Welches Tier Hat Das Kleinste Gehirn?

Welches Tier Hat Das Kleinste Gehirn
Tasthaare am ganzen Körper – Statt mit Eleganz punkten Seekühe mit einer ungeahnten Feinfühligkeit: Über den gesamten Körper verteilt besitzen sie antennenartige Tasthaare. “Damit spüren die Tiere Artgenossen und Pflanzen auf. Außerdem können sie so auf Veränderungen der Wasserbewegung reagieren und sich von der kommenden Flut tragen lassen”, sagt Reep.

Welches ist das kleinste Gehirn der Welt?

Merkmale – Coryphodon erreichte ein Lebendgewicht von einer halben Tonne und über einen Meter Schulterhöhe. Der Körper erreichte bis zu 2,25 Meter Länge. An den Backenzähnen erkannte man ihre herbivore Ernährungsweise. Der Körper waren tonnenförmig, die Beine hingegen relativ kurz und stämmig.

Welche Tiere haben ein kleines Gehirn?

Was im Kopf steckt 24. April 2014, 17:37 Uhr Lesezeit: 6 min Das Grundprinzip für die Intelligenz könnte auch ein Ingenieur beschreiben. (Foto: SZ-Grafik:Stefan Dimitrov) Keine Frage, Menschen sind intelligenter als alle anderen Tiere dieser Welt. Doch welche Eigenschaften eines Gehirns entscheiden über die Leistungsfähigkeit? Allein um Größe geht es nicht.

Schimpansen spielen die Ahnungslosen, wenn sie versteckte Leckerbissen vor Artgenossen verbergen wollen. Krähen biegen Drähte zu Haken, um damit Futter zu angeln. Tintenfische finden spielend aus einem Labyrinth heraus und behalten den Weg mehrere Tage lang im Gedächtnis. Bienen weisen ihren Schwestern vom dunklen Stock aus den Weg zu weit entfernten Nektarquellen.

Die Beispiele zeigen: Intelligenz hat viele Erscheinungsformen. Und sie hat sich im Laufe der mehrmals in verschiedenen Tiergruppen entwickelt. Entsprechend unterschiedlich ist die Architektur der Nervensysteme, denen Insekten, Weichtiere, Vögel oder Primaten ihre besonderen Fähigkeiten verdanken.

  1. Doch gibt es ein paar universelle Kriterien, auf denen basiert.
  2. Das erste Kriterium klingt trivial: Ein Gehirn braucht Nervenzellen.
  3. Dass es sich auch ohne Neuronen gut leben lässt, machen Bakterien und viele andere Organismen vor, die nur aus einer einzigen Zelle bestehen.
  4. Auch mehrzellige Tiere wie die Schwämme kommen ganz gut ohne Nervenzellen aus.

Allerdings gehen sie ihren Alltag etwas gemütlicher an als nervöse Zeitgenossen: Bis ein Reiz (etwa eine ungewohnte Berührung) zu einer Reaktion (Zurückzucken) führt, vergehen mehrere Minuten. Weil ihm Übertragungsleitungen fehlen, stellt der Schwammkörper bestimmte Zellen ab, die als Boten von den Sinnes- zu den Bewegungsorganen wandern und dort Bescheid geben, wenn etwas zu tun ist.

  1. Die schnellere Erregungsübermittlung via Nervenzellen hat die Informationsverarbeitung und das Reaktionsvermögen von Tieren um Größenordnungen beschleunigt.
  2. Doch erst die Bündelung der Neuronen an einem zentralen Organ, dem Gehirn, ermöglicht komplexe Leistungen.
  3. Das auffälligste Kennzeichen eines Gehirns ist seine absolute Größe.

Weil diese an die Körpermaße gekoppelt ist, haben große Tiere größere Gehirne als kleine. Innerhalb einer Tiergruppe garantiert das größte Hirn folglich die höchste Intelligenz. Spitzenplätze belegen unter den Insekten die Bienen, bei den Weichtieren die Oktopusse und bei den Vögeln die Papageien, Eulen und Krähen.

Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen absoluter Gehirngröße und Intelligenz bei den Primaten: Lemuren und andere Halbaffen haben ein sehr kleines Gehirn und entsprechend geringere Intelligenz. Die Neu- und Altweltaffen sind mit ihren größeren Gehirnen schon um einiges schlauer. Schimpansen und andere Menschenaffen haben noch größere Gehirne und weiter reichende kognitive Fähigkeiten.

Die intelligenteste Spezies mit dem größten Primatenhirn sind zweifellos wir Menschen selbst. Und auch bei den übrigen Säugetieren sind die Klügsten jene mit den größten Gehirnen, nämlich die Elefanten, Wale und Delfine.

Welches Tier hat den kleinsten Kopf?

Koboldmakis

Überordnung: Euarchontoglires
Ordnung: Primaten (Primates)
Unterordnung: Trockennasenprimaten (Haplorrhini)
Teilordnung: Tarsiiformes
Familie: Koboldmakis

Welcher Mann hat kein Gehirn?

Gefühls-Chaos und fehlende Koordination: Schwarzes Loch im Kopf: Wie ein Mann ohne Kleinhirn überlebt

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Seit seiner Geburt lebt Jonathan Keleher ohne Kleinhirn. Normalerweise steuert es wichtige Funktionen wie soziales Verhalten. Zwar spricht und geht der 33-Jährige anders, doch er lebt alleine und hat einen Bürojob. So schafft es sein Gehirn, die Lücken zu füllen.

Jonathan Keleher ist der Mann ohne Kleinhirn. Er musste lernen, Emotionen zu zeigen. Forscher lernen Neues über die Kleinhirn-Funktionen.

Er hat ein schwarzes Loch im Gehirn. Genau dort, wo bei anderen Menschen das Kleinhirn sitzt. Jonathan Keleher lebt seit seiner Geburt vor 33 Jahren ohne diese wichtige Steuerungseinheit im Kopf. Normalerweise enthält das Kleinhirn knapp die Hälfte der Gehirnneuronen. Sie steuern unter anderem den Gleichgewichtssinn, die Feinmotorik und wie Menschen Gefühle zeigen.

Welches Tier hat die wenigsten Gehirnzellen?

Wie viele Gehirnzellen braucht ein funktionierendes Gehirn? Martin Egelhaaf, Professor für Neurobiologie an der Universität Bielefeld : Das kann man nicht an einer bestimmten Anzahl festmachen. Wichtiger als die Anzahl der ist ihre Zentralisierung, also dass sich die Nervenzellen an einem Ort im Kopf des Lebewesens zusammenballen.

  • Im Laufe der Evolutionsgeschichte erst zu Nervenknoten, dann zu immer komplexeren Gehirnen.
  • Wenn wir bei den einfachsten Wesen beginnen: Einzeller verfügen über Rezeptormoleküle, die zum Beispiel Nahrung wahrnehmen können.
  • Quallen, Korallen oder Wasserpolypen haben Nervenzellen, aber diese bilden ein diffuses Netz, das sich durch den ganzen Körper zieht, es hat kein Zentrum.

Wenn so ein Tier an einer Stelle gereizt wird, kann es an dieser Stelle reagieren, ohne dass die Reaktion zentral gesteuert würde. Bei den Würmern hingegen gibt es klar ein vorderes und ein hinteres Ende. Der Fadenwurm C. elegans, an dem Neurowissenschaftler gerne forschen, hat genau 302 Neuronen, die sich teilweise am vorderen Ende, teilweise im Körper befinden.

Bei den Plattwürmern haben sich am vorderen Ende mehrere Nervenknoten zusammengeballt. Manche nennen das dann einen zentralen Nervenknoten (Zentral-​Ganglion), ich würde es durchaus als ein Gehirn bezeichnen. Das ist aber nicht so klar definiert. Diesen Prozess der Herausbildung eines Gehirns nennt man Cephalisation.

Er hat mit der Spezialisierung von Körperteilen zu tun. Ein Regenwurm etwa sieht von vorne bis hinten ziemlich gleich aus. Fast alle Körpersegmente tun das Gleiche und in jedem Körpersegment gibt es gleichartige Nervenknoten, im Kopf dann einen etwas größeren.

  1. Ein Insekt hat hingegen klar unterscheidbare Teile: Kopf, Körper mit Beinen und Flügeln sowie Hinterleib, die ganz verschiedene Funktionen haben.
  2. Wenn es eine solche Spezialisierung gibt, braucht man auch eine übergeordnete Kontrollinstanz, damit die Körperteile zusammenarbeiten, eben ein Gehirn.
  3. Das ist im Kopf gut aufgehoben, denn dieser ist bei der Fortbewegung typischerweise vorne und in ihm bilden sich die komplexen Sinnesorgane heraus.

Vom Gehirn gehen dann Nervenverbindungen in diese Sinnesorgane und die übrigen Teile des Körpers. Sie transportieren die Reize von den Sinnesorganen zum Gehirn und sorgen für die Steuerung der Gliedmaßen. Ob ein Gehirn funktionsfähig ist, bestimmt sich daraus, ob es das Tier überleben und sich fortpflanzen lässt.

  1. Ein Süßwasserpolyp, der fest auf der Stelle sitzt, braucht nicht so viel an Steuerungsfunktionen wie eine Biene, die ständig unterwegs ist, oder wie der Mensch.
  2. Ein Polyp kommt deshalb ohne Gehirn aus, ein Insekt hat ein Gehirn mit etwa einer Million Nervenzellen und beim Menschen sind es bis zu einhundert Milliarden.

Aufgezeichnet von Manuela Lenzen Neuron Neuron/-/neuron Das Neuron ist eine Zelle des Körpers, die auf Signalübertragung spezialisiert ist. Sie wird charakterisiert durch den Empfang und die Weiterleitung elektrischer oder chemischer Signale. : Wie viele Gehirnzellen braucht ein funktionierendes Gehirn?

Welches Tier spürt keine Schmerzen?

Die Natur hat sie nicht gerade mit Attraktivität und Eleganz überhäuft. Aber was macht das schon, wenn man dafür gegen Krankheiten wie Krebs resistent ist und zudem ein außergewöhnlich langes Leben führen kann. Nacktmulle sind ungewöhnliche Tiere. Und das gleich wegen einer ganzen Reihe von Eigenschaften.

  • Dazu gehört auch, dass die Nager nahezu keinen Schmerz spüren würden, wenn ihre Haut etwa mit Säure in Kontakt kommen würde.
  • Das macht die afrikanischen Tiere zu Lieblingen der Forschung – einmal mehr in einer neuen Studie.
  • Wissenschaftler wollten herausfinden, warum die Säuger solchen starken Reizen auf der Haut gegenüber unempfindlich sind.

Der Grund dafür liege in einer winzigen Abweichung bei der Reizübermittlung, berichten sie jetzt im Fachmagazin “Cell Reports”. Ziel der Forscher war es, einer ganz bestimmten Form des Schmerzempfindens auf den Grund zu gehen, der sogenannten thermalen Hyperalgesie – einer Überempfindlichkeit gegenüber Hitzereizen bei einer Entzündung.

Viele Menschen kennen das aus eigener Erfahrung: Mit Sonnenbrand auf der Haut schmerzen selbst milde Sonnenstrahlen heftig. Bei den meisten Tieren gibt es eine solche Kopplung von Entzündung und Wärmereiz, Nacktmulle hingegen kennen das nicht. Dutzende Versuche bis zur Erkenntnis Bei einer bestehenden Entzündung binden in den sensorischen Neuronen bei höheren Temperaturen Nervenwachstumsfaktor-Moleküle (NGF) an einen bestimmten Rezeptor, TrkA genannt.

Dadurch wird eine Kaskade von Signalen in Gang gesetzt, die die sensorischen Neuronen letztlich losfeuern lässt. Im Gehirn wird dies als Schmerz registriert. Die Kaskade läuft bereits bei Temperaturen, die normalerweise nicht als schmerzhaft empfunden werden.

Das Team um Gary Lewin vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin führte Dutzende Versuche durch, um dem Unterschied auf die Spur zu kommen. Ursache der Schmerzunempfindlichkeit ist demnach eine kleine Veränderung im TrkA- Rezeptor der Nacktmulle. In der Folge wird die Kaskade nicht ganz ausgeschaltet, aber erheblich geschwächt.

Erst mit zehnfach erhöhter NGF-Dosis reagierten die Nacktmulle wie andere Tiere auch. Ein Erbgutvergleich mit der TrkA-Sequenz 26 anderer Säugetiere sowie fünf eng verwandter Arten ergab, dass es lediglich ein bis drei winzige Veränderungen bei Aminosäuren sind, die den Rezeptor weniger empfindlich machen.

Obwohl die Nacktmull-Version des TrkA-Rezeptors fast identisch der einer Maus oder Ratte ist, gibt es einen deutlichen Effekt auf die Fähigkeit der Tiere, Schmerz zu empfinden”, erklärt Lewin. Innerer Jungbrunnen Die thermale Hyperalgesie hat einen schützenden Effekt: Durch Verletzung oder Entzündung vorgeschädigtes Gewebe soll vor weiteren Schäden bewahrt werden.

Für Nacktmulle sei es aber wohl vorteilhafter, auf das Schmerzsystem zu verzichten: In der heißen Lebenswelt der dicht gedrängt in unterirdischen Kolonien hausenden Tieren schade sie eher, als sie nutze. Zudem lebten Nacktmulle in ständigem Mangel und es sei ein sinnvoller Schritt der Evolution, an jedem noch so kleinen System zu sparen, das für die Körperfunktion nicht dringend benötigt werde.

Bereits früher hatte Lewin an dem Thema gearbeitet. Damals vermutete der Molekularforscher, dass ein hoher Kohlendioxidgehalt in den Bauten der Tiere zu einer Übersäuerung des Gewebes und damit einhergehend zu starken Schmerzen bei ihnen führen würde. Deshalb hätten die Tiere eine Säuretoleranz entwickelt und damit den Warnreiz Schmerz ausgeschaltet, um unter diesen Umständen überleben zu können.

Nacktmulle sind fast blind, haben eine faltige, rosabraune Haut mit nur wenigen Haaren und keine Ohrmuscheln. Die Tiere verfügen offenbar über eine Art inneren Jungbrunnen: Sie bekommen keinen Krebs, ihre Zellen altern kaum, die Lebenserwartung liegt bei etwa 30 Jahren – eine ähnlich große Maus hält nur ein bis zwei Jahre durch.

Wie lange lebt man ohne Hirn?

Sauerstoffentzug: 10 Minuten – Normalerweise wird man nach 2 Minuten ohne Sauerstoff ohnmächtig. Überleben kann der menschliche Körper so lange, wie Sauerstoff im Blut zur Verfügung steht. Das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kommt beispielsweise auf den Trainingszustand an.

  1. Die elektrische Gehirnaktivität erlischt bereits nach 20 Sekunden ohne Sauerstoff – Bewusstlosigkeit tritt ein.
  2. Nach 2-3 Minuten werden die ersten Zellen geschädigt, zuerst in der Hirnrinde, dann im Stammhirn, das Blutkreislauf und Atmung regelt.
  3. Nach 5 Minuten ist das Gehirn irreparabel geschädigt, so dass ein Mensch nur noch im Wachkoma weiterleben kann.
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Nach 10 Minuten ohne Sauerstoffzufuhr ist ein Mensch klinisch tot. Unglaublich, aber: Der Weltrekord im Luftanhalten liegt bei 22 Minuten.

Ist es möglich ohne Gehirn zu leben?

Kommen sämtliche Tätigkeiten des Gehirns beim Hirntod zum Erliegen, ist auch kein Bewusstsein mehr vorhanden; auch der Körper kann ohne das Gehirn nicht weiter funktionieren.

Ist das Gehirn bei jedem gleich groß?

Hirngröße und menschliche Evolution

Magazin01.09.1995Lesedauer ca.18 Minuten

Verschiedene Hypothesen, die bei den Primaten einen Zusammenhang zwischen Größe des Gehirns und Anforderungen an gewisse Bereiche des Verhaltens postulieren, greifen zu kurz. Entscheidend für die Ausbildung und Funktion dieses komplexen Organs scheint vielmehr die maximal mögliche Energieversorgung zu sein.

  • Damit lassen sich auch die übrigen besonderen Merkmale des Homo sapiens erklären.
  • Der Mensch unterscheidet sich von seinen nächsten Verwandten unter den Primaten morphologisch gesehen hauptsächlich durch drei bereits fossil dokumentierbare biologische Merkmale: ein stark vergrößertes Gehirn, den aufrechten Gang sowie einen umgestalteten Kauapparat.Mit einem Volumen von 1230 Kubikzentimetern im weltweiten Durchschnitt ist das menschliche Gehirn ungefähr dreimal so groß wie das der Großen Menschenaffen – beim Gemeinen Schimpansen sind es 385, beim Orang-Utan 405 und selbst beim Gorilla nur 495 Kubikzentimeter im Schnitt.

(Die Gruppe der Kleinen Menschenaffen mit Gibbons und Siamang bleibt im folgenden stets ausgeklammert.) Der Erwerb des aufrechten Ganges – einmalig unter Lebewesen – zog wiederum weitere auffällige Unterschiede in Körperbau und -funktion zwischen Mensch und Menschenaffen nach sich; so sind die Hände, nachdem sie die Fortbewegung nicht mehr unterstützen müssen, frei für andere Aufgaben.

Und schließlich haben sich Kiefer und Gebiß grundlegend gewandelt, am auffälligsten die Eckzähne: ehemals groß und dolchähnlich, wurden sie klein und schneidezahnähnlich.Den Evolutionsbiologen, die sich mit der Herkunft des Menschen auseinandersetzen, geht es darum, die Veränderungen in der Fossilgeschichte zurückzuverfolgen und die Faktoren dafür auszumachen.

Ihr oberstes Ziel ist, eine zusammenfassende Theorie zu entwickeln, die im Idealfall die Vergrößerung des Gehirns, den aufrechten Gang und den Umbau des Kauapparats innerhalb eines gemeinsamen evolutionären Rahmens erklären könnte.Besonderes Interesse gilt dabei der Evolution des menschlichen Gehirns, ist doch der bisherige Erfolg unserer Art allem Anschein nach zuvorderst unserer herausragenden Intelligenz zu verdanken, die wiederum offensichtlich irgendetwas mit der auffälligen Größe unseres Denkapparates zu tun hat.

Untersuchungen des Hirnvolumens und seiner Bedeutung für das Verhalten spielen deshalb in der Erforschung der menschlichen Evolution eine herausragende Rolle.Der oft angesprochene Windungsreichtum als ein Maß für die Entwicklung von Intelligenz ist wenig brauchbar: Die Ausbildung der Windungen hängt bei Säugern in sehr hohem Maße wiederum direkt von der Größe des Gehirns ab.

Ferner zeichnen sich Windungen und Furchen zwar auf der Innenseite des knöchernen Schädels ab, so daß sie auch an Fossilien unter Umständen auszumachen sind. Ihre genaue Lage ist aber oftmals nur schwer zu bestimmen und daher offen für Interpretation.

Der heikle Größenvergleich Werkzeuggebrauch als Faktor? Nahrungssuche und Sozialleben Ein kostspieliges Organ Schlüsselfaktor Energieversorgung Literaturhinweise

Analyse und Vergleich von Hirnkapazitäten sind allerdings auch nicht so einfach, wie es zunächst scheinen mag. Die Größe des Gehirns hängt nämlich stark von der des Körpers ab. Betrachtet man eine Reihe verwandter Säugetiere, die sich – wie etwa Mitglieder der Familie der Katzen oder verschiedene Hunderassen – im wesentlichen nur in ihrer Statur unterscheiden, dann haben die jeweils größeren und schwereren immer auch ein größeres Gehirn.

Die absoluten Werte sind somit keine sinnvolle Vergleichsbasis: Das heute gewaltigste Landtier, der Elefant, hat ein viermal so großes Gehirn wie der Mensch, und das liegt offensichtlich in erster Linie an seiner größeren Körpermasse und nicht an seiner höheren Intelligenz.Beim Vergleich verschiedener Säugerhirne muß deshalb der Einfluß der Körpergröße eliminiert werden.

Einfach das prozentuale Verhältnis von Gehirn- zu Körpermasse – das proportionale Hirngewicht – zu nehmen ist wiederum unzulässig, weil dies eine Abweichung zugunsten leichtgewichtiger Arten ergäbe. So beträgt das proportionale Hirngewicht beim Menschen rund zwei Prozent, bei den kleinsten Primaten wie dem primitiven Mausmaki mit nur 60 Gramm Körpergewicht mehr als drei (dieser Halbaffe gehört zu den Lemuren, einer auf Madagaskar lebenden Primatengruppe, die als ziemlich ursprünglich gilt).Der Grund für die Diskrepanz ist, daß die Masse des Gehirns im allgemeinen mit der des Körpers zwar zunimmt, aber nicht proportional, also nicht linear; graphisch dargestellt zeigt sich das in einer immer langsamer steigenden Kurve.

  • Mathematisch läßt sie sich als einfache Potenzfunktion mit einem Exponenten kleiner als 1 beschreiben.
  • Bei doppeltlogarithmischer Darstellung wird daraus eine Gerade, deren Steigung den Exponenten angibt.
  • Auf dieser simplen Maßnahme beruht die zentrale Methode der allometrischen Analyse.
  • Von Allometrie oder allometrischem Wachstum spricht man, wenn innerhalb eines Verwandtschaftskreises die Maße betrachteter Organe oder Körperteile in einem anderen – griechisch allos – Verhältnis zueinander stehen als die Gesamtgrößen der miteinander verglichenen Tiere.)Verschiedene biologische Parameter lassen sich auf diese Weise in Beziehung setzen und analysieren: Die jeweiligen Meßwerte trägt man in Abhängigkeit von der Körpergröße (beziehungsweise dem Körpergewicht) doppeltlogarithmisch auf und zeichnet die der Punkteverteilung am besten entsprechende Gerade ein; ihre Steigung liefert den Exponenten und damit die allgemeine Abhängigkeit des betrachteten Parameters von der Körpermasse – im Falle der Gehirngröße von Säugern ist es ein Exponent von 0,75 (Bild 2).In der Abweichung einzelner Arten von dieser Geraden spiegeln sich spezielle Anpassungen wider.

Die stärkste Abweichung nach oben ergibt sich dabei für den Menschen; er hat also, gemessen nach solch einer bereinigenden Prozedur, tatsächlich das größte Gehirn unter den Säugern. Wir haben somit eine verläßliche Methode, den Menschen mit anderen Arten seiner Klasse – fossil oder lebend – zu vergleichen.Oft wird behauptet, alle Primaten und nicht nur Menschen hätten größere Gehirne als andere Säugetiere.

Das gilt jedoch weder für das absolute Hirngewicht – der Elefant ist nur ein Gegenbeispiel – noch für das proportionale, ausgedrückt in Prozent des Körpergewichts: Bei den kleinsten unter den bisher untersuchten lebenden Säugern – winzigen Mäusen und Fledermäusen – ist der Prozentwert weit höher als bei allen lebenden Primaten, und selbst den Menschen übertreffen sie darin um das Zehnfache.Die Behauptung trifft auch nicht bei doppeltlogarithmischer Darstellung zu, die allometrische Effekte der Körpermasse berücksichtigt.

Dann sind die Säuger mit dem nach dem Menschen relativ nächstgrößeren Gehirn nicht etwa andere Primaten, sondern Delphine und ihre Verwandten (Bild 2). Die tierischen Primaten überschneiden sich sogar erheblich mit anderen Säugern, und einige wenige Halbaffenarten liegen noch unter dem Klassendurchschnitt.

Somit ist klar: Erwachsene nicht-menschliche Primaten haben keine größeren Gehirne als alle anderen Säugetiere; lediglich eine allgemeine Tendenz zu einem relativ großen läßt sich den meisten zubilligen.Es gibt dennoch einen eklatanten Unterschied – wenn man statt des Erwachsenenstadiums die Fetalentwicklung betrachtet.

Wie detaillierte Untersuchungen ergeben haben, macht das Gehirn in dieser Phase bei fast allen Säugern stets rund sechs Prozent des fetalen Körpergewichts aus. Die einzige Ausnahme sind die Primaten mit nahezu zwölf Prozent. In jedem ihrer Entwicklungsstadien vor der Geburt haben sie demnach etwa doppelt so viel Hirngewebe wie ein anderer Säugerfetus gleichen Körpergewichts.Auch bei der Geburt besteht noch ein klarer Unterschied zu anderen Säugern, er verwischt sich aber später durch das unterschiedliche Wachstum von Gehirn und Körper.

  1. Das im Verhältnis höhere Startgewicht des Primatengehirns ist dennoch von Bedeutung; wie wir noch sehen werden, hat das wichtige Folgen für den Energiehaushalt.Zur Frage, warum sich das Gehirn im Laufe der menschlichen Evolution so dramatisch vergrößert hat, gibt es verschiedene Erklärungsversuche.
  2. Einige beziehen sich allein auf spezifische Merkmale unserer Gattung und lassen sich, weil lediglich eine – unsere – Spezies überlebt hat, nur am verfügbaren Fossilmaterial überprüfen.

Als Vertreter repräsentativer Etappen in der Entwicklung der Hominiden, der Menschenartigen, können wir Australopithecus africanus, Homo habilis, Homo erectus und schließlich Homo sapiens nehmen, wenn sie auch mit ziemlicher Sicherheit nicht einer direkten Stammeslinie angehören (Bild 1).

Sie stehen für Stadien, die jeweils grob gesehen rund eine Million Jahre auseinanderliegen.Eine verbreitete Hypothese besagt, der erste Anstoß zur Vergrößerung des menschlichen Gehirns sei von der aufkommenden Herstellung von Werkzeugen ausgegangen, und die weitere Vergrößerung hinge direkt mit deren zunehmend raffinierterer Gestaltung zusammen.

Auf den ersten Blick scheint das mit den fossilen Belegen übereinzustimmen. Das durchschnittliche Gehirn eines A. africanus liegt mit 440 Kubikzentimetern noch im Bereich jener der drei modernen Großen Menschenaffen. Mehr Volumen haben erst Schädel, die H.

  1. Habilis – dem frühesten bekannten Vertreter der Gattung Homo – zugeschrieben werden (durchschnittlich 640 Kubikzentimeter).
  2. Aus ungefähr derselben Zeit stammen auch die ersten verläßlich identifizierbaren absichtlich bearbeiteten Steinwerkzeuge.Mehrere Fachleute sehen darin eine Bestätigung der Hypothese; dabei lassen sie jedoch die beschriebene allometrische Beziehung zwischen wachsender Körpermasse und Hirngröße außer acht.

Alle Schädel von A. africanus, die so weit erhalten sind, daß sich auch ihr Rauminhalt messen läßt, stammen von kleinen Individuen; ihr durchschnittliches Körpergewicht von 30 Kilogramm lag unter dem der modernen Großen Menschenaffen. Berücksichtigt man den Einfluß des Körpergewichts, übertreffen diese Australopithecinen die Großen Menschenaffen in der relativen Hirngröße um mindestens 50 Prozent (während diese sich darin nicht von den Tieraffen unterscheiden).

Die Zunahme an Gehirn – relativ zur Körpergröße – war also bereits im Gang, bevor überhaupt irgendwelche Steinwerkzeuge von Hominiden sicher belegt sind.In letzter Zeit gab es einige Verwirrung um derartige Berechnungen anhand der Fossilien von grazilen Australopithecinen – sowohl von A. africanus wie von dem noch älteren A.

afarensis. Dies liegt daran, daß manche Paläoanthropologen die – besser überlieferten – Überreste kleiner Skelette weiblichen Individuen zuschreiben, die Fragmente viel größerer von den gleichen Fundstellen hingegen männlichen, obgleich eindeutige Belege dafür, insbesondere komplette Becken, fehlen.

(Nach einer alternativen These, für die zahlreiche Indizien sprechen, handelt es sich in beiden Fällen um verschiedene Arten.) Ein unglückliches Ergebnis der Einstufung nach Geschlechtern ist, daß das durchschnittliche Körpergewicht nun auf 50 Kilogramm oder mehr geschätzt wird, womit es in den Bereich der heutigen Großen Menschenaffen kommt.

Legt man diesen Wert zugrunde, sind die grazilen Australopithecinen auch in der relativen Hirngröße nicht von Menschenaffen zu unterscheiden. Entsprechend ist die Vorstellung, die Vergrößerung des Gehirns hätte erst mit der Gattung Homo begonnen, wieder einmal in Mode.Diese Auslegung ist freilich ziemlich irreführend, weil alle Angaben in der Fachliteratur zum Gehirnvolumen graziler Australopithecinen auf kleinen Schädeln beruhen, die nach der Mono-Art-Hypothese als weiblich gelten.

  1. Der leidige Streit, ob das zutrifft oder nicht, läßt sich allerdings leicht umgehen, indem man die Werte für A.
  2. Africanus ausschließlich mit denen von weiblichen Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans vergleicht.
  3. Und dann liegt seine relative Hirngröße weiterhin um 50 Prozent über dem Mittel heutiger Menschenaffen.
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(Mit diesen Affen verwandte Fossilformen kennt man bislang nicht; bei ihnen ist ein eher kleineres Gehirn zu erwarten, so daß A. africanus dann sogar noch besser abschnitte.) Somit gibt es keinerlei überzeugende Verbindung zwischen dem Aufkommen gezielt bearbeiteter Werkzeuge und dem Beginn der Vergrößerung des menschlichen Gehirns.

Für grazile Australopithecinen hat man noch keine Werkzeuge entdeckt, für robuste Formen bleibt die Frage noch offen.)Was aber könnte sonst die Ursache sein? Erklärungsmodelle, die auf Vergleichen zwischen Primaten allgemein beruhen, sind überzeugender, weil sie sich auf generelle Prinzipien gründen lassen, statt auf speziell auf den Menschen ausgerichtete Argumente (wie die Herstellung von Werkzeugen), die womöglich schwer zu überprüfen sind.Oft wird als gegeben angesehen, daß in der Ordnung der Primaten irgendein Zusammenhang zwischen relativer Hirngröße und Intelligenzgrad bestehe, und zwar soll sich dies wiederum hauptsächlich im Bereich der Nahrungssuche und des Sozialverhaltens zeigen.

(Gerade wachsende Komplexität des Lebens in Gruppen ist als mögliche Erklärung speziell für die Zunahme des menschlichen Hirnvolumens vorgeschlagen worden, wobei der Ausbildung des Sprachvermögens eine wichtige Funktion zugeschrieben wird.)Die Vermutung, die relative Hirngröße hänge unmittelbar mit den Erfordernissen der Nahrungssuche zusammen, rührt von der Beobachtung her, daß laubfressende Primaten gewöhnlich relativ kleinere Gehirne aufweisen als fruchtfressende (Spektrum der Wissenschaft, Oktober 1993, Seite 68).

Unter den Altweltaffen beispielsweise haben die Schlank- und Stummelaffen (Unterfamilie Colobinae), die sich überwiegend von Blättern ernähren, durchweg kleinere Relativwerte als die Meerkatzen und deren Verwandte (Unterfamilie Cercopithecinae), die Früchte bevorzugen.Ähnliches beobachtet man unter den Neuweltaffen.

Hier ist sogar ein unmittelbarer Vergleich möglich, weil die sich überwiegend von Früchten ernährenden Klammeraffen mit 7,5 und die Brüllaffen, deren Kost reich an Blättern ist, mit 6,6 Kilogramm annähernd gleich schwer sind: Trotz des nur wenig höheren Körpergewichts ist das Gehirn der Klammeraffen doppelt so groß (Bild 3).Aus solchen Befunden haben verschiedene Wissenschaftler geschlossen, Fruchtfresser benötigten sozusagen mehr Gehirn, weil ihre Nahrung im Wald schwieriger zu finden sei als Blätter.

Daß die Bewältigung dieser Aufgabe eine größere Kapazität des Zentralnervensystems erfordere scheint auf den ersten Blick durchaus einleuchtend.Andere Forscher meinen hingegen, ein relativ großes Gehirn habe bei Primaten nichts mit der Nahrungssuche, wohl aber mit dem Leben in Sozialverbänden zu tun, das ein hohes Maß an abgestimmtem Verhalten wie gemeinsames Planen und Handeln sowie Kommunikation verlangt.

So zeigte sich in mehreren Untersuchungen ein möglicher Zusammenhang zwischen der Stärke der Gruppe und der relativen Größe entweder des ganzen Gehirns oder bestimmter Teile davon. Auch hier scheint die Argumentation plausibel: Primaten, die in großen Verbänden leben und darum mutmaßlich in ein kompliziertes Netz von Beziehungen eingebunden sind, bräuchten eben mehr Hirnleistung als jene in kleinen Gruppen oder Einzelgänger.Bei dieser Hypothese ist es schwieriger, die beteiligten Verhaltensweisen quantitativ zu erfassen.

Was ein Tier frißt, läßt sich recht genau beobachten, und man braucht dann nur noch anzunehmen, daß reife Früchte nicht so leicht wie Blätter zu finden sind (allerdings haben Freilanduntersuchungen ergeben, daß blattfressende Affen ziemlich wählerisch sind; Früchte zu suchen muß also gar nicht mühsamer sein).

Im Falle von Sozialsystemen ist jedoch sicherlich nicht auf Anhieb auszumachen, wie komplex die Beziehungen zwischen den Individuen sind. Ein gutes Beispiel bieten wiederum die beiden erwähnten Arten von Neuweltaffen: Die Brüllaffen leben typischerweise in wohlabgegrenzten Gruppen aus 6 bis 16 Tieren (je nach untersuchter Population); die mit einem größeren Gehirn ausgestatteten Klammeraffen hingegen teilen sich zur Nahrungssuche gewöhnlich in kleine Trupps aus nur drei Tieren auf, die aber einer etwa 20 Mitglieder umfassenden Gemeinschaft angehören.

Welcher der beiden Arten wird nun das komplexere Sozialverhalten abverlangt?Allen bisher genannten Hypothesen zur Vergrößerung des Gehirns – Werkzeuggebrauch, Nahrungssuche, Sozialverhalten – ist ein gravierendes Problem gemein: Daß zwei Merkmale miteinander korrelieren, also zumindest gemeinsam auftreten, bedeutet nicht unbedingt, daß sie ursächlich zusammenhängen.

Wenn ein Faktor A zwei verschiedene Merkmale B und C festlegt, besteht fraglos eine Korrelation zwischen B und C, obwohl beide in Wirklichkeit unabhängig voneinander durch A bestimmt sind. Kinder mit großen Händen beispielsweise haben gewöhnlich auch große Gehirne, doch sind beide Merkmale im wesentlichen durch die gesamte Körpergröße bestimmt.Wenn die relative Gehirngröße von Primaten mit Nahrungszusammensetzung, Gruppenstärke und anderen Merkmalen wie der Mobilität und dem Aktionsradius oder der Fortpflanzungsstrategie korreliert, welcher dieser Faktoren – wenn überhaupt – begründete dann die Evolution des Gehirns? Um einen wirklichen kausalen Zusammenhang zu belegen, muß man weit über die bloße Beobachtung zweier gemeinsam auftretender Merkmale hinausgehen.

  1. Und insbesondere gilt es, sorgfältig Nebeneffekte auszuschließen, die für eine Vergrößerung des Gehirns selbst nicht direkt verantwortlich sind.Man kann freilich an den evolutionären Aspekt auf ganz andere Weise herangehen.
  2. Statt zu fragen, wozu eine bestimmte Spezies ein großes Gehirn braucht, sollten wir überlegen, wie sie sich überhaupt eines leisten kann.

Denn Bildung und Unterhalt seines Gewebes sind energetisch betrachtet sehr aufwendig. Zwar macht das Organ bei erwachsenen Menschen nur zwei Prozent des Körpergewichts aus, verbraucht aber normalerweise etwa 25 Prozent der Energieressourcen. Beim Neugeborenen ist dieser Effekt noch ausgeprägter: Die Tätigkeit seines Gehirns, das rund zehn Prozent des Geburtsgewichts ausmacht, erfordert 60 Prozent der verfügbaren Energie (Bild 6).Im Unterschied zu den meisten anderen Organen entsteht das Gehirn vergleichsweise früh in der vorgeburtlichen Entwicklung und hat aufgrund dieses Vorsprungs anfangs einen größeren Anteil am Körpergewicht.

Wenn dieser bei Primaten zum Zeitpunkt der Geburt fast zwölf Prozent (und nicht nur sechs wie bei anderen Säugern) beträgt, bedeutet dies für den Organismus der Mutter eine höhere Bürde: Er muß mehr Milch bereitstellen. Bereits bei einem so frühen Hominiden wie A. africanus waren die Kinder auf eine besonders gute Energieversorgung angewiesen, wie der Schädel von Taung (Südafrika) verrät (Bild 7).

Er stammt von einem vermutlich etwa dreijährigen Kind, das aber bereits 92 Prozent der Hirngröße eines Erwachsenen hatte.Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist bekannt, daß bei Säugern der Ruhestoffwechsel mit der Dreiviertel-Potenz des Körpergewichts steigt; der Exponent in der Gleichung hat also einen Wert von 0,75.

Und seit etwa 15 Jahren ist verläßlich nachgewiesen, daß dieser Exponent auch für die Zunahme des Hirngewichts gilt. Der dadurch nahegelegte Zusammenhang zwischen Ruhestoffwechsel und Hirngewicht muß jedoch indirekter Art sein, weil es bei Erwachsenen keine enge Korrelation zwischen beiden Parametern gibt; es besteht lediglich eine allgemeine Ähnlichkeit in der Art ihrer Zunahme mit der Körpermasse.Deshalb habe ich folgende Hypothese aufgestellt: Ein Gehirn ist ein universell nützliches Organ; somit wird die Selektion eine Größe begünstigen, wie sie die einem Säuger verfügbaren Energieressourcen maximal zulassen.

Da sein Wachstum bis zum Zeitpunkt der Entwöhnung fast abgeschlossen ist, hängt die erreichte Größe im wesentlichen vom energetischen Input ab, den der mütterliche Organismus während Schwangerschaft und Stillzeit erbringen kann. Somit ist es in erster Linie der Energieumsatz der Mutter, der die Endgröße des Gehirns ihrer Nachkommen begrenzt.

  1. Zwischen beiden Parametern besteht folglich ein indirekter Zusammenhang.
  2. Dabei variiert ihr Verhältnis unter Umständen, weil bei verschiedenen Säugerarten die mütterliche Investition in einen einzelnen Nachkommen unterschiedlich hoch sein kann.
  3. Eine Maus wendet für ein Junges relativ wenig auf, dafür hat sie mehr Nachwuchs.)Diese Hypothese vermag unter anderem zu erklären, warum das Hirnvolumen im allgemeinen in allen Säugetierlinien mit der Zeit zugenommen hat, wenn auch mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.

Nötig war dafür lediglich ein allgemeiner Selektionsvorteil für Individuen mit größerem Gehirn, verbunden mit einer allmählichen Steigerung der Stoffwechsel-Effizienz.Für die beobachteten Korrelationen zwischen Hirngröße und bestimmten Aspekten des Verhaltens (wie Nahrungssuche oder sozialem Zusammenleben) ist damit eine alternative Erklärung möglich.

Laubfressende Primaten haben in der Regel einen im Verhältnis zur Körpergröße niedrigeren Ruhestoffwechsel als fruchtfressende – wohl weil Blattwerk einerseits mit höherem Aufwand verdaut werden muß und andererseits im allgemeinen geringeren Nährwert hat. Weil ihnen also weniger Energie zur Verfügung steht, bewegen sie sich auch weniger (gemessen an den pro Tag zurückgelegten Strecken) und haben oft kleinere Streifgebiete.

Aus demselben Grund sind gewöhnlich auch ihre Gruppen klein, weil größere Verbände – sofern andere Faktoren gleich bleiben – in weiterem Umkreis Nahrung suchen müßten, um den Tagesbedarf aller Mitglieder zu decken (Bild 4).Daß das Gehirn blattfressender Primaten relativ klein ist, erklärt sich nach meiner Hypothese aus der begrenzten Energie, die der mütterliche Organismus bei solcher Kost bereitzustellen vermag.

All die Korrelationen zwischen Hirngröße und Ernährungsweise, Gruppenstärke und anderen Faktoren wie Mobilität und Aktionsradius oder Fortpflanzungsstrategien können als indirekter Ausdruck der entscheidenden Verfügbarkeit von Energie betrachtet werden (Bild 5). Es versteht sich, daß ausgeklügeltere Strategien der Futtersuche und komplexere soziale Verhaltensweisen eher bei Tieren mit größerem Gehirn auftreten; sie müssen aber nicht selbst die relevanten Selektionsfaktoren für eine evolutionäre Vergrößerung des Gehirns gewesen sein.Ganz ähnlich hat während der menschlichen Evolution das größer werdende Gehirn zweifellos immer komplexere Fähigkeiten ermöglicht wie die zur Herstellung von Werkzeugen und zum Aufbau sozialer Systeme samt dafür erforderlichen Interaktionen, einschließlich der Sprache.

Sie müssen aber keineswegs spezifisch für eine Auslese zugunsten eines größeren Gehirns verantwortlich gewesen sein. Wir sollten statt dessen unser Augenmerk vielleicht mehr auf die Kosten eines stark vergrößerten Gehirns richten.Während der vier repräsentativen Etappen der menschlichen Evolution wuchs das Durchschnittsvolumen von 440 Kubikzentimeter beim Australopithecus africanus über 640 beim Homo habilis und 940 beim Homo erectus auf 1230 beim Homo sapiens weltweit (Bild 1).

Eine solche relativ rasche Vergrößerung dieses Organs ist kaum ohne eine fortschreitende Verbesserung der Energieversorgung denkbar, was neue Entwicklungen in der Fortbewegung und im Ernährungsverhalten nötig machte. Dementsprechend läßt sich jetzt eine Verbindung zwischen den drei wichtigsten biologischen Merkmalen ausmachen, die den Menschen in seiner Fossilgeschichte kennzeichnen: Die Anpassungen im Zusammenhang mit dem aufrechten Gang sind unmittelbar mit der Art der Nahrungssuche gekoppelt, das Gebiß stellt sich auf die zu kauenden Nahrung ein, und die daraus dann gewonnene Energie ist für Wachstum und Funktion des vergrößerten Gehirns unentbehrlich.

Aus alldem wird eigentlich klar, daß eine zunehmend bessere Fähigkeit, energiereiche Nahrungsquellen zu erschließen, ein entscheidender Faktor der menschlichen Evolution gewesen sein muß.Kehren wir nun zu einer vergleichenden Betrachtung von Primaten zurück, dann tun sich gewisse aufschlußreiche Parallelen auf.

Unter den tierischen Angehörigen unserer Ordnung hat nicht etwa einer der Großen Menschenaffen und nicht einmal ein anderer Altweltaffe das relativ größte Gehirn, sondern der in Südamerika heimische Kapuzineraffe (Gattung Cebus); seine relative Hirngröße erreicht immerhin etwa die Hälfte der menschlichen.

Die Tiere sind für offenkundig intelligentes Verhalten bekannt. Es liegt also nahe, hier eine Verbindung zu sehen.Kapuzineraffen leben jedoch weder in sehr großen sozialen Gruppen, noch übersteigt ihr Fruchtkonsum den vieler Affen mit kleinerem Gehirn.

  1. Sie sind aber ziemlich wählerisch bei der Futtersuche; vor allem sind sie auf Nährwertreiches wie Insektenlarven, Nüsse und Vogeleier aus.
  2. Apuzineraffen sind auch die einzigen Primaten außer dem Menschen mit einem Magen-Darm-Trakt, der an die rasche Verdauung von energiereicher Nahrung angepaßt ist.Ein zweites lehrreiches Beispiel bietet das seltene Aye-Aye oder Fingertier (Gattung Daubentonia), das zu den Lemuren Madagaskars gehört.

In der Regel haben Halbaffen (Lemuren, Loris und Koboldmakis) relativ gesehen ein deutlich kleineres Gehirn als Tieraffen. Das Fingertier aber macht eine bemerkenswerte Ausnahme: Es hat unter den Halbaffen das bei weitem relativ größte Gehirn und kommt darin sogar dem Durchschnittswert der Tier- und Menschenaffen nahe (Bild 2).Eine komplexe Sozialstruktur fällt als Erklärung aus, weil Aye-Ayes praktisch Einzelgänger sind.

  1. Sie fressen zwar auch Früchte, doch trifft das mindestens im gleichen Maße auf mehrere andere Lemuren mit einem kleineren Gehirn zu.
  2. Woher rührt dann diese außergewöhnliche Entwicklung des Gehirns?Vermutlich ist sie der energiereichen Nahrung zuzuschreiben, die zu beschaffen das Fingertier bestens angepaßt ist: Mit seinem extrem langen, dünnen Mittelfinger (daher der deutsche Name) klopft es alte Bäume auf Gänge holzbohrender Larven ab und pult sie heraus.
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Sein nagerähnliches Gebiß mit meißelförmigen Schneidezähnen dient zum Aufbeißen der Rinde, aber auch zum Öffnen von Kokosnüssen sowie von Bambusstengeln, deren Mark das Aye-Aye gern frißt.Diese beiden Beispiele sprechen deutlich für die These, daß ein großes Gehirn in erster Linie mit der Verfügbarkeit energiereicher Nahrung verknüpft ist, weniger mit dem Sozialverhalten oder der Suche nach fruchtenden Pflanzen.

Gerade bei Lemuren paßt die Vorstellung nicht, fruchtfressende Primaten brauchten größere Gehirne, um ihre Nahrung im Wald zu finden: Wieso könnten sonst fruchtfressenden Halbaffen mit einem relativ kleineren auskommen als die blattfressenden Tieraffen.Mit der von mir vorgeschlagenen Verknüpfung von Energieversorgung und Hirngröße lassen sich auch einige zunächst verwirrende Befunde beim modernen Menschen erklären.

So gibt es zwischen dem Intelligenzquotienten (IQ) und dem individuellen Hirnvolumen keinen überzeugenden Zusammenhang. Wenn, wie bei einigen Untersuchungen, doch schwache Korrelationen gefolgert wurden, so blieb davon nichts mehr, sobald man die Effekte von ökonomischem Status und Körpergewicht eliminierte (höheres Einkommen ist insbesondere in ärmeren Ländern mit besserer Ernährung verbunden).Wenn die evolutive Vergrößerung des Gehirns mit einem spezifischen Vermögen im Verhalten gekoppelt wäre, müßte sich im Prinzip bei den jetzt lebenden Menschenpopulationen ein solcher Zusammenhang finden lassen.

Jede Hypothese, die ihn unterstellt, sollte anhand der Variation – als dem Spielmaterial der Evolution – überprüfbar sein. Freilich ließe sich dem entgegenhalten, daß IQ-Tests nicht die interessierenden Verhaltensfähigkeiten erfassen; doch liegt die Beweislast bei jenen Wissenschaftlern, die eine spezifische Selektion auf Hirngröße behaupten.

Bislang gibt es aber kein Indiz für eine unmittelbare Korrelation zwischen irgendeinem Maß für Intelligenz und der relativen Hirngröße bei heutigen menschlichen Individuen.Für die Verfechter der Verhaltenshypothese ergibt sich ein weiteres, noch gravierenderes Problem: Seit langem ist bekannt, daß der Neandertaler (Homo neanderthalensis) im Durchschnitt ein absolut größeres Gehirn hatte als heutige Menschen.

  1. Erklären können sie das nicht.Mittlerweile mehren sich sogar die Belege dafür, daß auch die frühen Vertreter unserer eigenen Art Homo sapiens uns darin übertrafen.
  2. Es sieht ganz danach aus, als ob ungefähr im Laufe der letzten 20000 bis 30000 Jahre das Gehirnvolumen im europäischen Raum abgenommen habe – ohne gleichzeitige Verringerung der Körpergröße, soweit sich diese überhaupt aus dem vorhandenen Knochenmaterial ersehen läßt (Bild 8).

Daß diese Reduktion – ausgerechnet in der Epoche der bedeutendsten kulturellen Errungenschaften – mit einer Abnahme in der Komplexität des Werkzeuggebrauchs oder des Sozialverhaltens einhergegangen sei, wird wohl niemand behaupten mögen. Als viel wahrscheinlicher erscheint mir, daß hier gleichfalls meine Energie-Hypothese zutrifft, daß also möglicherweise die Mütter allmählich weniger in ihre einzelnen Kinder investiert haben, etwa durch Verkürzen der Stillzeit, durch früheres Entwöhnen.Wenn wir demnach von Leistung und Kapazität des menschlichen Gehirns sprechen, scheint die zu seinem Aufbau und seiner Funktion bereitgestellte Energie entscheidend dafür zu sein, daß es seine Größe überhaupt erreicht hat.

Aber wenn auch offensichtlich irgendein genereller Konnex zwischen Hirngröße und Komplexität des Verhaltens besteht, was sich aus dem im Vergleich zum Menschenaffen dreimal so großen Gehirn des Menschen schließen läßt, kann kein direkter Zusammenhang zwischen Hirnvolumen und individuellen Fähigkeiten existieren; sonst wäre sehr schwierig zu erklären, warum die tiefgreifendsten und nachhaltigsten Veränderungen in der menschlichen Gesellschaft mit einer fortschreitenden Verringerung der Gehirngröße einhergegangen sind.- Primate Origins and Evolution: A Phylogenetic Reconstruction.

Von Robert D. Martin. Chapman und Hall, 1990. – The Cambridge Encyclopedia of Human Evolution. Herausgegeben von Steve Jones, Robert Martin und David Pilbeam. Cambridge University Press, 1992.Aus: Spektrum der Wissenschaft 9 / 1995, Seite 48© Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH Diesen Artikel empfehlen: Unsere faszinierende Vergangenheit – Ernährung: Was Steinzeitmenschen wirklich aßen • Homo erectus: Der erste Weltbürger • Paläogenetik: Das schlummernde Erbe der Neandertaler Immer mehr frühe Kunstwerke kommen ans Licht, weltweit haben Menschen vor Jahrtausenden bereits Eindrücke ihrer realen und spirituellen Welt verewigt.

Hatte Albert Einstein ein kleines Gehirn?

1230 Gramm: Einsteins Gehirn war kleiner als ein Durchschnittshirn Foto (C): Library of Congress Mythen über Ernährung, Gesundheit, Haushalts-Hacks gibt es viele. In unserer Rubrik checken wir den Wahrheitsgehalt dahinter! Falsch : Einsteins Gehirn war sogar kleiner. Foto (C): Library of Congress Das könnte dich auch interessieren Wie ehrlich sind wir? Welches Tier Hat Das Kleinste Gehirn P.M. Fragen und Antworten Schnelles Wissen aus allen Bereichen des Lebens. : 1230 Gramm: Einsteins Gehirn war kleiner als ein Durchschnittshirn

Wie groß ist das Gehirn von einem T Rex?

Fünf Fakten über Dinosaurier Wenn der T. Rex Schnupfen hatte – 24.03.2016, 10:01 Uhr Warum starben viele Dinosaurier in einer verkrampften Haltung? Wie viel Schleim passte in den Schädel eines Tyrannosaurus Rex? Fünf Fakten über Dinosaurier, die Sie verblüffen werden.

  1. Dinosaurier gehören zu den faszinierendsten Wesen, die jemals den Planeten Erde besiedelt haben.
  2. Millionen Menschen – nicht nur Kinder – begeistern sich für die Riesenechsen der Urzeit.
  3. Wie gut Sie sich auskennen, können Sie im n-tv.de-Dinosaurier-Quiz testen,
  4. Hier präsentieren wir Ihnen fünf interessante Fakten über T.Rex & Co.

– die gehören vielleicht nicht zum Allgemeinwissen, sind aber umso spannender.1. Einige Dinosaurier waren Kannibalen. Als gnadenlose Jäger kennt man Dinosaurier aus den Jurassic-Park-Filmen. Abgesehen davon, dass sich sehr viele Dinosaurier-Arten vegetarisch ernährten und keinerlei Interesse an Fleisch zeigten, gab es auch einige, die einen Hang zum Kannibalismus hatten.

Zum Beispiel der wohlbekannte Tyrannosaurus Rex, Bei der Untersuchung eines T-Rex-Schädels fanden Paläontologen entsprechende Bissspuren. Auch der Daspletosaurus zählte offenbar zu den Kannibalen unter den Dinosauriern.2. Das Gehirn eines menschlichen Babys ist größer als das vieler ausgewachsener Dinosaurier.

Dinosaurier waren zwar mitunter riesige Echsen – ihr Denkorgan war jedoch winzig. Der Stegosaurus zum Beispiel war ein Koloss von acht bis neun Metern Länge und rund vier Tonnen Gewicht. Sein Gehirn aber war kaum größer als eine Walnuss. Setzt man das Ganze auch bei anderen Saurier-Arten noch in die Relation zur Körpergröße, sind Dino-Hirne wirklich sehr winzig. Welches Tier Hat Das Kleinste Gehirn Fossil eines Ornithomimus edmontonicus-Dinosauriers. (Foto: Royal Tyrell Museum/dpa) In der Tat gibt es bei Dinosaurierfossilien etwas, was Paläontologen als “death pose” (deutsch: Todespose) bezeichnen. Viele der Urzeitechsen scheinen in einer bestimmten Haltung gestorben zu sein: den Nacken unnatürlich stark nach hinten verdreht, den Schwanz ausgestreckt, das Maul aufgerissen.

  • Während man früher dachte, dass die Tiere tatsächlich in der Lage waren, derartige Verrenkungen durchzuführen, glaubte man in jüngerer Zeit, dass es sich dabei um Krämpfe handelte, die das noch lebende Tier im Todeskampf erlitt.
  • Inzwischen gibt es aber neuere Studien, die darauf hindeuten, dass die Todespose ein Resultat von biologischen Prozessen ist, die sich erst nach dem Tod abspielen.

Nach dem Tod lockern sich die Muskeln und ein Gewebeband im Hals der Tiere zieht sich zusammen, was zu dieser merkwürdigen Verdrehung führt. Übrigens hat die Todespose in der Vergangenheit auch Paläontologen in die Irre geführt. Der Sauropode Diplodocus wurde oft mit hoch erhobenem Kopf dargestellt – zu Lebzeiten war er dazu aber vermutlich gar nicht in der Lage.

  1. Vielmehr handelte es sich bei den fossilen Vorlagen um Skelette in der Todespose.4.
  2. Tyrannosaurus Rex hatte bis zu 26,5 Liter Rotz im Schädel Einem schnupfengeplagten Raubsauriers möchte man nicht begegnen.
  3. Abgesehen davon, dass der ziemlich schlecht gelaunt sein dürfte, sollte man sich auch vor seinen Niesern hüten.

In den USA hat der Paläontologe Larry Witmer den Schädel eines Tyrannosuraurus Rex genauer unter die Lupe genommen und unter anderem berechnet, wie groß das Volumen seiner Nebenhöhlen war. Eine Ladung Schnodder konnte den Analysen zufolge ein Volumen von bis zu 26,5 Litern haben.

In diesem Video (ab ca.1:15 h) zeigt Witmer, wie das Ganze wohl ausgesehen haben könnte.5. Dinosaurier existierten 660 Mal länger als der Mensch Dass Menschen und Dinosaurier zeitgleich auf der Erde lebten, behaupten heutzutage zwar noch einige Kreationisten – wissenschaftlich gesichert ist jedoch, dass dem nicht so war.

Vor rund 65 Millionen Jahren starben die Riesenechsen aus. Davor aber herrschten sie unangefochten über die Erde – und zwar rund 165 Millionen Jahre lang. Das ist eine unglaublich lange Zeit, vor allem verglichen mit der Menschheitsgeschichte. Nimmt man an, dass sich die Entwicklungslinie hin zum modernen Menschen vor rund fünf bis sieben Millionen Jahren herauskristallisierte, so wären uns die Dinosaurier immer noch mehr als das 20-Fache dieser Zeit voraus.

Der Ursprung des Homo sapiens wird von den meisten Forschern vor rund 200.000 bis 250.000 Jahren angesetzt. Nimmt man dies als Maßstab, existierten Dinosaurier rund 660 Mal so lange wie der Homo sapiens bislang. Wir haben also noch einiges vor uns, um mit den Urzeit-Riesen gleichzuziehen. Was wissen Sie über Dinosaurier? Dinosaurier waren faszinierende Wesen.

Viele Dinge über die Urzeit-Riesen sind uns bis heute nicht bekannt. Testen Sie sich: Wie viel wissen Sie über Dinosaurier?

Was ist das größte Gehirn der Welt?

Mit sieben Jahren aufs College, mit zwölf an die Uni – Tanishq Abraham ist zwölf Jahre alt und eigentlich ein ganz normaler Junge. Er interessiert sich für Dinosaurier und Computerspiele – und die Relativitätstheorie. Jetzt beginnt er sein erstes Studium.

  1. Quelle: Die Welt Das Gehirnvolumen erklärt demnach etwa sechs Prozent der beobachteten Unterschiede zwischen der Intelligenz verschiedener Menschen.
  2. Obwohl sich ein gewisser Zusammenhang nachweisen lässt, dürfte die Gehirngröße nur geringe praktische Relevanz haben”, erklärt Pietschnig.
  3. Vielmehr scheinen Struktur und Integrität des Gehirns als biologische Grundlage von Intelligenz zu fungieren.” Weitgehend unklar sei bisher noch, ob ein größeres Gehirn beim Menschen generell mit einer höheren Zahl an Neuronen einhergehe.

Hinweise darauf, dass ein großes Hirn nicht zwingend große Intelligenz bedeutet, bietet allein schon die Tierwelt: Absolut gesehen hat der Pottwal das größte Gehirn, ins Verhältnis zur Körpermasse gesetzt ist es die Spitzmaus. Beim Homo sapiens haben die Männer im Mittel um zehn Prozent größere Gehirne – die kognitiven Fähigkeiten unterscheiden sich im Durchschnitt aber nicht von denen der Frauen.

  1. Die Bedeutung des Gehirns beim Menschen zeigt allein schon sein Energieumsatz: Etwa ein Viertel der vom Körper genutzten Energie wird in die Hirnaktivität gesteckt, obwohl das Gehirn nur rund zwei Prozent der Körpermasse ausmacht.
  2. Denken ist körperlich anstrengend und kostet rund 20 bis 25 Watt.
  3. Die Ergebnisse menschlicher Denkleistungen können sich allerdings auch sehen lassen: In gerade einmal 500 Generationen vollzog der Homo sapiens die Entwicklung von der Steinzeit hin zu Smartphones und Weltraumforschung.

Unklar ist aber, wohin die Evolution den menschlichen Geist künftig führt.