Im Bärenwald wird es Frühling – Teil 2

May 18th, 2018 | By | Category: News from the Bear World

18.5.2018 von Gisela H

Diesen Bericht eröffnet Luna, die kleine Bärin, die im letzten Jahr aus Albanien gekommen ist. Sie hatte im Spätherbst nach einem guten halben Jahr im Bärenwald entschieden, in Winterruhe zu gehen.

Sie hat sogar ihre eigene Höhle gegraben. Das ist eine unglaubliche Leistung für die Bärin, die ohne ihre Mutter aufwachsen und in einem Käfig auf einem Jahrmarkt leben musste.

Im März ist sie aus ihrer Höhle gekommen und war in den ersten Tagen sehr nervös.
Sie kann ihre schlimme Vergangenheit nicht so schnell vergessen, wie wir es ihr wünschen würden. Leider ist das so.

Relativ schnell hat Luna entdeckt, dass da ein super Kletterbaum im Gehege steht.
Man hat oft das Gefühl, dass sie nach oben saust, wenn sie ihre Ruhe haben will.

Die Fotos habe ich an dem Tag gemacht, als zwei Tierärzte aus dem IZW Berlin im Bärenwald waren, um Balou, Pavle und Sylvia zu untersuchen. Pavle sollte außerdem kastriert werden.

Ich war rechtzeitig da und hatte noch ein paar Minuten Zeit, um zu Luna zu gehen. Sie saß bereits hoch oben im Baum.

Für einen Blick nach unten hatte sie Zeit, dann musste sie wieder in die Ferne schauen.

Man könnte glauben, dass Luna sich königlich über mich und meine Versuche, sie gut auf’s Bild zu bekommen, amüsiert hat.

Dann machte sie es sich in der Astgabel so richtig gemütlich. Da auf der Seite des Geheges Sichtschutzmatten angebracht sind, war es nicht so einfach zu fotografieren. Aber mit ein bisschen Suchen habe ich die süße Bärin dann doch ganz gut vor die Linse bekommen.

Hoch oben im Baum sah sie seeeeehr enspannt aus.

Das Eingewöhnungsgehege von Sylvia und Pavle, den neuen serbischen Bären, befindet sich ganz in der Nähe von Lunas Gehege. So konnten wir im Laufe des Tages immer mal einen Blick auf die kleine Bärin werfen.

Zum Beispiel, als die serbischen Bären (nacheinander) in Narkose gelegt wurden. Luna fand das alles irgendwann nicht mehr so spannend. Sie überlegte baden zu gehen. Aber an dem Morgen entschied sie sich aber dagegen.

Am Nachmittag saß das Bärchen wieder im Baum. Sie hatte sich die Astgabel zu einem richtigen Stuhl umfunktioniert.

Irgendwie schien der Tag für Luna gut gewesen zu sein. Sie sah nämlich ziemlich zufrieden aus.

Diese Enrichments werden mit Hundepellets gefüllt. Die Bären müssen erkunden, wie sie diese Leckerei dann herausbekommen.

Die folgenden Bilder habe ich eine Woche später gemacht. An dem Tag hatte ich einen Kindergeburtstag zu betreuen. So ein Geburtstag im Bärenwald ist mit einer Schatzsuche verbunden.

Bevor die Kinder kommen sind die Hinweise, die zum Schatz führen, Teile der Schatzkarte und natürlich auch der Schatz zu verstecken. Bei dieser Arbeit sind mir nur entspannte Bären begegnet. Ich hoffe ja, sie verraten nicht irgendwann, wo die Verstecke sind, die die Kinder finden müssen.

Das hier ist Clara, die hübsche Bärin mit dem honiggelben Fell am Kopf.

Sie legt sehr häufig und ganz offensichtlich gern ihren Kopf auf die Vorderbeine.

Sindi lag ganz vor im Gehege. Es ist nicht einfach in so einer Situation Fotos zu machen, auf denen keine Stromdrähte sind. Aber es ist unglaublich schön, dem Bären so nah zu sein und dann noch von ihm angeschaut zu werden.

Ich habe fast auf dem Bauch gelegen

Übrigens klettert nicht nur Luna. Auch Ida macht das hin und wieder. Sie hatte aber keine Lust, wirklich bis nach oben zu steigen. Ein Stück genügte ihr, dann kletterte sie wieder nach unten.

Ich bin noch einmal bei Luna vorbeigekommen, die gerade aus ihren Teich gestiegen ist.
Zu spät…

Nach so viel Bewegung war das Bärenmädchen müde, machte es sich am einem Baumstamm gemütlich und döste vor sich hin.

Ida war im letzten Winter die “Langschläferin” unter den Bären. Sie war noch im Energiesparmodus unterwegs, aber schon sehr interessiert an allem, was im und vorm Gehege so los war.

Zwischendurch musste natürlich immer wieder ein Päuschen gemacht werden. Nach so langer Zeit muss Bär ja schließlich auch erst wieder in die Gänge kommen.

Bei Tapsi und Michal wurde ich Zeuge eines kleinen Gespräches.

Hallo Michal, was gibt´s denn?

Hallo meine Schöne, du duftest so gut. Ich würde sehr, sehr gern ein bisschen mit dir schmusen. Sag, was hältst du davon?

Naja, im Grunde ist das eine wunderbare Idee.

Du weißt ja, wie sehr ich dich mag.

Aber sieh doch mal nach vorn. Da sind so viele neugierige Leute am Zaun. Wenn schon Schmusen, dann aber bitte ungestört und unbeobachtet.

Oh, du hast Recht, die gucken auch noch alle zu uns! Haben die nichts Besseres zu tun?

Ich glaube, die brauchen eine Ansage von mir.

Vielleicht genügt es, wenn ich mal so richtig brummig gucke.

Oha, sie gehen weiter! Es hat geklappt meine Schöne. Jetzt sind wir fast allein.

Nun komm schon und laß uns einfach ein ungestörtes Plätzchen suchen.

Dann gingen die beiden Bären und ich weiß leider nicht, was danach weiter geschah.

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8 comments
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  1. Dear Gisela,

    I’m sure Luna charmed everybody when she came to Bärenwald and she keeps on charming us! What a cute, sweet bear girl she is!

    She must also be very curious wanting to see what’s going on around her. She’s a very talented climber and seems to be able to make herself comfortable even in a tree. 🙂

    It’s always a great pleasure to see the devoted couple Michal and Tapsi together. I just love the ‘conversation’ between these two. I’m sure you heard exactly what they were talking about!! 🙂

    Thank you so much for this wonderful report! I wish you and all the bears and keepers in Bärenwald a pleasant Summer time!

    Hugs from Mervi

  2. Liebe Mervi,

    ich hoffe ganz sehr dolle,man kann auch nach Einführung der DSVO hier noch so normal alle schönen Einträge lesen?!

    LG Brigitte

  3. Dear Brigitte,

    I’m trying to take all the precautions. Let’s hope things will be working even after the 25th of May!

    Hugs from Mervi

  4. Liebe Gisela!
    Danke für diesen schönen, mit wunderbaren Bildern gespickten Bericht aus dem Bärenwald.

    Super, dass Luna, trotz ihrer schlimmen Vergangenheit in einem Käfig, ihre Instinkte wiederentdeckt und sich sogar eine eigene Höhle gegraben hatte.
    Dass sie außerdem zu bestimmten Gelegenheiten und wenn sie sich unsicher fühlt, auf einen Baum klettert und es sich auf einer Astgabel gemütlich macht, zeigt, dass sie sich eingewöhnt hat und ihre neue Umgebung bei der Lösung von Problemen nutzt. Sie sieht toll aus!

    Auch Clara, Sindi und Ida wirken in sich ruhend und entspannt, man sieht, dass ihre Lebensgeister nach der Winterruhe nur langsam wieder erwachen.

    Herzerwärmend sind die Turtelbärchen Tapsi und Michal. Was mich erstaunt, ist, dass die zwei so offensichtlich aufeinander “fliegen” und Körperkontakt suchen, obwohl Michal doch kastriert ist.
    Oder werden die Bärenmänner nur sterilisiert?
    Auf jeden Fall gönne ich Tapsi und Michal ihre “geheimen” Kuschelstündchen von Herzen!

    Liebe Grüße
    Anke

  5. Danke,Mervi,ich hoffe es auch!!!

    Hugs von Brigitte

  6. Danke Gisela, tolle tolle Fotos. Danke für Bericht aus dem Bärenwald.
    …………………………………………

    Wochenendegruße aus Kopenhagen
    Inge

  7. Liebe Gisela,

    deine Fotoserie ist wieder ein Gedicht – eines schöner als das andere.
    Ich freue mich so über die Fortschritte von Luna, die langsam lernt
    ihre Ängste zu überwinden und im Baumgeäst Schutz findet, wenn
    ihr etwas nicht geheuer ist.

    Deine Fotos auf Augen- bzw. Bodenhöhe belohnen dich mit ausdrucksstarken
    Bärengesichtern von denen ich nicht sagen kann, welches mir am besten gefällt.
    Jeder Bär ist pachtvoll und mit sehr unterschiedlichen Farben auch gut auseinander zu halten.

    Der Dialog zwischen Tapsi und Michael ist heute das Sahnehäubchen in deinem Bericht,
    und ein bisschen Diskretion brauchen auch die tierischen Turteltäubchen, nicht wahr?

    Vielen lieben Dank und herzliche Grüße!
    Britta-Gudrun

  8. Liebe Gisela
    Maerechenhafte Geschichte und Photos.

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