Ein bisschen was über die Braunbären im Bärenwald Müritz – Teil 1/3

Jun 16th, 2019 | By | Category: Featured articles

16.6.2019 von Gisela H

In den letzten Wochen und Monaten war ich häufig im Bärenwald und im Rostocker Zoo. Leider hatte ich keine Zeit zum Zooberichte schreiben. Meine Tage sind mit Arbeit, Ehrenamt, Haus und Garten, Zoobesuchen, der Familie …. mehr als ausgefüllt. Aber ich will mich bessern und fange jetzt einfach mit den Bären von der Müritz an. Die Rostocker Eisbären folgen später.

Die folgenden Fotos sind im März und April entstanden und ich erzähle einfach der Reihe nach, was so passiert ist.

Da gab es einiges. Lothar, der als erster in den Bärenwald eingezogen ist, ist gestorben und zwei neue Bären sind in den Bärenwald gekommen. Aber dazu etwas später mehr.

Obwohl der Winter eher ein Witz gewesen ist, waren im März noch nicht sehr viele Bären zu sehen. Michal und Tapsi hatten ihre Winterruhe abgekürzt und streiften im März schon häufig durch ihr Gehege.

Das ist Tapsi, die im letzten Jahr von einem anderen Bären leicht verletzt wurde (ich möchte ausdrücklich betonen, dass das nicht Michal gewesen ist). Nun fehlt ihr ein Stück Nase. Da sie einige Schrammen abbekommen hat, hat der Tierarzt ihr an diesen Stellen das Fell abrasiert. So kann es besser heilen. Aber Tapsi geht es gut und sie wird in Zukunft hoffentlich vorsichtiger mit ihren Nachbarn sein.

Luna, die junge albanische Bärin, hat sich im letzten Jahr eine Winterhöhle gegraben. Die ist noch nicht das, was man ein Meisterwerk nennen würde aber immerhin… Die Höhle hält und Luna verschwand immer wieder mal darin.

Wer weiß, vielleicht hält sie nach dem Fürhling Ausschau.

Nach einer Runde um einen Strauch entschied die kleine Bärin, wieder in der Höhle zu verschwinden. Draußen war es einfach ungemütlich und naß.

Lothar war im März auch zu sehen. Er war leider schon wieder nicht gut zu Fuß unterwegs und alle machten sich große Sorgen. Natürlich war der Bär in tierärztlicher Behandlung und der Bärenwald stand mit dem Tierarzt vom IZW Berlin in Kontakt.

Ich finde, man sieht, dass es dem Bären nicht sehr gut geht.

Luna war nach der Winterruhe ziemlich unruhig. Häufig konnte man sie in einem schräg stehenden Baum entdecken. Dort oben fühlte sie sich sicher.

Hin und wieder war auch Otto zu sehen. Er ist ein ausgesprochen hübscher Bärenmann.

Sylvia und Pavle, die beiden ehemaligen serbischen Zirkusbären, haben den letzten Winter noch in drei miteinander verbundenen Vorgehegen verbracht.
Inzwischen sind sie in ein zwei Hektar großes Gehege mit Wald, Wiese, einem großen Naturteich und einem Flüsschen umgezogen.

Die beiden Bären haben noch keine Winterruhe gemacht. Deshalb waren sie im März schon ziemlich munter. In ihren verbunden Vorgehegen standen den beiden Bären ein Pool und diese “Bärenbadewanne” zur Verfügung. Sie lieben die Wanne und das nicht nur zum Baden.

Zuerst trank Pavle einen ordentlich Schluck …. … und dann machte er sich selber zu einer Brücke darüber. Irgendwie sieht er sehr zufrieden mit sich aus. 🙂

Die hübsche Sylvia beguckte sich das Ganze aus der Ferne.

Es lohnt das Aufstehen nicht, dachte die Bärin, legte den Kopf auf ihre Tatzen und ruhte weiter.

Pavle brach sein Spiel ab, denn ohne bewundert zu werden macht das Ganze nur halb so viel Spaß.

Wenn sie nicht guckt, dann gehe ich eben baden.

Ach nee, auf einmal war die Sylvia da und holte sich ein Küsschen von ihrem Bruder ab.

Huch, er kommt raus und wird mich doch nicht meinen Pelz naß machen!

Man hört ihn beim anstrengenden Aussteigen förmlich stöhnen. Es ist halt nicht so leicht, seinen runden Popo aus der Wanne zu hieven. 🙂

Hast du etwa über mich gelacht, Sylvia?

Endlich war Platz in der Wanne und Sylvia konnte auch eine paar Schlucke trinken. Viel Zeit hatte sie nicht, denn Pavle kam.

Wer weiß, was er schon wieder im Schilde führt. Hoffentlich schubst er mich nicht ins Wasser.

Das tat der Pavle nicht. Gut erfrischt suchte er sich ein bisschen Beschäftigung und friemelte vergnügt vor sich hin.

Es war nicht Pavle allein, der Spaß mit Ästen und Stöcken hatte. Auch Michal hatte sich einen passenden Ast gesucht und beschäftigte sich damit. Seine Tapsi stand in der Nähe und bewunderte sein Geschick.

Allerdingas hatte sie nach kurzer Zeit ziemlich viel zu lachen. Michal mit dem Ast auf der Nase sah einfach zu komisch aus.

Aber der Bär machte sein Missgeschick wieder gut und lehnte sich lässig an den großen Futterball. Er wusste wohl, wie cool er so aussieht. 🙂

Als ich später wieder vorbeikam, schlummerten beide Bären, natürlich nicht weit voneinander entfernt.

Michal hatte wohl schon ausgeschlafen. Es schien sein Fitnesstag zu sein! 🙂

Genug Sport gemacht, dachte der Bär und fiel wieder um.

Das sind noch einmal Sylvia und Pavle, die auch unzertrennlich sind. Auf dem ersten der drei Fotos kann man ihr verkrüppeltes Vorderbein besonders gut erkennen. Die Verletzung hat sie sich wohl schon als Bärenkind zugezogen. Möglicherweise ist sie mit dem Vorderbein in einen Schieber gekommen.

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9 comments
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  1. Liebe Gisela!
    Vielen Dank für diesen wunderbaren Bericht und die herzerwärmenden Bilder.
    Zunächst mal tut es mir sehr leid, dass Lothar, der Erste im Bärenparadies, gestorben ist. Ich hätte ihm dort von Herzen noch viele schöne Jahre gegönnt und hoffe, dass er friedlich und ohne Qualen eingeschlafen ist!

    Nach dieser traurigen Nachricht geht es zum Glück umso schöner weiter.
    Ich hatte viel Spaß mit Luna – jetzt das Leben in vollen Zügen genießend; Otto, – das Foto von ihm am Baum sitzend, macht sofort gute Laune – ; Sylvia und Pavle – was für eine tolle und lustige Fotostrecke – , “Vorwitznase” Tapsi… und Michal – von Anfang an ein Herzensbrecher – . Ein Bild ist immer schöner als das andere!
    Hervorheben möchte ich einige, die mir besonders gut gefallen haben und/oder mich zum Lachen brachten: Nr. 5., manches bringt Luna immer noch auf die Palme bzw. den Baum; Nr. 6, einfach köstlich, Nr. 7 bis 16, diese Fotostrecke + Untertitel ist der Knaller!; sowie Nr. 19 bis 21. Von cool bis drollig ist alles dabei!
    Man kann diese Bären einfach nur lieb haben.

    Liebe Grüße
    Anke

  2. Dear Gisela,

    How wonderful to meet the bears in the Bärenwald again!

    I’m so sorry to hear the sad news of Lothar but he had a happy life in this wonderful park. Now he’s beyond pain and can sleep in peace.

    Of course, I love all the bears but this time Luna ‘steals the snow’. What a cute, beautiful bear girl she is – a real funny and sunny girl!

    It’s always heart warming to see these bears living happily in Bärenwald after living in miserable living conditions before.

    Thank you so much for this great report! I love all the photos and you have again written such entertaining texts to go with them!

    Hugs from Mervi

  3. Liebe Gisela,

    es scheint, als könntest du Gedanken lesen, denn vor ein paar Tagen dachte ich: vom Bärenwald haben wir lange nichts mehr gehört. Umso schöner, dass du trotz Zeitmangels uns mal wieder an deinem Besuch teilhaben lässt.

    Obwohl es eine traurige Nachricht ist denke ich, Lothar hatte noch eine gute Zeit in Müritz und hoffentlich konnte er auch ohne Schmerzen über die Regenbrücke gehen.
    Über das Wohlbefinden der anderen Bären gibt es keine Zweifel angesichts der heiteren Bilder von ihnen, besonders die am Bärenbadebecken. Trotz der körperlichen Einschränkungen kommen Michal und Sylvia gut zurecht und hoffentlich geht es auch Lothar bald wieder besser. Weiß man den Grund für seine Beschwerden? Tapsi hat Glück gehabt, dass der Kampf halbwegs glimpflich verlaufen ist, denn die Nase ist doch das wichtigste Organ für Bären.

    Danke für deinen ausführlichen und schön bebilderten Bericht!
    Liebe Grüße
    Britta-Gudrun

  4. Liebe Gisela!

    Bei Dir merkt man immer, w ie sehr dir die Baeren am Herzen liegen.Danke für den wunderschönen Bericht, die lustigen Bilder und die liebevollen Kommentare.

    Liebe Grüße, Erika

  5. Das ist alles schön für diese lieben Bärchen!

    LG Brigitte

  6. Liebe Gisela
    Mit so vielen schoenen Photos und Details ueber die enzeln Baeren muss ich eigentlich in Ruhe nochmals ein bisschen durchlesen. Aber es ist immer grossartig ueber Mueritz und seinen pelzigen Einwohnern zu erfahren.

  7. Vielen Dank liebe Gisela.
    Viele Gruesse an die Baeren im Baerenwald Mueritz.
    I am so sorry Lothar is not here any more. May he rest in peace.

  8. Wie schade, dass immer und überall eben auch wieder ein Abschied der vorübergehenden und auch der endgültigen Art ansteht: RIP LOTHAR. Wenn Du sagst, dass man auf Deinem (letzten?) Bild von ihm sieht, dass es ihm nicht gut geht, ich sehe vor allem, dass das ein großartiges Foto ist, mit dem Du ihm ein schönes Denkmal gesetzt hast.

    TAPSI wünsche ich, dass sie keine Einschränkungen durch die Verletzung haben wird.

    LUNA ist eine bildhübsche Bärin und Dein Foto von ihr hinter den Ästen, noch halb in ihrer noch unfertigen Höhle ist schön und anrührend – auch das folgende.

    Deine Bilder sind wieder so schön und die Beschreibungen/Erzählungen dazu so interessant und anregend, dass man gut und gerne zu jedem einen Kommentar ablassen könnte – da verschone ich Dich und alle anderen nun aber lieber und sage einfach ‘DANKESCHÖN’ für einen sicher sehr aufwändigen und zeitraubenden Beitrag – zumal eingedenk Deiner ganzen sonstigen Aufgaben. Ich bin aber sicher, dass es Dir bei aller Anstrengung auch Freude gemacht hat, alles nochmals Revue passieren zu lassen und freue mich schon auf die durch die Überschrift angekündigten 2 Fortsetzungen.

  9. Liebe Gisela,
    wieder mit viel Herz und Liebe zu deinen Bären hast du diesen Bericht geschrieben.
    Ist mir schon klar, dass bei all deinen Aktivitäten nicht viel Zeit ist aber auf Facebook informierst du uns alle bestens über den Bärenpark und die Rostocker Eisbären.
    Herzlichen Dank, für diesen sehr schönen 1.Teil deiner Müritzer Bären.
    Liebe Grüße Moni K

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