für sich ist ein Schatz und es ist großartig, dass sie nun, nach teils schweren Zeiten, im Bärenwald leben dürfen.
    Ich freue mich auf die Fortsetzung.

    Liebe Grüße
    Anke

  3. Dear Gisela,

    It’s a pure please – as always – to meet the happy bears in Bärenwald. I can’t comment all the photos so I simply say: I love them all! 🙂

    One of the funniest photos is that of Pavle lying in a ‘Troll pose’. 🙂 I also like his efforts trying to fall the big tree. 🙂

    I hope Balou is happy again and meets the Spring and the Summer with enthusiasm.

    Clara must have one of the most beautiful bear faces! She is adorable!

    Katja is a lucky bear having been rescued from the circus. I’m sure she will have a good life in Bärenwald.

    Thank you so much for the greetings from Bärenwald. These bears always put me in a good mood!

    Hugs from Mervi

  4. Liebe Gisela,

    ich liebe deine Bärenfotos und deine Beschreibungen dazu.
    Wie Anke schon schrieb, die Mimik der Bären ist unverkennbar und sehr ausdrucksstark
    entgegen aller anderen Aussagen von sogenannten Fachleuten, die das verneinen.
    Ihre Neugierde und Reaktion auf deine Anwesenheit ist eindeutig.
    Mein Liebling ist zurzeit Clara mit dem milchkaffeebraunen Kopf, aber alle anderen
    stehen ihr an Schönheit nicht nach.
    Ich freue mich auf deine Fortsetzungsgeschichte und grüße sehr herzlich!
    Britta-Gudrun

  5. Liebe Gisela,
    wie schön,daß so viele Bären schon wieder zu sehen sind und die Winterruhe gut überstanden haben.
    Keine Mimik bei Bären das kann man bei deinen Bildern nicht sagen, die Blicke sind schon sehr
    aussagekräftig.
    Herzlichen Dank, schöne Bilder von den Bären in Müritz und ich freue mich auf mehr!
    Liebe Grüße Moni K