Was Ist Totoro Für Ein Tier?

Was Ist Totoro Für Ein Tier

Studio Ghibli
Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
Gründung 15. Juni 1985
Sitz Kajino-chō, Koganei, Präfektur Tokio
Leitung Kiyofumi Nakajima ( CEO & Präsident), Kōji Hoshino ( Vorstandsvorsitzender )
Mitarbeiterzahl 150 (Stand: 2018)
Branche Zeichentrick/Animation
Website www.ghibli.jp

K.K. Studio Ghibli ( jap. 株式会社スタジオジブリ, Kabushiki-gaisha Sutajio Jiburi ) ist ein japanisches Zeichentrickfilmstudio, Bekannte Anime -Produktionen des Studios sind zum Beispiel Das Schloss im Himmel, Mein Nachbar Totoro, Prinzessin Mononoke, Chihiros Reise ins Zauberland und Das wandelnde Schloss,

Was ist Totoro für ein Gott?

Gottheit – Totoro steht allgemein für einen Waldgeist und somit für den Wächter des Waldes, Jedoch ist er kein Kami, Auch wurde er nicht der japanischen Mythologie entnommen, sondern als eine Erfindung von Hayao Miyazaki, Es ist eine Mischung aus:

  • Waschbär
  • Katze (Ohren und Gesichtsausdruck)
  • Eule (Brustmuster)
  • Bär (Laute)

Was heißt Totoro auf Deutsch?

Charaktere, Hintergründe zur Geschichte und Analyse – Buswartehäuschen in Saiki mit Figuren von Satsuki, Mei und Totoro Malerei am Buswartehäuschen: Die Buskatze, Totoro und Satsuki im Wipfel eines riesigen Baumes (Szene aus dem Film) Ein Totoro ist ein freundliches Wesen, das nur von Kindern gesehen wird. Im Film kommen mehrere dieser Wesen vor: Ein kleiner weißer Totoro, der sich für kurze Zeit unsichtbar machen kann, und ein etwas größerer blauer Totoro sammeln Eicheln, als sie das erste Mal von Mei entdeckt werden.

  1. Mei verfolgt die beiden und findet den großen Totoro, der aussieht wie eine Mischung aus Eule, Hase, Katze und Waschbär und der gerade ein Mittagsschläfchen hält.
  2. Der Name geht, so die Deutung vieler Kritiker, im Film auf ein Missverständnis Meis zurück.
  3. Sie fragt den großen Totoro nach seinem Namen und dieser antwortet mit „Tororo” – der japanischen Schreibweise für „ Troll “, von denen sie zuvor in einem Kinderbuch gelesen hat.

Dass Mei das Wesen mit dem (missverstandenen) Namen eines vorher existierenden Konzepts nennt, kann als Hinweis verstanden werden, dass Totoro das Produkt ihrer Fantasie ist. Als Natur- und Waldgeister verfügen Totoros über besondere Fähigkeiten. Sie können beispielsweise durch ein Ritual Bäume wachsen lassen oder auf einem Kreisel balancierend fliegen.

  • Ein weiteres Wesen von Bedeutung ist der zwölfbeinige Katzenbus, eine lebendige Mischung aus Bus und Katze, der seine Passagiere an jeden beliebigen Ort bringen kann.
  • Sowohl Totoro als auch die anderen Wesen werden von Kritikern auch als Ersatz für die abwesende Mutter gedeutet, da sie die Kinder umarmen (oder wie der Katzenbus sogar umschließen) und Geborgenheit bieten.

Statt der beiden Schwestern war ursprünglich nur ein Mädchen als Protagonistin geplant. Noch im fertigen Film haben die Namen der beiden die gleiche Bedeutung: Die kleine Schwester Mei als japanische Schreibweise des englischen Namens für den Mai (May) und die ältere Schwester Satsuki mit einem alten japanischen Namen für den fünften Monat.

Die Eigenschaften der ursprünglichen Protagonistin wurden aufgeteilt, Satsuki mit dem traditionelleren Namen ist zugleich diejenige, die bereits Verantwortung für das Haus und auch für ihre kleine Schwester übernimmt. Napier analysiert den Film auch vor dem Hintergrund von Miyazakis Bild des shōjo, der japanischen Idealvorstellung des jungen oder junggebliebenen Mädchens.

Diese sind bei ihm immer die aktiven Heldinnen und erkunden in diesem Fall, trotz ihres jungen Alters, eigenständig das fremde Haus und dessen Umgebung. Sie sind mutig, neugierig, selbstbestimmt aber dennoch weiblich und geben der klassischen fantastischen Geschichte so eine frische Note.

Insbesondere Mei zeigt mit ihrer Dickköpfigkeit einen glaubwürdigen Charakter und gibt der Fantastik ein Stück Realismus. Sie ist es auch, die meist und als erste mit dem Übernatürlichen in Kontakt tritt. Und dieses tritt immer in Situationen der Einsamkeit, der Not oder Überforderung in die Geschichte.

Aktiv auf Totoro zugehen, so Natsuko Hirashima, kann Satsuki erst am Ende der Geschichte, als sie in der Suche nach ihrer verschwundenen Schwester in größter Not ist. Das sieht unter anderem Yoshiyuki Shimizu als Hinweis darauf, dass die Wesen ein Produkt der Fantasie der Mädchen sind, die ihnen bei der Bewältigung psychisch herausfordernder Situationen hilft.

Die kleinen Totorso, so Napier, könnten dann insbesondere in der Szene des nächtlichen Tanzes, als Alter Egos der beiden Mädchen betrachtet werden. Die Mutter der beiden Kinder leidet an Tuberkulose, woran auch die Mutter von Hayao Miyazaki selbst erkrankt war, als er noch ein Kind war und daher selbst mehrfach die Schule wechselte.

Das Shichikokuyama-Krankenhaus, in dem die Mutter im Film behandelt wird, existiert tatsächlich und war in den 1950er Jahren auf Tuberkulose-Erkrankungen spezialisiert. Die Nachbarschaft, in der sich ihr neues Haus befindet, ist an Tokorozawa angelehnt.

Die Krankheit und der mögliche Tod der Mutter dient in der Geschichte als Gegengewicht zu den reizenden, fantastischen Begegnungen der Mädchen, stellt sie doch eine der Urängste von Kindern dar. Miyazaki zeigt Japan in dem Film als ein Land, das tief in seiner Vergangenheit verwurzelt ist und in dem antike Schreine der Gegenwart trotzen.

Die beiden Mädchen vollziehen mit den Totoros Nachts, als sie das Wachstum der gesäten Bäume beschwören, ein ursprüngliches Fruchtbarkeitsritual. Darüber hinaus wird das Übernatürliche mit dem Alltäglichen verbunden, wie auch im späteren Ghibli-Film Kikis kleiner Lieferservice,

Und wie in Prinzessin Mononoke werde kein Bösewicht gezeigt, der für Übel verantwortlich gemacht werden kann. Dies war Miyazaki ein besonderes Anliegen, da er wahrnahm, dass Kinder zunehmend vor den Fernseher gesetzt und von diesem „aufgezogen” würden. Die in den meist gezeigten, Konflikt-basierten Geschichten lehnte er ab und wollte dem etwas entgegensetzen.

Stattdessen, so Susan J. Napier, werde wie bei Kiki die psychologische Entwicklung und Auseinandersetzung der Mädchen mit der neuen Situation des Umzugs und der Krankheit der Mutter in den Mittelpunkt gerückt. Die Erzählung im alltäglichen Setting reiht sich auch in eine Strömung im japanischen Anime, die eben solche Alltagssituationen in ihren Mittelpunkt rückt, damit eine entspannte Unterhaltung und zugleich Flucht aus dem stressigen, modernen Alltag in eine ländliche Vergangenheit bietet.

Der große Kampferbaum, „König des Waldes” genannt, in Nachbarschaft des neuen Hauses, ist nicht nur Wohnort von Totoro. Er wird von den Menschen im Ort nach Tradition des Shintō als Naturgottheit verehrt, ist mit einem Shimenawa geschmückt und hat einen kleinen Schrein. Dazu kommen viele weitere Verweise auf die japanische Religion, wie die vielen Schreine am Wegesrand, und japanische Erzählungen.

So vergleicht Satsuki Meis Warten auf das Aufgehen der Saat mit einer Krabbe aus einer alten Legende. Auch japanische Bräuche werden deutlich, wenn Satsuki beim ersten Betreten des alten Hauses zwar nicht die Schuhe auszieht, aber stattdessen auf ihren Knien läuft.

Während positive Seiten der japanischen Vergangenheit gezeigt werden, hat der Krieg oder die Industrialisierung scheinbar nie stattgefunden. Neben Verweisen auf japanische Mythen zeigt der Film auch Ähnlichkeiten zu Alice im Wunderland, besonders wenn Mei dem kleinen Totoro folgt, durch die Wurzelhöhlen des Waldes kriecht und damit in die fantastische Welt eintaucht.

Doch gibt es erhebliche Unterschiede, so Napier. Mei wird nicht mit absurden oder gar gefährlichen Begegnungen konfrontiert, sondern dem harmlosen Waldgeist. Und als sie ihrer Familie von der Begegnung erzählt, wird diese Erfahrung akzeptiert. Anders als bei Alice, wo das Wunderland von der Realität abgetrennt wird, ist das Übernatürliche hier ganz selbstverständlicher Teil des Alltags.

  • Auch dass Totoro (fast) stummt ist, steht im Gegensatz zu Alice oder anderen sprechenden Tieren in der westlichen Fantastik.
  • Und der fast stumme Totoro trägt zur ruhigen, feinsinnigen Erzählung bei, da die Mädchen so ihre Interpretationen auf ihn projizieren können und die Begegnung mit dem Übernatürlichen so unter ihrer Kontrolle bleibt.

Thomas Lamarre ordnet den Film in das Werk Miyazakis ein: Im Gegensatz zu den übrigen, an eher erwachsenes Publikum gerichteten Filmen, sind Totoro und Kikis kleiner Lieferservice die beiden Filme, mit denen sich Miyazaki vor allem an kleine Kinder richtet.

  1. In ihnen geht es mal nicht um große Abenteuer in fantastischen Welten, sondern um den kleinen Alltag.
  2. Die Freude am Fliegen und Flugobjekte sind wie in allen Filmen Miyazakis ein wichtiger Teil, aber das sonst meist behandelte, konfliktreiche Wechselspiel von Technik, Mensch und Natur tritt in den Hintergrund.

In diesem Fall sind die Flugobjekte die übernatürlichen Wesen Totoro und der Katzenbus, die erneut eine von Miyazaki bevorzugte „knollige” Form annehmen. Und wie in vielen seiner Filme meide Totoro eine genaue zeitliche und soziokulturelle Zuordnung. Zwar finde die Handlung in den 1950er Jahren statt, doch die bestimmende Titelfigur verweise als Shintō-Geist weit in die japanische Vergangenheit und zugleich auf die Darstellung von Trollen in modernen Kinderbüchern.

  1. Auch Susan J.
  2. Napier verweist auf die stark idealisierte Darstellung der 1950er Jahre, die vor allem als fantastischer Raum zur Flucht, Freude und Hoffnung diene.
  3. Der zutiefst nostalgische Film sei die Suche nach einer eingebildeten persönlichen Vergangenheit.
  4. Der Handlungsort nahe Tokio, so Napier, sei eine Ausnahme in Miyazakis Schaffen, der seine Geschichten sonst in unbestimmten, europäisch aussehenden Fantasy-Welten spielen lasse.

Eine auch in diesem Film wiederkehrende Konstante sei dagegen die herausragende Stellung von Bäumen und Wäldern in Miyazakis Geschichten. Und der nächtliche Flug mit Totoro, mit dem Fliegen als bei Miyazaki stets entscheidendem Element, sei von besonderer Bedeutung: Die Szene zeige den kindlichen Sinn für die Allmacht, die ihnen ihre Fantasie oder die Begegnung mit dem Übernatürlichen verleiht und mit der sie ihre Ängste und Sorgen überwinden können.

Napier ordnet den Film in die „echte” Fantastik nach Tzvetan Todorov ein, in der die Grenze zwischen Realität und Übernatürlichem unklar bleibt. Es wird nicht aufgelöst, ob es den Totoro wirklich gibt, oder ob er nur ein Produkt der Fantasie der beiden Mädchen ist. Unabhängig davon hilft die Begegnung mit dem Fantastischen den beiden Kindern, die psychologische Belastung zu bewältigen.

Ob es nur ihre Fantasie ist oder die echte Fähigkeit, mit dem Übernatürlichen in Verbindung zu treten, es wird in jedem Fall als Zeichen von Stärke und mentaler Gesundheit dargestellt. Dabei hilft die Fokussierung auf die Perspektive der Kinder. Die Erwachsenen sind nur Nebenfiguren und sind ihnen in Not auch keine Hilfe – nur die übernatürlichen Wesen beziehungsweise ihre eigene (Einbildungs-)Kraft helfen ihnen.

  • Im Fokus läge auch ein Widerhall der Kindheit, so Helen McCarthy: Auf dieser Ebene haben auch die kleinsten Ereignisse große Auswirkungen gehabt.
  • Dies, so Napier, führe zurück zum Bild des shōjo, das als noch-nicht-Erwachsener und als nicht-Mann sehen könne, was diese nicht sehen könnten.
  • Sie sähen die Welt mit frischem, klaren Blick.

Die zentrale Botschaft des Films sei laut Napier, dass Magie – oder die Macht der menschlichen Vorstellungskraft – in Einklang mit der Welt und den Mysterien der Natur bestehen können. Und dass man, um mit ihnen in Kontakt zu treten, nicht nur Mut, Ausdauer und eigene Vorstellungskraft aufbringen muss, sondern auch die Bereitschaft, Schwäche und Verletzlichkeit zu zeigen.

Ist Totoro ein todesgott?

Das Ende ist der Anfang einer These – Das Krankenhaus Das Katzenbus rennt zu Mei Ist TOTORO ein SHINIGAMI bzw TODESGOTT? – Studio Ghibli Die Behauptung basiert auf der letzten Szene des Films, in der Satsuki und Mei am Fluss spielen. Ungewöhnliche ist, dass sie trotz des Sommerwetters keinen Schatten haben. Daraus folgern die Fantheoretiker, dass die Kinder tot sind.

  1. Dies bestätigt angeblich auch ihre Mutter Yasuko im Shichikokuyama Byouin : Sie schaut aus dem Fenster und sagt, dass sie ihre Töchter sieht.
  2. Als ihr Mann Tatsuo neben ihr nachsieht, findet er nicht die Töchter, sondern nur den Maiskolben auf der Fensterbank.
  3. Als weiteren Beleg soll die Anzeigetafel des Katzenbusses herhalten.

Auf der Tafel steht unter anderem „Weg zum Friedhof”. Auch die Jizou-Statuen soll ein festen Beweis für den Tod der Kinder sein, weil sie den Toten in die Unterwelt zeigen und sie auf den Weg dorthin beschützen. Da Satsuki und Mei tot sind und nur sie Totoro sehen können, heißt in der Fantheorie, dass Totoro ein Todesgott ist.

Was ist ein Rußmännchen?

Rußmännchen bei der Arbeit Rußmännchen sind kleine, schwarze Kügelchen mit großen Augen. Zudem besitzen sie noch dünne Strichmännchenärmchen und -beinchen. Sie können Arbeit verrichten und leben in dunklen Räumen. Verlassene Häuser sind bevorzugte Wohnorte. Wenn man sie fängt, zerfallen sie zu schwarzem Staub. Sie kommen in den Filmen Chihiros Reise ins Zauberland und Mein Nachbar Totoro vor.

Wie ist hakus richtiger Name?

Drachen nehmen in der japanischen Kultur eine wichtige Rolle ein. Sie stehen für Macht und Stärke und waren häufig die Wappentiere für die Köngishäuser. Oft repräsentierten sie auch die Naturgewalten (Wind, Blitz/Donner, Feuer). Kein Wunder also, dass in diesem Film die zwei vorkommenden Drachen jeweils Flüsse darstellen sollen.

Haku ist der Gehilfe von Yubaba, Er ist ein Drache und will unter ihrer Lehre zum mächtigen Zauberer werden. Was er aber selbst längst vergaß ist sein richtiger Name und seine Herkunft: Als Fluss Nigihayami Kohakunushi war er einst in der Nähe von Chihiros Elternhaus gelegen. Der Fluss aber wurde trocken gelegt und ein Apartmentkomplex darauf gebaut.

Dadurch, dass Yubaba ihn aber auch von seinem Namen beraubt hat, weiß er davon nichts mehr. Erst, als ihm Chihiro davon erzählt, wie sie als kleines Kind in eben diesen Fluss fiel und von ihm gerettet wurde, erinnert er sich und der Bann der Hexe ist gebrochen. Haku als Drache Chihiro zieht ein Fahrrad aus dem Gott Der urspünglich für einen Faulgott gehaltene Flussgeist stellt einen mächtigen Gott dar. Miyazaki selbst möchte mit ihm die Umweltverschmutzung der Menschheit symbolisieren. Erst, nachdem Chihiro aus ihm ein altes Fahrrad und weiteren Unrat zieht, kann er komplett sauber wieder verschwinden. Endlich sauber kehrt der Gott zurück

Wie heißt die Katze bei Totoro?

Der Katzenbus ist ein Nebencharakter aus den Filmen Mein Nachbar Totoro und Mei and the Baby Cat Bus von Hayao Miyazaki aus Studio Ghibli, Für das Geschlecht siehe unten,

Was hat Chihiro gegessen?

Film-Food-Tag! Chihiros Onigiri – Der Klang von Zuckerwatte Ups, da hat’s mich wohl voll erwischt! Nachdem ich letzte Woche den herrlichen Film Tampopo gesehen habe, war ich voll im Nudelsuppen-Fieber. Klar, nach so einem Film. So kam es, dass ich zum ersten Mal (von meinem so heiß und innig geliebten Sushi einmal abgesehen) japanisch gekocht habe.

Und ich war gleich so begeistert dass ich einfach nicht mehr genug davon bekommen konnte bzw. kann. So gab es nicht nur am Tag nach der Nudelsuppe gleich eine zweite – wieder mit selbst gemachten Udon-Nudeln – sondern auch massenweise Recherche meinerseits: über die asiatische Küche im Allgemeinen. Bei Kochbüchern angefangen, bis hin zu Internet-Durchforstungen.

Und was man dabei alles findet! Mannomann! Mein Bruder ist nun schon seit Jahren ein absoluter Japan-Fan, war dort auch schon einmal für 3 (?) Wochen um sich das Land an zuschauen, lernt sogar die Sprache und ist einfach begeistert von der Kultur, den Menschen und dem Land an sich.

Ich bin da doch eher Neuling auf dem Gebiet und bin immer wieder auf’s Neue überrascht, was sich die Japaner alles ausdenken. Zum Teil wirklich sehr seltsame Dinge. Beispielsweise bin ich auf einen Bericht über Süßigkeiten gestoßen, die man sich anrühren kann und dann möglichst so formt und herrichtet, so dass sie aussehen, wie eine vollständige Mahlzeit, beispielsweise Nudelsuppe oder Sushi.

Natürlich im Miniformat und mit künstlichen Aromen (bestimmt en masse) – aber allein die Idee! Falls Ihr neugierig seid,, Auf der Suche nach Rezepten bin bei etwas hängen geblieben, das ich in Filmen, Spielen, Illustrationen und Co. immer mal wieder gesehen habe und bei dem ich mich immer gefragt habe: „Mensch! Was ist denn das? Will ich unbedingt wissen.” Beispielsweise bei einem der wunderschönsten Filme, die ich bisher gesehen habe: Chihiros Reise ins Zauberland,

  • Den Film habe ich zum ersten Mal vor etwa 5 Jahren gesehen und er hat mich von Beginn an in seinen Bann gezogen.
  • Bis heute gehört er mit zu meinen Lieblingsfilmen.
  • Er ist einfach schön und obwohl er gezeichnet und auch für Kinder ein schöner Film ist, ist er tiefgründiger, als es auf den ersten Blick erscheinen mag und daher auch ein herrlicher Filmgenuss für Erwachsene.

Gezeichnet wurde er von dem fantastischen Hayao Miyazaki, der hier auch Regie geführt hat. Wem der Name nichts sagen sollte: von ihm stammen auch die Filme Prinzessin Mononoke, Das Wandelnde Schloss, Mein Nachbar Tortoro und viele mehr – alle ebenso herrlich-fantastische Filme wie fast schon künstlerische Meisterwerke, die mich immer wieder zum Träumen und Schwärmen bringen.

Chihiros Reise ins Zauberland handelt von der 10 Jahre alten Chihiro, die sich zusammen mit ihren Eltern auf dem Weg zu ihrem neuen Zuhause verfährt und schließlich in der Zauberwelt Aburaya landet. Dort stürzen sich ihre hungrigen Eltern auf ein Festmahl, das eigentlich den Götter bereit steht; zur Strafe werden sie in Schweine verwandelt.

Chihiro beschließt nach dem ersten Schock, ihre Eltern zu retten. So findet sie schließlich in dem Badehaus der Hexe Yubaba Arbeit, welches den Göttern und Geistern der Zauberwelt dient. Sie lernt das Zauberland mit dessen Mitbewohnern kennen und erlebt dabei nicht nur viele Abenteuer, sondern muss auch Mut und innere Stärke beweisen.

Hilfe bekommt sie dabei von ihrem Freund Haku und anderen Freunden, die sie sich durch ihre liebenswerte Art für sich gewinnen kann. Und nun zum Essen: Chihiro bekommt ungefähr in der Mitte des Filmes von Haku etwas zu essen angeboten, nämlich – wie ich nun endlich heraus gefunden habe – Reisbällchen.

Diese heißen „Onigiri” und sind meist gefüllt. Klassischerweise nimmt man für die Onigiri Sushi-Reis, denn die Bällchen werden mit den Händen gepresst. Daher müssen die Reiskörner klebend sein um zusammen halten zu können. Im Gegensatz zu Sushi wird der Reis nach dem Kochen allerdings meist lediglich mit Salz gewürzt.

Zusätzlich kann man dem Reis aber dann noch weitere Zutaten beigeben, um ihn etwas würziger zu machen, beispielsweise Sesam-Saat, Kräuter, Soja Sauce oder man kann die Bällchen nach dem Rollen in Gewürzen oder Sesam rollen, damit die auch spannender aussehen als „nur” weiß. Wenn man nicht darauf verzichten kann, darf man natürlich den Reis auch mit der Sushi typischen Reisessig-Zucker-Salz-Mischung würzen.

Allerdings hat man dann keine Onigiri mehr, sondern anders aussehendes Sushi. Das Schöne an den Onigiri ist: Sie sind unglaublich vielseitig:

Sie können ohne Füllung sein, oder mit. Die Füllung selbst bietet hierbei eine Vielzahl an Möglichkeiten und was man letztlich nimmt bleibt jedem selbst überlassen: Fleisch oder Fisch füllen – roh, gegart, gemixt mit anderen Zutaten, Fleischbällchen, Fleischsalat, Fischsalat, Gemüse, Pickles, Miso-Paste, Früchte, alles, was man auch für Sushi nehmen kann den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Zudem kann die Füllung komplett versteckt sein oder auch heraus ragen. Sie können mit Nori umwickelt sein oder auch mit anderem oder einfach gar nicht. Sie können nach dem Pressen gleich zum Verzehr bereit gelegt oder vorher kurz angebraten werden oder/und in Zutaten wie Sesam gewälzt bzw. damit bestreut werden. Man kann den Reis pur nehmen oder mit anderen Zutaten vermischen um den Geschmack oder das Aussehen spannender zu machen. Und die Form ist ebenso beliebig: Dreieck, Kugel- und Zylinderformen sind zwar „traditionell”, aber kann man sich beim Formen auch richtig austoben und sich einen Spaß machen, indem man beispielsweise Figuren oder Gesichter formt und diese mit Nori-Blättern oder anderen Lebensmittel verziert oder hervorhebt.

Und eben wegen der Vielfältigkeit und der liebsten Hauptzutat der Japaner überhaupt – Reis – sind die Onigiri in Japan eine so beliebte Zwischenmahlzeit, dass sie auch ständig in Mangas, Filmen und Co. vorkommen. Ebenfalls praktisch an den Bällchen: Man kann sie gut vorbereiten und sich für eine spätere Mahlzeit bereit stellen, bzw.

Ins Büro, in die Schule oder zum Picknick usw. mitnehmen. Sollen sie mit Nori-Blättern umwickelt werden, werden diese gern separat mitgenommen und erst kurz vor dem Verzehr um die Bällchen gewickelt. So werden sie nicht „aufgeweicht” und dabei „lasch”, sondern bleiben schön geröstet-„knusprig”. Und da wir schon beim Nori sind: Eine super Methode Nori frisch zu halten, nachdem man die Packung geöffnet hat sind verschließbare Toppits-Beutel: Die Nori aus der alten Packung nehmen und in den ausreichend großen Beutel legen.

Die Luft vorsichtig heraus drücken und den Beutel verschließen. So zieht das Nori keine Feuchtigkeit und bleibt länger knackig. Ich probiere das nun schon selbst eine Weile lang aus und es funktioniert super. Ich habe heute mehrere verschiedene Sorten Onigiri gemacht.

  • Einfach, weil ich wissen wollte, was mir und meinem Schatz gut schmeckt, was ich noch weiter ausbauen oder ändern kann und um am Ende auch eine schöne bunte Mischung auf dem Teller zu haben.
  • Vorerst musste ich allerdings erst mal bei meinem Bruder nachfragen, was er denn an Füllungen empfehlen kann.
  • Er meinte, besonders lecker sei mit Mayo angerührter Thunfisch aus der Dose.

Das musste ich natürlich ausprobieren. Also: auf an die Arbeit! Für 3-4 wirklich sättigende Portionen braucht Ihr:

500 g Sushi-Reis 1/2-1 TL Salz 100 g Rindfleisch (ich habe Rouladenfleisch genommen), in kleine Würfel geschnitten 1 TL gehackter Ingwer 1/2 TL Wasasipaste 1-2 EL Sojasauce etwas Öl 1 Frühlingszwiebel, gehackt 100 g Lachsfilet, in kleine Würfel geschnitten 50 g Thunfisch aus der Dose (im eigenen Saft konserviert) 1 TL Mayonnaise 1/2 TL Wasabipaste 1-2 EL Sesamsaat, kurz in der Pfanne geröstet Nori-Blätter

Den Sushi Reis gründlich waschen un din einen Topf mit ca.600 ml Wasser geben. Aufkochen lassen, den Deckel auf den Topf legen und den Reis für 10-15 Minuten bei mittlerer Hitze sanft köcheln lassen, bis das Wasser komplett aufgesogen ist. Die Herdplatte ausschalten und zugedeckt für weitere 10 Minuten ziehen lassen.

Danach den Topf vom Herd nehmen, Deckel abnehmen und das Salz unterrühren. Den Topf mit einem feuchten, sauberen Tuch bedecken, damit der Reis auskühlen kann ohne auszutrocknen. In der Zwischenzeit die Füllungen zubereiten: Das Rindfleisch mit etwas Wasabi, den 1-2 El Sojasauce und dem gehackten Ingwer vermischen und in eine Pfanne mit etwas heißem Öl geben.

Für 2 Minuten kurz und unter rühren kräftig anbraten, bei Seite stellen und eventuell mit etwas Frühlingszwiebeln mischen.

Den Lachs mit Frühlingszwiebeln mischen und eventuell noch etwas eingelegten und gehackten Ingwer, den man auch für’s Sushi verwendet, unterrühren.Den Thunfisch gut abtropfen lassen, mit Mayo und Wasabi würzen.

Und nun geht es ans Bällchen formen: Eine Schüssel mit kaltem Wasser bereit stellen und etwas Essig hinein geben (am besten Reisessig). Die Hände befeuchten und eine gute Menge Reis nehmen, so dass man bequem eine Kugel pressen kann, die in die eigenen Hände passt.

  1. Eine Kugel pressen, auch der Hand gut flach drücken, eventuell auch eine kleine Mulde hinein drücken und mit 1 TL einer gewünschten Füllung belegen.
  2. Nun die Kugel schließen und in die gewünschte Form pressen.
  3. Eventuell dann noch mit etwas Füllung spicken, die heraus gucken darf.
  4. Am Anfang dachte ich beim Pressen noch „huch, ist ja gar nicht mal so schwierig” Doch je mehr Kugeln ich gepresst hatte um so wackeliger sind sie geworden.

? Wenn Ihr das nachmachen wollte, googelt einfach mal, wie man sie am besten formt. Es gibt genügend Seiten und Videos im Netz, die einem das mit verschiedensten Tricks erklären. Ich werde mich vor dem nächsten Mal auch noch einmal genauer informieren.

Ich habe zwischendrin die Kugeln bzw. Dreiecke in etwas geröstetem Sesam gewälzt, das war am Schluss wirklich sehr lecker. Die fertigen Onigiri mit klein geschnittenen Nori-Blättern, Soja Sauce und was man sich sonst noch dazu wünscht, servieren. Gut soll Sake und Bier dazu passen, das werden wir dann vielleicht morgen mit dem Rest aufprobieren, es ist nämlich immer noch ganz schön viel da ? Und das Ergebnis? Ich fand die Onigiri sehr lecker und ganz besonders die mit Thunfisch, die mein Bruder mir empfohlen hat.

Allerdings war die Lachsvariante ebenfalls sehr fein. Das Fleisch war von den drei heute zubereiteten Sorten nicht mein Favorit, aber dennoch ebenso klasse. In Zukunft werde ich mich daran versuchen den Reis etwas mehr zu würzen, damit die Onigiri noch etwas pfiffiger schmecken.

Dafür soll es in Asia-Läden auch bestimmte Reis-Gewürze geben. Ich werde mich noch einmal genauer informieren und Euch dann das nächste Mal Bescheid geben. Falls ihr selber gern mal schauen mögt, eine gute Seite zum Informieren ist zum Beispiel. Trotz möglicher Verbesserungen was die Würze vom Reis und das Formen betrifft, war es dennoch ein sehr leckeres Abendessen, das zudem noch unglaublich satt gemacht hat! Das Schöne daran: Für morgen ist noch Frühstück bzw.

Mittagessen im Kühlschrank und wartet darauf verputzt zu werden. Mjamm!

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Ist Chihiro in Haku verliebt?

Kamajii – Kamajii kennt Haku seit er sich bei Yubaba als Lehrling beworben hat. Kamajii hatte ihn gewarnt, aber Haku war der Meinung gewesen nichts besseres bekommen zu können. Kamajii ist davon überzeugt, dass Haku und Chihiro sich lieben. Dies behauptet er zumindest, nachdem Haku sich nach seiner Rettung an Chihiros wahren Namen erinnert, obwohl er seinen eigenen Namen vergessen hat.

Ist Mein Nachbar Totoro traurig?

Hayao Miyasakis Mein Nachbar Totoro von 1988 ist nicht nur einer der schönsten Familien- und Kinderfilme, sondern auch zu Recht einer der großen Klassiker im Anime-Bereich. Neues Heim und Geister Die Schwestern Satsuki und Mei ziehen mit ihrem Vater, Professor Kusakabe, aufs Land nach Matsuo.

  • Dadurch sind sie näher bei der Mutter der beiden Mädchen, die im Krankenhaus liegt und sich dort von einer schweren Krankheit erholt.
  • Im neu bezogenen Haus der Familie entdecken Satsuki und Mei schnell kleine, schwarze Wesen, die vor ihnen fliehen.
  • Leine Hausgeister oder auch Rußbolde.
  • Auch das nahe gelegene Waldstück birgt ein Geheimnis: Dort lebt in einem riesigen Kampferbaum ein Totoro, ein Waldgeist.

Schnell treffen Satsuki und Mei auf ihn und freunden sich mit ihm an. Mein Nachbar Totoro ist ein Familien- oder Kinderfilm, der aufgrund seiner gefühlvollen, fantasiereichen Darstellung der kindlichen Erlebniswelt und dem deutlichen Plädoyer für die Liebe zur und dem Zauber der Natur Generationen übergreifend begeistern kann.

  1. Es ist schnell klar, dass nur Kinder Totoro und die anderen Zauberwesen sehen können und selbst dort nicht alle.
  2. Doch der Film konzentriert sich nicht rein auf den magischen Teil rund um Totoro, auch die Krankheit der Mutter von Satsuki und Mei spielt eine tragende Rolle und führt letztlich auch zum wichtigsten Ereignis des Films.

Gerade gegen Ende wird klar, dass Mein Nachbar Totoro eine herzerweichende Familiengeschichte erzählt, die zeitweise richtig traurig wird. Dabei haben Hayao Miyazaki, der auch das Drehbuch geschrieben hat, und sein Team aber nicht die humorvollen, lustigen Augenblicke eines Lebens als Kind vergessen. Was Ist Totoro Für Ein Tier Das Zusammentreffen an der Bushaltestelle ist einer der besten und lustigsten Szenen im Film. Wunderschön und Klangvoll Unterstützt werden die hübsch gezeichneten und toll animierten Bilder, denen nur selten das Alter anzumerken ist, von der wundervollen, immer passenden und die Szenen beinah magisch unterstützenden Musik.

Schon das bloße Hören der Stücke ruft Erinnerungen an den Film wach und sorgt für Gänsehaut Momente. Bei der von mir angesehenen Blu-ray-Version kommt der Ton außerdem noch toll rüber. Neben der mehr als gelungenen deutschen Synchronisation steht wahlweise auch die japanische Version mit oder ohne deutsche Untertitel zur Verfügung.

Beide Varianten liegen in DTS-HD Master Audio 2.0 vor. Das Bild profitiert auch klar von der Blu-ray-Neuauflage. Mein Nachbar Totoro präsentiert sich gestochen scharf. Schöner sah der Film noch nie aus. Als Extras finden sich auf der Blu-ray noch das Storyboard zum Film, ein Making-of, Opening und Ending sowie diverse Trailer und TV-Spots.

  • Dazu kommt eine wirklich schöne Digipack-Hülle samt Schuber.
  • Fazit Mein Nachbar Totoro ist eine Hymne für Kindheit und Fantasie.
  • Das Werk von Hayao Miyazaki zeigt auf nahezu perfekte und liebevolle Weise den Zauber der Natur, besonders aus der Sichtweise von Kindern, deren ganz eigene Erlebniswelt den Film maßgeblich prägt.

Dazu kommen bei der Blu-ray-Version ein glasklares Bild und ein toller Sound. Ich kann jedem – egal ob Anime-Fan oder nicht – Mein Nachbar Totoro nur ans Herz legen. Für mich einer der besten Anime- und Zeichentrickfilme überhaupt. Unbedingt ansehen! Anime-Klassiker, Top Film, Top Blu-ray, Für die ganze Familie, Kindertipp/Familientipp Details Titel: Mein Nachbar Totoro Genre: Familie, Kinder Regie: Hayao Miyazaki Sprecher: Maresa Sedlmeier, Paulina Rümmelein, Gerhard Jilka, Philipp Brammer, Christine Stichler, Monika John, Moritz Günther Musik: Joe Hisaishi Drehbuch: Hayao Miyazaki Produktionsjahr: 1988 Laufzeit: ca.86 Minuten Sprachen: Deutsch, Japanisch Herkunftsland: Japan Altersfreigabe: ab 0 Text Copyright 2015 Alexander Geisler Bilder Copyright Studio Ghibli / Universum Anime

Wie heißt der todesgott?

Totengötter in verschiedenen Kulturen –

  • In Mesopotamien ( Sumerer, Akkader ) galten Nergal und seine Gattin Ereškigal als Herrscherpaar der Unterwelt.
  • In Ägypten war der Totengott Osiris und der Totenbegleiter Anubis,
  • In der ugaritischen Mythologie hieß der Totengott Mot,
  • Die Unterweltgottheiten der Hethiter waren der ursprünglich hattische Lelwani, der später weibliches Geschlecht annahm, und die ursprünglich luwische Sonnengöttin der Erde,
  • Die hurritische Gottheit der Unterwelt war die Göttin Allani oder Allatu, welche im Zuge der Identifizierung der hurritischen Götter mit dem hethitischen Pantheon in zwei Gottheiten aufgespalten wurde, Allani (Sonnengöttin der Erde) und Allatu (Lelwani)
  • In der griechischen Mythologie war es Hades, der personifizierte Tod war Thanatos, die Verkünderin des Todes Ker und der Totenbegleiter Hermes,
  • In der etruskischen Mythologie war Aita der Gott der Unterwelt und Calu der Gott des Todes.
  • In der Mythologie der Römer war Dis (manchmal unter Betonung seiner strafenden Gewalt als Orcus ) der Herrscher der Unterwelt und Mors der personifizierte Tod
  • In der slawischen Mythologie ist Veles der Gott des Todes.
  • In der nordischen Mythologie herrschte Hel über das Totenreich.
  • Die irischen Kelten nannten den Herrn der Seelen Dagda, dazu kamen noch Cromm Cruach, Donn und Tigernmas, die Gallier kannten den Vater- und Totengott Dis Pater ( Teutates, Taranis ) und die Waliser den Herren der Unterwelt Arawn,
  • Im deutschen Volksmärchen taucht noch der Gevatter Hein auf.
  • Im Hinduismus ist der Todes- und Richtergott Yama zuständig.
  • Aztekische Mythologie : Mictlancihuatl und Mictlantecuhtli.
  • Im Daoismus, Buddhismus und der chinesischen Mythologie gibt es den Todes- und Richtergott Yánluó, der im Diyu wirkt.
  • Voodoo : Baron Samedi
  • Japanische Mythologie : Izanami als Herrin der Unterwelt Yomi
  • Indische / japanische / chinesische / tibetische Mythologie: Yama (Todesgott)

Wie heißt der Geist von Chihiro?

Das Ohngesicht draußen im Regen Das Ohngesicht ist ein schwarzer, halb dursichtiger dünner Geist, der eine weiße Maske trägt. Es kann nicht reden und gibt nur leise Laute von sich. Es ist von Chihiros Herzlichkeit so überrascht, dass es sich zur Aufgabe macht, sie zu beeindrucken. Da Chihiro aber nichts will, außer ihre Eltern zu retten, kann es ihr nichts Materielles bieten. Es kann Gold erschaffen Was Ist Totoro Für Ein Tier Völlig verrückt geworden, frisst es zwei weitere Arbeiter Dieser Geist hat keine Inspiration in der traditionellen japanischen Kultur, sondern soll eher eine Metapher darstellen. Miyazaki sagt, dass es solche Menschen verkörpert, die es immer allen Recht machen wollen, damit sie geschätzt werden.

Deshalb auch der Name „Ohngesicht”: Es besitzt kein eigenes Gesicht und adaptiert die Emotionen anderer. Es lernt schnell, was die Leute wollen, was vor allem Gold ist, und lässt es entstehen. Dann frisst es einzelne Arbeiter im Badehaus und nimmt ihre Charakter an. Erst Chihiro kann das Ohngesicht beruhigen und die Arbeiter retten, indem sie es fragt, ob es eine Familie hat, Menschen, die es lieben.

Am Ende des Filmes findet der Geist eine Anstellung bei Zeniba, wo es weitaus besser aufgehoben ist, als bei den gierigen Arbeitern im Badehaus.

Wie alt ist Saki Totoro?

Patricia Bohrn: Mein Lieblingsfilm Hayao Miyazaki: Mein Nachbar Totoro Durch Zufall auf ARTE innerhalb einer Sendereihe im April 2010 entdeckt, erscheint mir die Arbeit des japanischen Drehbuchautors und Regisseurs von Zeichentrickfilmen Hayao Miyazaki geradezu bemerkens- und besprechenswert als ein ideologisches Gleichgewicht zu den klassischen Disneyfilmen, in denen die Geschichte oft entlang von Gegensatzpaaren wie gut–böse, schön–hässlich oder jung–alt (um nur einige wenige zu nennen) entwickelt und erzählt wird und verdient unter anderem schon deswegen eingehendere Beachtung.

Miyazaki wurde als Regisseur und Drehbuchautor mit Zeichentrickfilmen auch in Europa berühmt, wie zum Beispiel: »Nausicaä aus dem Tal der Winde« (1984), »Das Schloss im Himmel« (1986), »Prinzessin Mononoke« (1997), »Das wandelnde Schloss« (2004) und mit »Chihiros Reise ins Zauberland« (2001), wofür ihm der Goldene Bär 2002 und ein Oscar 2003 verliehen wurden.

Von seinem Werk als Zeichner sind wohl die Serien »Heidi« (1974) und »Marco« (1976) die uns am bekanntesten. Die erste Szene des Films »Mein Nachbar Totoro« zeigt die 8-jährige Satsuki (auch Saki genannt) und ihre jüngere Schwester Mei im Auto mit dem Vater unterwegs zu ihrem neuen Haus auf dem Land.

  • Die Mutter befindet sich zu dieser Zeit schon seit längerem im Krankenhaus, um sich noch von einer schweren Krankheit zu erholen.
  • Sie alle wollen in der Nähe der Mutter sein und sie so öfters besuchen können.
  • Das Beziehen des alten, länger leergestandenen Bauernhauses verläuft rasch und unbekümmert, und der Vater und seine beiden Töchter sind bereits gut in die ländliche Gemeinschaft aufgenommen.

Eines Tages, als Satsuki in der Schule und der Vater beschäftigt ist, entdeckt Mei ein kleines rundes Wesen, das Eicheln sammelt. Neugierig und vielleicht auf einen Spielgefährten hoffend, folgt sie ihm durch einen Tunnel aus Gestrüpp und Unterholz in den benachbarten Wald zu einem riesigen Baum und fällt durch ein Loch zwischen Wurzel und Erdboden in eine große, helle und sonnige Höhle mitten auf den Bauch eines riesigen grauen pelzigen Tieres, eine Mischung aus Eule, Hase und Katze.

  1. Entzückt gibt sie ihm den Namen Totoro und schläft auf seinem Bauch ein.
  2. Wenig später darf ihn auch ihre ältere Schwester kennen lernen, und Totoro und seine kleinen Freunde, sowie die Buskatze kommen den Mädchen immer dann zu Hilfe, wenn sie verzweifelt sind und keinen Ausweg mehr sehen.
  3. Systemisch gesehen, gilt für mich hervorzuheben und als unterschiedsbildende Unterscheidung zu manch Disneyfilm zu erkennen, wie sowohl die beiden Mädchen Saki und Mei, als auch der Nachbarjunge Kantar mit ihrer Angst umgehen, über welche Lösungsstrategien sie dabei bereits verfügen und welche sie sich schaffen.

Gleich zu Beginn machen die beiden Mädchen beim Beziehen des Hauses Bekanntschaft mit der neuen Umgebung, unheimlichen Geräuschen und seltsamen Luftzügen. Bevor sie die dunklen Räume (hauptsächlich zu zweit) betreten, schreien sie ganz kräftig und laut, um so etwaige Eindringlinge, vornämlich jedoch ihre eigene Angst zu vertreiben.

  • Interessanterweise stellen sie sich entschlossen und neugierig jedem noch so düsteren Raum im Haus und damit verbunden ihrer Angst, wobei sie stets die Erfahrung machen, dass ihnen nichts passiert, wenn sie jeden Winkel der Räume erkunden.
  • Da das Haus lange Zeit unbewohnt war, sammelten sich Schichten von Schmutz und Staub, die durch den Luftzug bewegt werden.

Die Mädchen erkennen darin Scharen von kleinen schwarzen Wesen, den sogenannten Rußbolden, die angesichts der Helligkeit und des Lüftens jedoch fliehen. Zur Sicherheit sprechen Saki und Mei die Wesen noch an: »Kommt raus, Ihr schwarzen Rußbolde!«, so als würden sie ihnen zeigen, dass sie sie erkannt haben, nicht aber fürchten.

Die vierjährige Schwester Mei geht sogar noch einen Schritt weiter und versucht, einen Rußbold zu fangen, ihn sozusagen zu be-greifen. Im Erdgeschoss angekommen, ist von dem Wesen in ihrer Hand natürlich nicht mehr als Staub übrig. Letztlich erarbeiten KlientInnen genau diese und noch viel mehr Strategien im Umgang mit ihren Ängsten.

Kürzest und vereinfacht gesagt, die Menschen machen sich alleine und/oder innerhalb eines therapeutischen Prozesses auf die Suche, sie sprechen Unheimliches an, benennen und erforschen es (beispielsweise mittels Beobachtungsaufgaben, Angstkurven, Skalen, und dgl.).

  • Sie geben oft im Zuge einer Externalisierung ihrer Angst eine Gestalt und einen Namen und verändern durch eine neue Position ihren Blickwinkel darauf.
  • »Wer lacht, hat keine Angst.«, bemerkt Sakis und Meis Vater in der ersten Nacht, als ein Sturm tobt und an den klapprigen Fensterläden und Türen rüttelt.

Gemeinsam veranstalten die drei ein Lachkonzert in der Badewanne, um ihre Angst wegzulachen, sich vielleicht dabei auch zu entspannen. Nicht nur bei Angstbewältigung im Speziellen, sondern in jedem zwischenmenschlichen Prozess und demzufolge auch im therapeutischen Setting im allgemeinen sind die Fähigkeit zu lachen und Humor wichtige Ressourcen.

Ein weiteres Merkmal von Miyazakis Filmen ist das (gemeinsame) Aushalten von Unangenehmem und Schmerzhaftem, anstatt es sofort zu bekämpfen und besiegen zu wollen. So wird Nausicaä (die Protagonistin des gleichnamigen Films) beispielsweise von einem kleinen Tier in den Finger gebissen und anstatt das Tier zu bestrafen, begegnet sie ihm mit Ruhe und Verständnis, wodurch sie erreicht, dass das Wesen als Entschuldigung und Wiedergutmachung das Blut von ihrem Finger leckt.

Durch systemische Linsen betrachtet, birgt diese kurze Szene eine Fülle an Ideen, Gedanken und Sichtweisen. So wird beispielsweise die Auswirkung eines Verhaltens auf das Gegenüber ganz deutlich veranschaulicht. Für die Arbeit mit KlientInnen kann das unter anderem bedeuten, diese in ihrer Selbstwirksamkeit und –kompetenz zu fördern und zu stärken.

  • Daraus kann sich auch die Frage nach der Dimension des Zu-mutens durch die Therapeutin ergeben.
  • Wann spricht man noch von Zumutung im Sinne von Zutrauen, dem ein Glaube an die Möglichkeiten und Ressourcen von KlientInnnen zu Grunde liegt, und wo ist diese Grenze erreicht, jenseits derer Zumuten die Konnotation von Überfordern bekommt.

Dasselbe gilt auch für die Therapeutin: wann fordert sie sich selbst in der Arbeit heraus (beispielsweise bezüglich Themenstellung) und wo ist die Grenze der Überforderung auf Kosten eines bezogenen, freudvollen, hilfreichen und ethisch-verantwortbaren Therapieprozesses überschritten.

  • Und manchmal wird der Glaube der Therapeutin an das Veränderungspotential bei KlientInnen herausgefordert, vor allem dann, wenn KlientInnen besonders belastet sind, und sich die Frage stellt, wie sie die aktuelle Situation überhaupt aushalten können.
  • Da ist es mitunter oft schwer, ein richtiges Maß an Hoffnung und Zuversicht zu finden, in dem sich KlientInnen ernstgenommen und verstanden fühlen und das aber auch einen ersten notwendigen unterschiedsbildenden Unterschied auf den Ebenen des Fühlens, Denkens, Handelns und Erlebens ermöglicht.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen werden die beiden Mädchen herausgefordert und in ihrer Kompetenz im Umgang mit ihren Ängsten gefördert und bestärkt, als sie eines Abends ihren Vater allein von der Bushaltestelle abholen. Der Vater hat sich verspätet, und so müssen Saki und Mei in der Dämmerung und anschließenden Dunkelheit verharren.

Da gesellt sich Totoro zu ihnen und muntert Saki mit freundlichem Gesicht und hohen Sprüngen auf. Kurz bevor der Vater ankommt, fährt Totoro mit der Buskatze (ein Autobus in Form einer Katze oder eine Katze in Form eines Autobusses) in die dunkle Nacht und hinterlässt als Dankeschön für den geborgten Schirm Nüsse und Samen in ein Blatt gewickelt.

In dieser Sequenz nützen die Mädchen ihre Phantasie zu ihrem Schutz in einer Situation von Überforderung und Zumutung und imaginieren Totoro herbei. Das schützende Wesen stellt sich an Sakis Seite, und durch die Konzentration auf Totoro vergehen Wartezeit und Angst.

Besonders wichtig scheint mir an dieser Stelle auch die Reaktion des Vaters auf die Erzählung seiner Töchter von Totoro: er unterstützt und fördert deren Ressource, indem er auch an Totoro glaubt, nachfragt und Saki und Mei so in ihrer Vorstellungsgabe und Selbstwirksamkeit bestärkt. In diesem Film von Miyazaki ist das Fehlen von AntagonistInnen auffallend, einzig die Krankheit der Mutter und ihre dadurch bedingte Abwesenheit fordern den Ehemann und die beiden Töchter sehr.

Als die Familie durch ein Telegramm und einen Anruf verständigt werden, dass die Mutter noch im Spital bleiben muss und nicht wie versprochen kurz zu Besuch kommen kann, sind die Mädchen verständlicherweise sehr verzweifelt und streiten heftig miteinander.

Urze Zeit später macht Mei sich allein auf den Weg zum Krankenhaus, um ihrer Mutter einen Maiskolben zu bringen, damit diese schneller gesund wird und zu Kräften kommt. In der Zwischenzeit hat bereits eine große Suchaktion der Nachbarn begonnen, doch das kleine Mädchen bleibt unauffindbar. In ihrer Verzweiflung wendet sich Saki hilfesuchend an Totoro, der sie natürlich unterstützt.

Gemeinsam besteigen sie die Buskatze, die querfeldein und für Erwachsene unsichtbar zu Mei rast. Dies geschieht ganz einfach und unkompliziert, indem das Wesen Fahrziel beziehungsweise Endstation »kleine Schwester« wählt, die kurz darauf auch unversehrt von ihnen gefunden wird.

  1. Die Buskatze kann scheinbar Gedanken lesen, denn als nächstes Ziel erscheint »Krankenhaus«.
  2. Gemeinsam sitzen die drei auf einem Baum vor dem Fenster der Mutter, und als sie sehen, dass der Vater bei ihr ist und sie lächelt, können die Mädchen beruhigt wieder nach Hause gebracht werden, nicht ohne jedoch den Maiskolben am Fensterbrett zu hinterlassen.

Mit einem systemischen Monokel betrachtet (der Film möge nämlich in seiner Gesamtheit erhalten bleiben und nicht einseitig – systemisch zerlegt werden; das andere Auge ist dann wofür auch immer frei für das ganz persönliche Monokel der Betrachterin. Dies gilt übrigens für jede Sequenz des hier besprochenen Filmes, die Wahl der Sehbehelfe liegt immer ganz bei der Betrachterin), fällt die Veränderung des Ist-Zustandes der Mädchen und die Entwicklung hin zum Wunsch-Zustand auf: von der Sorge und Angst um die Mutter, bis hin zur Panik, dass sie sterben wird, sowie die Enttäuschung darüber, dass sie sich umsonst auf sie gefreut haben, erreichen sie Ruhe und Entspannung auch in ihrem Geschwisterstreit, die Gewissheit und Sicherheit, dass die Familie vollständig ist und letztendlich Versöhnung sowohl miteinander als auch mit ihrem Schicksal.

Unterschiedlich waren ihre Versuche, das Ziel zu erreichen: Saki versuchte sich abzufinden und suchte Sicherheit und Trost bei einer Nachbarin, Mei hingegen machte sich zu Fuß zum Krankenhaus auf, sie wurde also aktiv und hatte sichtlich die Idee, sich einerseits selbst überzeugen zu müssen, dass ihre Mutter am Leben war und dass sie sie beim Gesundwerden mit einem frischen Maiskolben unterstützen könnte.

Beide Lösungsversuche konnten nicht überprüft werden, denn Saki musste Mei finden, die sich am Weg zum Spital verlaufen hatte. Der älteren Schwester wird an dieser Stelle etwas mehr zugemutet: zu ihrer Angst um die Mutter kommen noch die Sorge um die kleine Schwester sowie ihr schlechtes Gewissen, an deren Verschwinden schuld zu sein.

Als sie Mei nirgends finden kann und von den weiten Strecken, die sie gelaufen ist, vollkommen erschöpft ist, greift sie auf ihre Vorstellungskraft zurück und nimmt Kontakt mit ihrem Helfer Totoro auf. Mit diesem schützenden Wesen an der Seite erreicht sie ihr erstes Zielbild, ihre kleine Schwester. Gemeinsam stellen sie sich vor, wie sie zum Krankenhaus gelangen und in welchem Zustand sie ihre Mutter sehen wollen, damit sie beruhigt nach Hause gehen und auf das nächste Besuchswochenende warten können.

In diesem gleichsam durch Trance induzierten Zielbild scheint so viel Kraft zu stecken, dass sogar die Mutter ihre Kinder lachen hören kann. Es darf also angenommen werden, dass je attraktiver das Ziel- und Wunschbild ist, umso größer auch dessen Potenzial ist, einen ersten Veränderungsschritt anzuregen.

Der Film »Mein Nachbar Totoro« bietet meiner Meinung nach auf den ersten Blick hin eher Mädchen als Buben eine wertvolle Geschichte. Doch nicht nur Saki und Mei bewältigen schwierige Situationen, lernen mit Konflikten und Enttäuschungen umzugehen und erfahren sich insgesamt darin kompetent und wirksam, sondern auch der Nachbarsjunge Kanta durchlebt seinen eigenen Prozess der Angstbewältigung, sodass er wahrscheinlich am Ende des Films und an diesem Punkt in seiner Entwicklung denken kann, dass Mädchen sogar ganz nett sind.

Über Kanta erfahren die ZuseherInnen wenig, und er ist eher eine Nebenfigur, die jedoch genau deswegen den Film in seinem Tiefgang und seiner Vielschichtigkeit abrundet. Im Rückblick fällt mir beim Durchgehen meines Filmrepertoires keine vergleichbare Entwicklungsgeschichte eines Jungen ein.

  • Meistens geht es um Buben und junge Männer, die sich in großen Zusammenhängen bewähren und gegen Feindliches in welcher Gestalt auch immer durchsetzen müssen.
  • Nicht so in diesem Film: der Gegner Kantas ist kein Drache oder Zauberer, auch kein Krimineller (nur um einige Stereotypen wiederum klischeehaft wiederzugeben), seine Herausforderung besteht in der Unsicherheit im Umgang mit Mädchen; dabei verfügt der Junge bereits über einige Bewältigungsstrategien, wie zum Beispiel wegzulaufen, wann immer die Mädchen sich ihm nähern; ist es dafür zu spät, zeigt er ihnen die Zunge oder ruft ihnen zu, dass es in ihrem Haus spukt.

Ein anderes Mal ignoriert er die beiden sogar und gibt vor, ihnen keine Beachtung zu schenken. Saki und Mei scheint dies jedoch nicht zu berühren oder zu verunsichern, sie begegnen ihm auch nicht aufdringlich oder provozierend, sondern vor allem Saki bleibt ruhig und höflich – auch dann, als Kanta von seiner Mutter geschickt wird, den neuen Nachbarn Hausrat zu bringen und ihr die Kiste einfach wortlos hinhält.

  1. Ähnlich dem Mädchen Nausicaä ermöglicht Saki dem Jungen, andere, neue Erfahrungen zu machen.
  2. Offenbar neugierig geworden, starrt Kanta am nächsten Tag in der Schule unaufhörlich zu Saki.
  3. Als es dann auch noch in Strömen regnet, leiht er den Schwestern immer noch wortlos seinen eigenen Schirm, und anstatt denselben Weg gemeinsam anzutreten, läuft er alleine, aber sichtlich stolz durch den strömenden Regen.

Zu Hause erzählt er, dass er seinen Schirm vergessen hätte und wird daher von seiner Mutter beschimpft und geschlagen: »Wie kann man nur so blöd sein und bei Regen seinen Schirm vergessen.« Kurz darauf bringen Saki und Mei den Schirm zurück und bedanken sich für Kantas Hilfe.

  • Der Junge lauscht angestrengt im Nebenzimmer und freut sich über Sakis freundliche Worte, die in dem Moment genau das Gegenteil zur Abwertung durch seine Mutter darstellen und ihm sichtlich wohl tun, ihn in seinem Tun bestärken.
  • Und genau diese positiven und schönen Erfahrungen, etwas anders, etwas Anderes zu tun und mitunter dadurch die Reaktionen der Mitmenschen, des Systems gestalten und vor allem sich selbst anders erleben zu können, wirken sich auch auf KlientInnen bestärkend und sichernd aus, sodass sie motiviert sind, mehr davon zu tun.

Der therapeutische Prozess dient schließlich ja unter anderem auch dazu, den KlientInnen neue, andere als bisher gemachte Erfahrungen schmackhaft und für alle Sinne attraktiv zu machen. Wäre Kanta in Therapie gewesen und so oder ähnlich gefragt worden: »Woran würdest du merken, dass du bei Mädchen sicherer bist?«, so könnte die letzte Szene des Filmes seinem Zielbild entsprechen.

  1. Saki und Mei gehen nach Hause und begegnen der Großmutter und Kanta, die erschöpft von der Suche ebenfalls heimgehen.
  2. Die Großmutter umarmt die beiden Mädchen, und Saki und Kanta stehen einander gegenüber, lächeln, sprechen, und alle gehen dann nebeneinander: Großmutter, Mei, Saki und Kanta.
  3. Bezeichnenderweise verzichtet Miyazaki in dieser letzten Sequenz auf Worte, diese wären hier überflüssig und unbedeutend.

Film Hayao Miyazaki: Mein Nachbar Totoro. Studio Ghibli 1988; Universum Film GmbH.2009. Weiterführende Literatur Christoph Thoma: Angsten und Ent-angsten: Systemische Kurztherapie bei Angstdynamiken. Amstetten: ISKAM-Eigenverlag, 2009. (Derzeit nicht lieferbar.) Arist von Schlippe & Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung.

Ist Yubaba böse?

Kino: Visueller Reichtum: „Chihiros Reise ins Zauberland” A ls “Chihiros Reise ins Zauberland” im vergangenen Jahr auf der den Goldenen Bären gewann, war die Verblüffung groß bei all jenen, die Trickfilme immer noch für Kinderkram halten. Die Berliner Jury aber hatte erkannt, was in dem Werk von Miyazaki Hayao steckt: großes Kino auf höchstem ästhetischen Niveau und ein Drehbuch, das seinesgleichen sucht, weil es in zwei Stunden eine Bildungsgeschichte erzählt, in die japanische Mythologie einführt, ein Abenteuer reportiert, eine Liebe entwickelt und dabei noch Zeit genug hat für etliche sozialkritische Anspielungen.

Mit diesem Werk hat der japanische Trickfilm eine neue Dimension erreicht. Es ist, als habe Miyazaki in zwei Stunden die Quintessenz seiner vierzigjährigen Karriere als Trickfilmer gepackt. “Chihiros ” wurde in Japan prompt zum erfolgreichsten Film aller Zeiten und löste damit “Prinzessin Mononoke” ab, ebenfalls ein Werk von Miyazaki.

Was die Filme des 1941 geborenen Chefs des Ghibli-Studios, der stets auch Regisseur und Autor seiner Filme ist, so bemerkenswert für das japanische Publikum macht, ist die Aufnahme der Shojo-Tradition. “Shojo” bedeutet “kleines Mädchen” und bezeichnet jene Bücher, Comics oder Filme, die sich der Probleme und der Weltsicht von heranwachsenden Frauen annehmen.

  1. Alle menschlichen Hauptfiguren Miyazakis sind Mädchen.
  2. Das begann mit seiner Arbeit als Zeichner an der vor dreißig Jahren in Japan produzierten Fernsehtrickserie “Heidi” und setzte sich im Kino fort: von seinem ersten großen Erfolg “Nausicaä” (1985, nach der Vorlage eines von Miyazaki selbst gezeichneten Manga) über den grandiosen Film “Mein Nachbar Totoro” (1988), den nur ein Jahr später entstandenen, kaum minder gelungenen “Kikis Lieferservice” bis hin zu “Prinzessin Mononoke” (1997) und jetzt “Chihiros Reise”.
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Sagen- und Kulturschatz Japan Doch bisher siedelten alle Filme des Ghibli-Studios ihre Handlungen in der Vergangenheit oder in mythischen Epochen an. Das widersprach dem gängigen Shojo-Prinzip, und zudem brach auch Miyazakis Zeichenstil mit der Tradition, indem er seinen Figuren eher europäische Züge verlieh, selbst wenn die Handlung in Japan angesiedelt war.

Japaner hassen ihre eigenen Gesichter”, hat Miyazaki dazu festgestellt. Um so mehr bedient er sich beim reichen Sagen- und Kulturschatz seines Heimatlandes. Das ist in “Chihiros Reise” nicht anders. Doch erstmals spielt ein Miyazaki-Film im Japan von heute, und die junge Titelheldin ist als typisch japanisches Mädchen gezeichnet.

Auf dem Weg in ein neues Heim nimmt die Familie Hagino eine falsche Abzweigung und entdeckt einen geheimnisvollen Durchgang, der die Eltern und Chihiro in eine Zauberwelt führt, die nicht ganz zufällig einige Verwandtschaft mit der Vergnügungsinsel aus Disneys “Pinocchio”-Verfilmung hat.

Dies ist überhaupt das Vorbild, an dem sich Miyazaki orientiert, und da “Pinocchio” immer noch als perfektester Trickfilm aller Zeiten gelten darf, ist der Anspruch des Japaners klar. Da paßt es, daß Disney die amerikanischen Verleihrechte für “Chihiros Reise” erwarb, den Film allerdings in den Vereinigten Staaten eher zögerlich in die Kinos brachte; trotzdem schnappte er gleich zwei Disney-Konkurrenten in diesem Jahr den Oscar für den besten langen Animationsfilm weg.

Ein vertrauter Stoff Dabei hat gewiß eine Rolle gespielt, daß Miyazaki wie kein zweiter Trickfilmer westliche Ästhetik mit fernöstlichen Motiven zu vermählen versteht. “Chihiros Zauberreise” ist ein kleines Kompendium der japanischen Götter- und Geisterwelt – und trotzdem ein vertrauter Stoff.

  1. Die unvorsichtigen Eltern werden in Schweine verwandelt, fortan ist das Mädchen auf sich allein gestellt.
  2. Es entdeckt ein Badehaus, worin sich die Götter nach ihrem harten Tagewerk entspannen, und nimmt dort eine Stelle an.
  3. Geleitet wird dieser chaotische Betrieb, den Miyazaki als Persiflage auf sein eigenes Studio inszeniert (er selbst hat sich als vielarmigen Heizer Kamaji in den Film gezeichnet, ohne dessen Arbeit nichts funktioniert), von der Hexe Yubaba.

Diese Figur hat in der Trickgeschichte nicht ihresgleichen: Der gewaltige, mit Runzeln übersäte Kopf ruht schwer auf einem vergleichsweise winzigen Körper. Die ganze Ikonographie der Figur signalisiert eine weise, gütige Frau, doch Yubaba entpuppt sich als böse Zauberin, die alle Bediensteten des Badehauses dadurch in ihrem Bann hält, daß sie ihnen die Namen geraubt hat.

Mit der Hilfe des derart versklavten Flußgottes Kohaku (dessen Gestalt als Drache ein dreister Diebstahl bei Michael Endes “Unendlicher Geschichte” genannt werden kann, aber Miyazaki bedient sich eben beliebig bei Vorbildern aller Art) und des gutherzigen Kamaji bricht Chihiro die Schreckensherrschaft.

Die gute Schwester Doch wie immer bei Miyazaki sind Gegenspieler nicht eindimensional böse, wie es auch mit Ausnahme der Hauptfiguren kein ungebrochenes Gutes gibt. Yubaba hat eine Zwillingsschwester, die ihr bis aufs Haar gleicht, charakterlich aber genau das Gegenteil repräsentiert.

Diese Verdoppelung, dazu das häufige Motiv der Maskierung oder die Verwandlung Kohakus in einen schönen jungen Mann halten “Chihiros Reise” permanent in der Schwebe: Wie Chihiro selbst ist sich auch der Zuschauer nie sicher, was hier Traum und Wirklichkeit, wer Freund und Feind, wo Bedrohung und Hilfe zu sein scheint.

Diese Unsicherheit aber hat nichts Unentschiedenes – selten gab es einen Film, der durch seine Geschlossenheit derart in den Bann schlägt wie “Chihiros Reise”. Sein visueller Reichtum ist überwältigend, und das Repertoire an skurrilen Figuren, darunter etliche Reminiszenzen an ältere Werke Miyazakis, ist schier unendlich.

Wer spricht Yubaba?

So spricht Sidonie von Krosigk, die Millionen von Kindern als Stimme von Bibi Blocksberg bekannt ist, die Titelheldin Chihiro. Ausserdem sind Sängerin und Schauspielerin Nina Hagen (Yubaba, Zeniba) und ihre Tochter Cosima Shiva Hagen (Lin) mit von der Partie.

Wie heißt die Schwester von Yubaba?

Zeniba mit Brille Zeniba wird geholfen Zeniba ist eine Hexe aus Chihiros Reise ins Zauberland und zudem Yubabas ältere Zwillingsschwester. „ Wenn sich einmal die Wege gekreuzt haben, vergisst man das nie. Es kann höchstens sein, dass man sich nicht daran erinnert. ” — Zenibas Rat an Chihiro Sie wohnt nahe der 6.

Was für ein Drache ist Haku?

Haku

  • Drachengestalt
  • Menschengestalt

Wächter des breiten bernsteinfunkelnden Flusses Chihiros Reise ins Zauberland Haku (jap.: ハク) ist ein Flussgeist aus dem Film “Chihiros Reise ins Zauberland” von 2001 von Hayao Miyazaki aus, Im Original wurde er von Miyu Irino gesprochen. In der deutschen Fassung wurde er von Tim Sander synchronisiert.

Ist Haku männlich oder weiblich?

Ist Haku ein Junge oder ein Mädchen? – Nachdem gesehen wurde, wie Haku sagte, er sei ein Junge, gab es bei Naruto-Fans viele Missverständnisse, die über das Geschlecht von Haku Naruto debattieren würden. Als Haku sagte, er sei ein Junge, waren viele Leute verwirrt, ob er wirklich ein Junge ist oder ob er annimmt, dass es nur ein Witz ist. Ist Haku ein Junge oder ein Mädchen? Dieses Bild stammt von Narutopedia, einer vertrauenswürdigen Naruto-Quelle. Es zeigt Hakus Geschlecht. Er ist ein Mann! Nichts falsch, keine Missverständnisse, keine Zweifel. Er sagte es in der Serie und wird durch Beweise darin untermauert Narutopedia, Nun stellt sich eine weitere Frage zu Haku, von der die meisten Menschen nichts wissen.

Was ist der Sinn von Chihiros Reise ins Zauberland?

Die Bedeutung des besten Anime-Films aller Zeiten: ‘Chihiros Reise ins Zauberland’ von Studio Ghibli Bild: Imago | EntertainmentPictures Irgendwo auf Tumblr findet sich folgendes Zitat: “Disney-Filme berühren das Herz, aber Studio Ghibli-Filme berühren die Seele.” So schmalzig das auch klingt, es ist wahr.

Und diese Tatsache ist sicherlich auch einer der Gründe, warum auf der ganzen Welt sofort Hayao Miyazakis Chihiros Reise ins Zauberland nennen werden, wenn du sie nach dem besten Zeichentrick aller Zeiten fragst. Auch 15 Jahre nach seinem Erscheinen in Japan bleibt Sen to Chihiro no Kamikakushi —auf Deutsch: Sen und Chihiros magisches Verschwinden —ein Meisterwerk, das Seinesgleichen sucht.

Das liegt nicht zuletzt auch an seiner kunstvollen Vermischung von Spirituellem, Realistischem, Fantastischem und nicht zuletzt Menschlichem. Miyazaki beherrschte es wie kaum ein anderer, diese unterschiedlichen Bereiche gleichberechtigt miteinander zu verbinden.

  1. Und da er sich in den Ruhestand verabschiedet hat, bleibt Chihiros Reise ins Zauberland neben seinen anderen großartigen Filmen das Meisterwerk.
  2. In dem Film geht es, grob zusammengefasst, um ein kleines Mädchen, Chihiro, das seine Eltern befreien muss.
  3. Dafür muss sie sich in einem durchschlagen, in dem sie für die herrische Hexe Yubaba in einem Badehaus arbeiten muss.

Regisseur Miyazaki hat mal gesagt, dass die zehn Jahre alte Tochter seines Freundes und Filmproduzenten Seiji Okuda, mit denen er zusammen viele Sommerurlaube verbracht hatte, als Inspiration für die Geschichte diente. Man kann also durchaus sagen, dass er diesen Film für 10-jährige Mädchen gemacht hat.

Aber genau darin liegt auch der Grund, warum er so gut bei Menschen aller Altersklassen ankommt und Chihiro sich so real anfühlt. Wann kann man schon ehrlich behaupten, dass ein Film für junge Mädchen und nicht für Geld und ein Mainstreampublikum erschaffen wurde? Viele männliche Kritiker beschreiben Chihiro als ein “übellauniges” und “verwöhntes” Mädchen.

Fair kann man diese Kritik wohl nicht nennen und fundiert schon gar nicht. Als wir Chihiro kennenlernen wird sie gerade von ihrem alten Zuhause und allem, was sie kennt, weggefahren, um in eine neue Stadt zu ziehen. Alles, was sie noch an ihre Freunde erinnert, ist ein Blumenstrauß.

  • Warum muss mein erster Blumenstrauß ein Abschiedsstrauß sein? Das ist doch furchtbar”, sagt sie, nur um von ihrer Mutter daran erinnert zu werden, dass ihr Vater ihr zum Geburtstag eine Rose geschenkt hat.
  • Sie lässt sich davon nicht trösten—verständlicherweise.
  • Die wenigsten 10-Jährigen würden sich angesichts solcher Umstände so gut benehmen.

Als die Familie aus dem Auto steigt und gebannt vor dem Eingang zum verlassenen Vergnügungspark steht, der sie bald gefangen nehmen wird, ist Chihiro “ängstlich”, weil ihre Intuition korrekt ist. Sie folgt widerwillig ihren Eltern, ist angesichts der kleinen Schreine und des herrenlosen Essens allerdings sichtlich besorgt.

  1. Alle Zeichen weisen daraufhin, dass sie gar nicht hier sein sollten.
  2. Diese Kritiker sollten bedenken, dass sie den restlichen Film über nicht nur die Ignoranz ihrer Eltern mit harter Arbeit bezahlt, sondern auch die Tatsache, dass diese nicht auf ein kleines Mädchen hören wollten.
  3. Bild: Imago | United Archives Das, was diese Geschichte von so vielen anderen unterscheidet, ist, dass Chihiro nicht über das Böse triumphieren muss und sich von einem “verwöhnten” Blag in ein gutes Mädchen verwandelt.

Nein, viel besser: In diesem Film geht es um eine richtige Charakterentwicklung. Miyazaki zeigt, wie sie sich langsam dazu zwingt, sich ihrer Umwelt anzupassen und Aufgaben gegenüber zu öffnen. Sie hat ihre Mühe, die Treppe zum Heizer, Kamaji, runterzusteigen, aber schafft es schließlich.

Amaji ignoriert sie, aber sie weiß, dass sie einen Job im Badehaus braucht, um in dieser neuen Geisterwelt überleben zu können. Sie bleibt also hartnäckig, bis er ihr hilft. Ihr wohlüberlegtes Handeln und ihre Hingabe zahlen sich schnell für sie aus, als sie erkennt, dass es sich bei einem fürchterlich stinkenden Wesen um einen verschmutzten Flussgott handelt, der vom Dreck befreit werden muss.

Die Tatsache, dass der Film ohne ein fertiges Skript entstanden ist, hat wohl ihren Teil zu Chihiros natürlicher Entwicklung beigetragen. “Ich habe die Geschichte noch nicht fertig, wenn wir mit der Arbeit an einem Film beginnen”, sagte Miyazaki einmal gegenüber,

  1. Es bin nicht ich, der den Film macht.
  2. Der Film macht sich selbst und ich habe keine andere Wahl, als ihm zu folgen.” Das komplette Team muss also die Realität der Charaktere mit ihnen zusammen durchleben, Schritt für Schritt—und das spürt man.
  3. Mitten in diesem Erzählfluss finden sich auch einige der schönsten Bildkompositionen des modernen Kinos—von Zeichentrick ganz zu schweigen.

Wie Filmkritiker Roger Ebert in seiner Review des Films schon schrieb, sieht man in jeder Einstellung die “Großzügigkeit und Hingabe.” Dutzende unterschiedliche Kreaturen werden für jede Szene zum Leben erweckt, jedes letzte Detail wird per Hand in die Ecken, Bildränder oder den Hintergrund eingefügt.

Andere Trickzeichner würden hier Abkürzungen wählen. Vor allem aber gibt uns Miyazaki Zeit, in seiner Welt zu atmen und zu leben. Er hat mal gesagt, dass die Szenen, in denen nicht wirklich etwas passiert, “ma” heißen—Leere. “Filmemacher fürchten sich vor Stille, also wollen sie sie überdecken und zuspachteln”, sagte er.

“Sie haben Angst, dass sich das Publikum langweilt. Aber nur weil 80 Prozent der Zeit etwas passiert, heißt das nicht, dass die Kinder dir auch Aufmerksamkeit schenken werden. Das, was wirklich zählt, sind die grundlegenden Emotionen, die du nie aus dem Auge lassen darfst.” Interessanterweise sind es gerade diese “ma”-Momente, die über die Jahre, zu seinem Markenzeichen des Films geworden sind.

  1. Chihiro, die auf ihrem Schlafzimmerbalkon steht und verloren auf das Meer blickt; Chihiro und ihre Freunde Ohngesicht, Bou und Yu-Krähe, die verloren im Zug sitzen.
  2. Bild: Imago | EntertainmentPictures Diese Schönheit ist universell, aber natürlich gibt es einige Untertöne, die in der Übersetzung verloren gehen.

Viele Menschen, die des Japanischen mächtig sind, haben auf visuelle Anspielungen hingewiesen, die andere Zuschauer nicht erkennen können. Zu Beginn des Films sehen wir auf dem Weg zu dem verwunschenen Vergnügungspark in einer Einstellung das Kanji-Zeichen 狗 für Hund.

  • Dieses könnte aber auch auf das gleichklingende “kuniku” verweisen, das wörtlich übersetzt “bitteres Fleisch” oder freier “etwas, das ein persönliches Opfer erfordert” bedeutet.
  • Ein weiteres Schriftzeichen für “Knochen” scheint eine Anspielung auf die Redensart “hone-nashi”, “knochenlos”, zu sein, die das Fehlen eines moralischen Rückgrats meint.

Als der Vater gierig durch einen Bogen läuft, sehen japanische Zuschauer, dass einige Zeichen darauf verkehrtherum sind. Chihiros Unbehagen wird dadurch nur weiter unterstrichen. Es wurde auch mehrmals darauf hingewiesen, dass die Schriftzeichen für “yu” und “me” immer wieder in dem Film auftauchen.

“Yume” ist das japanische Wort für “Traum”. Die Namen selbst spielen in dem Film eine große Rolle und spiegeln die Identität der Charaktere wider. Chihiros Name bedeutet “ein Tausend” und “Fragen stellen” oder “suchen/bemühen.” Als Yubaba Chihiro mit dem Arbeitsvertrag einen Teil des Namens nimmt, bleibt ihr nur noch die Silbe Sen.

Sen bedeutet nur noch “ein Tausend.” Chihiro bleibt damit zwar einerseits sie selbst, ein Teil von ihr fehlt allerdings. Auch die Namen der anderen Charaktere haben bestimmte Bedeutungen. Bou heißt “kleiner Junge” oder “Sohn”, Kamaji “Kesselopa”, Yubaba “alte Badefrau” oder “Hexe” und Zeniba “Geldhexe”.

Wie bei jedem anderen Film, der in so kurzer Zeit Kultstatus erreicht hat, kann man auch hier schnell in ein bodenloses Loch der Deutungsmöglichkeiten fallen. Eine Interpretation des Films sagt, dass die Geschichte eine Allegorie für Kinderprostitution ist. Dadurch erhält die ganze Geschichte mit dem Badehaus einen sehr abgründigen Beigeschmack.

Miyazaki selbst hat mal, dass die japanische Gesellschaft wie die Sexindustrie geworden ist. Eine andere Lesart lautet, dass die Zauberwelt für das alte Japan steht—ein Japan, das seine Mühe hat, sich neben dem neuen Japan der “realen” Welt von Chihiro und ihrer Familie zu behaupten.

In diesem Fall lautet die Moral von der Geschichte, dass Japan, genau wie Chihiro, lernen muss, dass die neue und die alte Welt nebeneinander existieren können, sich aber einander anpassen und ändern müssen. Andere wiederum legen ihr Hauptaugenmerk auf die gegensätzlichen Kräfte des Kapitalismus und der Spiritualität.

Chihiro zieht um, weil ihr Vater einen neuen Job bekommen hat. Als sie sich dem Vergnügungspark nähern, erzählt der Vater, dass der Park wahrscheinlich der Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen ist. Kürzlich hat jemand Studio Ghibli per Tweet gefragt, was es mit der Verwandlung von Chihiros Eltern in Schweine auf sich hat.

Erklärte das Studio, dass diese Transformation die Verwandlung der Menschen während der japanischen Wirtschaftsblase in den 1980ern widerspiegelt. Sobald jemand zum Schwein wird, bekommt er auch nach und nach den “Körper und die Seele eines Schweins”, was “nicht nur für die Fantasiewelt gilt.” Bild: Imago | United Archives Was jeder Zuschauer, egal welchen Alters, aus Chihiros Reise ins Zauberland mitnehmen kann, ist die große Bedeutung von Ausgewogenheit.

Auch wenn nicht jeder die besten Beweggründe hat, gibt es in der Geschichte keinen wirklich bösen Charakter. Jeder hat eine gute Seite oder zumindest das Potential dazu—selbst Yubaba, wie man an ihrer Zwillingsschwester sehen kann. Der stinkende Faulgott ist gar kein furchtbares Monster sondern ein Flussgott.

  1. Das Gegenteil von Ausgewogenheit ist hingegen Exzess.
  2. Und wie man an den Eltern sieht, die sich mit Essen vollstopfen, bis sie sich in Schweine verwandeln, oder an der Gier und dem Reichtum, die im Badehaus zur Schau gestellt werden, kann daraus nichts Positives enstehen.
  3. Diese feinfühlig-spirituellen und emotionalen Aussagen haben Chihiros Reise ins Zauberland am Ende zum erfolgreichsten Film in der japanischen Geschichte gemacht.

Weltweit wurde der Film mit Preisen überhäuft, inklusive eines Goldenen Bären und eines Oscars. Die Einladung zu letzterer Veranstaltung lehnte Miyazaki jedoch aufgrund seiner Haltung zum Irakkrieg höflich ab. Noch viel mehr aber war es dieser Film, der Hundertausende auf Studio Ghibli aufmerksam gemacht hat—auch Menschen, die Anime davor nichts abgewinnen konnten.

  1. Chihiros Reise ins Zauberland ist einer dieser seltenen Filme, die jeder Fan immer in seinem Herzen tragen und später seinen Kindern und Enkelkindern zeigen wird.
  2. Er hat uns gezeigt, wie atemberaubend, aufrichtig und auch ernst Zeichentrickfilme sein können—eine Lektion, die Pixar, Disney und andere Mainstream-Studios selbst 15 Jahre nach Chihiro noch immer nicht verstanden haben.

: Die Bedeutung des besten Anime-Films aller Zeiten: ‘Chihiros Reise ins Zauberland’ von Studio Ghibli

Was hat die Mutter in Totoro?

Ernster Hintergrund und trotzdem nicht düster – Ähnlich zu anderen Produktionen von, verbirgt sich auch in Mein Nachbar Totoro ein biographisches Element: Die Mutter von Hayao Miyazaki (welcher geradezu als Synonym für steht) ist in seinen Kindertagen an Tuberkulose erkrankt.

  • Er erinnert sich und verarbeitet hierdurch die entbehrungsreiche Zeit in diesem Film.
  • Miyazaki war nach eigenen Angaben damals auch von Ungewissheit geplagt und befürchtete, dass seine Mutter das Krankenhaus nicht mehr lebend verlassen würde.
  • Die Rahmenbedingungen könnten also trauriger nicht sein und dennoch kommt es nie zu einer bedrohlichen Situation.

Obwohl Mei sich im Laufe des Films einmal alleine auf den Weg macht und verloren geht, wird die Situation rasch und glücklich (natürlich mit Totoros Hilfe) aufgelöst. Wie warm und herzlich Mein Nachbar Totoro infolge erdacht ist, wird paradigmatisch in einer Szene deutlich, als die Mädchen mit ihrem Vater einen Abend im angebauten Badehaus verbringen.

In welcher Zeit spielt Totoro?

1958 im Umland von Tokio: Nach dem Einzug in ein altes Landhaus haben die vierjährige Mei und ihre sechs Jahre ältere Schwester Satsuki viel, zuweilen Wundersames zu entdecken. Im Haus wuseln etwa geisterhafte schwarze Wesen, sogenannte Rußmännchen, durch die Zimmer.

  • Die Reisfelder und der Wald aktivieren den Forscherinnengeist und der scheue Nachbarsjunge Kanta weckt Satsukis Interesse.
  • Doch die Freude über die neuen Eindrücke wird von der Sorge um die Mutter gedämpft, die schwerkrank in einem nahegelegenen Sanatorium liegt und die sie nur selten besuchen können.

Als erst Mei und dann auch Satsuki unter einem riesigen Kampferbaum auf den behäbigen Waldgeist Totoro und zwei kleinere Artgenossen treffen, eröffnet sich ihnen eine ganz neue magische Welt, in der das friedvolle Wesen beispielsweise einen Katzenbus herbeirufen kann.

  1. Totoro eilt schließlich auch zur Hilfe, als sich Mei auf dem Weg ins Krankenhaus verirrt.
  2. Der 1988 produzierte Animationsfilm des Autors und Regisseurs Hayao Miyazaki erfuhr erst 2007 seine deutsche Erstveröffentlichung.
  3. Auch im Herkunftsland Japan wurde Mein Nachbar Totoro von den Verantwortlichen beim Studio Ghibli zunächst skeptisch beäugt, da der Film eine vergleichsweise ereignisarme Geschichte erzählt, die zudem ohne einen Antagonisten auskommt.

Tatsächlich fand das Werk quer durch alle Altersklassen Anklang und gilt heute als essenzieller Anime -Klassiker. Der nostalgische Blick in Miyazakis eigene Kindheit im ländlichen Japan der 1950er-Jahre lebt von den liebenswerten Charakteren und dem feinen Blick für die Landschaft.

Die oft in Bildfolgen inszenierten Alltagssituationen vermitteln ein Gefühl für die vom Fantastischen unterwanderte Lebenswelt der Mädchen, in der die spirituelle Verbundenheit zur Natur eine ganz besondere Rolle spielt; sogar die Erwachsenen glauben an die Existenz von Naturgeistern. Entsprechend wird die Frage offengelassen, ob Totoro tatsächlich existiert oder nur der Fantasie der Kinder entspringt, aus deren Perspektive Miyazaki erzählt.

Mit der selbstverständlichen Existenz dieser Naturwesen verweist der Film auf die Götter und Geister (“kami”) der japanischen Shintō-Religion, die in unterschiedlichen Formen – etwa als Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände oder Naturerscheinungen – auftreten.

Einen ersten Anknüpfungspunkt offeriert das titelgebende Fabelwesen Totoro, das inzwischen als Maskottchen des Ghibli-Studios firmiert. Über welche Eigenschaften und Fähigkeiten verfügt das zwischen Katze, Bär und Eule angesiedelte Geschöpf, wie beeinflusst es die Erlebnisse der Kinder? Im Kunstunterricht der Primarstufe kann das ikonische Design die Gestaltung eigener Tierwesen anregen, die optional per Daumenkino zum Leben erweckt werden können.

Darüber hinaus ermöglichen die handgezeichneten Figuren und Hintergründe ein Gespräch über die technische Entwicklung des Trickfilmgenres von der Stummfilmzeit bis zu heutigen Computeranimationen, Interessant sind auch die Anklänge an Alice im Wunderland : In einer Szene fällt Mei in einen Tunnel und der Katzenbus erinnert sehr an die Grinsekatze.

Warum heißt der Film Prinzessin Mononoke?

Hintergründe – Aufgrund der Tatsache, dass Charaktere, Set und Handlung des Films von Miyazaki bewusst in der Muromachi-Zeit angesiedelt wurden, wird Mononoke Hime auch als indirekter Vertreter des Jidai-geki -Filmgenres gehandelt. Der Film ist einer der wenigen des Studio Ghibli, die erst ab zwölf Jahren freigegeben sind.

Ist Chihiro in Haku verliebt?

Kamajii – Kamajii kennt Haku seit er sich bei Yubaba als Lehrling beworben hat. Kamajii hatte ihn gewarnt, aber Haku war der Meinung gewesen nichts besseres bekommen zu können. Kamajii ist davon überzeugt, dass Haku und Chihiro sich lieben. Dies behauptet er zumindest, nachdem Haku sich nach seiner Rettung an Chihiros wahren Namen erinnert, obwohl er seinen eigenen Namen vergessen hat.

Wie kam Chihiro ins Zauberland?

Die Bedeutung des besten Anime-Films aller Zeiten: ‘Chihiros Reise ins Zauberland’ von Studio Ghibli Bild: Imago | EntertainmentPictures Irgendwo auf Tumblr findet sich folgendes Zitat: “Disney-Filme berühren das Herz, aber Studio Ghibli-Filme berühren die Seele.” So schmalzig das auch klingt, es ist wahr.

Und diese Tatsache ist sicherlich auch einer der Gründe, warum auf der ganzen Welt sofort Hayao Miyazakis Chihiros Reise ins Zauberland nennen werden, wenn du sie nach dem besten Zeichentrick aller Zeiten fragst. Auch 15 Jahre nach seinem Erscheinen in Japan bleibt Sen to Chihiro no Kamikakushi —auf Deutsch: Sen und Chihiros magisches Verschwinden —ein Meisterwerk, das Seinesgleichen sucht.

Das liegt nicht zuletzt auch an seiner kunstvollen Vermischung von Spirituellem, Realistischem, Fantastischem und nicht zuletzt Menschlichem. Miyazaki beherrschte es wie kaum ein anderer, diese unterschiedlichen Bereiche gleichberechtigt miteinander zu verbinden.

Und da er sich in den Ruhestand verabschiedet hat, bleibt Chihiros Reise ins Zauberland neben seinen anderen großartigen Filmen das Meisterwerk. In dem Film geht es, grob zusammengefasst, um ein kleines Mädchen, Chihiro, das seine Eltern befreien muss. Dafür muss sie sich in einem durchschlagen, in dem sie für die herrische Hexe Yubaba in einem Badehaus arbeiten muss.

Regisseur Miyazaki hat mal gesagt, dass die zehn Jahre alte Tochter seines Freundes und Filmproduzenten Seiji Okuda, mit denen er zusammen viele Sommerurlaube verbracht hatte, als Inspiration für die Geschichte diente. Man kann also durchaus sagen, dass er diesen Film für 10-jährige Mädchen gemacht hat.

  • Aber genau darin liegt auch der Grund, warum er so gut bei Menschen aller Altersklassen ankommt und Chihiro sich so real anfühlt.
  • Wann kann man schon ehrlich behaupten, dass ein Film für junge Mädchen und nicht für Geld und ein Mainstreampublikum erschaffen wurde? Viele männliche Kritiker beschreiben Chihiro als ein “übellauniges” und “verwöhntes” Mädchen.

Fair kann man diese Kritik wohl nicht nennen und fundiert schon gar nicht. Als wir Chihiro kennenlernen wird sie gerade von ihrem alten Zuhause und allem, was sie kennt, weggefahren, um in eine neue Stadt zu ziehen. Alles, was sie noch an ihre Freunde erinnert, ist ein Blumenstrauß.

“Warum muss mein erster Blumenstrauß ein Abschiedsstrauß sein? Das ist doch furchtbar”, sagt sie, nur um von ihrer Mutter daran erinnert zu werden, dass ihr Vater ihr zum Geburtstag eine Rose geschenkt hat. Sie lässt sich davon nicht trösten—verständlicherweise. Die wenigsten 10-Jährigen würden sich angesichts solcher Umstände so gut benehmen.

Als die Familie aus dem Auto steigt und gebannt vor dem Eingang zum verlassenen Vergnügungspark steht, der sie bald gefangen nehmen wird, ist Chihiro “ängstlich”, weil ihre Intuition korrekt ist. Sie folgt widerwillig ihren Eltern, ist angesichts der kleinen Schreine und des herrenlosen Essens allerdings sichtlich besorgt.

  • Alle Zeichen weisen daraufhin, dass sie gar nicht hier sein sollten.
  • Diese Kritiker sollten bedenken, dass sie den restlichen Film über nicht nur die Ignoranz ihrer Eltern mit harter Arbeit bezahlt, sondern auch die Tatsache, dass diese nicht auf ein kleines Mädchen hören wollten.
  • Bild: Imago | United Archives Das, was diese Geschichte von so vielen anderen unterscheidet, ist, dass Chihiro nicht über das Böse triumphieren muss und sich von einem “verwöhnten” Blag in ein gutes Mädchen verwandelt.

Nein, viel besser: In diesem Film geht es um eine richtige Charakterentwicklung. Miyazaki zeigt, wie sie sich langsam dazu zwingt, sich ihrer Umwelt anzupassen und Aufgaben gegenüber zu öffnen. Sie hat ihre Mühe, die Treppe zum Heizer, Kamaji, runterzusteigen, aber schafft es schließlich.

Kamaji ignoriert sie, aber sie weiß, dass sie einen Job im Badehaus braucht, um in dieser neuen Geisterwelt überleben zu können. Sie bleibt also hartnäckig, bis er ihr hilft. Ihr wohlüberlegtes Handeln und ihre Hingabe zahlen sich schnell für sie aus, als sie erkennt, dass es sich bei einem fürchterlich stinkenden Wesen um einen verschmutzten Flussgott handelt, der vom Dreck befreit werden muss.

Die Tatsache, dass der Film ohne ein fertiges Skript entstanden ist, hat wohl ihren Teil zu Chihiros natürlicher Entwicklung beigetragen. “Ich habe die Geschichte noch nicht fertig, wenn wir mit der Arbeit an einem Film beginnen”, sagte Miyazaki einmal gegenüber,

  • Es bin nicht ich, der den Film macht.
  • Der Film macht sich selbst und ich habe keine andere Wahl, als ihm zu folgen.” Das komplette Team muss also die Realität der Charaktere mit ihnen zusammen durchleben, Schritt für Schritt—und das spürt man.
  • Mitten in diesem Erzählfluss finden sich auch einige der schönsten Bildkompositionen des modernen Kinos—von Zeichentrick ganz zu schweigen.
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Wie Filmkritiker Roger Ebert in seiner Review des Films schon schrieb, sieht man in jeder Einstellung die “Großzügigkeit und Hingabe.” Dutzende unterschiedliche Kreaturen werden für jede Szene zum Leben erweckt, jedes letzte Detail wird per Hand in die Ecken, Bildränder oder den Hintergrund eingefügt.

Andere Trickzeichner würden hier Abkürzungen wählen. Vor allem aber gibt uns Miyazaki Zeit, in seiner Welt zu atmen und zu leben. Er hat mal gesagt, dass die Szenen, in denen nicht wirklich etwas passiert, “ma” heißen—Leere. “Filmemacher fürchten sich vor Stille, also wollen sie sie überdecken und zuspachteln”, sagte er.

“Sie haben Angst, dass sich das Publikum langweilt. Aber nur weil 80 Prozent der Zeit etwas passiert, heißt das nicht, dass die Kinder dir auch Aufmerksamkeit schenken werden. Das, was wirklich zählt, sind die grundlegenden Emotionen, die du nie aus dem Auge lassen darfst.” Interessanterweise sind es gerade diese “ma”-Momente, die über die Jahre, zu seinem Markenzeichen des Films geworden sind.

Chihiro, die auf ihrem Schlafzimmerbalkon steht und verloren auf das Meer blickt; Chihiro und ihre Freunde Ohngesicht, Bou und Yu-Krähe, die verloren im Zug sitzen. Bild: Imago | EntertainmentPictures Diese Schönheit ist universell, aber natürlich gibt es einige Untertöne, die in der Übersetzung verloren gehen.

Viele Menschen, die des Japanischen mächtig sind, haben auf visuelle Anspielungen hingewiesen, die andere Zuschauer nicht erkennen können. Zu Beginn des Films sehen wir auf dem Weg zu dem verwunschenen Vergnügungspark in einer Einstellung das Kanji-Zeichen 狗 für Hund.

  • Dieses könnte aber auch auf das gleichklingende “kuniku” verweisen, das wörtlich übersetzt “bitteres Fleisch” oder freier “etwas, das ein persönliches Opfer erfordert” bedeutet.
  • Ein weiteres Schriftzeichen für “Knochen” scheint eine Anspielung auf die Redensart “hone-nashi”, “knochenlos”, zu sein, die das Fehlen eines moralischen Rückgrats meint.

Als der Vater gierig durch einen Bogen läuft, sehen japanische Zuschauer, dass einige Zeichen darauf verkehrtherum sind. Chihiros Unbehagen wird dadurch nur weiter unterstrichen. Es wurde auch mehrmals darauf hingewiesen, dass die Schriftzeichen für “yu” und “me” immer wieder in dem Film auftauchen.

“Yume” ist das japanische Wort für “Traum”. Die Namen selbst spielen in dem Film eine große Rolle und spiegeln die Identität der Charaktere wider. Chihiros Name bedeutet “ein Tausend” und “Fragen stellen” oder “suchen/bemühen.” Als Yubaba Chihiro mit dem Arbeitsvertrag einen Teil des Namens nimmt, bleibt ihr nur noch die Silbe Sen.

Sen bedeutet nur noch “ein Tausend.” Chihiro bleibt damit zwar einerseits sie selbst, ein Teil von ihr fehlt allerdings. Auch die Namen der anderen Charaktere haben bestimmte Bedeutungen. Bou heißt “kleiner Junge” oder “Sohn”, Kamaji “Kesselopa”, Yubaba “alte Badefrau” oder “Hexe” und Zeniba “Geldhexe”.

  1. Wie bei jedem anderen Film, der in so kurzer Zeit Kultstatus erreicht hat, kann man auch hier schnell in ein bodenloses Loch der Deutungsmöglichkeiten fallen.
  2. Eine Interpretation des Films sagt, dass die Geschichte eine Allegorie für Kinderprostitution ist.
  3. Dadurch erhält die ganze Geschichte mit dem Badehaus einen sehr abgründigen Beigeschmack.

Miyazaki selbst hat mal, dass die japanische Gesellschaft wie die Sexindustrie geworden ist. Eine andere Lesart lautet, dass die Zauberwelt für das alte Japan steht—ein Japan, das seine Mühe hat, sich neben dem neuen Japan der “realen” Welt von Chihiro und ihrer Familie zu behaupten.

In diesem Fall lautet die Moral von der Geschichte, dass Japan, genau wie Chihiro, lernen muss, dass die neue und die alte Welt nebeneinander existieren können, sich aber einander anpassen und ändern müssen. Andere wiederum legen ihr Hauptaugenmerk auf die gegensätzlichen Kräfte des Kapitalismus und der Spiritualität.

Chihiro zieht um, weil ihr Vater einen neuen Job bekommen hat. Als sie sich dem Vergnügungspark nähern, erzählt der Vater, dass der Park wahrscheinlich der Wirtschaftskrise zum Opfer gefallen ist. Kürzlich hat jemand Studio Ghibli per Tweet gefragt, was es mit der Verwandlung von Chihiros Eltern in Schweine auf sich hat.

  1. Erklärte das Studio, dass diese Transformation die Verwandlung der Menschen während der japanischen Wirtschaftsblase in den 1980ern widerspiegelt.
  2. Sobald jemand zum Schwein wird, bekommt er auch nach und nach den “Körper und die Seele eines Schweins”, was “nicht nur für die Fantasiewelt gilt.” Bild: Imago | United Archives Was jeder Zuschauer, egal welchen Alters, aus Chihiros Reise ins Zauberland mitnehmen kann, ist die große Bedeutung von Ausgewogenheit.

Auch wenn nicht jeder die besten Beweggründe hat, gibt es in der Geschichte keinen wirklich bösen Charakter. Jeder hat eine gute Seite oder zumindest das Potential dazu—selbst Yubaba, wie man an ihrer Zwillingsschwester sehen kann. Der stinkende Faulgott ist gar kein furchtbares Monster sondern ein Flussgott.

  1. Das Gegenteil von Ausgewogenheit ist hingegen Exzess.
  2. Und wie man an den Eltern sieht, die sich mit Essen vollstopfen, bis sie sich in Schweine verwandeln, oder an der Gier und dem Reichtum, die im Badehaus zur Schau gestellt werden, kann daraus nichts Positives enstehen.
  3. Diese feinfühlig-spirituellen und emotionalen Aussagen haben Chihiros Reise ins Zauberland am Ende zum erfolgreichsten Film in der japanischen Geschichte gemacht.

Weltweit wurde der Film mit Preisen überhäuft, inklusive eines Goldenen Bären und eines Oscars. Die Einladung zu letzterer Veranstaltung lehnte Miyazaki jedoch aufgrund seiner Haltung zum Irakkrieg höflich ab. Noch viel mehr aber war es dieser Film, der Hundertausende auf Studio Ghibli aufmerksam gemacht hat—auch Menschen, die Anime davor nichts abgewinnen konnten.

Chihiros Reise ins Zauberland ist einer dieser seltenen Filme, die jeder Fan immer in seinem Herzen tragen und später seinen Kindern und Enkelkindern zeigen wird. Er hat uns gezeigt, wie atemberaubend, aufrichtig und auch ernst Zeichentrickfilme sein können—eine Lektion, die Pixar, Disney und andere Mainstream-Studios selbst 15 Jahre nach Chihiro noch immer nicht verstanden haben.

: Die Bedeutung des besten Anime-Films aller Zeiten: ‘Chihiros Reise ins Zauberland’ von Studio Ghibli

Wie alt ist Saki Totoro?

Patricia Bohrn: Mein Lieblingsfilm Hayao Miyazaki: Mein Nachbar Totoro Durch Zufall auf ARTE innerhalb einer Sendereihe im April 2010 entdeckt, erscheint mir die Arbeit des japanischen Drehbuchautors und Regisseurs von Zeichentrickfilmen Hayao Miyazaki geradezu bemerkens- und besprechenswert als ein ideologisches Gleichgewicht zu den klassischen Disneyfilmen, in denen die Geschichte oft entlang von Gegensatzpaaren wie gut–böse, schön–hässlich oder jung–alt (um nur einige wenige zu nennen) entwickelt und erzählt wird und verdient unter anderem schon deswegen eingehendere Beachtung.

Miyazaki wurde als Regisseur und Drehbuchautor mit Zeichentrickfilmen auch in Europa berühmt, wie zum Beispiel: »Nausicaä aus dem Tal der Winde« (1984), »Das Schloss im Himmel« (1986), »Prinzessin Mononoke« (1997), »Das wandelnde Schloss« (2004) und mit »Chihiros Reise ins Zauberland« (2001), wofür ihm der Goldene Bär 2002 und ein Oscar 2003 verliehen wurden.

Von seinem Werk als Zeichner sind wohl die Serien »Heidi« (1974) und »Marco« (1976) die uns am bekanntesten. Die erste Szene des Films »Mein Nachbar Totoro« zeigt die 8-jährige Satsuki (auch Saki genannt) und ihre jüngere Schwester Mei im Auto mit dem Vater unterwegs zu ihrem neuen Haus auf dem Land.

  1. Die Mutter befindet sich zu dieser Zeit schon seit längerem im Krankenhaus, um sich noch von einer schweren Krankheit zu erholen.
  2. Sie alle wollen in der Nähe der Mutter sein und sie so öfters besuchen können.
  3. Das Beziehen des alten, länger leergestandenen Bauernhauses verläuft rasch und unbekümmert, und der Vater und seine beiden Töchter sind bereits gut in die ländliche Gemeinschaft aufgenommen.

Eines Tages, als Satsuki in der Schule und der Vater beschäftigt ist, entdeckt Mei ein kleines rundes Wesen, das Eicheln sammelt. Neugierig und vielleicht auf einen Spielgefährten hoffend, folgt sie ihm durch einen Tunnel aus Gestrüpp und Unterholz in den benachbarten Wald zu einem riesigen Baum und fällt durch ein Loch zwischen Wurzel und Erdboden in eine große, helle und sonnige Höhle mitten auf den Bauch eines riesigen grauen pelzigen Tieres, eine Mischung aus Eule, Hase und Katze.

  1. Entzückt gibt sie ihm den Namen Totoro und schläft auf seinem Bauch ein.
  2. Wenig später darf ihn auch ihre ältere Schwester kennen lernen, und Totoro und seine kleinen Freunde, sowie die Buskatze kommen den Mädchen immer dann zu Hilfe, wenn sie verzweifelt sind und keinen Ausweg mehr sehen.
  3. Systemisch gesehen, gilt für mich hervorzuheben und als unterschiedsbildende Unterscheidung zu manch Disneyfilm zu erkennen, wie sowohl die beiden Mädchen Saki und Mei, als auch der Nachbarjunge Kantar mit ihrer Angst umgehen, über welche Lösungsstrategien sie dabei bereits verfügen und welche sie sich schaffen.

Gleich zu Beginn machen die beiden Mädchen beim Beziehen des Hauses Bekanntschaft mit der neuen Umgebung, unheimlichen Geräuschen und seltsamen Luftzügen. Bevor sie die dunklen Räume (hauptsächlich zu zweit) betreten, schreien sie ganz kräftig und laut, um so etwaige Eindringlinge, vornämlich jedoch ihre eigene Angst zu vertreiben.

Interessanterweise stellen sie sich entschlossen und neugierig jedem noch so düsteren Raum im Haus und damit verbunden ihrer Angst, wobei sie stets die Erfahrung machen, dass ihnen nichts passiert, wenn sie jeden Winkel der Räume erkunden. Da das Haus lange Zeit unbewohnt war, sammelten sich Schichten von Schmutz und Staub, die durch den Luftzug bewegt werden.

Die Mädchen erkennen darin Scharen von kleinen schwarzen Wesen, den sogenannten Rußbolden, die angesichts der Helligkeit und des Lüftens jedoch fliehen. Zur Sicherheit sprechen Saki und Mei die Wesen noch an: »Kommt raus, Ihr schwarzen Rußbolde!«, so als würden sie ihnen zeigen, dass sie sie erkannt haben, nicht aber fürchten.

  • Die vierjährige Schwester Mei geht sogar noch einen Schritt weiter und versucht, einen Rußbold zu fangen, ihn sozusagen zu be-greifen.
  • Im Erdgeschoss angekommen, ist von dem Wesen in ihrer Hand natürlich nicht mehr als Staub übrig.
  • Letztlich erarbeiten KlientInnen genau diese und noch viel mehr Strategien im Umgang mit ihren Ängsten.

Kürzest und vereinfacht gesagt, die Menschen machen sich alleine und/oder innerhalb eines therapeutischen Prozesses auf die Suche, sie sprechen Unheimliches an, benennen und erforschen es (beispielsweise mittels Beobachtungsaufgaben, Angstkurven, Skalen, und dgl.).

Sie geben oft im Zuge einer Externalisierung ihrer Angst eine Gestalt und einen Namen und verändern durch eine neue Position ihren Blickwinkel darauf. »Wer lacht, hat keine Angst.«, bemerkt Sakis und Meis Vater in der ersten Nacht, als ein Sturm tobt und an den klapprigen Fensterläden und Türen rüttelt.

Gemeinsam veranstalten die drei ein Lachkonzert in der Badewanne, um ihre Angst wegzulachen, sich vielleicht dabei auch zu entspannen. Nicht nur bei Angstbewältigung im Speziellen, sondern in jedem zwischenmenschlichen Prozess und demzufolge auch im therapeutischen Setting im allgemeinen sind die Fähigkeit zu lachen und Humor wichtige Ressourcen.

Ein weiteres Merkmal von Miyazakis Filmen ist das (gemeinsame) Aushalten von Unangenehmem und Schmerzhaftem, anstatt es sofort zu bekämpfen und besiegen zu wollen. So wird Nausicaä (die Protagonistin des gleichnamigen Films) beispielsweise von einem kleinen Tier in den Finger gebissen und anstatt das Tier zu bestrafen, begegnet sie ihm mit Ruhe und Verständnis, wodurch sie erreicht, dass das Wesen als Entschuldigung und Wiedergutmachung das Blut von ihrem Finger leckt.

Durch systemische Linsen betrachtet, birgt diese kurze Szene eine Fülle an Ideen, Gedanken und Sichtweisen. So wird beispielsweise die Auswirkung eines Verhaltens auf das Gegenüber ganz deutlich veranschaulicht. Für die Arbeit mit KlientInnen kann das unter anderem bedeuten, diese in ihrer Selbstwirksamkeit und –kompetenz zu fördern und zu stärken.

  • Daraus kann sich auch die Frage nach der Dimension des Zu-mutens durch die Therapeutin ergeben.
  • Wann spricht man noch von Zumutung im Sinne von Zutrauen, dem ein Glaube an die Möglichkeiten und Ressourcen von KlientInnnen zu Grunde liegt, und wo ist diese Grenze erreicht, jenseits derer Zumuten die Konnotation von Überfordern bekommt.

Dasselbe gilt auch für die Therapeutin: wann fordert sie sich selbst in der Arbeit heraus (beispielsweise bezüglich Themenstellung) und wo ist die Grenze der Überforderung auf Kosten eines bezogenen, freudvollen, hilfreichen und ethisch-verantwortbaren Therapieprozesses überschritten.

Und manchmal wird der Glaube der Therapeutin an das Veränderungspotential bei KlientInnen herausgefordert, vor allem dann, wenn KlientInnen besonders belastet sind, und sich die Frage stellt, wie sie die aktuelle Situation überhaupt aushalten können. Da ist es mitunter oft schwer, ein richtiges Maß an Hoffnung und Zuversicht zu finden, in dem sich KlientInnen ernstgenommen und verstanden fühlen und das aber auch einen ersten notwendigen unterschiedsbildenden Unterschied auf den Ebenen des Fühlens, Denkens, Handelns und Erlebens ermöglicht.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen werden die beiden Mädchen herausgefordert und in ihrer Kompetenz im Umgang mit ihren Ängsten gefördert und bestärkt, als sie eines Abends ihren Vater allein von der Bushaltestelle abholen. Der Vater hat sich verspätet, und so müssen Saki und Mei in der Dämmerung und anschließenden Dunkelheit verharren.

  • Da gesellt sich Totoro zu ihnen und muntert Saki mit freundlichem Gesicht und hohen Sprüngen auf.
  • Urz bevor der Vater ankommt, fährt Totoro mit der Buskatze (ein Autobus in Form einer Katze oder eine Katze in Form eines Autobusses) in die dunkle Nacht und hinterlässt als Dankeschön für den geborgten Schirm Nüsse und Samen in ein Blatt gewickelt.

In dieser Sequenz nützen die Mädchen ihre Phantasie zu ihrem Schutz in einer Situation von Überforderung und Zumutung und imaginieren Totoro herbei. Das schützende Wesen stellt sich an Sakis Seite, und durch die Konzentration auf Totoro vergehen Wartezeit und Angst.

  1. Besonders wichtig scheint mir an dieser Stelle auch die Reaktion des Vaters auf die Erzählung seiner Töchter von Totoro: er unterstützt und fördert deren Ressource, indem er auch an Totoro glaubt, nachfragt und Saki und Mei so in ihrer Vorstellungsgabe und Selbstwirksamkeit bestärkt.
  2. In diesem Film von Miyazaki ist das Fehlen von AntagonistInnen auffallend, einzig die Krankheit der Mutter und ihre dadurch bedingte Abwesenheit fordern den Ehemann und die beiden Töchter sehr.

Als die Familie durch ein Telegramm und einen Anruf verständigt werden, dass die Mutter noch im Spital bleiben muss und nicht wie versprochen kurz zu Besuch kommen kann, sind die Mädchen verständlicherweise sehr verzweifelt und streiten heftig miteinander.

  1. Urze Zeit später macht Mei sich allein auf den Weg zum Krankenhaus, um ihrer Mutter einen Maiskolben zu bringen, damit diese schneller gesund wird und zu Kräften kommt.
  2. In der Zwischenzeit hat bereits eine große Suchaktion der Nachbarn begonnen, doch das kleine Mädchen bleibt unauffindbar.
  3. In ihrer Verzweiflung wendet sich Saki hilfesuchend an Totoro, der sie natürlich unterstützt.

Gemeinsam besteigen sie die Buskatze, die querfeldein und für Erwachsene unsichtbar zu Mei rast. Dies geschieht ganz einfach und unkompliziert, indem das Wesen Fahrziel beziehungsweise Endstation »kleine Schwester« wählt, die kurz darauf auch unversehrt von ihnen gefunden wird.

  • Die Buskatze kann scheinbar Gedanken lesen, denn als nächstes Ziel erscheint »Krankenhaus«.
  • Gemeinsam sitzen die drei auf einem Baum vor dem Fenster der Mutter, und als sie sehen, dass der Vater bei ihr ist und sie lächelt, können die Mädchen beruhigt wieder nach Hause gebracht werden, nicht ohne jedoch den Maiskolben am Fensterbrett zu hinterlassen.

Mit einem systemischen Monokel betrachtet (der Film möge nämlich in seiner Gesamtheit erhalten bleiben und nicht einseitig – systemisch zerlegt werden; das andere Auge ist dann wofür auch immer frei für das ganz persönliche Monokel der Betrachterin. Dies gilt übrigens für jede Sequenz des hier besprochenen Filmes, die Wahl der Sehbehelfe liegt immer ganz bei der Betrachterin), fällt die Veränderung des Ist-Zustandes der Mädchen und die Entwicklung hin zum Wunsch-Zustand auf: von der Sorge und Angst um die Mutter, bis hin zur Panik, dass sie sterben wird, sowie die Enttäuschung darüber, dass sie sich umsonst auf sie gefreut haben, erreichen sie Ruhe und Entspannung auch in ihrem Geschwisterstreit, die Gewissheit und Sicherheit, dass die Familie vollständig ist und letztendlich Versöhnung sowohl miteinander als auch mit ihrem Schicksal.

Unterschiedlich waren ihre Versuche, das Ziel zu erreichen: Saki versuchte sich abzufinden und suchte Sicherheit und Trost bei einer Nachbarin, Mei hingegen machte sich zu Fuß zum Krankenhaus auf, sie wurde also aktiv und hatte sichtlich die Idee, sich einerseits selbst überzeugen zu müssen, dass ihre Mutter am Leben war und dass sie sie beim Gesundwerden mit einem frischen Maiskolben unterstützen könnte.

Beide Lösungsversuche konnten nicht überprüft werden, denn Saki musste Mei finden, die sich am Weg zum Spital verlaufen hatte. Der älteren Schwester wird an dieser Stelle etwas mehr zugemutet: zu ihrer Angst um die Mutter kommen noch die Sorge um die kleine Schwester sowie ihr schlechtes Gewissen, an deren Verschwinden schuld zu sein.

Als sie Mei nirgends finden kann und von den weiten Strecken, die sie gelaufen ist, vollkommen erschöpft ist, greift sie auf ihre Vorstellungskraft zurück und nimmt Kontakt mit ihrem Helfer Totoro auf. Mit diesem schützenden Wesen an der Seite erreicht sie ihr erstes Zielbild, ihre kleine Schwester. Gemeinsam stellen sie sich vor, wie sie zum Krankenhaus gelangen und in welchem Zustand sie ihre Mutter sehen wollen, damit sie beruhigt nach Hause gehen und auf das nächste Besuchswochenende warten können.

In diesem gleichsam durch Trance induzierten Zielbild scheint so viel Kraft zu stecken, dass sogar die Mutter ihre Kinder lachen hören kann. Es darf also angenommen werden, dass je attraktiver das Ziel- und Wunschbild ist, umso größer auch dessen Potenzial ist, einen ersten Veränderungsschritt anzuregen.

Der Film »Mein Nachbar Totoro« bietet meiner Meinung nach auf den ersten Blick hin eher Mädchen als Buben eine wertvolle Geschichte. Doch nicht nur Saki und Mei bewältigen schwierige Situationen, lernen mit Konflikten und Enttäuschungen umzugehen und erfahren sich insgesamt darin kompetent und wirksam, sondern auch der Nachbarsjunge Kanta durchlebt seinen eigenen Prozess der Angstbewältigung, sodass er wahrscheinlich am Ende des Films und an diesem Punkt in seiner Entwicklung denken kann, dass Mädchen sogar ganz nett sind.

Über Kanta erfahren die ZuseherInnen wenig, und er ist eher eine Nebenfigur, die jedoch genau deswegen den Film in seinem Tiefgang und seiner Vielschichtigkeit abrundet. Im Rückblick fällt mir beim Durchgehen meines Filmrepertoires keine vergleichbare Entwicklungsgeschichte eines Jungen ein.

Meistens geht es um Buben und junge Männer, die sich in großen Zusammenhängen bewähren und gegen Feindliches in welcher Gestalt auch immer durchsetzen müssen. Nicht so in diesem Film: der Gegner Kantas ist kein Drache oder Zauberer, auch kein Krimineller (nur um einige Stereotypen wiederum klischeehaft wiederzugeben), seine Herausforderung besteht in der Unsicherheit im Umgang mit Mädchen; dabei verfügt der Junge bereits über einige Bewältigungsstrategien, wie zum Beispiel wegzulaufen, wann immer die Mädchen sich ihm nähern; ist es dafür zu spät, zeigt er ihnen die Zunge oder ruft ihnen zu, dass es in ihrem Haus spukt.

Ein anderes Mal ignoriert er die beiden sogar und gibt vor, ihnen keine Beachtung zu schenken. Saki und Mei scheint dies jedoch nicht zu berühren oder zu verunsichern, sie begegnen ihm auch nicht aufdringlich oder provozierend, sondern vor allem Saki bleibt ruhig und höflich – auch dann, als Kanta von seiner Mutter geschickt wird, den neuen Nachbarn Hausrat zu bringen und ihr die Kiste einfach wortlos hinhält.

Ähnlich dem Mädchen Nausicaä ermöglicht Saki dem Jungen, andere, neue Erfahrungen zu machen. Offenbar neugierig geworden, starrt Kanta am nächsten Tag in der Schule unaufhörlich zu Saki. Als es dann auch noch in Strömen regnet, leiht er den Schwestern immer noch wortlos seinen eigenen Schirm, und anstatt denselben Weg gemeinsam anzutreten, läuft er alleine, aber sichtlich stolz durch den strömenden Regen.

Zu Hause erzählt er, dass er seinen Schirm vergessen hätte und wird daher von seiner Mutter beschimpft und geschlagen: »Wie kann man nur so blöd sein und bei Regen seinen Schirm vergessen.« Kurz darauf bringen Saki und Mei den Schirm zurück und bedanken sich für Kantas Hilfe.

Der Junge lauscht angestrengt im Nebenzimmer und freut sich über Sakis freundliche Worte, die in dem Moment genau das Gegenteil zur Abwertung durch seine Mutter darstellen und ihm sichtlich wohl tun, ihn in seinem Tun bestärken. Und genau diese positiven und schönen Erfahrungen, etwas anders, etwas Anderes zu tun und mitunter dadurch die Reaktionen der Mitmenschen, des Systems gestalten und vor allem sich selbst anders erleben zu können, wirken sich auch auf KlientInnen bestärkend und sichernd aus, sodass sie motiviert sind, mehr davon zu tun.

Der therapeutische Prozess dient schließlich ja unter anderem auch dazu, den KlientInnen neue, andere als bisher gemachte Erfahrungen schmackhaft und für alle Sinne attraktiv zu machen. Wäre Kanta in Therapie gewesen und so oder ähnlich gefragt worden: »Woran würdest du merken, dass du bei Mädchen sicherer bist?«, so könnte die letzte Szene des Filmes seinem Zielbild entsprechen.

  • Saki und Mei gehen nach Hause und begegnen der Großmutter und Kanta, die erschöpft von der Suche ebenfalls heimgehen.
  • Die Großmutter umarmt die beiden Mädchen, und Saki und Kanta stehen einander gegenüber, lächeln, sprechen, und alle gehen dann nebeneinander: Großmutter, Mei, Saki und Kanta.
  • Bezeichnenderweise verzichtet Miyazaki in dieser letzten Sequenz auf Worte, diese wären hier überflüssig und unbedeutend.

Film Hayao Miyazaki: Mein Nachbar Totoro. Studio Ghibli 1988; Universum Film GmbH.2009. Weiterführende Literatur Christoph Thoma: Angsten und Ent-angsten: Systemische Kurztherapie bei Angstdynamiken. Amstetten: ISKAM-Eigenverlag, 2009. (Derzeit nicht lieferbar.) Arist von Schlippe & Jochen Schweitzer: Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung.

In welcher Zeit spielt Totoro?

1958 im Umland von Tokio: Nach dem Einzug in ein altes Landhaus haben die vierjährige Mei und ihre sechs Jahre ältere Schwester Satsuki viel, zuweilen Wundersames zu entdecken. Im Haus wuseln etwa geisterhafte schwarze Wesen, sogenannte Rußmännchen, durch die Zimmer.

Die Reisfelder und der Wald aktivieren den Forscherinnengeist und der scheue Nachbarsjunge Kanta weckt Satsukis Interesse. Doch die Freude über die neuen Eindrücke wird von der Sorge um die Mutter gedämpft, die schwerkrank in einem nahegelegenen Sanatorium liegt und die sie nur selten besuchen können.

Als erst Mei und dann auch Satsuki unter einem riesigen Kampferbaum auf den behäbigen Waldgeist Totoro und zwei kleinere Artgenossen treffen, eröffnet sich ihnen eine ganz neue magische Welt, in der das friedvolle Wesen beispielsweise einen Katzenbus herbeirufen kann.

Totoro eilt schließlich auch zur Hilfe, als sich Mei auf dem Weg ins Krankenhaus verirrt. Der 1988 produzierte Animationsfilm des Autors und Regisseurs Hayao Miyazaki erfuhr erst 2007 seine deutsche Erstveröffentlichung. Auch im Herkunftsland Japan wurde Mein Nachbar Totoro von den Verantwortlichen beim Studio Ghibli zunächst skeptisch beäugt, da der Film eine vergleichsweise ereignisarme Geschichte erzählt, die zudem ohne einen Antagonisten auskommt.

Tatsächlich fand das Werk quer durch alle Altersklassen Anklang und gilt heute als essenzieller Anime -Klassiker. Der nostalgische Blick in Miyazakis eigene Kindheit im ländlichen Japan der 1950er-Jahre lebt von den liebenswerten Charakteren und dem feinen Blick für die Landschaft.

Die oft in Bildfolgen inszenierten Alltagssituationen vermitteln ein Gefühl für die vom Fantastischen unterwanderte Lebenswelt der Mädchen, in der die spirituelle Verbundenheit zur Natur eine ganz besondere Rolle spielt; sogar die Erwachsenen glauben an die Existenz von Naturgeistern. Entsprechend wird die Frage offengelassen, ob Totoro tatsächlich existiert oder nur der Fantasie der Kinder entspringt, aus deren Perspektive Miyazaki erzählt.

Mit der selbstverständlichen Existenz dieser Naturwesen verweist der Film auf die Götter und Geister (“kami”) der japanischen Shintō-Religion, die in unterschiedlichen Formen – etwa als Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände oder Naturerscheinungen – auftreten.

  1. Einen ersten Anknüpfungspunkt offeriert das titelgebende Fabelwesen Totoro, das inzwischen als Maskottchen des Ghibli-Studios firmiert.
  2. Über welche Eigenschaften und Fähigkeiten verfügt das zwischen Katze, Bär und Eule angesiedelte Geschöpf, wie beeinflusst es die Erlebnisse der Kinder? Im Kunstunterricht der Primarstufe kann das ikonische Design die Gestaltung eigener Tierwesen anregen, die optional per Daumenkino zum Leben erweckt werden können.

Darüber hinaus ermöglichen die handgezeichneten Figuren und Hintergründe ein Gespräch über die technische Entwicklung des Trickfilmgenres von der Stummfilmzeit bis zu heutigen Computeranimationen, Interessant sind auch die Anklänge an Alice im Wunderland : In einer Szene fällt Mei in einen Tunnel und der Katzenbus erinnert sehr an die Grinsekatze.