Polarium Rostock Ende November – die Vergesellschaftung wird vorbereitet

Dec 7th, 2018 | By | Category: Rostock

7.12.2018 von Gisela H

Ich lasse jetzt die Bilder von meinem zweiten Novemberbesuch weg. Die kann ich noch etwas später zeigen.

Ende November wurde es in Rostock spannend. Die Pfleger haben den Vollschieber auf der Anlage geöffnet und so konnten sich die Bären auf der Anlage durch ein Gitter kennenlernen. Das war ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Vergesellschaftung vorbereitet wurde.

Natürlich war ich neugierig, wie sich die Bären verhalten würden und bin deshalb nach Rostock gefahren. Akiak hatte am Vortag Geburtstag und deshalb hatte ich Melonen und Spielzeug dabei. Die Melonen sollten die Bären gleich am frühen Morgen bekommen.

Akiak schien schon auf seine Leckerei zu warten.

Schmeiß´ sie ruhig ins Wasser, die süße Vitaminbombe.. Ich werde sie mir eins, zwei fix heraus holen.

Gesagt, getan. Akiak jonglierte die Melone geschickt durch das Wasser und brachte sie sicher ans Ufer.

Es machte viel Freude zu sehen, wie es dem Bären schmeckte.

Akiak leckte jedes Stückchen Fruchtfleisch aus den Schalen heraus.

Mit einem besonders liebenswerten Teddybärenblick bedankte er sich für die Leckerei.

Der Bär beendete sein Mahl und die Krähen und Möwen hofften auf ihre Chance. Vielleicht wäre ja noch der eine oder andere Krümel zu finden.

Nach dem Obstfrühstück ging Akiak eine Runde schwimmen.

Nach Akiak waren die Mädels dran. Da Sizzel seit einigen Tagen nicht mehr ins Wasser sprang, wurde ihr die Melone mit einem gekonnten Wurf ganz dicht am Ufer serviert.

Sie kannte wohl keine Melonen und hatte sich anfangs nicht für das köstliche Obst interessiert. Aber sie hatte Noria genau dabei beobachtet, wie sie sich die Melonen schmecken ließ, irgendwann gekostet und die Dinger für gut befunden.

Deshalb machte sie kein langes Federlesen und biss herzhaft in die Melone hinein. Gut festhalten und darauf achten, dass das runde Ding nicht ins Wasser fällt und davon schippert.

Der Anfang war gemacht! 🙂

Dann platschte es plötzlich im Graben und die Melone für Noria landete im Wasser. Niemand konnte ahnen, dass die kleine Bärin ausgerechnet an diesem Tag keine Lust zum Schwimmen hatte.

Noria machte sich lang und guckte. Aber die Strömung im Wasser sorgte dafür, dass die Melone einfach nicht ans Ufer trieb.

Auch ihr verwunderter Blick nach oben nutzte nichts.

Sizzel war schnell und von ihrer Melone war nach kurzer Zeit nicht mehr viel übrig. Das störte Noria nicht. Sie ging zu Sizzel, um ein paar Reste abzustauben.

Sizzel war so nett und überließ der kleinen Bärin großzügig einen Teil der Schale.

Hm, die war wirklich fein säuberlich leer gefuttert.

Es sah fast so aus, als würde ein lautloser Disput zwischen den Bärinnen stattfinden. Vermutlich ging es dabei ums Teilen.

Aber das Ganze lief absolut friedlich und spielerisch ab und am Ende zeigten beide Bären, dass sie sich mögen.

Auch Noria und Sizzel beherrschen den Wettbewerb um die größte Klappe. Noch ist es so, dass Sizzel um Haaresbreite gewinnt.

Am Ende lag Sizzel satt und zufrieden auf einem Sprungefelsen und beobachtete die Menschen vor der Anlage.

Noria zog die Oberlippe lang und ärgerte sich, dass die Melone einfach nicht zu ihr geschwommen kam.

Als sich dann der Vollschiebe hob, war die Sache mit der schwimmenden Melone vergessen. Es war der zweite Tag, an dem sich die Bären auf der Anlage sehen konnten.

Noria hatte bereits am Vortag Kontakt zu Akiak aufgenommen. Sie stand völlig unbeeindruckt vor dem Bärenmann und beguckte sich den schönen Bärenmann.

Sizzel war viel vorsichtiger und näherte sich dem Schieber mit gesenktem Haupt und einer sehr langen Nase.

Akiak war von Anfang an sehr interessiert an den Mädels. mmer wieder gingen die Bären zum Schieber und beobachteten, was auf der Nebenanlage los war. Das ganz lief völlig ohne Brüllerei oder Aggressionen ab. Besser kann es eigentlich gar nicht gehen.

Selbst als die Bären auf dem großen Sprungefelsen ruhten, brach der Kontakt nach nebenan nicht ab.

Akiak signalisierte immer wieder, dass er gern zu den Bärinnen wollte.

Als der Schieber nicht aufging, suchte der Bärenmann sich eine andere Beschäftigung. Da lag doch noch ein Teil seiner Geburtstagstorte am Wasserbecken.. Die schmeckte auch heute noch sehr lecker.

Ich finde, der große Bärenmann hat ein richtiges Teddybärengesicht.

Er ist ein prachtvoller Bär.

Der Bär ging und die Möwen und Krähen übernahmen die Torte.

Wenn man den Akiak laufen sieht, dann kann man gut erkennen, dass da noch viel Platz im Anzug ist. Mit seinen 4 Jahren ist er noch recht schlaksig. Ich möchte nicht wissen wie der Bär aussieht, wenn er ausgewachsen ist.

Als ich wieder am Bestandsgraben angekommen war, war Sizzel mit der zweiten Melone beschäftigt. Sie hatte genau den Moment erwischt, als diese in Ufernähe gekommen war und ihre Chance ergriffen.

Noria versuchte gar nicht erst, Sizzel die Melone abzunehmen. Sie hatte inzwischen längst begriffen, dass sich ein Streit mit der ein Jahr älteren Bärin nicht lohnt. Sie lag zufrieden auf dem Sprungfelsen und genoss den Blick über den Zoo.

Am Mittag gab es dann Geburtstagsgeschenke. Ein großer gelber Ball und ein blaues Crazy Egg landeten im Mulch.

Als erstes kam die unglaublich verspielte Noria angeflitzt. Sie hatte sich das blaue Ei ausgesucht.

Aber es ist bei Bären nicht anders als bei Kindern. Was einer hat, muss der andere unbedingt auch haben.

Sizzel, die ja ein Jahr älter ist, ging als Siegerin aus der kurzen Auseinandersetzung hervor. Man kann gut sehen, wie sauer Noria war. 🙂

Sizzel brüllte noch einmal nach und Noria hatte verstanden…

Na gut, dann nehme ich eben den schönen gelben Ball, schien die Bärin zu denken. Sie brachte in schnell in Sicherheit und sauste zum Tauchbecken.

Ins Wasser geworfen wurde der Ball ganz elegant im stehen ….

Mit einem großen Platsch landete er im Wasser und die kleine Bärin flog hinterher.

Natürlich bin ich schnell ins Haus geflitzt, um Noria spielen zu sehen.

Akiak hatte natürlich auch etwas bekommen. Für ihn hatten die Pfleger einen Kanister mit leckerem Fisch vorbereitet. Er holte ihn zügig aus dem Wasser.

Zu unserem großen Erstaunen brachte der Bär den Kanister zum Sichtschieber und legte ihn dort ab.

Es hatte fast den Anschein, als wolle er den Mädels ein Geschenk machen.

Inzwischen war ich noch zweimal in Rostock bei den Bären, denn letzte Woche Donnerstag wurde der Schieber komplett geöffnet. Seitdem sind die drei Bären zusammen und es klappt recht gut.

Noria und Akiak verstehen sich blendend. Sizzel weicht dem Bärenmann aus und beobachtet alles aus sicherer Entfernung. Aber sie fasst von Tag zu Tag mehr Vertrauen und das wird mit Sicherheit gut werden.

Hier ein paar erste Bilder. Der Bericht folgt in Kürze.

Noria und Akiak

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5 comments
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  1. Liebe Gisela,
    man merkt, daß du einiges von Bären verstehst so wie du alles erzählst.
    Es freut mich bärig, daß die Zusammenführung so gut funktioniert und auch Sizzel wird sich daran gewöhnen
    dass Akiak jetzt mit auf der Anlage ist.
    Der Größenunterschied ist enorm und wenn Akiak weiter wächst wird er der größte Eisbär in Deutschland sein.
    Vielen Dank, tolle Bilder und ich freue mich auf deinen nächsten Bericht.
    Liebe Grüße Moni K

  2. Liebe Gisela!
    Das sind sehr erfreuliche Nachrichten aus dem Polarium in Rostock und Deine Fotos sind vom Feinsten.
    Alle drei Bären sehen super aus. Akiak erinnert mich mit seinem Charme, seiner Größe und seinem lieben Teddy Gesicht ein bisschen an Yoghi.

    Wie schön, dass sich Noria und Sizzel auf Anhieb verstanden haben und erstaunlich, dass sich ausgerechnet die kleine Noria getraut hat, den großen Akiak zum Spielen aufzufordern. Sizzel wird hoffentlich auch bald merken, dass Akiak ein toller und lieber Bär ist und sich dem Spiel anschließen.
    Dafür drücke ich alle Daumen.
    Danke für diese herzerwärmenden Eindrücke aus einem tollen Zoo!

    Liebe Grüße
    Anke

  3. Dear Gisela,

    Akiak is already a very impressive looking polar bear but he still has a cutest ‘baby face’. 🙂

    Sizzel has decided how she wants her melon served – right under her nose. 🙂

    It looks like Sizzel is the ‘boss’ for the time being but Noria seems to be a tough polar bear girl so maybe the roles will be changed soon ….

    It’s interesting to see that Noria is more interested in Akiak than Sizzel.

    The behaviour of young polar bears really reminds that of small children. Even though there are several toys they just have to have one special toy. 🙂

    I’m curious to see the first meeting between Akiak and the girls. Thank you so much for this wonderful report!

    Hugs from Mervi

  4. Liebe Gisela,

    die Vergesellschaftung hört sich gut an und sieht vielversprechend aus.
    Wenn es um Leckereien geht, lernen die Bären ganz schnell.
    Beim Spielzeug ist es nicht anders als bei Kindern – das was der andere
    hat ist begehrenswerter als der eigene Besitz.
    Gut, dass sich die beiden Damen schnell einigen konnten.

    Vielen Dank für die guten Nachrichten und tollen Fotos aus Rostock!
    Liebe Grüße
    Britta-GUdrun

  5. Liebe Giseal H – Deine Erzählung von den gemachten Beobachtungen bei den schönen 3 Eisbären im neuen Rostocker Polarium machen mindestns genau so viel Freude wie Deine aussagekräftigen Fotos.

    Vielen Dank Dir (und MERVI als ‘KWM’-Editorin) für dieses Samstagmorgen-Schmankerl, das mich nun allerdings von im Moment Wichtigerem abhielt und jetzt entsprechend in etwas Stress treibt 😉

    Besonders schön finde ich übrigens das Foto von AKIAK (schöner Bär! schöner Name!) inmitten von Möwen und Raben, das der auf dem Sprungfelsen thronenden NORIA auf dem Sprungfelsen und natürlich alle Bilder mit Bällen und Kanister und dem kleinen UnterwasserTanz ganz am Schluss.

    Ich bin schon sehr auf Deinen nächsten Bericht gespannt, wenn dann bestimmt NÒRIA, SIZZEL und AKIAK without frontiers sein werden!