Ausflug zum Zoo Eberswalde am 13.08.2019 – Teil 2

Aug 26th, 2019 | By | Category: Featured articles

26.8.2019 von Anke B, Photos by Monika aus Berlin

Mittag war längst vorbei, wir setzten uns auf eine Bank in der Sonne, genossen die Wärme, tranken unseren in Thermosbechern mitgebrachten Kaffee, aßen ein Hörnchen und freuten uns über Vogelgesang und das laute “Miauu” der freilaufenden Pfaue, die wir allerdings nur von weitem mal über den Weg laufen sahen.

Die Erdmännchen haben im Zoo Eberswalde eine großzügige Anlage, die in zwei Bereiche aufgeteilt ist: eine Anhäufung von größeren Steinen, die überdacht ist, beleuchtet wird und von oben mit einer Wärmelampe bestrahlt werden kann, sowie einen großen Außenbereich mit Sand, in dem sie buddeln können, was sie mit ihrem typischen Schnarren und Glucksen auch ausgiebig taten. Wie überall in den Zoos sind die niedlichen Tiere Publikumsmagneten und – Lieblinge. Sowohl Kinder als auch Erwachsene standen um die Anlage herum und gaben Laute des Entzückens von sich. Selbst ganz kleine Kinder konnten das Wort Erdmännchen bereits fehlerfrei aussprechen. Wir sahen bis zu sieben Tiere gleichzeitig, die genaue Größe der Gruppe konnten wir nicht feststellen, da sie durcheinander wuselten und immer mal wieder in ihren gegrabenen Löchern und Tunneln verschwanden.

Den Erdmännchen direkt gegenüber leben zwei drollige Zwergotter, deren charakteristisches Gequietsche fast ohrenbetäubend wurde, als sie durch die ihr Gehege umgebende Glasscheibe einen jungen Pfleger bemerkten, der vorbei ging. Ich sprach ihn an und äußerte meine Vermutung, dass die Otter wohl Hunger hätten. Der junge Mann lächelte und sagte, die beiden wären selbstverständlich bereits gefüttert worden und die nächste Fütterung stünde schon bald an. Zwergotter hätten immer Hunger und würden das auch lauthals kundtun… Diese Schlingel!

Ein weiterer Höhepunkt unseres Rundgangs, das Löwengehege, lag vor uns, nachdem wir Rotscheitelmangaben,  schwarzweiße Varis auf ihrer von einem Wassergraben umgebenen Insel, lautstarke, gelb leuchtende Sonnensittiche und andere Tiere passiert hatten.

Die Besucher müssen eine Treppe in einen gemauerten Tunnel hinuntersteigen, der einige schmale Sichtfenster hinaus auf die Anlage aufweist, man hört Löwengebrüll, so nah, als wäre die Raubkatze genau hinter einem. Der Tunnel führt, nachdem man wieder eine Treppe hinauf gestiegen ist, in einen Glaspavillon, von dem aus man einen Rundumblick auf die Anlage hat und, wenn man Glück hat, den Löwen Auge in Auge gegenübersteht. Wir hatten Glück und sahen direkt vor uns den wunderschönen jungen männlichen Löwen von erstaunlich heller Farbe namens Smart lässig ausgestreckt. Auch hier hörte es sich so an, als wäre einem ein aufgebrachter Löwe direkt auf den Fersen, was nicht recht passte, da der reale Löwe vor uns entspannt wirkte und sich die Besucher hinter der Scheibe ruhig und aufmerksam anschaute. Zwei gutaussehende Löwinnen lagen einige Meter entfernt von ihm, eine auf dem Dach eines Unterstandes, die andere lang ausgestreckt im hohen Gras.

Diesen Pavillon inmitten der Anlage kann man übrigens für besondere Gelegenheiten: Familienfeiern, Betriebsfeste usw. inklusive Catering mieten.

Weiter ging es. Wir sahen Trampeltiere, ein Stachelschwein und Schmuckschildkröten beim Mittagessen und Sonnenbaden und kamen an zwei hinreißenden Chinaleoparden vorbei, einer davon schlafend, der andere, erst ca. ein Jahr alt, sehr munter, neugierig, kletterfreudig und einfach zum Klauen bezaubernd.

Kurz gingen wir in das kleine, aber liebevoll gestaltete Zoomuseum, wo mich besonders die alten Zoo-Souvenirs, u.a. kleine geschnitzte Tiere aus Holz, entzückten, die ich so viel schöner fand als alles, was es heute in den Zooshops zu kaufen gibt… Dokumentarisches Material zeigte die Unterschiede in der Zootierhaltung von damals und heute auf, darunter ein erstaunlich enger und niedriger Bärengitterlauf und viele Fotos.

Der Zoo Eberswalde feierte am 10. August seinen 90. Geburtstag, woran auf dem Gelände noch zwei goldene Luftballons in Form der Ziffern 9 und 0 erinnerten.

Wir sahen statt einer ganzen Schar von Jungtieren leider nur einen nervösen Serval, der hinter dem Gitter seines Geheges hin und her lief und nebenan zwei ruhende Geparden auf einem Plateau inmitten ihres recht großzügigen Außenbereichs unter Bäumen.

Kurz danach standen wir vor dem dreistöckigen Aussichtsturm, der einen Ausblick auf die riesige Tigeranlage bietet. Wir schauten zu zweit, ob wir einen Tiger entdecken könnten, leider vergeblich, so dass wir uns entschieden, ein Mal ganz um die Anlage herum zu gehen. Dabei kamen wir an einem tollen kleinen Spielplatz vorbei mit Holzaufbauten in Blau und Weiß, der Gletscher und die Eiswelt zum Thema hatte und mir schon beim letzten Besuch so gut gefallen hat; nur zu gern hätte ich dort einmal geschaukelt… Das ist aber leider nur Kindern vorbehalten.

Ich wurde an den kleinen Spielplatz im Berliner Zoo in Höhe des jetzigen Bikinihauses erinnert, der noch unter dem Vorgänger des jetzigen Direktors abgerissen wurde, auf dem es einige Spielgeräte mit kleinen weißen Eisbären aus Holz gab.

Auf der anderen Seite der Anlage entdeckten wir schließlich einen der großen sibirischen Tiger, schlafend ausgestreckt hinter einem Felsblock. Im Mai 2018 hatte es bei den Tigern Nachwuchs gegeben und wir waren etwas enttäuscht, dass wir nur den einen sahen. Leider trafen wir niemanden, den wir hätten fragen können.

Der weitere Weg führte uns wieder in den Wald hinein. Wir kamen an imposanten Steinadlern vorbei und sahen Saruskraniche und Präriehunde. Dann betraten wir das begehbare Gehege der Bennett-Kängurus und des Damwilds. Als erstes fielen uns zwei weibliche Damtiere auf, ein dunkles und ein Albino, die alles gemeinsam machten. Auch hier standen Futterautomaten, die Tiere waren zutraulich und ließen sich sogar von Besuchern berühren. Ich durfte gar ein weibliches Tier, das weiß getupft war, streicheln, ohne es vorher mit Pellets zu bestechen. Am Kopf mochte es das nicht so gerne und wich aus, aber an den Flanken und auf dem Rücken schien es das zu genießen. Ein tolles Erlebnis.

Nachdem wir auch den Wölfen, grauen und kanadischen, und den Braunbären, die sich eine Anlage teilen, einen Besuch abgestattet haben, setzten wir uns, müde geworden, auf die Terrasse des „Braunen Bären“ und tranken Kaffee. Unser Zeitfenster zum Erreichen des nächsten Busses wurde eng und nach einem letzten Blick von oben auf die Waschbärenbrücke und die drolligen kleinen Bären mit ihren hübschen Panzerknacker – Gesichtsmasken verließen wir den schönen und sehr sympathischen kleinen Zoo.

An der Bushaltestelle davor sahen wir die Regionalbahn nach Berlin auf der Bahnstrecke, die die Straße kreuzt, an uns vorbeifahren, was bedeutete, wir würden sie auf jeden Fall verpassen und dass der nächste Zug nach Berlin erst in einer Stunde fahren würde…

Die Rückfahrt nach Berlin war fast genauso mühsam wie die Hinfahrt und bestand wieder aus viel Warterei an mehr oder weniger unwirtlichen Orten. Beide Fahrten, hin und zurück, wären Geschichten für sich. Wir fuhren um 14:58 Uhr am Zoo Eberswalde mit dem Bus los und sind um 17:15 zuhause gewesen.

Im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr ist noch deutlich Luft nach oben! Vielleicht fahren wir beim nächsten Mal doch lieber wieder mit dem Auto. Obwohl…

……….
Foot note: Monika’s photos are from her visit in Eberswalde.

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7 comments
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  1. Dear Anke,

    I can imagine a nice cup of coffee was needed before you continued your ‘tour’ in Eberswalde. 🙂

    The surikats are always wonderful to see. They are such adorable small animals and there’s always something going on in their enclosures.

    Hmm, I have something in common with the utters – I’m also always hungry!! 🙂

    You were lucky to meet so many beautiful animal friends in this zoo – the lions, the camels, the sweet serval, the gepards, the tigers, the wolves, the brown bears – just to mention some of them. This zoo certainly has a lot to offer to the visitors!

    What a pity the play grounds are only meant for children. Maybe the zoos should have even play grounds for the ‘child minded adults’ ….. 🙂 …. but you had a chance to touch an animal anyway in the ‘Streichelzoo’!

    My belated ‘happy anniversary’ wishes to the 90 years old zoo!

    Thank you so much for this informative and entertaining report!

    Hugs from Mervi

  2. Liebe AnKE B – Diesmal war doch viel Begeisterung herauszuspüren! Ein i-Tüpfelchen zu den wieder ausführlichen Beschreibungen, Erzählungen und Hintergrundinformationen. Dieser Zoo scheint wirklich einiges zu bieten. . . Vielen Dank für Teil 2 Deines ZOOBERICHTS EBERSWALDE.

    Die beschriebenen Tiere und der Zoo an sich klingen auch durch Dich ja durchaus anregend, ich gebe aber zu, dass mich die Reisewege dorthin und die Reise von dort zurück wenig begeistern können. Vielleicht sollte man dem Zoo Eberswalde nahelegen, schnell realisierbare Vorschläge für eine attraktivere Gestalung der Wartezonen am Bahnhof und am Zoo (Bushaltestelle) an geeigneter Stelle und mit Nachdruck einzureichen (Presse ist für solche Dinge ja auch immer eine gute Adresse!), womit – bei dem, was er offenbar bieten kann – der Zoo sich selbst durch bestimmt erhöhte Besucherzahlen, die ja jeder Zoo anstrebt, einen Gefallen tun würde(!?). . . . So viel voll nur vertane Zeit schreckt nämlich bestimmt viele potentielle Besucher ab . . .

    PS:
    Wieder fabelhafte Aufnahmen von MONIKA de BERLIN wurden als optische Begleitung herausgesucht
    – von wem auch immer!

    OT-1
    – – – –
    Gefreut habe ich mich, dass Du an den kleinen Spielplatz im ZOO BERLIN unterhalb des ‘BIKINI BERLIN’
    mit den kleinen Eisbären aus Holz erinnert hast. Gerade diese tiefen Risse, die vom Arbeiten des Holzes kündeten, fand auch ich besonders ‘charmant’.

    – – – – – – –

    OT-2
    – – – –
    Langsam würde es mich aber doch einmal interessieren, warum selbst die simple Nennung
    des Namens Dr. Bernhard Blaszkiewitz – selbst jetzt zu den 175-Jahr-Feiern –
    so konsequent verweigert wird. . .
    Er muss sich entweder wesentlich mehr zu Schulden kommen haben lassen, als nach außen gedrungen ist und als man sich vorstellen kann oder ich kann diese Unversöhnlichkeit nicht wirklich verstehen . . .
    . . . . . Auf Lebenszeit und darüber hinaus bei früher exponierter Tätigkeit
    . . . . . so komplett totgeschwiegen zu werden, ist schon sehr hart – es sei denn ‘wirklich verdient’ (!?)

  3. Liebe Anke,
    trotz der umständlichen Anreise habe ich das Gefühl, dass Du und Thomas im Zoo Eberswalde eine schöne Zeit verbracht habt. Die Erdmännchen erfreuen die Besucher in vielen Zoos. Sie sind immer niedlich.
    In der letzten Zeit trifft man seltener die Bären in den Zoos. Das war sicherlich für Euch auch eine erfreuliche Begegnung.
    Hugs
    Ludmila

  4. Dear Anke
    you have taken a lot of trouble with this report and it contains a lot of information.
    Monikas wonderful photos as usual bring the animals to life.
    I had forgotten the wooden Polar Bears in the Zoo. I thought I once photographed them but no.
    I wonder if Monika or Dumba did.

  5. Liebe Mervi, Dumba, Ludmila und Ralph!

    Danke für Euer positives Feedback, das mich sehr gefreut hat.

    Mervi, wenn ich einen schönen Spielplatz sehe, kriege ich immer große Lust zu schaukeln. Sandkasten und Klettergerüst müssen nicht sein, aber für mich könnten sie gerne ein paar Schaukeln für Erwachsene mit “innerem Kind” dazustellen…

    Dumba, es wäre schon hilfreich, wenn Züge und Busse etwas besser aufeinander abgestimmt wären. Lange Wartezeiten, z.B. hier
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eberswalde_Hauptbahnhof
    auf der Rückfahrt, motivieren nicht, dieses Erlebnis schnell wiederholen zu wollen…So haben wir auf dem Hauptbahnhof Eberswalde, dem, nebenbei bemerkt, einzigen Bahnhof der Stadt, und in seiner unmittelbaren Umgebung 45 Minuten auf die nächste Regionalbahn nach Berlin gewartet. In der Bahnhofshalle gibt es eine Reiseagentur, einen Burger-Laden und ein paar Metallbänke, aber leider keinen Kiosk.
    Wir beobachteten von unserem Bahnsteig aus einige laut mit sich selber redende Verwirrte, einen Polizeieinsatz gegen einen dunkelhäutigen jungen Mann mit einigen Schaulustigen, kräftige Männer mit “Wegebier”, kamen mit einer pendelnden Schülerin ins Gespräch(nett!) und wurden mit lautem Deutsch-Rap aus den Mobiltelefonen einiger Jugendlicher beschallt. Mir wäre es lieber gewesen, ich hätte die Texte nicht verstanden… Trotz dieser interessanten Eindrücke wurde uns die Zeit sehr lang!
    O.T.= Off Topics, abseits des Themas Zu O.T. 2 : ich habe, ohne darüber nachzudenken, weder den Namen des einen, noch des anderen genannt.

    Ludmila, die Braunbären befanden sich beide im Ruhemodus, einer direkt hinter der Scheibe, einer weiter entfernt und schlecht zu sehen. Der sehr große, wunderschöne und eindrucksvolle Bär hinter der Scheibe war nur auf die Pellets aus dem Futterautomaten fixiert. Wir haben ihn nicht gefüttert.
    Die Wölfe hielten sich im hinteren Teil der Anlage auf.

    Ralph, es hat mir Spaß gemacht, den Bericht zu schreiben.

    Liebe Grüße
    Anke

  6. Liebe Anke

    Schön, mal wieder einen Text, Bericht, Beschreibung von Dir zu lesen.
    Deine Worte machten Euren Ausflug sehr anschaulich. Ich habe immer das Gefühl mit dabei gewesen zu sein.
    Mir gefällt Deine Art zu schreiben einfach sehr gut.

    Danke auch Dir liebe Monika für Deine Bilder!

    Eine Reise mit den sog. Öffentlichen ist immer ein Abenteuer. Es gibt viel zu erleben und viel zu sehen.
    Der große Nachteil ist die Warterei. Allerdings bitte ich zu bedenken, dass man mit dem Auto auch oft im Stau steht.

    Dir ein schönes Wochenende und ganz viele herzliche Grüße
    Anita

  7. Liebe Anke,

    es scheint ja alles beim alten zu sein, im Zoo Eberswalde. Selbst das Albino-Reh und die beiden Braunbären sind noch da.

    Ja, wenn nur die nervende Anreise nicht wäre. Zumal ja auch am Bahnhof Eberswalde nichts ist, wo man seine Zeit sinnvoll verbringen kann.

    Vielleicht fahre ich nächstes Jahr auch mal wieder hin.

    Liebe Grüße
    Monika

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