‘A Perfect Day’ – Tierpark Friedrichsfelde am 29.05.2019

Jun 6th, 2019 | By | Category: Featured articles

6.6.2019 by Anke B, Photos: Tierpark Berlin

Einen Tag vor Christi Himmelfahrt, am Mittwoch, den 29.05. verbrachten Thomas und ich fünf herrliche Stunden im Tierpark. Das Wetter war perfekt: 24°C im Schatten, Sonnenschein mit leichter Bewölkung und es wehte eine sanfte Brise. Alles war grün, viele Sträucher und Blumen blühten und besonders der Rhododendron zeigte sich in voller Pracht, von Rosa bis zu einem tiefen Bordeaux.

Anders als beim letzten Mal fuhren wir von Wilmersdorf aus den größten Teil der Strecke mit der Ringbahn bis „Frankfurter Allee“ und den Rest mit der U5 bis „Tierpark“. Das bedeutete für uns nur zweimal umsteigen und eine Zeitersparnis von ca.10 Minuten. Die Gesamtfahrzeit, auch zurück, fiel trotzdem nicht unter eine Stunde.

Diesmal gab es keine langen Schlangen an der Kasse, wir kauften unsere Tickets, konnten gleich durchgehen – und blieben sofort bei der WG von Baumstachlern und Präriehunden „kleben“. Monikas vor kurzem erschienener Bericht animierte uns, an der gemeinsamen Anlage der Baumstachler und Präriehunde stehen zu bleiben. Solche Szenen wollten wir auch sehen.


Foto: Monika aus Berlin

Diesmal hatten wir Glück und konnten die Präriehunde mit ihren Minis beim Frühstück beobachten. Wie niedlich war das denn? Anders als in Monikas Bericht fraßen Baumstachler und Präriehunde zunächst nicht gemeinsam, da die Baumstachler noch nicht aufgestanden waren und sich in zwei unterschiedlichen Höhlenöffnungen aufhielten. Der Papa kletterte dann als erster eilig, aber recht unbeholfen, mit dem Po zuerst an einem Baumstamm nach unten, das verstreute Frühstück – Heu, Körner, Nüsse und eine bunte Mischung aus Gemüse- und Obststückchen war einfach zu verlockend.

Die inzwischen gewachsenen Präriehund Minis hatten kaum noch Respekt vor ihm, wichen ihm nur widerstrebend aus und setzen sich in geringem Abstand gleich wieder hin, um aufrecht sitzend weiter zu fressen. Die ganz kleinen flitzten allerdings immer noch in naheliegende Löcher des Baus, sobald sich der dunkle Stachlige näherte. Langsam machten sich auch die Baumstachler Mutter und ihr Kind ausgehfertig. In der dunklen Öffnung der Höhle war einiges Gewusel zu erahnen. Als sich beide dann langsam auf den Weg nach unten machten und wir endlich auch das ausgesprochen drollige Kind ausgiebig in Augenschein genommen hatten, gingen wir weiter.

Tonja und ihr Turbotöchterchen übten inzwischen eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf uns aus. Ihre Fütterung hatten wir allerdings bereits verpasst… Sie befanden sich beide im Wasser, schwammen und spielten mit dem „Puck“, einem runden Kunststoffteil von ca. einem Meter Durchmesser. Das Wasser spritzte nur so. Erfrischend! Die Kleine ist seit unserem letzten Besuch wieder ein ganzes Stück gewachsen.

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Nachdem wir den Wasserspielen eine Weile zugesehen haben, sind wir in Richtung des Cafés Kakadu weitergegangen. Dort befindet sich die erste Station der bunt bemalten Elektrobahn. Weil wir bis zur Abfahrt noch 15 Minuten Zeit hatten, besuchten wir die Voliere der schönen Rosa Kakadus, die vor ein/zwei Jahren noch im Vogelhaus des Berliner Zoos lebten, tranken Kaffee und aßen unsere mitgebrachten Käse-Schinken Croissants.

Tierpark Plan

Dann sind wir gemütlich ein paar Stationen mit der Bahn bis zum Restaurant Patagona gefahren, sahen unterwegs den „Futter-Express“, einen Holzkarren gefüllt mit Heu und anderen Futtermitteln, der, begleitet von zwei Pflegern, von einer Schraubenziege gezogen wurde und sind dann u.a. an den Kattas, den Przewalskipferden, Davidshirschen, Eseln und am neugestalteten Affenhaus  vorbei, in dem wir uns kurz umgeschaut haben, bis auf den höchstmöglichen Punkt des Tierparks gestiegen. Dort befindet sich nämlich das Gehege der wunderschönen Manule, einer Wildkatzenart, die ich diesmal unbedingt sehen wollte.

Sowohl bei den Kattas, den Wildpferden und den Davidshirschen gibt es Nachwuchs, den wir natürlich gebührend bewunderten. Es war wie gesagt ein sehr schöner Tag, mit 24° C im Schatten, aber in der Sonne um einiges heißer… und dort oben in der Berglandschaft war es definitiv sonnig, sehr heiß und wir kamen leicht keuchend und schwitzend oben an. Den Schotterweg dorthin, ein sogenannter „Sommerweg“, der sich serpentinen- bzw. zickzackartig nach oben windet, haben wir nicht auf Anhieb gefunden, aber ein netter Pfleger half uns weiter. Die Manule haben uns die Anstrengung und die Schweißbäche, die uns den Rücken herunterliefen, nicht gedankt. Sie schliefen irgendwo versteckt im Schatten und waren nicht zu sehen.

Egal, wir sahen auf unserem Weg dort oben dafür die Altai Luchse, die Gold Takine, Riesen-Seeadler, Marco Polo Schafe, Alpensteinböcke, Dallschafe und andere Bergbewohner. Fast alle Tiere befanden sich im Schatten, sofern vorhanden, entweder schlafend oder im Ruhemodus. Nur die imposanten Riesen-Seeadler stießen von Zeit zu Zeit sehnsuchtsvolle Schreie aus und ich dachte wieder einmal, dass es eine Sünde ist, solch große Vögel in Gefangenschaft, ohne ausreichende Flugmöglichkeiten zu halten…

Gold Takin Baby

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Auf dem Rückweg sind wir auch bei unterschiedlichen Kranichen vorbeigekommen, die ich alle sehr schön fand. Zwei dieser eindrucksvollen Vögel begleiteten uns, ebenso wie ein Rotbüffel, den Zaun entlang, soweit es das Gehege erlaubte. Wir waren außerdem im Variwald, bei den Elefanten, den asiatischen – Edgar! – und afrikanischen – Kariba! – , der Panzernashorn Familie, den Vierlingen bei den Sumatra Tigern, die faul im Schatten abhingen und natürlich auch noch mal bei Tonja und Hertha, die wir an diesem Tag fast nur im Wasser erlebt haben. Die Aufzählung ist bei weitem nicht vollständig…

Nach ausgiebigen Spielszenen im Graben setzte sich Tonja auf einen Felsen am Ufer und neckte ihre Tochter, indem sie ihr die Tatze vor die Nase hielt und zurückzog, sobald Hertha zubeißen wollte. Die Kleine ging anfangs nur zu gerne auf dieses Spiel ein, aber dann wurde sie richtig wild und böse, brummte laut und schaffte es, Tonja mehrmals in die Tatze und in die Ohren zu beißen. Tonja, die bis dahin sehr geduldig mit ihrem hyperaktiven Kind war, ließ sich das irgendwann nicht mehr gefallen, es gab Tatzenhiebe, sogar Nackenbisse und mehrmals schubste sie die kleine Nervensäge ins Wasser.

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Als es ihr schließlich zu bunt wurde, stand sie auf, stieg gemächlich die Felsen hinauf in Richtung Höhle und verschwand darin. Hertha saß einen Moment verblüfft allein am Ufer, dann kletterte sie ihr nach. Tonja kam wieder hinaus und einen Moment später befanden sich Mutter und Tochter wieder im Graben und setzten ihre Wasserspiele fort.

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Wir gingen noch nebenan bei der Brillenbärenmutter Julia und ihrem heranwachsenden Sohn Hans vorbei, die aufrecht stehend vor den Felsen miteinander rangelten und blieben erneut eine Weile bei der Wohngemeinschaft der Baumstachler mit den niedlichen Präriehunden und ihrem quirligen Nachwuchs stehen, bevor wir den Tierpark verließen und nach Hause fuhren.

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Kurz, es war ein langer und schöner Besuch, das Wetter passte, der Tierpark war nicht überlaufen und es gab nirgendwo Warteschlangen und Gedränge. Perfekt!

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14 comments
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  1. Liebe Anke,

    dein detaillierter Bericht liest sich wunderschön und man hat das Gefühl, als
    sei man mit dir durch den Tierpark spaziert. Allerdings hätte ich bei dem
    anstrengenden Anstieg zu den Manulen passen müssen. Die kleine
    Erholungspause mit der Parkbahn kam da gerade zur rechten Zeit.

    Viel habt ihr gesehen und besonders gefreut hat mich, dass Monikas tolle Fotos von
    den Baumstachlern und Präriehunden auch euch auf die munteren Kobolde aufmerksam gemacht hat.

    Ja, Tonja muss jetzt doch ihre kleine Krawallmaus öfters ernsthaft belehren,
    denn ihr Übermut ist kaum noch zu bremsen.

    Vielen Dank für deinen ausführlichen und so anschaulich geschilderten Zoobesuch!
    Britta-Gudrun

  2. Dear Anke,

    First I want to tell you what a great pleasure it was for me to publish your wonderful report in KWM! This is what a report should be!

    From the very beginning you took us with you telling how it was to take bus to the Tierpark. Even though it is in Berlin it isn’t just around the corner …. 🙂

    You were lucky to see the cute praerie dog babies. I guess they were just as adorable as they were in Monika’s photos. 🙂

    When I read about Tonja’s and Hertha’s water games I almost felt water splashing around me! 🙂 What a great ‘show’ they made for you – and, naturally, for all the visitors.

    I must admire the patience of Tonja and all polar bear mothers when their kids are doing everything to annoy them. Of course, even these mothers have to put some limits but still …. Patience is their middle name.

    The Tierpark has such a large area and great amount of inhabitants to visit so it’s nice to take a breakt with croissants and a cup of coffee. I saw in the map that the Café Kakadu isn’t so far away from Tonja and Hertha. For the time being we can’t plan a visit in Berlin but it’s good to know ….. just in case ….

    The elektro-bahn is a brilliant idea! And if I understood it’s free of charge, too! Wow!!! I’m sure it’s very much appreciated.

    I’m lifting my hat for you. The way to the manuls was quite challenging and I couldn’t make it even in my dreams! What a pity the manuls were not welcoming you.

    As I already wrote I can’t plan a visit in the Tierpark but your excellent report made me feel like walking – or rather limping – there with you both! Thank you so much!

    Hugs from Mervi

  3. Vielen Dank liebe Anke.
    Viele Gruesse an Tonja, Hertha und die anderen Tiere im Berliner Tierpark.

  4. So gerne ich alle Berichte lese und alle Fotos gerne ansehe,
    so erfreulich finde ich es, hier ab und zu diesen neuen Stil zu finden.

    Sehr ansprechend, flüssig, informativ und Freude/Begeisterung vermittelnd Dein Text, liebe ANKE B,
    und sehr gelungen Deine begleitende Bild-Auswahl – und alles ohne einen einzigen ‘Typo’ (Neid-Neid! 😉 ).

    Ich würde mich freuen, schon bald wieder so etwas oder etwas Ähnliches von Dir hier zu finden.
    Du hast wirklich Schreibtalent. Ich lese Dich gerne. . . .
    (Hast Du beruflich mal etwas in dieser Richtung gemacht?).

    Vielen Dank Dir und der unermüdlichen, wenn auch manchmal – verständlicherweise wegen des dünnen Feedbacks zu all den eigenen und anderer Anstrengungen – etwas frustrierten MERVI.

  5. Dear Anke,

    Thank you for a wonderful report
    and charming photos!

    xo k-j

  6. Hallo Ihr Lieben!
    Danke für Eure freundlichen und wohlwollenden Kommentare! Ich freue mich darüber und weiß sie zu schätzen!

    Liebe Dumba!
    Nein, ich hatte beruflich, abgesehen von der notwendigen Kommunikation, nichts mit Sprache oder dem Schreiben zu tun. Allerdings lese ich gern und viel und bin ehrenamtliche Lesepatin in einer Kita.

    Die wirklich schönen und passenden Fotos hat, wie beim letzten Mal, Mervi ausgesucht und eingefügt.

    Liebe Grüße
    Anke

  7. Wirklich ein perfekter Tag, danke fürs Mitnehmen!
    Was gibt es für ein kleines Mädchen Schöneres als so mit Mama zu spielen und sich von ihr Huckepack nehmen zu lassen! Der kleine Takin ist niedlich.

    Liebe Grüße, Erika

  8. Liebe Anke,
    für mich ist jeder Tag im Tierpark Berlin ein perfekter Tag!
    Es gibt so viel zu sehen und das ist meistens gar nicht alles zu schaffen.
    Jetzt ist natürlich Klein Hertha der Anziehungspunkt aber ich weiss jetzt schon wenn auch Julia mit ihrem
    Sohn zu sehen ist, werde ich ein Problem haben mich zu entscheiden.
    Die kleinen Präriehunde und die Baumstachler am Eingang, da fangen schon die Niedlichkeiten an.
    Dir sage ich ein herzliches Dankeschön für deinen schönen bebilderten Bericht und meine Vorfreude auf
    Berlin wächst.
    Liebe Grüße Moni K

  9. Liebe Anke,
    vielen Dank für die schönen Fotos aus dem Tierpark. Ja Tonja und Hertha besucht man gern
    und die Baumstachler und Präriehunde darf man auch nicht vergessen.
    Bear Hugs
    Gudrun

  10. Liebe Anke
    Du hast vielleicht gewundert warum ich nicht ueber meinen Berlinbesuch berichtet habe, nur ueber Gelsenkirchen. Naja, du zeigst hier, wie Monika und Gudrun auch, warum ich faulenzen koennte. Deine Worte und Aufnahmen uebertreffen den was ich mit meinem Handy machen konnte.
    Tonja hat mich auch erstaunt. Aber naturlich als Kind war sie auch ein Wirbelwind. Vielleicht eines Tages wird Hertha genau so eine geduldige Mutter warden wie Tonja, sowohl Giovanna und Flocke die auch mal sturmisch waren.

  11. Liebe Anke,
    im Sommer ist im Tierpark besonders schön. Bei den Eisbären gibt es leider keinen Schatten, aber viele Wege sind schattig.
    Die Baumstachler und Präriehunde verstehen sich gut. Es sind sehr niedliche Tiere.
    Tonja und Hertha sind sicherlich die “Queens”. Es ist schön, dass sie zusammen im Wasser spielen.
    Habt Ihr ganz oben die Manule gesehen?
    Hugs
    Ludmila

  12. Liebe Ludmila!

    Nein, leider nicht.
    ” Die Manule haben uns die Anstrengung und die Schweißbäche, die uns den Rücken herunterliefen, nicht gedankt. Sie schliefen irgendwo versteckt im Schatten und waren nicht zu sehen.”

    Liebe Grüße
    Anke

  13. Anke
    So erging uns auch. Wir sind nach oben gekommen und die Manule waren versteckt 🙂
    Im Dezember haben wir 2 Manule gesehen.
    Viele Grüße
    Ludmila

  14. Liebe Anke,

    danke für Deinen sehr ausführlichen Bericht vom Tierpark-Rundgang.

    Es ist schon einige Wochen her, als ich das letzte Mal oben im Gebirge war. Es ist herrlich dort. Aber die Manule haben sich bei meinen Besuchen immer versteckt.

    Die Wildkatzen sieht man auch relativ selten. Sie haben aber auch ein scheußliches “Gehege”, das man eher als Käfig bezeichnen kann.

    Übrigens unten im Tierpark gibt es aktuell drei kleine Gold-Takine.

    Leider werden die asiatischen Elefanten (auch Edgar) bald in einen anderen Zoo ziehen, wenn mit den Umbauarbeiten im Dickhäuterhaus begonnen wird. Dann gibt es nur noch afrikanische Elefanten.

    Na und Tonja und Hertha sind sowieso zurzeit die Stars im Tierpark.

    Liebe Grüße
    Monia

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