Frankfurter Bonobo-Baby findet Familienanschluss

Aug 31st, 2018 | By | Category: Featured articles

31.8.2018 – Quelle: Pressemitteilung von Wilhelma

Oma wird’s richten: Durch das Zusammentreffen mit seiner Großmutter Kombote in der Wilhelma hat ein kleiner Bonobo aus dem Zoo Frankfurt möglicherweise das große Los gezogen. Im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart bekommt Xhosa eine zweite Chance, unter seinesgleichen aufzuwachsen. Die ersten Schritte waren so vielversprechend, dass er ab jetzt auch für die Besucher zu sehen ist.

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In den ersten acht Monaten seines Lebens hatte Xhosa viel Pech. Denn seine Mutter Kamiti, eine Tochter von Kombote, hatte zwar ihr vorheriges Kind problemlos angenommen, wollte aber ihren jüngsten Sohn partout nicht aufziehen. Nach sechs Tagen mussten die Frankfurter Tierpfleger den immer schwächer werdenden Säugling zu sich nehmen und mit der Flasche aufpäppeln.

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Sie haben alles versucht, ihn wieder seiner Mutter zurückzugeben, aber es hat nicht geklappt. In der großen Bonobo-Gruppe der Wilhelma besteht nun die Hoffnung, dass eines der Weibchen den Kleinen adoptiert. Aus diesem Grund empfahl das Europäische Erhaltungszuchtprogramm den Transfer nach Stuttgart.

Zum Beispiel wäre Haiba, die 2001 selbst im Zoo Frankfurt geboren wurde, eine gute Kandidatin. Für den ersten Kontakt setzten die Pfleger noch Kombote hinzu, die als Chefin in der Menschenaffen-Sippe das Sagen hat und für die Gruppendynamik entscheidend ist. Denn bei den Bonobos herrscht das Matriarchat. „Überraschenderweise war es dann aber die über 50 Jahre alte Kombote selbst, die das größere Interesse an Xhosa zeigte“, sagt Kuratorin Marianne Holtkötter.

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Dabei hat Kombote bereits Ururenkel und ist eigentlich längst von Mutterpflichten frei. Ganz behutsam nahm sie Kontakt mit Xhosa auf: Während er sich vorsichtig zurückhielt, erfand sie – statt ihn sofort anzufassen – einfühlsam verschiedene Arten, ihn zum Spielen aufzufordern.

Revierleiterin Bea Jarczewski berichtet: „Kombote ist wirklich schon eine Seniorin, hier hat sie sich aber wie ein Kind verhalten. Sie ist mit dem Kopf nach unten auf Xhosa zugegangen, hat ihn mit einem Ball zum Spielen animiert oder sich auch mal ein Tuch über den Kopf gezogen, um ihn neugierig zu machen.

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Das Eis war gebrochen, als sie ihn geschickt mit einer Decke auf ihren Bauch zog, ihn hochhob und in der Luft strampeln ließ. Er schüttelte sich buchstäblich vor Lachen und ist seither in ständigem Körperkontakt zu seiner Oma.“

Die Kuratorin freut diese Entwicklung sehr. „Xhosa hätte nichts Besseres passieren können“, sagt Holtkötter. „Wenn ihn die Matriarchin in ihre Obhut nimmt, hat er einen guten Schutz in der Gruppe.“ Männchen haben bei den Bonobos einen schweren Stand und männliche Jungtiere ohne ihre Mutter in der Gruppe nichts zu melden.

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Für die Zukunft junger Affen, die aus der Handaufzucht kommen, ist es entscheidend, so früh wie möglich in eine Gruppe aufgenommen zu werden. Sonst lernen sie das arttypische Verhalten nicht und haben später Probleme, unter Artgenossen zurecht zu kommen. Daher beschränken die Pfleger den menschlichen Kontakt auf das Nötigste: Weil Kombote ihren Enkel nicht stillen kann, bringt sie Xhosa, wenn er Hunger hat, an den Gehegerand. Dort geben ihm die Pfleger das Fläschchen durch das Gitter. Ansonsten kann Xhosa jetzt ganz Bonobo unter Bonobos sein.

Foto: Wilhelma, Stuttgart

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10 comments
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  1. Dear Mervi!
    Thank you for the good news from the Wilhelma!
    There cannot be enough of this kind of news in these times!
    I´m happy for cute little Xhosa that his Grandma is taking care of him from now on.
    I wish him the best of luck!

    Hugs
    Anke

  2. Dear Mervi!
    Thank you for the goot news about Xhosa. It is wonderful that the Grandma took the child. I wish the whole Bonobo Family all the best.
    Hugs
    Ludmila

  3. Da freu ich mich aber auch sehr drüber!

    LG Brigitte

  4. Mervi
    It has been a while since we visited the Wilhelma.
    Thank you for bringing us this heartwarming story.
    Let us hope we can follow the little one in the coming years.

  5. Bonobos sind ja an sich schon entzückende Affen. Ich zumindest mag sie sehr. Dieser kleine junge Mann, der nun hoffentlich wirklich das große Los gezogen hat, ist ein extrem Hübscher. Ich hoffe, dass seine Artgenossen das auch sehen und wenn er auch noch niedlich ist – was ich fast annehme – wird er nun, nach einem zunächst schweren Start ins Leben, vielleicht noch weiterhin richtiges Glück haben!

    Toi-Toi-Toi!

    Und vielen Dank für den – wie immer von der WILHELMA-PRESSABEILUNG(!) – interessanten und gut zu lesenden Bericht und die schönen Bilder.

    KOMBOTE scheint eine sehr kluge Affen-Vorsitzende zu sein 🙂
    Schon doll, dass sie den kleinen XHOSA zum Fläschchen bekommen ganz freiwillig an den Gehegerand bringt!

  6. Liebe Mervi,

    diese Geschichte ist berührend und bezaubernd zugleich, weil sie höchstwahrscheinlich ein Happy End haben wird. Schon der besondere Schutz durch die Chefin Kombote ist die beste Lebensversichrung und Integration für ihren kleinen Adoptivsohn.

    Soweit ich weiß, hat die Wilhelm schon öfters verwaise Affenkinder auch in einem Art Affen-Kindergarten großgezogen.

    Viel Glück keiner Xhosa!

  7. Eine schöne Geschichte mit einem guten Ende.
    Ich wünsche Xhosa ein gutes Leben in seiner
    neuen Gruppe mit der eigenen Grossmutter.

  8. Liebe Mervi!

    Wie schön, dass der Kleine so eine tolle Oma hat! Ich wünsche den Stuttgarter Bikinis alles Gute!

    Liebe Grüße, Erika

  9. Liebe Mervi

    Vielen Dank für diese wundervolle Geschichte.
    Alles Guten den Beiden.

    Erfreute Grüße,
    Anita

  10. Liebe Mervi,
    alles Gute für den kleinen Xhosa, das sieht nach einer gelungenen Integration aus.
    Liebe Grüße Moni K

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